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Archiv der Einträge: Maerz, 2011
  • Merkwürdige Gestalten in den Archiven//29.03.2011

    04.02.2009 ZDF 003
    Fast jeden Tag lese ich diese Geschichten und merke wir Opfer bekommen keine Ohrfeige, sondern einen A....tritt. Soviel Rechtsstaatlichkeit kann es doch nicht geben das ehemalige Mitarbeiter der Stasi in den Aufklärungspositionen sitzen und nicht ihr Amt aufgeben müssen.
    Wievielen ehemaligen haben die geholfen zur weißen Weste, ich kenn da auch einen kleinen Ganoven der sich bei mir und einem Fernsehteam als Stasimann ausgegeben hat und mich auf die Spur von Dirk führen wollte. Dieser Bursche wußte einiges über Dirk. Heut arbeitet er beim Mitteldeutschen Rundfunk und hat angeblich einen Persilschein von der Gauckbehörde. Na da staune ich aber wie so was geht.Nun lesen sie unten weiter und es gibt eine Erklärung dafür. Für mich allerdings nicht denn nach 20 Jahren muß mal Schluß mit solchen Leuten sein.Heidi

    SED-Regime: Die Beteiligung von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern an der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit ist seit Jahren bekannt
    Paul Leonhard

    Die Enttarnung ehemaliger Stasi-Leute in der Birthler-Behörde, der Aufschrei der Opferverbände, die Forderungen nach Konsequenzen und Entlassungen ? nichts davon ist neu (siehe Seite 2). Ex-Stasi-Mitarbeiter sitzen überall in den Verwaltungen der östlichen Bundesländer und auch in der zentralen Unterlagenbehörde.

    Von einem ?Skandal erster Güte? sprach die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) schon im Juli 2009, als bekannt wurde, daß noch 17.000 ehemalige Spitzel im öffentlichen Dienst beschäftigt sind. Berichtet wurde von 2.247 übernommenen Geheimdienstlern in Mecklenburg-Vorpommern, in Brandenburg waren es 2.942, in Sachsen-Anhalt 4.000, in Sachsen 4.101 und in Thüringen 800. Es dränge sich der Verdacht auf, daß der öffentliche Dienst von Stasi-Kadern durchsetzt sei, warnte damals VOS-Sprecher Ronald Lässig. Von SED-Kadern, die es wie die mit SPD-Parteibuch ausgestattete Eva-Maria Stange sogar bis zur Kultusministerin in Sachsen gebracht hatten, wurde gar nicht gesprochen.

    Joachim Gauck bezeichnete es nach seiner zehnjährigen Amtszeit als Hüter der Stasi-Akten als einen Fehler, daß nicht das gesamte SED-Regime in die Aufklärungsarbeit einbezogen wurde. Aber Gauck sagte dem Spiegel, ?es wäre fatal, da jetzt noch was zu ändern?.

    Daß in der Aufbauphase der Gauck-Behörde ehemalige Stasi-Mitarbeiter als Wachschutzleute und 15 als Archivexperten eingestellt wurden, war bekannt. Das Fatale daran: Sie bestimmten und bestimmen zum Teil immer noch mit darüber, wer welche Akten zu sehen bekommt ? und damit möglicherweise noch unbekannte Spitzel enttarnt. Ende 2006 wurde zudem enthüllt, daß es sich bei den 52 Ex-Stasi-Mitarbeitern keineswegs nur um einfache Angestellte handelte: So war Egon K. Leiter des Sachgebiets ZV7 und damit für das Ausstellen von Hausausweisen zuständig. Der ehemalige Stasi-Spitzel Klaus R. war Leiter des Referats, dem jene Mitarbeiter unterstanden, die alle Behördenmitarbeiter intern auf Stasi-Mitarbeit überprüfen sollten. Im Personalrat saßen zwei frühere hauptamtliche Mielke-Mitarbeiter, jetzt vom Dienst freigestellte Personalvertreter. Zehn Ex-Stasi-Mitarbeiter besaßen ein Mandat als Personalvertreter. Ein hoher Anteil angesichts von 2.000 Behördenmitarbeitern, von denen nach damaligen Angaben der Behördenleiterin Birthler lediglich 52 eine Stasi-Vergangenheit besitzen.

    So ist das eigentliche Wunder, daß der Personalratschef der Behörde, Lutz Penesch, Ende Februar tatsächlich sein Amt niederlegte, nachdem über ihn bis dato unbekannte Stasi-Unterlagen entdeckt wurden. Daß der jetzt als ehemaliger Stasi-Offizier enttarnte oberste Systemmanager der Behörde, Peter Schmidt, entlassen wird, erscheint aus arbeitsrechtlichen Gründen unwahrscheinlich. Schmidt hatte sich als Wachschutzmann zum Leiter des ?IT-Architekturbüros? hochgedient. Die Proteste der Opferverbände und auch der des Bundestagsabgeordneten Arnold Vaatz (CDU) dürften ins Leere laufen. Auch stellen diese die wichtigste Frage nicht: Wie viele ehemalige SED-Mitglieder sind in der Birthler-Behörde untergeschlüpft und welche Rolle spielen diese? Im Juni 2007 war Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) ein Gutachten vorgelegt worden, in dem von mehreren hundert SED-Systemträgern die Rede war. Birthler hatte damals betont, daß frühere Mitarbeiter des DDR-Staatsdienstes nicht unter Generalverdacht gestellt werden dürften.

    Die Wahrheit über das, was sich in der Unterlagenbehörde abspielt, formulierte frühzeitig ein ehemaliger DDR-Dissident: ?Jürgen Fuchs war der erste, der die in die Gauck-Behörde eingeschleusten Stasi-Mitarbeiter bemerkte: sogenanntes Wachpersonal, eine Militärhistorikerin aus der DDR, eine Dame aus der Kaderabteilung der Mitropa, eine Reihe merkwürdiger Gestalten in den Archiven?, erinnert sich Freya Klier im Juli 2007. Der 1999 verstorbene Schriftsteller habe sie an der Sprache, an den mißtrauischen Blicken erkannt, ?denn auch sie wußten, wer er ist?, und er habe vor den Gefahren und Problemen gewarnt. Vergeblich.

    http://www.jungefreiheit.de/Archiv.611.0.html 11.03.2011

  • DDR-Vergangenheit//29.03.2011

    Stasiakten 13.07.2010
    Viel zu spät das Aufräumen in der Stasiunterlagen-Behörde, denn diese stasileute konnten in 20 Jahren so viel manipulieren und den Genossen weiße Westen verschaffen und den Opfern den Weg schwerer gestalten an die Unterlagen zu kommen. Aktenberge konnten verschwinden und delikate Akten konnten an Täter auch verkauft werden. Wenn ich dies schreibe sind das die Machenschaften die schon vor der Widervereinigung gemacht worden sind. Jetzt darüber nachzudenken wie man die Leute mit Renten u.s.w. los wird ist ja wohl auch wieder eine Ohrfeige für die Opfer. Aber Deutschland hat aus der Nazivergangenheit nicht gelernt und hat sich die Täter wieder zum Diener der Demokratie gemacht. Allen Bloglesern einen angenehmen Abend. Heidi

    Kritik an Beschäftigung von Ex-Stasi-Mitarbeitern wächst

    In der Koalition gibt es Überlegungen zu einem Beschäftigungsstopp für Ex-Stasi-Leute in der Bundesbehörde für die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit. "Wir sondieren die Möglichkeiten in alle Richtungen, stehen aber noch ganz am Anfang", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz.

    So werden Vorruhestandsregelungen, Abfindungen oder eine Gesetzesänderung erwogen. Die Beschäftigung der früheren Stasi-Leute beschädige schon lange die Glaubwürdigkeit der Bundesbehörde, sagte Vaatz. Deren bisherige Chefin, Marianne Birthler, habe aber nichts unternommen. Vaatz betonte, es müsse eine rechtsstaatlich korrekte Lösung gefunden werden. Die FDP will sich nun auch für Änderungen einsetzen.

    http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article12965782/Politik.html

  • Dirk/Roberto,27.03.2011

    Roberto Pockennarbe,27.03.2011

    diese Pockennarbe wenn es eine ist, hatte auch Dirk über seinen Augenbraunen.

    Ja Ihr lieben Blogleser, dass schöne Wetter hat mich in den Garten getrieben und ich habe viel nachgedacht. Vor allem die wenige Zeit die wir mit Dirk erlebt haben und die so wunderschön war. Hier stellt sich dann auch die Frage, was hat man Dirk alles genommen?
    Wenn er als Roberto groß geworden ist, hatte er ein priviligiertes Leben gehabt. Aber ihm hat dann die Liebe seiner eigenen Familie gefehlt, dass Leben mit seinen Schwestern, dass Leben was für ihn eigentlich bestimmt war.Ich trauere nicht der Zeit nach, aber es macht mich traurig, dass so viel verlorene Zeit ins Land gegangen ist ohnen Dirk. Auch das Zuchthaus wäre mir erspart geblieben. Nun ich werde mir Gedanken machen und einen Weg zu Roberto/Dirk vielleicht mal finden. Es wäre so wichtig für uns alle, zu wissen das er Dirk ist. Sein jetziges Leben soll sich ja nicht ändern. Aber es würde wiedermal beweisen, dass die DDR sich für nichts zu schade war. Verbrechen vor allem Kindesentzug hat für alle Opfer einen bitteren Nachgeschmack. Mir tun diese Familien leid, die dass alles was auch ich erleben mußten, mit gemacht haben. Den Eltern die Kinder und den Kindern die Eltern zu nehmen ist in meinen Augen ein Verbrechen. Die Identität der Kinder ist ausgelöscht worden.
    Das können nur herzlose Verbrecher.

    Euch noch einen schönen Sonntag. Heidi

  • Scharfe Kritik an SPD wegen Stasi-Mitarbeitern//25.03.2011

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    Berlin/Brandenburg/Havel (dpa/bb) - Die Stasi-Vergangenheit einiger ihrer Führungsleute bringt die SPD in Brandenburg/Havel unter erheblichen Druck. Am Donnerstag zeigte sich die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft «entsetzt und verwundert» darüber, dass zwei frühere Inoffizielle Mitarbeiter (IM) des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in den Vorstand des SPD-Unterbezirks gewählt wurden. Solche Entscheidungen seien für politisch Verfolgte «nicht tolerierbar und verlangen nach Konsequenzen», hieß es. Ähnlich kritisch äußerte sich der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz.

    Die beiden früheren Stasi-Mitarbeiter Dirk Stieger und Thomas Reichelt seien auf einem Parteitag am vergangenen Samstag mit übergroßer Mehrheit in den Unterbezirksvorstand gewählt worden, bestätigte der Geschäftsführer Guido Speer am Donnerstag auf Anfrage. «Wir sind 1989 angetreten, um demokratische Zustände herzustellen. Die haben wir.» Weiter wollte Speer die Entscheidung nicht kommentieren. Ob Stieger auch Wahlkampfleiter für den SPD-Spitzenkandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl, Norbert Langerwisch, am 11. September wird, wie von Vaatz behauptet, sei noch unklar.

    Stieger hatte nach Bekanntwerden seiner früheren Stasi-Tätigkeit bei der Nationalen Volksarmee (NVA) sein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung im Januar 2010 niedergelegt. Dies tat auch Reichelt. Die Opferverbände forderten den Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier auf, sich mit dem «skandalösen Geschehen» in seinem Wahlkreis kritisch auseinanderzusetzen. Zwar sei lobenswert, wenn Steinmeier als Chef des Kulturvereins Brandenburg/Havel an diesem Freitag den Film «Das Leben der Anderen» zeigen und über diesen diskutieren wolle. Gleichzeitig müsse er die Geschichte aber auch in seiner täglichen politischen Arbeit aufarbeiten, forderte Vaatz. Dafür fehle dem SPD-Politiker entweder die Kraft oder der Wille.

    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article12949957/Scharfe-Kritik-an-SPD-wegen-Stasi-Mitarbeitern.html

  • West-Polizisten im Stasidienst//24.03.2011

    22.02.2011 SAT1 010
    Deswegen war die Stasi immer informiert über in Westberlin und im Westen stattfindene Aktionen. Sie waren die bestinformierte Staatsmacht und konnten somit immer gegensteuern.
    Gut das gibt es überall in der Welt, aber hier ging es um Deutschland. Wir waren verraten und verkauft und der Westen konnte nichts dagegen tun, weil es Deutschland war. Auch der Einigungsvertrag wurde unter dem Deckmantel Deutschland gestaltet, somit waren die Täter mit diesem Schreiben rehabilitiert. Es kommt mir immer wieder vor als hätte man über alle deutschen Köpfe entschieden. Ein Leser fragte mich vor ein paar Tagen, wieso es die Opferrente nicht für alle Opfer gibt. Da er ein wenig mehr Einkommen hat, wird er als Opfer nicht anerkannt für die Opferrente. Soviel Mist kann es doch nicht geben, was die da für uns getan haben. Heidi

    Für die DDR spitzelten ständig mindestens zehn Berliner Beamte

    Die DDR-Staatssicherheit (MfS) wusste nahezu alles, was sie über die West-Berliner Polizei wissen wollte. Bis 1972 hatte sie auf der anderen Seite der Mauer im Durchschnitt immer zwischen zehn und zwanzig Spitzel platziert, die aus verschiedensten Bereichen des Polizeiapparates oder aus seiner Umgebung berichteten. Die Dauer dieser Tätigkeit war sehr unterschiedlich - zwischen wenigen Monaten und über einem Jahrzehnt wie bei dem 2009 enttarnten Spitzel Karl-Heinz Kurras. Der Kripo-Beamte hatte im Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg nahe einer Demonstration in West-Berlin erschossen. ………….

    http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article12941003/West-Polizisten-im-Stasidienst.html

  • Wahl von Stasi-IM zum SPD-Vizechel in Brandenburg kritisiert//23.03.2011

    Pressemitteilung 22.03.2011

    +++ Die Medien sind freundlichst um Verbreitung gebeten +++

    Wahl von Stasi-IM zum SPD-Vizechef in Brandenburg kritisiert

    VOS-Vizechef Lässig appelliert an SPD-Landeschef Platzeck

    Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) hat die am Wochenende stattgefundene Wahl des früheren Stasi-Spitzels Dirk Stieger zum SPD-Vizechef in Brandenburg kritisiert. Auch der frühere Stasi-Spitzel Thomas Reichel wurde in den SPD-Unterbezirksvorstand gewählt. Die Sozialdemokraten dort verrate ihre Ideale, so der mitgliederstärkste SED-Opferverband. Die VOS erinnert daran, dass viele Sozialdemokraten in der Wendebewegung 1989/90 zum Sturz der SED-Diktatur beigetragen hätten.

    Ronald Lässig, stellv. VOS-Bundesvorsitzender, erklärt:

    "Dass heute ausgerechnet mehrere Stasi-Spitzel in der SPD Brandenburg Karriere machen können, beschämt nicht nur mich als Sozialdemokraten. Jemand, der andere an die Stasi verraten hat, ist denkbar ungeeignet für ein öffentliches Amt. Stieger und Reichel müssen nicht nur zurücktreten, sondern aus der SPD rausgeschmissen werden! Kurt Schumacher würde sich im Grab rumdrehen. “

    Der VOS-Vizechef appellierte an den Brandenburger SPD-Landesvorsitzenden Platzeck, die Karriere von Stasi-belastetem Personal in der Partei entschieden entgegenzutreten. Anderenfalls werde die SPD der linken Beliebigkeit anheimfallen.

    Kürzlich mussten Stieger und Reichel aufgrund ihrer Stasi-Vergangenheit ihre Posten als kommunale Abgeordnete räumen.

    Laut Akten des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen hatte sich Stieger bei der DDR-Geheimpolizei als „IM Bergmann“ schriftlich verpflichtet. 20 Jahre verheimlichte er seine Vergangenheit. Erst nachdem Ende vergangenen Jahres über seine Stasi-Tätigkeit berichtet wurde, räumte der 42-Jährige diese ein. Reichel wurde als „IM Wolfgang“ aktiv.

    Die VOS wurde 1950 in Berlin gegründet. Sie ist der älteste und größte Opferverband und vereint bundesweit Tausende Opfer der SED-Diktatur und deren Sympathisanten.

    Ansprechpartner: Ronald Lässig, Pressesprecher der VOS

    SPD und Grüne wollen Wahl des Stasi-Bauftragten verschieben

    Koalition bekennt sich nach Vorstellungsgespräch endgültig zu Lutz Rathenow - Wahl am Mittwoch

    Dresden (dapd-lsc). Im umstrittenen Verfahren um den neuen Stasi-Beauftragten in Sachsen dringen SPD und Grüne auf eine Verschiebung der Wahl. Die für Mittwoch (23. März) im Landtag angesetzte Abstimmung über den Schriftsteller Lutz Rathenow sei verfrüht, sagte SPD-Fraktionschef Martin Dulig am Dienstag in Dresden. Notwendig sei eine Fristverlängerung bis April, um die Anforderungen an das Amt zu klären und Rathenow eine breite Mehrheit im Landtag zu ermöglichen.

    "Es kann nicht sein, dass Herr Rathenow hier einfach nur schaulaufen soll, um dann gewählt zu werden", fügte Dulig hinzu. Grünen-Chefin Antje Hermenau sagte, "das Chaos wurde durch Chaos ersetzt". Die Wahl sei überhastet und müsse bis April ausgesetzt werden. Beide Parteien luden Justizminister Jürgen Martens (FDP) aus, der Rathenow am Dienstag bei seiner Vorstellung in den Fraktionen begleiten wollte. Rathenow besuchte alle demokratischen Fraktionen.

    Er soll nach dem Willen der schwarz-gelben Koalition neuer Stasi-Beauftragter werden. Am Mittwoch stimmt der Landtag in geheimer Wahl ab. Nach anfänglicher Zurückhaltung sprach sich auch die CDU-Landtagsfraktion am Dienstag für den ehemaligen Bürgerrechtler aus. "Lutz Rathenow ist eine sehr respektable Persönlichkeit und ein überaus geeigneter Kandidat für das Amt", erklärte CDU-Fraktionschef Steffen Flath. Vorgeschlagen worden war Rathenow von Justizminister Jürgen Martens (FDP).
    Der Posten ist seit Jahresende unbesetzt. Nachdem der ehemalige Stasi-Landesbeauftragte Michael Beleites das Amt planmäßig niedergelegt hatte, gab es Querelen in der schwarz-gelben Koalition um die Neubesetzung. Zwei zunächst vorgesehene Kandidaten stehen mittlerweile nicht mehr zur Wahl.

    Die Opposition ließ ihr Abstimmungsverhalten offen. Es genügt zwar die Koalitionsmehrheit für Rathenow, dessen Wahl nun als wahrscheinlich gilt, eine breite parteiübergreifende Unterstützung gilt allerdings als Musterlösung.

    Die Linke verzichtete auf Verfahrenskritik. "Es besteht Einigkeit zwischen Herrn Rathenow und uns, dass eine Neuausrichtung des Aufgabenprofils des Amtes dringend notwendig ist", sagte Fraktionschef André Hahn. Dem Stasi-Beauftragten stünden beispielsweise keine Stasi-Akten zur Verfügung. Das Amt diene der Beratung von Betroffenen und der politischen Bildung. Allerdings bestünden erhebliche Meinungsunterschiede zwischen Rathenow und der Fraktion zur Bewertung des historischen Hintergrundes.

    dapd

    http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/SPD-und-Gruene-wollen-Wahl-des-Stasi-Bauftragten-verschieben-artikel7619362.php

    http://www.bild.de/BILD/regional/leipzig/dpa/2011/03/22/streit-um-stasiposten-gruene-wollen-wahl.html

  • Enquete-Kommission zur SED-Diktatur Umgang mit SED-Opfern kritisiert

    In Brandenburgs Enquete-Kommission zur SED-Diktatur berichten Betroffene über ihre Erfahrungen. Sie kritisieren, dass politisch Verfolgte einen würdigen Umgang bislang vermissten.

    Potsdam - Die leisen, bitteren Sätze verfehlten ihre Wirkung nicht. In Brandenburgs Enquete-Kommission zur SED-Diktatur traten am Freitag zwei Frauen auf, die beide einst im Potsdamer Stasi-Gefängnis inhaftiert waren, das den sarkastischen Beinamen „Lindenhotel“ trug. Birgit Willschütz und Sybille Schönemann schilderten, wie das Trauma immer noch nachwirkt, wie politisch Verfolgte gerade in Brandenburg einen würdigen Umgang bislang vermissten.

    „Ich habe heute noch ein ungutes Gefühl, wenn ich nach Potsdam komme“, sagte Willschütz, die nach der Ablehnung ihres Entschädigungsantrages auf einen Widerspruch verzichtete. „Ich habe keine Kraft, hier etwas durchzuziehen.

    “ Für die frühere DEFA-Regisseurin Schönemann war die Zeit im Stasi-Knast die schlimmste ihres Lebens. Erst vor fünf Jahren zog sie, nach 20 Jahren in Hamburg, zurück in ihre Heimatstadt. „Es ist ein schwerer Weg, wieder hier zu sein.“ Da kam vom Arzt, der sie als Voraussetzung für eine Entschädigung begutachtete, gleich zu Beginn der Spruch. „Na ja, an Scheinerschießungen haben sie ja nicht teilgenommen.“ Spätere Diagnose: Kein Hafttrauma. Da seien am „Lindenhotel“ die Gitter abgeschraubt worden, überhaupt gebe es in der Stadt kaum Hinweise auf die Gedenkstätte.

    Beide Auftritte gaben der Sitzung zusätzliche Brisanz, auf der es um die Rolle von Zeitzeugen zu heftigen Auseinandersetzungen kam. Auslöser war der Potsdamer Historiker Jürgen Angelow, der in seinem Gutachten zur „Würdigung von Opposition und Widerstand“ gegen Führungen durch „ungeschulte“ Zeitzeugen plädierte, konkret die Berliner Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen kritisierte.

    „Das ist ungeheuerlich“, sagte Jörg Kürschner, Enquete-Mitglied und Vorsitzender des Fördervereins. „Sie lassen den Vorhang runter: Sie wollen Zeitzeugen unter Kuratel systemgeneigter Wissenschaft stellen.“ Gabriele Schnell, die Koordinatorin der Gedenkstätte „Lindenhotel“, erinnerte daran, dass diese immer noch ein „missachteter“ Ort der Erinnerung sei, ohne eigenes Personal, getragen allein durch das Ehrenamt. Sie verwies auf den „Roten Ochsen“, das berüchtigte frühere Gefängnis in Halle, das heute ein Museum mit sieben Mitarbeitern ist: „Es geht auch anders.“ Thorsten Metzner

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/brandenburg/umgang-mit-sed-opfern-kritisiert/3966410.html

  • Vor 24 Jahren im März 1984//18.03.2011

    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 007Zuchthaus BautzenII
    Vor 24 Jahren war ich nach einer langen Schreckensphase(Kindesentzug,Zuchthaus Bautzen II), in Giessen im Aufnahmelager gelandet.
    Der Bus fuhr vom Abschiebeknast Karl-Marx-Stadt (heute Cemnitz), ins Land meiner Hoffnung, im Fall von Dirk. Mit war nicht wichtig das ich jetzt im Westen war, sondern das ich hier was für meinen vermissten Sohn Dirk Schiller erreichen kann.
    Natürlich war es schön den Frühling 84 im Westen zu erleben, die Auslagen in den Schaufenstern hauten mich um. Nachhaltig haben mich die Erdbeeren im Schaufenster faziniert, denn dies war utopisch für mich. Ich habe soviel neues schöne gesehen und doch nicht gesehen, denn meine Gedanken waren bei meinen Kindern in Görlitz und ich wußte damals noch nicht wann ich sie wiedersehen werde. Zunächst packte ich in Giessen gleich mal ein Paket mit Süßigkeiten denn es war bald Ostern und meine Kinder sollten doch alles bekommen was sie bisher vermisst hatten, nur ihre Eltern waren jetzt noch weiter weg in der Ungewißheit wie lange es dauern würde bis die DDR die Kinder rauslassen würden. Zum Glück waren sie ja nicht im Heim sondern bei den Großeltern. Auch die warteten mit Bangen der Trennung. sie haben doch die Beiden 1 1/2 Jahre betreut wie es Eltern und Großeltern so tun, mit viel Liebe.
    Die Kleine konnte sich so garnicht mehr an die Eltern erinnern und man versuchte durch Bilder immer wieder das aufzufrischen. Und meine Große, ja es fehlten doch 16 Monate wie sollte man diese wieder aufholen. Ich wartete auf den Tag wo sie ausreisen und hier einreisen durften. Es war dann 2 Maonate später als sie bis zur Zonengrenze kurz vor Helmstedt mit der Oma fahren durften und dann an eine Schwester des Roten Kreuz übergeben wurden. In Helmstedt dann wurden sie uns durch die Schwester übergeben. Mein zwei Süßen.
    Die große hatte uns gleich umarmt hielt aber Claudia ganz fest an der Hand. Das Gepäck mit Spielzeug und anderen Sachen stellte sie auf den Boden und gab Claudia ein Zeichen, dass wir Mama und Papa seien. Nun das war sehr schwer und die Tränen liefen mir und ich herzte meine Beiden, dasse es denen schon zu viel war. Die Kleine konnten wir dann sofort mit einer Puppe gewinnen und Silvia die sehr zurück haltend war mit Kaugummi. Ja es war ein schrecklich, schöner Tag. Wir hatten natürlich in der Wohnung alles schön für die Beiden vorgerichtet, allerdings wollte die Claudia erstmal in Silvias Zimmer mit schlafen, verständlich.
    Ja und nun ging der normale Wessialltag los,die Kinder im Kindergarten, Schule. Mein Mann und ich arbeiten. Wir sind ja ohne allem hier gestrandet und mußten sehen wie es nun voran geht. Den Tag werde ich nie vergessen, als die Kinder ankamen. Heut sind sie selbst schon Eltern und die zeit verging so schnell.Ich liebe alle meine Kinder, deshalb muß ich auch Dirk weitersuchen, denn wir gehören alle zusammen.

  • Wir sehen uns morgen im MDR//17.03.2011

    Schöllkrippen 057
    Morgen Freitag,den 18.03.2011 sehen wir uns beim MDR um 16 Uhr. Die Sendung heißt "Hier ab Vier".
    Es war ja gestern harte Arbeit für mich, es wurde von 10 Uhr bis 16 Uhr gedreht und interwievt. Abends dann war ich so geschafft, dass nicht mehr viel ging als Beine hoch.
    Nun es ist ja wieder eine Möglichkeit um die Sache Dirk/Roberto darzustellen.
    Vielleicht sieht ja Roberto auch die Sendung.
    Euch einen wunderschönen Tag und bis morgen im Fernsehen.Heidi

  • Stasi auch 2011 ein Thema//17.03.2011

    Liz-LanaEin für Dirk gespendetes Bild

    Immer wieder werde ich auch solche Informationen weitergeben, weil es so ist das die Stasi noch tätig ist und gewiß nicht in unserem Sinne. Sie blockieren Anträge von Opfern oder treffen Entscheidungen die ein Versorgungsamt in den alten Bundesländern nie treffen würde. Die den Opfern zustehende Würdigung wird von vielen Ämtern in den neuen Bundesländern falsch betrieben. Obgleich es nur nach gesetzlichen Reglungen zugehen sollte.
    Selbst habe ich mal eine Entscheidung von der Staatsanwaltschaft erhalten die nach alten ostdeutschen Geschreibe war. Jeder der sich das Schreiben anschaute las den Stil heraus. So würde hier niemand schreiben. Euch einen schönen Tag von Heidi

    Bismark. Wer meinte, dass das Thema Staatssicherheit und ihre Folgen im Jahr 2011 ad acta gelegt worden sei, sah sich gestern getäuscht. Beim Sprechtag der sachsen-anhaltinischen Stasi-Unterlagen-Behörde herrschte großer Andrang. Und Referent Dr. Wolfgang Laßleben, der auch stellvertretender Landesbeauftragter ist – diese Position ist seit dem vergangenen Jahr vakant – konnte den Eindruck auch mit Zahlen bestätigen. „Es gibt ganz und gar keinen Rückgang zu verzeichnen“, sagte er. Von Thomas Pusch

    Rund 60 Personen hatten sich zur Sprechstunden-Halbzeit bei ihm und den beiden besonders für die Diktaturfolgenberatung ausgebildeten Sozialarbeitern von der Caritas, Klaus Blaser und Hans-Peter Schulze, im Verwaltungsgebäude eingefunden. Der größte Teil davon hatte den Wunsch Einsicht in seine Stasi-Unterlagen zu nehmen. Andere wiederum stellten Fragen zur Rehabilitierung. Etwa weil sie im Gefängnis gesessen hatten oder unter beruflichen Beeinträchtigungen litten, die nun wiederum zu Einbußen bei der Rente führen.

    Eine Veränderung hat er aber durchaus beim Alter der Anfragenden festgestellt. „Die werden jünger, sind jetzt meist um die 50“, so Dr. Laßleben. Insgesamt wurden in der Außenstelle Magdeburg im vergangenen Jahr 5500 Anträge bearbeitet, in ganz Deutschland seien es rund 100 000 Anträge jährlich. Dies seien recht konstante Zahlen.. Nur weniger als ein Drittel der Antragsteller sei nicht erfasst. Das zeige, dass die Menschen schon ein sehr gutes Gespür hätten, ob sie beobachtet wurden oder nicht.

    Nach der Antragstellung durchlaufen die Angaben zunächst eine Datei. Nach etwa einem halben Jahr kann festgestellt werden, ob eine Karteikarte geführt wurde. Gibt es darauf dann den Hinweis auf eine Akte, muss weiter gesucht werden. „Das hat nicht immer Erfolg, denn viele Akten wurden ja gleich 1989 vernichtet“, gab der Referent zu bedenken. Ist die Akte dann aufgetaucht, muss sie nach Hinweisen auf Dritte durchsucht werden, die geschwärzt werden. Hauptamtliche oder informelle Mitarbeiter der Staatssicherheit werden genannt. IMs allerdings zunächst nur mit ihrem Decknamen. Bis zu 85 Blatt werden als Kopien verschickt oder die Akte kann in der Magdeburger Außenstelle eingesehen werden. Bis dahin dauert es laut Dr. Laßleben ungefähr zwei Jahre. Wer dann noch die Klarnamen der Spitzel wissen will, muss sich noch ein weiteres halbes Jahr gedulden. Insgesamt bis zu zweieinhalb Jahre. Dr. Laßleben ist froh, dass sich so viele nicht von der Wartezeit abschreicken lassen.

    Wenn es nach dem Willen des neuen Leiters der Bundesbehörde geht, soll das auch so bleiben. Dr. Laßleben war bei der Amtseinführung von Roland Jahn, dem Nachfolger von Marianne Birthler, der Montag seine Ernennungsurkunde überreicht bekam. „Er will auch die nachfolgenden Generationen für das Thema sensibilisieren“, gab er einen Einblick in dessen Antrittsrede. Außerdem will sich Jahn den möglicherweise 50 ehemaligen Stasi-Mitarbeitern widmen, die bei der Behörde beschäftigt sind. „Die Beschäftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeitern bei der Stasi-Unterlagenbehörde ist unerträglich“, hatte er gesagt. Jeder Stasi-Mitarbeiter bei der Behörde sei ein Schlag ins Gesicht der Opfer.

    http://www.az-online.de/nachrichten/landkreis-stendal/stendal/stasi-auch-2011-thema-1162630.html

  • Heut war das Fernsehen zum Dreh bei mir//16.03.2011

    Fernsehen 16.03.2011 022

    Heut war das Fernsehen bei mir und hat über Dirk/Roberto gedreht und Interviews mit mir gemacht. Es war wieder sehr spannend,aufregend und lange.
    Morgen werde ich erfahren wo und wann Ihr die Sendung sehen könnt.

    Durch die Sichtung der Bilder ist mir wieder klar geworden, wie ähnlich Dirk mit Roberto aussieht. Auch mit Silvia und meinem Exmann die Vergleiche sind nicht übersehbar.

    Also dann bis morgen, da werde ich mehr wissen.

  • Neuerliche Stasi-Überprüfung dreier Brandenburger Polizisten//15.03.2011

    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 011

    Wo sind die Stasis alle, war meine Frage immer wieder. Die kann man doch in keinen Karton packen und das System liegt sauber. Wer 40 Jahre eine Diktatur hatte, wird viel zu verbergen gehabt haben und noch verbergen. Ich muss mich immer wieder an ein Gespräch mit einem Fotografen erinnern, er hat mir erzählt dass er bei einem verstorbenen ehemaligen Polizei/Stasimann, Aktenberge gefunden haben. Er hat nach der Wende überall seine eigenen Unterlagen aus verschiedenen Behörden geholt und diese in Umzugskartons in seinem keller gelagert haben. Diese Erzählung brachte meine Annahme immer näher, die haben sich abgesichert und nochmals gelogen und betrogen. Diese Saubermänner- und Frauen.Die Beamten die mich im Zuchthaus Bautzen II bewacht haben,
    sind entweder in Rente oder von anderen rechtsstaatlichen Gefängnissen übernommen worden, dass hatte mich vor einigen Jahren umgehauen, da hat sich mein verstecktes Trauma verstärkt und ist Herr über mich geworden. Heidi

    Potsdam (dapd-lbg). Das Brandenburger Innenministerium will den Leiter der Cottbuser Polizeiwache erneut auf seine frühere Arbeit für das DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) überprüfen lassen. Auch für zwei weitere Schutzbereichs- oder Wachenleiter in Brandenburg, die im Verdacht stünden, über ihre Stasikontakte bisher nicht vollständig und wahrheitsgemäß Angaben gemacht zu haben, werde eine Anfrage an die Stasi-Unterlagenbehörde gerichtet, sagte Staatssekretär Rudolf Zeeb der "Lausitzer Rundschau" (Montagausgabe).

    Hintergrund sind Berichte über den Cottbuser Wachenleiter, der als "Untersuchungsführer" für die Stasi in Strafverfahren tätig gewesen seien soll. Das war dem Innenministerium bekannt.

    Nach intensiver juristischer Prüfung sei man zu der Auffassung gekommen, dass Wachen- und Schutzbereichsleiter zu dem Personenkreis gehören, für die das Stasi-Unterlagengesetz auch heute noch eine Anfrage bei der Aktenbehörde zulasse, sagte Zeeb. Das Ministerium beschäftigt sich den Angaben zufolge auch erneut mit dem Leiter eines Regionalkommissariates in der Lausitz, der im Verdacht stehe, eine langjährige Spitzeltätigkeit als IM verschwiegen zu haben.

    http://nachrichten.t-online.de/neuerliche-stasi-ueberpruefung-dreier-brandenburger-polizisten/id_44962190/index?news

  • Was die Stasi in ihrem Folter-U-Boot trieb//14.03.2011

    Heut kann man nicht an dem Gau in Japan vorbei, ohne an die vielen Menschen die schon durch die Flutwelle und das Erdbeben geschädigt oder getötet wurden. Es ist ein Bild des Grauens und dann noch die Atomkraftwerke, die langsam den Obergau ausmachen. Trotz eigener vieler kleiner und großer Sorgen, sollte man an diese Menschen denken und gedenken. Sie sind die Verlierer der profigierigen Unternehmen, die dann auch alles Schlimme runter spielen.Hoffentlich macht man sich in Deutschland nicht nur der Wahlen wegen, Gedanken über den Atomausstieg und legt die AKW's still. Euch allen eine schöne Woche und haltet ruhig mal inne und denkt an die Opfer in japan. Heidi

    Vor 60 Jahren übergab der sowjetische Geheimdienst das Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen an das Ministerium für Staatssicherheit.

    Die Schönheitsreparatur fällt bescheiden aus: Ein neuer Innenfarbanstrich und ein paar zusätzliche Regale für Waschutensilien auf den Gängen müssen reichen – schon ist das Gebäude in der Genslerstraße 66 wieder bezugsfertig. Mehr ist nicht nötig nach Ansicht der neuen Nutzer; hier hält sich ohnehin niemand freiwillig auf. Denn hinter der Adresse im Berliner Bezirk Hohenschönhausen verbirgt sich kein Wohnhaus, sondern ein Gefängnis. Genauer: das bisherige zentrale Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Geheimdienstes in der DDR. Vor 60 Jahren, im März 1951, übernimmt das kurz vorher gegründete Ministerium für Staatssicherheit das Areal und die dortigen Gebäude.

    Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen: Uniformierte Mitarbeiter der MfS-Abteilung XIV nahmen die Häftlinge in Empfang. Nach den Verhören brachte das Wachpersonal den Gefangenen in seine Zelle zurück. Wie das mustergültig ablaufen sollte, wird auf diesem Foto aus einem Stasi-internen Schulungsmaterial aus den 1960er-Jahren gezeigt.

    Die Zellentüren hatten aufgemalte Nummern, in der Mitte eine Durchreiche für das Essen und einen Türspion. Viele Häftlinge erinnern sich an Psychofolter, die Wärter durch lautes Klappern mit den Schlüsseln begingen.

    Durch die Türspione waren die Häftlinge einer ständigen Beobachtung ausgesetzt, auch beim Schlafen und selbst beim Benutzen der Toilette. Beim Öffnen mussten die Häftlinge von der Zellentür zurücktreten und sich mit ihrer Gefangenennummer melden.

    In speziellen Hofgangzellen durften die Häftlinge bis zu 30 Minuten täglich frische Luft schnappen. Meist mussten sie den Hofgang zellenweise absolvieren, durften dabei aber weder reden noch singen.

    Im Schulungsmaterial des MfS findet sich auch dieses Foto, auf dem der Stasi, der den Häftling darstellt, plötzlich eine Waffe in der Hand hält. Offenbar wurde hier der richtige Umgang mit einem bewaffneten Insassen geübt.

    Das Wachpersonal in Hohenschönhausen war gewöhnlich mit Pistolen und Schnellfeuergewehren bewaffnet. Sie sollten nicht nur im Gefängnis für Ruhe sorgen, sondern es auch gegen mögliche Angriffe von außen schützen.

    Überwachung war das wichtigste Prinzip in Stasi-Haftanstalten. Dieses Foto eines "Regiepultes" stammt aus der Stasi-Haftanstalt Demmlerplatz in Schwerin.

    Hier wurden zentral alle Abläufe des Gefängnisses gesteuert, Schlüssel und Dienstbücher aufbewahrt sowie der Kontakt nach außen kontrolliert. Mit dem Wechsel der Betreiber ändern sich die Methoden zunächst nicht, mit denen die Insassen drangsaliert werden. Das zeigt der Fall Fritz Sperling. Er war seit 1931 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes gewesen und noch vor Hitlers Machtübernahme der KPD beigetreten. Sperling saß in der Nazi-Zeit im KZ, konnte aber doch noch emigrieren und kehrte 1945 nach Deutschland zurück, wo er als Landesvorsitzender die wieder gegründete KPD in Bayern leitete. Als er sich 1951 im Regierungskrankenhaus der DDR wegen Spätfolgen seiner KZ-Haft behandelt wurde, fiel er bei der SED-Spitze in Ungnade, wurde verhaftet und nach Hohenschönhausen gebracht.

    Sie schlugen ihn mit einem Stahllineal

    Hier versuchten sowjetische und deutsche Geheimdienstoffiziere ihn zu zwingen, sich und andere zu belasten. Sie traten gegen seine Schienbeine, schlugen mit Fäusten auf seinen Kopf ein, prügelten ihn mit einem Stahllineal und hieben stundenlang auf sein schwaches Herz. Drei Jahre saß Sperling in Hohenschönhausen, bis ihn das Oberste Gericht der DDR als „Kriegsverbrecher, Faschist und Agent“ wegen „Verbrechen gegen den Frieden“ zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilte.

    Zwar wurde er 1956 begnadigt, allerdings nicht rehabilitiert. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes musste er umgehend ins Krankenhaus. Verzweifelt und ohne Erfolg kämpfte er um Wiedergutmachung und um die Bestrafung der Verantwortlichen für die Folter in der Haft. Mit nur 46 Jahren starb Fritz Sperling 1958.

    Die sowjetische Besatzungsmacht hatte ihr zentrales Untersuchungsgefängnis für Deutschland bereits 1946/47 in Hohenschönhausen eingerichtet. Dafür wurde eine ehemalige Großküche der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt umgebaut. Häftlinge mussten im Keller einen Trakt mit 68 fensterlosen, bunkerartigen Zellen errichten. Diesen Trakt nannten sie das „U-Boot”.

    Die Zellen besaßen, mit Kübel, Holzpritsche, Matratze und Decke ausgestattet, lediglich eine minimale Ausstattung. Nach der Gründung der DDR 1949 reduzierte der sowjetische Besatzungsapparat sein Personal nach und nach; davon waren auch Einheiten des Innenministeriums und der Geheimpolizei in Hohenschönhausen betroffen.

    Die Russen zogen nach Karlshorst

    Lediglich das Untersuchungsgefängnis und die dazu gehörige Ermittlungsabteilung verblieben im Sperrgebiet der Genslerstraße. Sie waren direkt dem Bevollmächtigten der sowjetischen Staatssicherheit unterstellt. Doch schließlich beschloss Moskau den kompletten Rückzug aus Hohenschönhausen. Deshalb wurden Anfang 1951 die verbliebenen Untersuchungsgefangenen des „U-Bootes“ in ein früheres Krankenhaus in Berlin-Karlshorst gebracht. Kurz darauf wurde das gesamte Sperrgebiet von der Sowjetischen Kontrollkommission offiziell an die ostdeutsche Regierung übergeben – als letztes sowjetisches Gefängnis in der DDR.

    Das Ministerium für Staatssicherheit, das gerade ein gutes Jahr zuvor offiziell gegründet worden war, übernahm das Sperrgebiet. Das Kellergefängnis wurde fortan als zentrale Untersuchungshaftanstalt genutzt. Bereits im April 1951 wurden aus dem bisherigen MfS-Gefängnis in Berlin-Mitte Häftlinge hierher gebracht. Bald kamen Streikführer des Aufstandes vom 17. Juni 1953 hinzu, außerdem kritische Reformkommunisten und in Ungnade gefallene Politiker. Selbst vor Entführung schreckte die Stasi nicht zurück. Dutzende SED-Kritiker wurden aus West-Berlin entführt und nach Hohenschönhausen gebracht, beispielsweise der Jurist Walter Linse, der von Gangstern auf offener Straße überwältigt und verschleppt worden war.

    Gewalt wurde durch psychologische Folter ersetzt

    Ende der 1950er-Jahre wurde das alte Kellergefängnis als zentrale Untersuchungshaftanstalt von einem neuen Gebäude abgelöst. Dieses Gebäude mussten Häftlinge im hinteren Teil des Geländes errichten. Seit dem Mauerbau wurden hier vor allem Menschen festgehalten, die aus der DDR hatten fliehen wollen. Die physische Gewalt der Anfangsjahre war inzwischen durch psychologische Folter ersetzt worden: Die Gefangenen wurden bewusst über den Ort ihrer Haft im Unklaren gelassen; ihnen wurde das Gefühl gegeben, einem allmächtigen Staat ausgeliefert zu sein. Sie waren völlig von der Außenwelt abgeschnitten und meist von anderen Mitgefangenen gänzlich isoliert. Um sie zu belastenden Aussagen zu bewegen, wurden die Gefangenen durch gut ausgebildete Vernehmer monatelang verhört – selbstverständlich ohne Anwälte an ihrer Seite.

    Bis zum Ende der SED-Diktatur blieb Hohenschönhausen die zentrale Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheitsdienst. Erst nach Vollzug der Deutschen Einheit wurde der Komplex geschlossen – der letzte Häftling war übrigens Erich Mielke, der langjährige Stasi-Chef. Allerdings setzte sein Verteidiger Anfang Oktober 1990 durch, dass sein Mandant ins West-Berliner Untersuchungsgefängnis Moabit verlegt wurde – wegen der schlechten Haftbedingungen in Hohenschönhausen

    Die Unterlagen der Untersuchungshaftanstalt wurden seit Ende 1990 bis 2005 im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Justiz in der Justizvollzugsanstalt Tegel aufbewahrt. Nach dem Ablauf der vorgesehenen Aufbewahrungsfristen übernahm das Landesarchiv die Unterlagen; inzwischen sind sie erschlossen. Das Material umfasst Dienst- und Tätigkeitsbücher, Bau- und Projektunterlagen sowie einzelne Haftakten ehemaliger DDR-Funktionsträger aus den Jahren 1956 bis 1990. Die Bauunterlagen sind, sofern sie nicht Personen betreffen, schon gegenwärtig zugänglich; alle anderen Akten unterliegen dem Datenschutz und dürfen frühestens ab 2021 benutzt und ausgewertet werden.

    Die frühere Untersuchungshaftanstalt ist seit 1994 eine Gedenkstätte. Ehemalige Häftlinge führen durch die beiden Gebäudekomplexe. Ab 2012 wird es auch ein große Dauerausstellung über den Haftort Hohenschönhausen und das System politischer Verfolgung in der DDR geben; bis dahin sind neben den Originalräumlichkeiten mehrere kleinere Spezialausstellungen zu sehen.

    Obwohl die große Präsentation noch nicht fertig ist, verzeichnet die Stiftung Hohenschönhausen seit Jahren einen rasanten Anstieg bei den Besucherzahlen; im vergangenen Jahr kamen 332.000 Menschen in die vor 20 Jahren stillgelegte Haftanstalt, eine Steigerung von mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Gründung der Gedenkstätte haben mehr als zwei Millionen Menschen das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes besucht. Nicht mehr vorgesehen sind Schönheitsreparaturen: Das Gefängnis soll so erhalten bleiben, wie es 1990 bei seiner Schließung aussah.

    http://www.welt.de/kultur/history/article12732533/Was-die-Stasi-in-ihrem-Folter-U-Boot-trieb.html

  • Heut vor 32 Jahren//10.03.2011

    Dirk m.Böckchengesicht
    Dirk im Urlaub im Harz 1979, kurz vor seinem Verschwinden

    Das heutige Datum weckt in mir schlechte Erinnerungen, denn heut vor 32 Jahren ist Dirk spurlos verschwunden.Ein Tag eigentlich wie jeder andere, aber für mich eben nicht.
    Alle Vorwürfe, wie hätte ich mehr aufgepasst oder hätte ich die beiden Kinder nicht da am zugefrohrenen Bach spielen lassen, kommen wieder sehr nah. Auch das Paar was mit dem Moskwitsch-Auto auf dem Parkplatz waren, gehen mir nicht aus den Kopf. Warum kamen die nicht wieder als die Höle geöffnet wurde, wenn sie doch vor hatten wie wir die Höle zu besichtigen?
    Eventuell waren sie beauftragt den Dirk in der Höle zu entführen, damit man später behaupten kann er ist da verschwunden. All solche Fragen tun sich wieder auf. Es ist ein hoch und runter der Gedanken und ich finde keine Ruhe. Auch die Zeit im Zuchthaus kommt immer wieder so nah und macht Angst. Soviele Stasifeinde die irgendwo einem das Leben schwer machen können sind ja immer noch nicht aus den Ämtern gehebelt worden. Nein die machen ja munter mit Feiern und Lieder singend weiter. Wer steht denn heut für die vielen Opfer, wer hilft denen, wenn wir uns nicht selbst helfen. Es gibt zu wenige Psychologen, die helfen können diese Thematik zu verarbeiten.
    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 009
    Meine Zelle in Bautzen II, jetzt Gedenkstätte

    Na jetzt hab ich Euch gewaltig mit meinen Problemchen genervt. Also trotzallem ich mach weiter und suche meinen Sohn Dirk.

  • NVA-Verklärung mit DDR-Hits und Manöver//09.03.2011

    Was soll ich noch dazu sagen, es macht mich immer wieder sprachlos, wie frech diese Gruppen auftreten und wie sie die Opfern mit "Ohrfeigen" versehen. Das sowas überhaupt noch zugelassen wird. Naziauftritte werden doch auch verboten. Es darf werder Kommunismus noch Nazizeiten bei uns je wieder geben und da müssen wir was tun. Heidi
    SED-Opfer_protestieren_-_Bild_kurz_vor_linksextremem_Angriff_aufgenommen
    Auch wir Opfer können demonstrieren aber friedlich und ohne Hintergedanken.Heidi

    In Berlin haben sich Hunderte ehemalige Stasi- und Armeefunktionäre in Vereinen organisiert

    Andreas Kopietz

    Sie strotzen vor Selbstbewusstsein und glauben, dass sie die Welt vor dem großen Krieg gerettet hätten: Jener Teil Berlins, der einst Hauptstadt der DDR war, erlebt die Wiederkehr der Alt-Kader von NVA, Grenztruppen und Staatssicherheit.

    Vereine, die das Erbe der DDR pflegen, gibt es schon seit Jahren. Doch einer rückte jetzt besonders ins Blickfeld. Am vergangenen Sonnabend trafen sich hunderte NVA-Offiziere in der Cafeteria des Tierparks Friedrichsfelde, um den 55. Jahrestag der Gründung der Nationalen Volksarmee zu feiern. Man schwelgte in Erinnerungen, der frühere Armeegeneral und Verteidigungsminister Heinz Keßler wurde von Autogrammjägern umlagert. Einige Gäste kamen in Paradeuniform. Die Tierpark-Geschäftsführung erteilte danach dem Café-Betreiber eine Abmahnung, der Verband der Kommunismus-Opfer empörte sich.

    Im Ostteil Berlins gibt es eine ganze Reihe von Organisationen mit mehreren hundert Mitgliedern, die sich um SED-Funktionäre und Stasi-Bedienstete kümmern: zum Beispiel die "Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde", die "Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung" oder das "Insiderkomitee zur Förderung der kritischen Aneignung der Geschichte des MfS". Alle sind sie als eingetragene Vereine organisiert.

    So auch der "Traditionsverband Nationale Volksarmee", der zum 55. Jubiläum in den Tierpark geladen hatte. Der Verein mit Sitz in Lichtenberg ist eine von mehreren Organisationen, in der sich ehemalige Grenzer, NVA-Angehörige und Fallschirmjäger organisiert haben. Mittlerweile gibt es auch einen eigenen Soldatensender im Internet, der DDR-Hits spielt.

    Auch Manöverspielchen werden organisiert. Im September trafen sich bei Demmin mehr als 100 ehemalige Fallschirmspringer und Grenzer zum Manöver "Septembersturm". Vereine, die alte NVA-Technik pflegen, ließen Schützenpanzer, W50- und Tatra-Lkw auffahren. In der altvertrauten "Einstrich-Keinstrich"-Felddienstuniform trat man an in Reih' und Glied. Ein "Unteroffizier vom Dienst" (UvD) blies die Trillerpfeife zum Essenfassen. Ein weiteres Manöver ist dieses Jahr irgendwo in Brandenburg geplant. Auf der Internetseite des Traditionsverbandes ist zu lesen, wie harmonisch im Felde alter Zeiten gedacht wurde. Aufgeführt sind auch die Unterstützer des Vereins - unter anderem der außer Dienst gestellte Generaloberst Horst Stechbarth oder auch Siegmund Jähn, früher einmal Generalmajor und Kosmonaut.

    Über die Zahl seiner Mitglieder macht der Verein keine Angaben - schon gar nicht gegenüber Medien des Klassenfeindes. Präsidiumsmitglied Jörn Döhlert sieht sich vor allem seit Sonnabend einer üblen Pressekampagne ausgesetzt. "Wir konzentrieren uns auf Friedensforschung und Traditionspflege", sagt er. "Wir wollen, dass Soldaten wie Soldaten behandelt werden, die sich für den Frieden eingesetzt haben." Denn nach seiner Logik hat die NVA für das Kräftegleichgewicht im Kalten Krieg gesorgt - eben den Weltkrieg verhindert. Der einstige Major der Grenztruppen betreibt außerdem noch eine Internetseite, auf der aus seiner Sicht der Sinn der Grenztruppen erklärt wird.

    Mit einem Verbot müssen NVA- und Stasi-Vereine nicht rechnen. Laut Verfassungsschutz sind sie nicht umstürzlerisch, Innensenator Ehrhart Körting (SPD) lässt sie auch nicht beobachten. "Es gibt leider kaum rechtliche Handhabe, diesen Leuten Grenzen zu setzen", so der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe. "Die aktive Verklärung des Kommunismus sollte verboten werden, so wie es in den meisten ehemals kommunistischen Staaten der Fall ist. Doch ich habe nicht den Eindruck, dass die Politik das anpacken will."

    CDU-Generalsekretär Bernd Krömer spricht von einer "widerlichen Karnevalsparade" im Tierpark, die zeige, was unter Rot-Rot alles möglich sei. "Während im Tierpark sozialistisches Historientheater aufgeführt wird, schaffen es die Berliner Schulen nicht, unseren Kindern ausreichend Wissen um Mauer und Schießbefehl zu vermitteln."

    Die Feier im Tierpark war im übrigen nicht der einzige Veteranen-Treff. Am Sonntag kamen in Mitte ältere Herrschaften zum 65. Geburtstag der FDJ zusammen.

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0309/berlin/0019/index.html

  • Tierpark zieht Konsequenzen aus "NVA-Feier"//08.03.2011

    Das begrüße ich sehr, denn nach wie vor können wir Opfer solch Feiern nicht unterstützen.
    Es gibt keine NVA mehr und demzufolge keine Feiern.Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 003

    Wie berichtet, hatten sich rund 100 NVA-Offiziere am Sonnabend in der Cafeteria des Tierparks getroffen, um den Jahrestag der NVA-Gründung am 1. März 1955 zu feiern. Darunter war auch der ehemalige DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler.

    Sowohl der private Pächter der Cafeteria als auch ein Mitarbeiter des Tierparks Berlin erhielten am Montag eine Abmahnung. Der Mitarbeiter hatte von dem Treffen gewusst, die Geschäftsführung aber nicht entsprechend informiert, heißt es in einer Mitteilung der Geschäftsführung des Zoologischen Gartens und des Tierparks. "Hätten wir im Vorfeld von dieser Veranstaltung gewusst, hätten wir diesen Aufmarsch von Ewiggestrigen verhindert", sagte Gabriele Thöne, kaufmännischer Vorstand der Zoologischer Garten Berlin AG und Geschäftsführerin der Tierpark Berlin GmbH.

    Die Räume der Cafeteria wurden offenbar vom NVA-Traditionsverband angemietet. Dieser hatte beim privaten Pächter auch Speisen und Getränke bestellt. Aus Anlass der Feier, so berichteten Augenzeugen, soll das Rednerpult mit DDR-Fahnen geschmückt gewesen sein. Einige Teilnehmer waren in ihren ausgemusterten Uniformen bei der Feier erschienen.

    Nach Aussagen von Gabriele Thöne stehen Zoo und Tierpark allen offen. Platz für "Systemträger von Diktaturen, Verfassungsfeinde und extreme Gruppen" gebe es aber auf keinen Fall. In den kommenden Tagen würden entsprechende Anweisungen in Zoo und Tierpark herausgegeben. Auch die Pächter und Betreiber der gastronomischen Einrichtungen sollen informiert werden. "Für den Fall der Missachtung dieser Anweisung behalten wir uns juristische Schritte bis hin zur Kündigung von Verträgen vor", so Thöne.

    Nach Bekanntwerden der Feier hatten Mitglieder des Abgeordnetenhauses und von Betroffenenverbänden wie der Vereinigung der Verfolgten des Stalinismus scharfe Kritik geüb

    http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1568250/Tierpark-zieht-Konsequenzen-aus-NVA-Feier.html

  • Aufmarsch einer Geistertruppe - Empörung über NVA-Feier im Tierpark//07.03.2011

    Eine Unverschämtheit und eine Demütigung der Stasiopfer. Es ist als ob die SS aufmarschiert.
    Pfui Teufel, wie können die nur. Hört was die Opfer zu sagen haben, dass ist wichtig.
    Diese Truppe gibt es nicht mehr gottseidank, da kann es auch keine feiern geben.
    Denkt alle mal was da früher geschehen ist. Die vielen Mauertoten- und Maueropfer.
    Eine schöne Woche.SED-Opfer_protestieren_-_Bild_kurz_vor_linksextremem_Angriff_aufgenommen Heidi

    Aufmarsch einer Geistertruppe - Empörung über NVA-Feier im Tierpark

    100 Veteranen der DDR-Truppe marschierten am Samstag in Uniform zum Armeejubiläum im Tierpark auf. Landespolitiker distanzieren sich von dem DDR-Gedenkfest, die SPD fordert Konsequenzen.

    Es war wie der Aufmarsch einer Geistertruppe: Etwa 100 einstige Offiziere der Nationalen Volksarmee (NVA), allen voran Ex-DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler, feierten am Sonnabend im Tierpark Friedrichsfelde den 55. Jahrestag der NVA-Gründung. Manche kamen in ihrer steingrauen Uniform in die Tierpark-Cafeteria, wo die Party stieg – alles original, vom Knobelbecher bis zum silbergeflochtenen Schulterstück. Am Nachmittag folgte ein weiteres DDR-Gedenkfest: Frühere Mitglieder der Freien Deutschen Jugend (FDJ) trafen sich zu deren „65. Geburtstag“ im privaten Vietnam-Center an der Leipziger Straße. Parteienvertreter und der Verband der Opfer des Stalinismus reagierten mit Empörung.

    Die Tierpark-Cafeteria wird von einem privaten Pächter betrieben. Offenbar hatte der NVA-Traditionsverband dort Räume gemietet und ein Catering bestellt. Das Rednerpult war dem Vernehmen nach mit DDR-Fahnen geschmückt, als der heute 91-Jährige frühere NVA-Chef Keßler zu den roten Veteranen sprach. Offiziell galt das Fest als „geschlossene Gesellschaft“. Ordner sorgten dafür, dass man nicht gestört wurde.

    Die Leitung von Zoo und Tierpark verurteilten das Treffen gestern scharf. „Hätten wir davon gewusst, dann hätten wir diesen Aufmarsch von Ewiggestrigen verhindert“, sagte Gabriele Thöne, kaufmännischer Vorstand der Zoologischer Garten Berlin AG und Geschäftsführerin der Tierpark Berlin GmbH, am Sonntag. Der Cafeteria-Betreiber wie auch ein Tierpark-Mitarbeiter, der von dem Treffen gewusst, die Geschäftsführung aber nicht informiert habe, erhalten eine Abmahnung, kündigte sie an. Grundsätzlich stünden Zoo und Tierpark jedermann offen, auf keinen Fall gebe es aber Platz für Systemträger von Diktaturen oder gar Verfassungsfeinde. Es werde eine entsprechende Anweisung geben, im Falle einer Missachtung behalte sie sich juristische Schritte bis hin zur Kündigung von Verträgen vor.

    Landespolitiker zeigten sich am Sonntag erstaunt darüber, dass die Veteranentruppe sich ungehindert auf einem öffentlich geförderten Terrain wie dem Tierparkgelände treffen konnte. „Man könnte es für einen obskuren Karnevalsbeitrag halten, aber wir müssen das ernst nehmen“, sagte der Verfassungsschutzexperte der SPD, Tom Schreiber. Der Tierpark erhalte Landesgelder. „Die Verantwortlichen müssen ein klares Signal setzen und den Cafeteria-Pächter abmahnen.“ Auch die Linkspartei distanzierte sich am Sonntag am Rande ihrer Klausurtagung entschieden von den NVA-Veteranen. „Diese Gruppierung hat keinerlei politische Relevanz in unserer Partei“, sagte Landeschef Klaus Lederer. Und Ramona Pop, Fraktionschefin der Grünen, wunderte sich über das „mangelhafte politische Feingefühl“ im Tierpark.

    „Es kann doch nicht sein, dass der Tierpark seine Tore für Systemträger einer Diktatur öffnet“, sagte der Vize-Bundesvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Stalinismus (VOS), Ronald Lässig. Zugleich forderte er, Uniformen und Symbole der DDR müssten in der Öffentlichkeit ebenso verboten sein wie nationalsozialistische Relikte. „Es geht doch darum, ein Bewusstsein für die Gefahren von Diktaturen zu schaffen“, sagte Lässig.

    Die NVA ist laut dem Justiziar der Polizei, Oliver Tölle, keine verbotene Organisation. Ihre Uniform zu tragen, sei deshalb keine strafbare Handlung. Da die NVA nicht mehr als Armee existiere, begingen die Uniformträger auch keine Amtsanmaßung. Nazikennzeichen sind hingegen als Symbole einer verbotenen Organisation strafgesetzlich untersagt.

    Ex-Angehörige der NVA, FDJ und Stasi unterhalten ein enges Netzwerk und treffen sich regelmäßig, um in Erinnerungen zu schwelgen. Beliebt sind Besuche auf alten Übungsgeländen wie dem einstigen Führungsbunker Harnekop bei Strausberg. Auch beim traditionellen Gedenken für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Friedrichsfelde Anfang Januar mobilisierte der „Traditionsverband Nationale Volksarmee“ – für „Treffen mit Armeegeneral a.D. Heinz Keßler“.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/empoerung-ueber-nva-feier-im-tierpark/3921350.html

  • Frisierte Akten, viel Vertrauen: Wie die Stasi in die Polizei kam//07.03.2011

    GESCHICHTE: Grenzfälle

    Frisierte Akten, viel Vertrauen: Wie die Stasi in die Polizei kam

    POTSDAM - Aus seiner Verwunderung machte Innenminister Dietmar Woidke (SPD) keinen Hehl, als er am Donnerstag über die jüngsten Stasi-Enthüllungen bei der Polizei sprach. „Mitunter bin ich etwas überrascht, wie Leute hier Anfang der 1990er Jahre eingestellt worden sind“, sagte er. Es war bekannt geworden, dass der Leiter der Polizeiwache Cottbus hauptamtlicher Mitarbeiter im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gewesen sein soll.

    Bei der Übernahme in den Landesdienst mussten die angehenden Beamten 1991 in Personalbögen Auskunft über etwaige MfS-Verstrickungen geben. Und sie wurden darüber belehrt, dass Täuschungsversuche zur Aberkennung des Beamtenstatus führen würden. Beim Cottbuser Wachenleiter ist das jedoch offenbar nicht der Fall.

    Der Mann soll seine hauptamtliche Mitarbeit von 1981 bis 1990 bei der MfS-Bezirksbehörde Cottbus nach der Wende eingeräumt haben. Eine Kündigung, wie sie für den wenige Tage zuvor als Stasi-Mitarbeiter enttarnten ehemaligen Cottbuser Polizeisprecher gerade vom Innenministerium vorbereitet wird, gilt daher als unwahrscheinlich. In einer Anhörung soll aber geklärt werden, ob der Cottbuser Wachenleiter 1990 wichtige Details seiner Vita verschwiegen hat.

    Doch warum wurde ein ehemaliger Vernehmer der Stasi überhaupt in den Polizeidienst des Landes übernommen? Wie konnte er eine Führungsposition einnehmen?

    Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Forschungsprojekt der Universität Potsdam, das unter dem damaligen Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) 2009 in Auftrag gegeben wurde. Auch damals sorgten Enthüllungen über ehemalige Stasi-Leute im Polizeidienst für Schlagzeilen. Das Ministerium gab daraufhin für 200 000 Euro die Untersuchung zur „MfS-Personalüberprüfung der Polizei des Landes Brandenburg von 1990 bis 1999“ in Auftrag. Das Ergebnis soll im nächsten Jahr vorliegen.

    Der Historiker Burghard Ciesla, der die Studie durchführt, betont, dass es nicht um Einzelfallprüfungen geht. Vielmehr will er beleuchten, anhand welcher Kriterien damals die Runden Tische und später die „Bischofskonferenz“ über die Übernahme in die Polizei entschieden haben, wie mit Grenzfällen und Täuschungsversuchen umgegangen wurde. Auch die Verflechtungen zwischen Volkspolizei und der Staatssicherheit interessieren Ciesla.

    Nach der Wende wurden 242 frühere hauptamtliche und 1238 inoffizielle Stasi-Mitarbeiter im Polizeidienst des Landes festgestellt und rund 600 entlassen. Die Überprüfung der Eignung der neuen Volkspolizisten mit MfS-Hintergrund oblag den Runden Tischen. Dass heute immer wieder Stasi-Fälle für Aufsehen sorgen, dass seinerzeit selbst Führungsposten mit ehemaligen hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt wurden, überrascht den Historiker nicht. „Jene, die damals die Überprüfungen durchgeführt haben, mussten selbst erst lernen, was Stasi und Volkspolizei bedeuteten. Es war für die Menschen Neuland“, sagt er.

    1991 schlug die Stunde der „Bischofskonferenz“. Das Gremium aus Kirchen- und Gewerkschaftsvertretern entschied über die Übernahme von Volkspolizisten mit Stasi-Vergangenheit in die Landespolizei. Dabei stützten sich die Prüfer auf Selbstauskünfte und auf die Personalakten der Volkspolizei – Akten, die zuvor frisiert werden konnten. Das Innenministerium folgte den Empfehlungen der Konferenz stets.

    Die unsichere Quellenlage sorgt heute für die unliebsame Überraschung des Innenministers. Der Historiker Burghard Ciesla ist sich sicher: Es wird nicht die letzte Überraschung gewesen sein. (Von Torsten Gellner)

    http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12029849/62249/Frisierte-Akten-viel-Vertrauen-Wie-die-Stasi-in.html

  • Heut hab ich keine Lust//06.03.2011

    Roberto,Böckchen,27.02.2011

    Gestern sendete mir eine Freundin aus Berlin ein Link mit dem Hinweis, die Augen zu schließen und zu genießen. Es war eine gute Idee von ihr, denn ich bin zurzeit sehr aufgewühlt.
    Nun bekam ich vor wenigen Minuten von einer anderen Freundin einen langen Brief wo sie über die Ähnlichkeit Roberto, mein Exmann und mir, beschreibt. Es ist auch mein Gedanke laufend.
    Ich vergleiche Fotos und die Videos mit seiner Mimik, ich bin überzeugt das er mein Sohn ist.
    Die Umstände wie er in diese Familie kam, werden wohl nie geklärt werden.
    Das heute nur kurz von mir. Bis bald Liebe Blogleser. Eure heidi

  • Folter in der DDR//03.03.2011

    Wie die DDR ihre Foltermethoden änderte

    Eine Studie zeichnet das Schicksal politischer Häftlinge in der DDR nach: Die Ersten wurden körperlich gequält, die Letzten psychisch gefoltert.

    Buch ist weit mehr als ein verdienstvolles Sachbuch. Das ist es freilich auch. Es vermittelt die Ergebnisse von Untersuchungen am Kolleg für Geschlechterforschung der Universität Duisburg-Essen über die vor allem gesundheitliche, aber auch soziale Situation von Menschen, die auf dem Gebiet der Sowjetzone und dann der DDR in politische Haft gekommen waren.

    Das DDR-Regime brachte zwischen 1956 und 1989 überwiegend politische Gegner der SED-Führungsspitze im Gefängnis Bautzen II unter.

    Foto: Reto Klar Doch auch Westdeutsche, die wegen Spionage oder Fluchthilfe belangt wurden, fanden sich in Bautzen II wieder. Hier eine Draufsicht auf den Gebäudekomplex.

    Foto: Reto Klar Die Zellen der Inhaftierten: Zu ihnen gehörten außerdem auch ehemalige Mitglieder des DDR-Herrschaftsapparates, die in seinem Sinn straffällig geworden waren.

    Foto: Reto Klar Durchschnittlich waren täglich 150 bis 180 Gefangene in Bautzen II eingesperrt.

    Foto: Reto Klar Anfangs folterte der Staat die Menschen überwiegend körperlich, ...

    Foto: Reto Klar ... in den späteren Jahren bevorzugte das DDR-Regime verschiedenste Methoden der psychologischen Folter.

    Foto: Reto Klar Im Gefängnis gab es für Gefangene "Verbotene Zonen". Während der Montagsdemonstrationen stellten die Menschen draußen, die Freiheit für das ganze Land forderten, für die Menschen drinnen, vor dem Gefängnis Kerzen auf.

    Foto: Reto Klar Nach dem Ende der DDR wurde das Gefängnis Bautzen II 1992 geschlossen. Danach wurde es durch das Engagement ehemaliger Häftlinge zu einer Gedenkstätte umfunktioniert.

    Es geht also um Haftfolgeschäden und den sachgerechten Umgang mit ihnen. Das ist zum einen natürlich ein medizinisches Problem, zum anderen aber auch eines der Gesellschaft, weil Renten und sonstige Leistungen davon abhängen

    Politische Häftlinge gehören zu den Widerständigen

    Eine zusätzliche Schwierigkeit ist die, dass posttraumatische Verletzungen erst seit einiger Zeit als auf die belastenden Erlebnisse zurückführbar anerkannt werden. Bei Opfern von NS-Lagern oder bei Vietnamkrieg-Teilnehmern hat sich die Berücksichtigung schon lange zurückliegender Traumata bereits durchgesetzt; bei Opfern von Sowjet- und DDR-Justiz ist das erst teilweise der Fall, zudem im Allgemeinen in materiell unzulänglicher Weise und oftmals in unangemessen restriktiver oder gar kenntnisloser Anwendung der gesetzlichen Regelungen.

    Die Mauer und das geteilte Deutschland

    Mit Recht wird in der Studie davon ausgegangen, dass die wiedergewonnene Einheit Deutschlands in erster Linie auf den Widerstand der DDR-Bevölkerung zurückzuführen ist. Zu diesen Widerständigen gehören auch die politischen Häftlinge, auch und gerade dann, wenn die Taten, deretwegen sie verurteilt wurden, von ihnen gar nicht begangen waren oder in zivilisierten Staaten nicht strafwürdig sind; so etwa der Versuch, den Staat zu verlassen, eine angeblich asoziale Lebensführung oder kritische Äußerungen über die herrschende Politik.

    Gerade die Tatsache, dass das überhaupt und zudem mit unverhältnismäßig harten Strafen verfolgt wurde, dass also das Wesen dieser Staatsform in Repression bestand, macht die Verurteilten auch dann zu Widerständigen, wenn sie selbst Widerstand gar nicht beabsichtigt hatten.

    Wie Stalin eine Epoche prägte

    Schilderungen von Häftlingen fließen ins Buch ein

    So verdienstvoll und hoffentlich auch so wirkungsvoll der wissenschaftliche Teil des Buches mit seinen Daten, Tabellen und Schaubildern ist, sein Wert beruht auch darauf, dass den Lesern die Sachverhalte, um die es geht, in sehr konkreter und, selten genug, in sehr lesbarer Weise nahegebracht werden.

    Das geschieht zunächst dadurch, dass zwei Expertinnen ausgiebig Auskunft über ihre Erfahrungen in der Beratung und Behandlung ehemaliger Häftlinge geben: die langjährige Leiterin der Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg, Annegret Stephan, und die Ärztin Ruth Ebbinghaus, die an der Abteilung für Sozialpsychiatrie der FU Berlin tätig war.

    Der zweite, umfangreichste Teil unterfüttert diese plastischen Schilderungen durch die meist in Ichform, gelegentlich durch Zwischenbemerkungen unterbrochenen Berichte von Häftlingen selbst, in einigen Fällen auch von Angehörigen.

    Von der körperlichen zur psychischen Folter

    Diese Berichte sind zeitlich geordnet, machen also eine Entwicklung anschaulich. So wurde etwa die körperliche Folter später teilweise durch die psychische Folter abgelöst, von der allerdings glaubhaft gesagt wird, dass sie von den Opfern oft schwerer verkraftet wurde als physische Quälereien

    Sie sind auch schwerer nachzuweisen. Auch sonst wird höchst differenziert vorgegangen. Das gesamte soziale und rechtliche Spektrum vor der Haft kommt zur Sprache, das – angebliche – Delikt, die Untersuchungs- und dann die Strafhaft – auch in den besonders brutalen Jugendwerkhöfen –, die Auswirkungen auf die Gesundheit, das weitere Ergehen nach der Entlassung in die DDR oder in die Bundesrepublik, Art und Ausmaß der Berücksichtigung der Haftfolgen durch die Institutionen des deutschen Sozialstaates.

    Eindrucksvoll ist, dass die Fragen ohne jede Erwartungshaltung gestellt werden, und dass infolgedessen die Antworten ganz verschieden und ohne jedes Schema ganz nach der individuellen Situation gegeben werden.

    Autorin des Buches war selbst inhaftiert

    Die gesellschaftliche Stellung der Häftlinge entspricht übrigens ziemlich genau der, die bei den Teilnehmern der friedlichen Revolution des Herbstes 1989 festzustellen ist: In den allermeisten Fällen Durchschnittsbürger und keine Intellektuellen – von den Befragten waren "mehr als die Hälfte Arbeiter, Handwerker oder Putzfrauen."

    Dabei ist zu beachten, dass das Fehlen einer qualifizierten Ausbildung in der Regel gerade daran lag, dass der sozialistische Staat eine solche Ausbildung verhindert hatte.

    Die Autorin des Buches kommt aus der Studentenbewegung West-Berlins, erlebte den Einmarsch des Warschauer Paktes 1968 in die Tschechoslowakei, beteiligte sich am dortigen Widerstand und war von 1969 bis 1971 in Prag inhaftiert.

    Erich Honecker und der Untergang der DDR

    Sie weiß also, mit wem sie es jeweils zu tun hat, und deshalb kommt ihren Stellungnahmen besonderes Gewicht zu; auch bei der zentralen Frage, die das wiedervereinigte Deutschland erröten machen müsste, "warum diejenigen, die die deutsche Einheit erkämpft haben, zu Menschen wurden, denen es heute besonders schlecht geht."

    Sibylle Plogstedt: Knastmauke. Das Schicksal von politischen Häftlingen der DDR nach der deutschen Wiedervereinigung. Psychosozial-Verlag, Gießen. 472 S., 32,90 Euro.

    http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article12541543/Wie-die-DDR-ihre-Foltermethoden-aenderte.html

  • Heut kam Post aus Chile//02.03.2011

    Roberto/Dirk??? Honecker,4,04.02.2011 Honecker enkel roberto oder Dirk??

    Roberto-Ausstellung,17.02.2011 Roberto

    Dirk-Roberto2,01.03.2011 Dirk und Roberto, ein Gesicht.

    Nun hat mir die Deutsche Botschaft aus Chile geantwortet auf meine Anfrage und die Bitte um Hilfe. Leider können Sie nichts für mich tun, da Roberto/Dirk ein erwachsener Mensch ist und allein entscheiden kann ob er seine DNA zur Verfügung stellt.

    Sehr lieb haben sie geschrieben und auch ihre Anteilnahme ausgesprochen.
    Es war mir ja eigentlich klar, dass sie nicht helfen können, aber ich muss alles versuchen.

    Meine nächsten Aktionen werden sein den Petitionsausschuß zu informieren und Anzeige zu erstatten, damit es auch so weitergeht.

    Viele Menschen haben sich bei mir gemeldet und die Ähnlichkeiten bestätigt und mein Gefühl gestärkt. Ich muß Roberto/Dirk Zeit lassen, obgleich ich es doch wissen muss um zur Ruhe zu kommen.
    Diese für mich angespannte Situation, trägt natürlich auch Folgen gesundheitlicher Art.
    Ich fühle mich kraftlos und müde, also wenn nicht jeden Tag was drin steht im Blog, dann liege ich eben mal lang.

    Ansonsten wünsche ich Euch allen eine noch schöne Woche. Heidi

  • Wir brauchen Eure Hilfe//01.03.2011

    Es wäre schön wenn Ihr uns helfen könnt, für die Suche nach Dirk sind soviele Gelder notwendig, die wir aus eigenen Mitteln nicht aufbringen können.
    Wir senden Euch nochmals den Überweisungsträger:Überweisung2,27.01.2011 15;03;30

    Wir danke für jede Spende, die bei uns eingeht.

    Heidi und Helfer

  • Geheimdienst-Verstrickung//01.03.2011

    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 008

    Mir als Opfer wird schlecht wenn ich die Zeilen unten lese.Welchen Schaden dies Leute anrichten konnten und dies fast 20 Jahre lang ist garnicht auszudenken. Gerade auch in meinem Fall mit Dirk können soviel Akten oder Aktenmaterial verschwunden sein. Dadurch kann bei vielen nicht nachgewiesen werden was die Lumpen damlas mit einem gemacht haben.
    Ihr eignen Schweinereien konnten sie vertuschen oder beseitigen und hochsensibles Material verschwinden lassen, oder wie in der Ostdeutschen Fälscherwerkstätten Sachen gefälscht in die Akten einbringen. Der Ruf nach Gerechtigkeit und Aufarbeitung bekommt einen Sinn der Sinnlosigkeit.Hört denn das Leid mit der Stasi nie auf? Wir Opfer sind enttäuscht wenn wir solches erfahren. In 20 Jahren kann viel passiert sein in der Unterlagenbehörde, was auch Schaden gebracht hat.Heidi

    Uwe Müller| 07:46

    Birthler-Behörde protegierte einen Stasi-Leutnant

    Peter Schmidt schaffte es vom Wachmann zum IT-Chef des Stasi-Archivs. Beim Aufstieg half ihm sein Studium an Mielkes Kaderschmiede.

    Die Birthler-Behörde beschäftigt noch immer 53 ehemalige Stasi-Mitarbeiter. Diese Zahl hat die Unterlagenbehörde jetzt mitgeteilt. Zuvor hatte „Welt Online“ über eine Verstrickung des Vorsitzenden des Hauptpersonalrates berichtet: Lutz Penesch ist vom Amt zurückgetreten, nachdem zerrissene Stasi-Papiere zu seiner Person rekonstruiert werden konnten. In einer Mitteilung über den Rücktritt wurde der kompromittierende Fund verschwiegen. Penesch musste sogar von Personalratskollegen zum Mandatsverzicht gedrängt werden.

    Die Geheimniskrämerei in dem brisanten Fall und die starke Durchsetzung der Behörde mit Ex-Stasi-Leuten haben in der Koalition für Unmut gesorgt. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Reiner Deutschmann sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“: „Für mich ist es ein Schlag ins Gesicht der Opfer, wenn in der Behörde Täter sitzen.“ CDU-Fraktionsvize Arnold Vaatz erklärte: „In dieser Behörde ist der Geist der DDR-Bürokratie konserviert. Das haben weder Marianne Birthler noch Joachim Gauck zur Kenntnis nehmen wollen.“

    Geheimniskrämerei um Stasi-Fälle in der Behörde

    Birthler, die Mitte März von dem ehemaligen Bürgerrechtler Roland Jahn abgelöst wird, wehrt sich. Dass Angehörige des SED-Geheimdienstes in der Aufklärungsbehörde Unterschlupf gefunden hätten, könne nicht ihr angelastet werden. Das Personal habe ihr Vorgänger Gauck eingestellt: „Da hatte ich keine Wahl.“ Allerdings hat die Behördenchefin die Stasi-Fälle im eigenen Haus zunächst wie eine geheime Staatsaffäre behandelt. Als diese Zeitung 2006 die hohe Zahl der Mitarbeiter mit Stasi-Biografie enthüllte, versprach Birthler, „einen Einsatz der belasteten Personen in den besonders sensiblen Bereichen der Behörde zu vermeiden“.

    Die Stasi-Unterlagen-Behörde in acht Daten

    Gründung

    Mit der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 wurde die Behörde gegründet.

    Joachim Gauck, Marianne Birthler und Roland Jahn

    Sie wurde von Joachim Gauck aufgebaut und wird seit dem Jahr 2000 von Marianne Birthler geleitet. Deren Amtszeit endet Mitte März, zu ihrem Nachfolger wurde der Journalist Roland Jahn gewählt.

    Auftrag

    Die BStU hat den Auftrag, die Öffentlichkeit über Struktur, Methoden und Wirkungsweise des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zu unterrichten.

    Archiv

    Insgesamt sind mittlerweile 111 Kilometer Akten des ehemaligen DDR-Geheimdienstes archiviert. Knapp 42,7 Kilometer Material wie Berichte von Inoffiziellen Mitarbeitern und Abhörprotokolle lagern allein im Berliner Archiv der Zentralstelle.

    Hinzu kommen 1,44 Millionen Fotos und Dias, 31.300 Tondokumente, 2.734 Filme und Videos sowie 15 500 Säcke zerrissenes Material (Papierschnipsel).

    Hauptsitz

    Die Behörde hat ihren Hauptsitz in Berlin und 13 Außenstellen mit eigenen Archiven in den ehemaligen Bezirkshauptstädten der DDR.

    Anträge

    Seit 1991 gingen 6.518.736 Anträge und Ersuchen bei der Behörde ein.

    Rechenschaft

    Alle zwei Jahre ist die BStU verpflichtet, gegenüber dem Bundestag Rechenschaft über ihre Arbeit abzulegen – zuletzt geschah dies im Jahr 2009.

    Wahl

    Die oder der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen wird auf Vorschlag der Bundesregierung vom Bundestag gewählt.

    Quelle: APD

    Offenbar folgten dieser Ankündigung wenig Taten. Das belegt die Karriere von Peter Schmidt. Der Ex-Stasi-Leutnant konnte in der Ära Birthler eine Schlüsselposition in Deutschlands teuerstem Archiv einnehmen. Schmidt, einst als Wachmann eingestellt, ist heute IT-Chef des Hauses. Als oberster Systemmanager verantwortet Schmidt alle elektronischen Lösungen – auch jene, die den Umgang mit den Stasi-Akten regeln. In seinen Aufgabenbereich fallen beispielsweise, Anwendungen zu entwickeln, um Stasi-Unterlagen aufzufinden. Die Stelle ist dem „Leitungsbüro“ der Behörde zugeordnet.

    Befördert wurde Schmidt schon vor zwei Jahren, doch die Öffentlichkeit erfuhr davon nichts. Ende vergangener Woche erklärte die Behörde noch, die Mitarbeiter mit Stasi-Hintergrund seien „hauptsächlich“ in untergeordneten Positionen eingesetzt. Dazu kämen „ein paar Techniker und ein Archivar“. Der Aufstieg von Schmidt widerlegt diese Darstellung. Und er bestätigt die Kritik an der Personalpolitik der Behörde.

    Studium an Fachhochschule für Stasi-Nachwuchs

    Peter Schmidt wurde im Oktober 1980 von der Stasi verpflichtet. Da war der Sachse, der eine Ausbildung zum Facharbeiter im RFT Fernmeldewerk Leipzig hinter sich hatte, 19 Jahre alt und bereits SED-Mitglied. Er fing in Ost-Berlin bei der Hauptabteilung Personenschutz (HA PS) an, einer Einheit mit rund 3600 hauptamtlichen Stasi-Angehörigen und gut 250 Inoffiziellen Mitarbeitern. Die HA PS war direkt Stasi-Minister Erich Mielke unterstellt. Dort durchlief der junge Genosse zunächst die obligatorische militärische Grundausbildung.

    Seinen Vorgesetzten fiel Schmidt durch seine Zielstrebigkeit auf. Ab 1985 durfte er ein dreijähriges Fernstudium an der JHF Potsdam aufnehmen: einer Fachhochschule speziell für die Nachwuchskräfte der Geheimpolizei. Dort wurden nur absolut zuverlässige und ideologisch gefestigte Kandidaten zugelassen, die sich „im Dienste der Organe des MfS“ bewährt hatten. Als dann in seiner Heimstadt Leipzig Zehntausende gegen das SED-Regime demonstrierten, war Schmidt schon sechs Mal befördert und mit etlichen Stasi-Auszeichnungen dekoriert worden. Der Familienvater bezog ein stattliches Jahresgehalt von 19.075 DDR-Mark.

    Stasileutnant wird einer der ersten Mitarbeiter der Gauck-Behörde

    Der Wechsel von der Diktatur zur Demokratie sollte seiner Karriere nicht schaden. Als Deutschland gerade einmal drei Monate vereinigt war, kam Schmidt als einer der ersten Mitarbeiter in die Gauck-Behörde. Allerdings musste er sich mit einem Job als Arbeiter im Haussicherungsdienst begnügen. Doch wieder wurde er gefördert und stieg zum Anwenderbetreuer für Datenverarbeitung auf. In dieser Funktion soll Schmidt angeblich gelegentlich die Computer von Birthler und ihrem Direktor gewartet haben – so berichten es Mitarbeiter der Behörde, die über die Protegierung des Ex-Stasi-Leutnants empört sind.

    Als Schmidt 2008 schließlich zum „Leiter IT-Architekturbüro“ aufrückte, half ihm ausgerechnet sein Studium an Mielkes Kaderschmiede – denn laut Ausschreibung gehörte eine „erfolgreich abgeschlossene Hochschulausbildung“ zum Anforderungsprofil. Wie wenig jedoch von seinem Abschluss zu halten ist, hat die Forschungsabteilung der Behörde in mehreren Publikationen untersucht. Offenbar sind diese Arbeiten aber nie in der Personalabteilung gelesen worden. Der Abgeordnete Deutschmann hofft jetzt auf die Zeit nach Birthler: „Ich traue dem designierten Behördenleiter Jahn zu, dass er diese Missstände angeht.“

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article12656999/Birthler-Behoerde-protegierte-einen-Stasi-Leutnant.html

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