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Archiv der Einträge: Maerz, 2012
  • So geht es doch nicht, ein Tiefschlag für die Opfer der SED-Diktatur//30.03.2012

    Dirk m.MützeDirk 002

    Lange hab ich nichts mehr in meinen Blog geschrieben, weil ich erstens in einer Klinik im Harz war und zweitens nach meiner Heimkehr so viel Post da war, die ich erst mal zu beantworten hatte.
    Zu einer Unterlassungserklärung, kam noch eine eidesstattliche Erklärung die voller Unwahrheiten war. Also man will mich tatsächlich mürbe machen und gegen mich vorgehen. Nun werde ich abwarten was die Richter auf meine Einsprüche machen werden. Ihr seht es gibt nicht nur Menschen die mir beistehen, es gibt auch welche die mir unbedingt schaden wollen oder müssen um in der Weltgeschichte gut dazu stehen. Ich werde euch in der Folge dann auch darüber berichten. Dies alles macht mich wieder krank und ich konnte meine Erholung in der Klinik in die Ecke schmeißen.

    Für Dirk habe ich einige Infos bekommen. Zunächst will das Russische Fernsehen "Warte auf mich" etwas über Dirk bringen. Auf deren Internetseite wurde schon in Russisch berichtet. Seit Jahren habe ich versucht Kontakt mit der Sendung aufzunehmen, es gelang mir nicht. Nunmehr hat meine Freundin aus Berlin den Kontakt hergestellt und ich konnte denen schreiben und Links senden.
    Auch hat den Kontakt meine Freundin aus Berlin hergestellt und zwar mit einer Initiative in Amerika
    "Sweet Angels", auch denen habe ich eine Sendeerlaubnis gemailt und Links geschickt. Ihr seht es tut sich wieder was. Und zum Wochenende werde ich in Berlin eine deutsche Journalistin treffen, die sich für vermisste Kinder und zwangsadoptierte Kinder der ehemaligen DDR kümmert.
    Es ist wie jedes Jahr, viele wollen mir helfen. Heidi

    Kritik an Beförderungspraxis in Brandenburger Justiz
    Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 13:02 Uhr

    Zur Beförderung eines früheren DDR-Staatsanwalts in Brandenburg, der an Strafverfahren wegen „illegalen Grenzübertritts“ mitgewirkt hatte, erklärt der UOKG-Bundesvorsitzende Rainer Wagner, der selbst als 15-Jähriger wegen „versuchter Republikflucht“ zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt wurde:

    „Für ehemalige politisch Verfolgte ist es nicht hinnehmbar, dass man einen derartigen Vorgang mit Aussagen zu legitimieren versucht, die damaligen Urteile hätten sich 'im üblichen Rahmen' bewegt und seien nicht als 'Übermaßentscheidungen' einzustufen.

    DDR-Verurteilungen mit einem politischen Hintergrund werden heute als rechtsstaatswidrig definiert und die Opfer rehabilitiert. Jeder ehemalige DDR-Richter, der einst an einem solchen rechtsstaatswidrigen Verfahren beteiligt gewesen ist, hat sich fachlich und moralisch disqualifiziert und ist somit nicht befähigt, ein vergleichbares Amt in einem Rechtsstaat auszufüllen.

    Jede politische Verurteilung stellte ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar. Die Haftbedingungen für ehemalige politische Inhaftierte in der DDR, speziell die der Verurteilung vorausgehende U-Haft, lassen sich entsprechend der 'UNO-Konvention gegen Folter' aus dem Jahr 1984 als psychologische Folter charakterisieren.

    Vor diesem historischen Hintergrund fordern wir eine bedingungslose kritische Auseinandersetzung mit der bisher in Vergangenheit und Gegenwart angewandten Beförderungspraxis in der Brandenburger Justiz."

    Anlagen: Diese Datei herunterladen (UOKG-PE_ 14.02.2012_DDR-Staatsanwalt-macht-Karriere-in-Brandenburg.pdf)UOKG-PE_ 14.02.2012_DDR-Staatsanwalt-macht-Karriere-in-Brandenburg.pdf

  • Wieder der Spinner //21.03.2012

    Bautzen II 007

    Bin noch in der Klinik und möchte dem User der so tolle Kommentare schreibt mitteilen, dass sein deutsch unter aller Sau ist. Auch die anhaltenden Beleidigungen und Unterstellungen und die fürchterliche Art mich als Kindesmörderin darzustellen, bringt mich nicht weiter. Schreib doch endlich mal nicht nur anonym, sondern zeige Dich.Dann wird es mir doch leichter Dich mit Namen zu nennen, du dumme Nuss. Oder noch besser lass es einfach. Ich habe doch auch noch andere Menschen, die meine Hilfe brauchen. Meine Zeit will ich nicht mit Deinem Blödsinn, opfern.

    Nun für all meine Gäste und Freunde, laßt Euch von solchen Kommentaren nicht stören.Habe die Kommentare gelöscht, damit Ihr Euch nicht ärgert.

    Eure heidi

  • Dirk seit 33 Jahren vermisst//11.03.2012

    Honeckers mit Roberto,11.08.2011 ist es Dirk? in 2 jahren kommt Roberto Yanez nach Deutschland, dann werde ich ihn wohl mal sehen und sprechen können.

    Liebe Blogleser und Blogäste,
    auch wenn ich zur Zeit nicht zu Hause bin, möchte ich informieren.
    Vor 33 Jahren verschwand wie Ihr im Vorspann lesen könnt mein Sohn im Ost- Harz. Zurzeit bin ich hier im Harz einige km entfernt von der Stelle wo Dirk spurlos verschwunden ist.
    Es war wiede wie all die 33 jahre ein trauriger Tag.Ein wenig angeschlagen wie ich eh schon bin, kamen mir auch all die Bilder wieder in Erinnerung und ich wünsche mir das sowas niemanden passieren soll.
    Diese Tage habe ich ein wenig Zeit gehabt um an die Vergangenheit
    zu denken.
    Da gehen mir wieder die ganzen Verbrechen der Stasi durch den Kopf. Was hat der Stasistaat den Familien angetan und wie soll das jemals gesühnt werden.

    An Hand unseres Schicksals, kann ich allen nachfühlen, deren Kinder entweder zwangsadoptiert wurden oder in den DDR- Kinderheimen keine schöne Kindheit hatten oder ihre Identität weggenommen wurde. Das ist ein Verbrechen an diesen Menschen und müßte auch noch in der jetzigen Zeit bestrsft werden. Aber all die Stasis werden ja noch geschützt vom Staat.Auch wenn ich mich widerhole, aber ich denk man muss auch mal die Opfer im Auge behalten und entschädigen, dazu gehören auch die o.g. Kinder.

    Wenn der staat soviel Geld hat (Wulff,Frau Honecker,Griechenland u.a., da müßte doch mal was für die Opfer und deren Kinder über sein. Meinen Kindern wurden z.B. 1 Jahr 6 Monate die Eltern entzogen und davon gab es zu Tausende Opfer. Denen gehört die aufmerksamkeit und nicht nur wenn Sie psychisch krank wurden deswegen. Sondern denen gehört das Geld, was Wulff für seine unehrenhaften Auftritt als Präsident verdient? hat.

    Werde mich auch trotz meines Klinikaufenthaltes, immer mal melden.
    Eure heidi

  • Kinder für Führer und Stasi//04.03.2012

    Schlimm und doch wahr, was hat denn Herr gauck damals veranlasst und wie hat er den Kindern Ihr Leben zurückgegeben? All diese Kinder ohne eigene Identität. Die Stasi war nicht besser in Ihren Handlungen als die Nazis. Es gabt natürlich kein Völkermord in der DDR, aber Ihre handlungen waren hinterhältig, pärfide und vor allem Menschenverachtend.
    Liebe Leser nächste Woche gehe ich in eine Klinik um mich diabetisch neu einstellen zulassen. Ich nehme aber die WWW-maschine mit um mit der größen weiten Welt Kontakt zu halten. euch noch ein schönen Sonntag. Heidi

    Von Mascolo, Georg und Schumacher, Hajo

    Die Zucht arischer Herrenmenschen im "Lebensborn" war eine der makabersten Ausgeburten nationalsozialistischen Rassenwahns. Die DDR schlug aus der Nazi-Hinterlassenschaft Kapital. Die Stasi raubte "Lebensborn"-Kindern ihre Biographien, um ihre Agenten im Westen zu plazieren - getarnt mit einer scheinbar perfekten Legende.

    Der Genozid gehört zum Nazi-Rassenwahn wie der "Lebensborn". Wurde auf der einen Seite "lebensunwertes Leben" vernichtet, sollte auf der anderen die arische Elite gezeugt werden.

    Die Erbauer des sozialistischen deutschen Teilstaats waren stolz darauf, dem nationalsozialistischen Terrorregime stets Paroli geboten zu haben, der Antifaschismus gehörte zu den Essentials der Kommunisten.

    Und doch bedienten sich die neuen Machthaber in Deutschland Ost ohne Skrupel eines aus Menschenverachtung geborenen Erbes der Nazis, um ihre Macht zu sichern, der Überlebenden aus Heinrich Himmlers Lebensborn, nach dem Motto: Im Kampf gegen den Klassenfeind ist jedes Mittel erlaubt.

    Im Dezember 1935 gründete der vom Rassenwahn besessene Reichsführer SS, Heinrich Himmler, den Lebensborn e. V. Ziel des Vereins: von ausgewählten arischen Herrenmenschen Kinder zeugen zu lassen, die dem nationalsozialistischen Menschenideal entsprachen. Außerdem sollte der Verein in ganz Europa geeignete Kinder germanischen Typs einsammeln und in eigens eingerichtete Lebensborn-Heime im Reich verbringen, um sie dort im NS-Geist aufzuziehen.

    Adolf Hitler, mit der Himmlerschen Wahnidee konfrontiert, hatte gezögert. Als aber der Rassenfanatiker vorrechnete, sein Lebensborn könne dem Reich später eine "Armee von 400 000 Mann" für den Kampf um die Weltherrschaft bescheren, war der Führer überzeugt. Er schwärmte, notierte sein Protokollant Henry Picker, "man müsse überall dorthin, wo die Zusammensetzung der Bevölkerung blutsmäßig schlecht sei, Elitetruppen zur Auffrischung bringen. Schon in 10 bis 20 Jahren wirke sich das segensreich aus"*.

    Lebensborn operierte unter strengster Geheimhaltung. Um den Verein aus dem NSDAP-Parteiapparat herauszuhalten, verlegte Himmler die Münchner Zentrale in ein Haus, das Thomas Mann abgenommen worden war. Auf das Postscheckkonto 26699 mußten alle SS-Führer Zwangsbeiträge überweisen.

    Mit dem Geld wurden allein in Deutschland neun Kinderheime errichtet, die "Schwarzwald" hießen oder "Kurmark" - und dem Rassenwahn dienten. Bis Kriegsende

    kamen in Deutschland rund 11 000 Lebensborn-Kinder zur Welt, gezeugt vor allem von Angehörigen der SS. Er freue sich, lobte Hitler deren Eifer, daß gerade SS-Elitetruppen ihre Verpflichtung, Kinder in die Welt zu setzen, als völkische Verpflichtung betrachteten.

    Wem die Babys gehörten, stellte die einer Taufe ähnliche Fahnenweihe klar. Dabei wurde der Säugling unter eine Hitler-Büste gelegt, umgeben von Lorbeerbäumen, der SS-Fahne und einem Foto der Mutter. Zu Haydnschen Variationen des Deutschlandliedes berührte der Heimleiter das Neugeborene mit dem SS-Dolch und sprach Sätze wie: "Ich gebe dir den Namen Hartmut. Werde ein harter Mann!"

    Rekrutiert wurde der Nachschub für die Lebensborn-Heime außer durch Freiwillige an der Heimatfront bei den unterjochten europäischen Völkern: Der "Eindeutschung rassisch wertvoller Kinder" fielen Kinder in Frankreich, den Benelux-Staaten, Dänemark und Polen zum Opfer. Sie wurden ihren Eltern entrissen und in Heime nach Deutschland verschleppt. Ausgesucht wurden die Jungen und Mädchen nach sogenannten Ariertabellen der SS, wichtigstes Kriterium war die Distanz zwischen Stirn und Hinterkopf.

    Norwegischen Kindern blieb diese Prozedur erspart. Norweger, glaubte Himmler, hätten als direkte Nachfahren der Wikinger zwangsläufig Kühnheit, Stärke und Härte im Gen - wie geschaffen zu Zuchtzwecken. Taten sich ein tapferer deutscher Soldat und eine starke blonde Norwegerin zusammen, so Himmlers schlichte Rechnung, dann müsse Besonderes entstehen - der Turbo-Teutone.

    So erreichte die über 400 000 deutschen Soldaten in Norwegen ein zynischer Kampfauftrag: Affären für den Führer. "In tiefstem sittlichen Ernst" erging in einem Rundschreiben mit dem Titel "SS für ein Großgermanien, III. Folge, Schwert und Wiege" die Anordnung, "daß deutsche Soldaten so viele Kinder wie möglich zeugen, egal, ob ehelich oder unehelich". Die Mütter, so Himmlers Order, sollten dazu gebracht werden, ihre Kinder freiwillig in deutsche Obhut zu geben.

    Die regierenden Antifaschisten der Deutschen Demokratischen Republik hatten mit dem unmenschlichen Erbe offenbar keine Probleme, wie jetzt aufgefundene Akten belegen. Schon kurz nach Gründung des SED-Staates kamen die DDR-Geheimdienste auf die Idee, den Lebensborn für ihre Ziele auszubeuten: Sie warben junge DDR-Bürger, die aus Lebensborn-Heimen stammten, als Spitzel an.

    Diese Menschen besaßen in Stasi-Augen einen unschätzbaren Vorteil: Sie hatten Anrecht auf einen Paß ihrer Mutterländer - wie der Maschinenschlosser Arnfinn Myklestad.

    Myklestad, 1941 in Norwegen geboren und aufgewachsen im Lebensborn-Heim "Sonnenwiese" in Kohren-Salis bei Altenburg, erfuhr Anfang der sechziger Jahre von seiner Herkunft, besorgte sich bei Norwegens Militärmission in West-Berlin einen norwegischen Paß und übersiedelte in den Westteil der deutschen Hauptstadt. Dort warb das Ministerium für Staatssicherheit den vom Westen schnell Enttäuschten an und schickte den Agenten (Deckname "Peter Bernstein") als "Aufklärer" in die Mainmetropole Frankfurt.

    Doch die Staatsschützer Ost fanden offenbar nicht genug willige Lebensborn-Helfer. Deshalb verfielen sie auf einen raffinierten Trick: Sie stahlen Lebensborn-Kindern ihre Lebensläufe und stülpten sie ausgewählten Spionen über, die dann, mit einer nach Stasi-Ansicht perfekten Legende getarnt, in den Westen geschleust wurden. Auch das sowjetische KGB bediente sich im deutschen Osten der elternlosen Kinder.

    Weil der Lebensweg der Lebensborn-Kinder, meist in zufälligen Verbindungen gezeugt und in Nazi-Heimen erzogen, für die westlichen Geheimdienste in der Regel nicht exakt zu rekonstruieren war, hielt die Tarnung wie im Fall des Ludwig Bergmann trotz Verdachtsmomenten bis zu 20 Jahren und länger (siehe Seite 74).

    Die echten Lebensborn-Kinder zahlten einen bitteren Preis. Die SED ließ sie ihr DDR-Leben lang überwachen und blockte jeden Versuch der Betroffenen ab, sich über ihre Herkunft Gewißheit zu verschaffen.

    Die genaue Zahl der Spione mit gestohlenen Biographien ist unbekannt, die meisten Akten sind vernichtet. Sicher ist: Noch immer laufen im vereinten Deutschland und anderswo Agenten unerkannt und unbehelligt herum, die irgendwo einen Doppelgänger haben.

    Ex-Stasi-Chef Erich Mielke und seine Untergebenen schweigen, und der frühere Oberspion Markus Wolf, 34 Jahre Leiter der Auslandsaufklärung der Stasi, hat das Kapitel in seinen just erschienenen Erinnerungen an die goldene Agentenzeit schlicht vergessen.

    Wolf, vom SPIEGEL zwischen zwei Lesereisen befragt, räumte lediglich vage ein: "Die Idee kommt mir bekannt vor. Ich kann mich aber an keinen Fall entsinnen."

    Seine Offiziere erinnern sich immerhin an das System: Bis in die siebziger Jahre habe man Lebensborn-Agenten in den Westen geschafft. "Wir waren begeistert von der Masse an personellem Ausgangsmaterial", sagt einer von ihnen - zynischer hätte es Lebensborn-Gründer Himmler nicht sagen können.

    Ein halbes Jahrhundert nach dem Beginn der Odyssee müht sich erstmals ein deutsches Amt um das Schicksal der zweimal Betrogenen: In den Katakomben der Berliner Gauck-Behörde tauchten in den vergangenen Wochen erste Dossiers auf, die den Kindesmißbrauch durch beide deutschen Diktaturen belegen. Die Verwalter der Stasi-Akten überprüfen jetzt Listen der Lebensborn-Kinderheime auf dem Territorium der alten DDR. Der Direktor der Stasi-Unterlagen-Behörde, Peter Busse: "Lebensborn-Kinder sollten sich melden. Wir werden versuchen, die Schicksale aufzuklären."
    * Henry Picker (Hrsg.): "Hitlers Tischgespräche". Stuttgart 1965. * SS-Ärzte untersuchen im Oktober 1942 polnische Kinder auf ihre Tauglichkeit.

    DER SPIEGEL 25/1997

  • Von der Stasi zum Staatsschutz//01.03.2012

    Von der Stasi zum Staatsschutz

    Eine beliebte Phrase bundesdeutscher Demokraten ist die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit, um hin und wieder das Interesse der Menschen, gerade in den doch nicht so blühenden neuen Bundesländern, zu erhalten. Äußerte sich Bundeskanzlerin Merkel unlängst nach einem Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, wie wichtig es sei, "dass dieses Kapitel der DDR nicht ausgeblendet und nicht vergessen wird", ist die Realität in Brandenburg eine andere. Denn an Fachkräften mangelt es hier offensichtlich nicht erst, nachdem man die Industrie systematisch demontierte und die Menschen erst mit Wegzugsprämien, später mit Sanktionen dazu bewog, ihre Heimat zu verlassen, sondern auch schon nach der friedlichen Revolution im Jahre 1989.
    Gelernt ist schließlich gelernt. Darum konnten ehemalige MfS-Mitarbeiter gleich in Kompaniestärke in den Polizeidienst des Landes wechseln. Wie das Innenministerium in Potsdam bekannt gab, wurden zu Beginn der 1990er Jahre 242 ehemalige hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter sowie 1238 frühere Inoffizielle Mitarbeiter (IM) in den Brandenburger Polizeidienst übernommen, wo sie bis heute in Schlüsselpositionen sitzen. So auch in der Abteilung Staatsschutz, die u. a. mit verdeckten Observationen und Telefonüberwachungen den Staat gegen seine Kritiker sichert, und in dem jeder Dritte vor 1989 für den DDR-Geheimdienst tätig war.
    Wie bereits seine Vorgänger erkennt auch Innenminister Woidke darin keinen ungewöhnlichen Vorgang. Man habe damals "qualifizierte Fachleute eingestellt" und sieht "keine schwerwiegenden Belastungen" in den ehemaligen Stasi-Mitarbeiter, die einst angetreten sind, um jeden Widerstand gegen die Herrschaft der SED-Diktatur auszuschalten. Woidkes Fazit: Der Staatsschutz sei "gut aufgestellt".
    Zwischen 200.000 und 250.000 Deutsche wurden seit Bestehen der DDR wegen Delikten wie "staatsfeindlicher Hetze" oder "ungesetzlichen Grenzübertritts" durch das Ministerium für Staatssicherheit inhaftiert. Dabei reichte oft schon ein kritisches Wort, ein "verdächtiger" Lebenslauf oder die Denunziation durch einen Nachbarn, um verfolgt zu werden.
    Im MfS vereinigte in sich nicht nur Inlands- und Auslandsnachrichtendienst, sondern er besaß auch Befugnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft, sodass jederzeit Ermittlungen eröffnet und Verhaftungen vorgenommen werden konnten. Im Jahre 1989 verfügte er über 91.000 hauptamtliche und annähernd 180.000 inoffizielle Mitarbeiter. Durch seine Informanten, seine technischen Möglichkeiten und den Zugriff auf Banken, Betriebe, Schulen und Ärzte überwachte das MfS die Bevölkerung nahezu vollständig.

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