Heut erhielt ich das Antwortschreiben von Frau Leuthäuser- Schnarrenberger
Und kann mich über das Geschriebene nur ärgern.
Es wurde auf mein Schreiben vom 30.11.2010 gar nicht eingegangen, vermutlich auch nicht gelesen, denn die Antwort war nicht auf das, worum ich gebeten habe. In keiner Art, den es ist kein Urteil darüber erfolgt, was mit der Sache Dirk Schiller zu tun hat.
Hier können wir wieder mal sehen wie weit unsere Politiker weg sind und wie sie uns Bürger abwimmeln.
Ein Politiker muss in der Lage sein auf die Fragen der Bürger auch richtig zu antworten.
Sie könnte den Hörer in die Hand nehmen und sich mit den Verantwortlichen abzustimmen, der kleine Dienstweg für eine Mutter die seit 31 Jahren ihren Sohn sucht.
Hier noch mal den Brief von mir und die Antwort von Frau L.- Schnarrenberger:
An Frau
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB
FDP
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Isenbüttel, den 30.11.2010
Sehr geehrte Frau Leutheusser-Schnarrenberger,
Meine Bitte an Sie, nehmen Sie sich bitte der unten beschriebenen Sache an.
Ich bin total verzweifelt und kann es bald nicht mehr ertragen, dass im Fall Dirk soviel
Mitspielt aber nichts für eine Lösung des Falles. Vielleicht können Sie ja eine Wideraufnahme im Fall Dirk Schiller erreichen.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit
Ihnen und Ihrem Team wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit.
Heiderose Stein
Vorab zum besseren Verständnis die Geschichte um den Vermissten
Dirk Schiller:
Ein Kind verschwindet spurlos unter mysteriösen Umständen
Der Fall Dirk Schiller
Die Spuren des kleinen Dirk enden vor fast einunddreißig Jahren auf einem verschneiten Feld. Am Morgen des 10.3.79 luden die Eltern auf dem Parkplatz einer Tropfsteinhöhle Heimkehle/Rottleberode/Ostharz (damals DDR-Gebiet) noch schnell die raren Gurken um, die sie in einem Laden ergattert hatten, während ihre beiden Kinder auf dem angrenzenden Feld an einem zugefrorenen Bach spielten.
Aber dann kam die sechsjährige Tochter allein zurück. Auf die erschrockene Frage der Eltern, wo ihr dreieinhalbjähriger Bruder Dirk sei, drehte sich das Mädchen erstaunt um und sagte: „Er war gerade noch hinter mir…“
Es war der vorletzte Tag des Familienurlaubs in einem Ferienheim, den die DDR-Behörden den Schillers für den Februar genehmigt und dann um einen Monat verschoben hatten – angeblich weil das Ferienheim im Januar geschlossen sei. Es war auch der einzige Augenblick in den zwei Urlaubswochen, in dem die Mutter ihren kleinen Sohn für zehn Minuten aus den Augen gelassen hatte, denn sie hatte schon zwei Kinder durch Krankheit verloren und war daher überängstlich, noch ein Kind zu verlieren. Auch hatte der kleine Dirk zwei offene Fontanellen (runde weiche Stellen am hinteren Oberkopf, an denen die Schädeldecke nicht zugewachsen ist). Diese beiden Öffnungen müssen heute noch ertastbar sein, der Befund lautet: Schädelknochendefekt am Hinterhaupt von 2 x 2 Fingerkuppen (Kalottendefekt am Übergang parieto-occipital)
Der kleine Junge, der Angst vor Brücken hatte, muss damals den anderen Weg zum Parkplatz über die Landstraße genommen haben. Die Eltern, die das ganze verschneite Feld absuchten, konnten keine Fußspuren feststellen, die zum Bach oder zum weiter entfernten Fluss geführt hätten. Auch war die Eisdecke des flachen Bachbetts, an dem die Kinder mit Stöcken in den Schnee gemalt hatten, ungebrochen.
Dirk war nicht ertrunken. Er war spurlos verschwunden.
Die gerufene Feuerwehr und Polizei machte sich die Mühe, die Spuren im Schnee zu suchen.
Durch den starken Schneesturm war dies aber nicht möglich. Stattdessen tauchte aus mysteriösen Gründen ein Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit auf und unterhielt sich mit den Kriminalbeamten, die auch kurz darauf die Suche beendeten. Was der Mann dort wollte, blieb bis auf den heutigen Tag ungeklärt, da es sich ja bei dem Verschwinden des Kindes aufgrund eines Unfalls oder einer Straftat um keine Angelegenheit handelte, in der die Staatssicherheitsbehörde ermitteln würde, was in der Bundesrepublik ungefähr mit dem Auftauchen eines BND-Mitarbeiters innerhalb von zwei Stunden nach Meldung eines vermissten Kindes vergleichbar wäre…
Auf dem Heimweg vom Urlaubsort nach Görlitz fiel der Mutter der fremde PKW wieder ein, den sie auf dem verlassenen Parkplatz der noch geschlossenen Tropfsteinhöhle (Heimkehle)wahrgenommen hatte. Nur wenige Minuten nach ihnen war ein dunkelblauer Wagen (Kennzeichen SF für Leipzig) auf dem Parkplatz eingebogen. Die beiden Insassen – ein Mann und eine Frau, Anfang bis Mitte Dreißig, in grauen Mänteln – waren ausgestiegen und zum Eingang der Höhle gegangen, die erst um zehn Uhr aufmachte. Dann waren sie wieder zum Wagen zurückgegangen, weggefahren und nicht wiedergekommen.
Diese beiden Fremden mussten auf ihrem Rückweg an dem kleinen blonden Jungen auf der Fahrstraße von der dem Höhlenparkplatz über die Flussbrücke, vorbeigefahren sein.
Zurück am Heimatort erstattete die verzweifelte Mutter mit Ihrem Mann noch einmal eine Vermisstenanzeige. Doch von der ermittelnden Kripo bekam sie nie mehr einen Bescheid. Auf ihre Beschwerden und Anfragen hin wurde ihr nur lapidar geschrieben, man sähe keinen Grund zu neuerlichen Ermittlungen. Der schwangeren Frau wurde wenige Monate nach Dirks Verschwinden von einem Kripobeamten nur geraten, sie solle Dirk für tot erklären lassen. Dazu bemerkte er: „Ach, Sie kriegen doch wieder ein neues Kind!“
Einige Monate später – im Sommer 1979 – wurde beiden Eltern von ihren jeweiligen Betrieben gleichzeitig mitgeteilt, dass sie am nächsten Tag zu Hause bleiben sollten, denn „morgen kommt einer aus Berlin, der euch über Dirk aufklären wird“. Tatsächlich hielt an dem Tag ein gelbes Fahrzeug (Wartburg) vor ihrem Haus. Auch dieser Fremde identifizierte sich durch seinen Ausweis als Mitarbeiter des Innenministeriums. Er legte die Akte Dirk auf den Tisch, blätterte kurz darin und sagte, die Polizei hätte „alles richtig gemacht“. Auf die Frage der Mutter hin erklärte er, die beiden Fremden, die zu dem Zeitpunkt, an dem Dirk verschwunden war, auf dem Parkplatz gesehen worden waren, seien ermittelt worden. „Aber die wollen nicht mit Ihnen sprechen. Sie haben selber drei Kinder, haben es also nicht nötig, ein Kind zu entführen. Außerdem sind sie nach Moskau geflogen.“
Seine seltsamen Bemerkungen ließen die Eltern stutzig werden. Warum sprach der Stasi-Mann plötzlich von „entführen“? Das Wort hatten sie selbst noch nie den Behörden gegenüber geäußert… Und warum wollten die einzigen Zeugen, die doch angeblich selbst Eltern von drei Kindern waren, mit den verzweifelten Eltern des kleinen Dirk nicht sprechen? Konnten echte Eltern wirklich so herzlos und ohne jedes Mitgefühl sein? Und was war der Grund für ihren Flug nach Moskau?
Die Fragen häuften sich, doch die Behörden der DDR gaben keine Antworten. Dafür fand die Mutter später heraus, dass die Angaben über das Verschwinden ihres Sohns in seiner Akte gefälscht worden waren. Angeblich war er erst 1983 in Ungarn verschollen – und nun plötzlich in Ungarn statt in der DDR, eben alles ganz harmlos und anders... Auch stellte sie später verwundert fest (nach Einsicht in die Ermittlungsakte aus Sangerhausen), dass die Ermittler erst Wochen später Fotos von dem verschneiten Feld gemacht hatten, auf dem Dirk im März 1979 verschwunden war. Nur ist es auf den Ermittlungsfotos nicht mehr verschneit, und der Bach ist nicht mehr zugefroren… Das interessanteste Detail, das die Mutter erst viel später erfuhr, war die Tatsache, dass ein eifriger DDR-Verwaltungsangestellter 1988 – zufällig kurz nach Erscheinen des Buchs Wo ist Dirk, Herr Honecker? in der BRD, das das mysteriöse Verschwinden ihres Sohns behandelt und zufällig auch noch schnell vor dem Mauerfall – die Löschung ihres Sohns aus den Meldedaten beantragte. Damit wäre Dirks Person für immer gelöscht worden – so als hätte er nie existiert und wäre demnach auch nie spurlos verschwunden. Überraschend ist dies vor allem deshalb, weil eine solche Personenlöschung auch in der DDR sonst nie versucht wurde.
Außer im Fall Dirk.
Zum verzweifelten schriftlichen Hilferuf der Mutter an Herrn Honecker fand sie später nur den lapidaren Aktenvermerk, ihre „Anfrage sei arrogant“. Als sie anfing, sich Hilfe suchend an das Deutsche Rote Kreuz, Amnesty International und andere Hilfsorgane im Westen zu wenden, griffen die DDR-Behörden recht schnell zu Maßnahmen gegen die unbequeme Mutter. Eines Tages fuhren zwei Wagen vor dem Kindergarten vor, an dem sie ihre Jüngste wegbrachte. Ihr Mann saß in einem der Autos. Er war schon verhaftet worden. Sie wurde mitgenommen. Man wolle sich nur mit ihr unterhalten, nein, von Haft sei keine Rede…
Die Mutter kam in Untersuchungshaft, ohne ihre Kinder noch einmal sehen zu dürfen. Der Vorwurf gegen sie lautete „die Sendung von Nachrichten, die der Geheimhaltung nicht unterliegen“ und dass sie „Kontakt mit dem westlichen Ausland aufgenommen hatte“. Für diese merkwürdigen Ausgeburten deutsch-demokratischer Strafgesetzparagraphen erhielt sie 4 ½ Jahre Haft im Gefängnis Bautzen II. Die wahren Gründe für ihre Inhaftierung waren wohl eher die unbequemen Fragen und Hilferufe einer Mutter, die ihr Kind suchte und der die vielen Ungereimtheiten auffielen, die das Verschwinden ihres Sohns nach sich zog.
Nach anderthalb Jahren Haft konnte sie 1984 von der BRD freigekauft werden. Bei ihrer Ausreise aus der DDR versuchte man noch schnell, sie dazu zu bringen, keinen Ausreiseantrag für ihren vermissten Sohn Dirk zu stellen. Warum? Wohl weil die Bundesrepublik fragen würde was mit dem Kind Dirk Schiller sei und wo er ist. Das hätte sicher peinliche Fragen aufgeworfen, die man anscheinend vermeiden wollte. Auch legte man ihr nahe, die Sache Dirk im Westen auf sich beruhen zu lassen, wenn sie ihre Kinder wieder sehen wollte. Die Kinder waren noch bei den Großeltern und in der DDR. Also ließ die Mutter die Sache Dirk auf sich ruhen – zwei Monate lang, bis ihre Kinder in den Westen nachgeschickt wurden.
Danach ging ihre Suche weiter. Doch die Akte Dirk wanderte die ganzen Jahre über nur über von einer Behörde zur anderen – was genauso ungewöhnlich und unerklärlich ist wie der ganze Fall Dirk.
Ein paar weitere ungewöhnliche Zufälle sind sicher auch die Schicksale der Staatsanwälte in der DDR, die die Akte Dirk anforderten und die heute nicht mehr leben. Eine Staatsanwältin, die ca. Mitte Vierzig war, als sie sich mit dem Fall befasste, verstarb überraschend. Ein Staatsanwalt in rüstigem Alter verstarb sechs Wochen, nachdem er die Akte Dirk angefordert hatte. Ein anderer Staatsanwalt starb nur wenige Wochen nach seiner Aktenanforderung. Und der Staatsanwalt, der sich zu DDR-Zeiten für die Aufklärung des Falls Dirk vorbildlich eingesetzt hatte, hat seine Einstellung gleich nach der Wende gewendet. Seitdem äußerte er sich öffentlich über die Eltern des vermissten Jungen so, dass sie wohl ein psychisches Problem hätten, weil sie ihr Kind immer noch suchen… Obwohl dieser Staatsanwalt noch am Leben und in seinem Beruf (im Westen) tätig ist, hielt er es nicht für nötig, einer Einladung der Opferverbände zu folgen, bei dem es um den Mord an einem DDR-Fußballer und andere Stasi-Skandale ging.
Dafür starb noch einer an einem mysteriösen Tod. Das war der Kollege von Dirks Vater, der sich nach dem Verschwinden des Kinds rührend um die Eltern kümmerte und sie tatkräftig mit Tipps und Hilfeleistungen unterstützte. In ihrer Stasi-Akte findet sich zur Überraschung der Mutter just dieser Kollege wieder – er war ein Stasi-Spitzel, der die Familie Schiller nach dem Verschwinden ihres Sohnes überwachte und ausspionierte, um sie später durch seine Aussage in Haft zu bringen.
Dieser Freund und Helfer wurde nach der Grenzöffnung tot in seinem Sessel aufgefunden. Die Todesursache bleibt ungeklärt.
Die vielleicht einzig logische Erklärung für das spurlose Verschwinden des kleinen Jungen, dessen Leiche nie gefunden wurde und der laut einem BRD-Ermittler nicht ertrunken sein kann, und vor allem die einzig logische Erklärung für die mysteriösen Umstände könnten die beiden offenen Fontanellen (runde weiche Stellen am hinteren Oberkopf, an denen die Schädeldecke nicht zugewachsen ist). Diese beiden Öffnungen müssen heute noch ertastbar sein, der Befund lautet: Schädelknochendefekt am Hinterhaupt von 2 x 2 Fingerkuppen (Kalottendefekt am Übergang parieto-occipital)
Kinder, die mit Fontanellen (Euromünzen-großen Weichstellen in der hinteren Schädeldecke, die nicht mehr zuwachsen) geboren werden, sind extrem selten – und ein Säugling, bei dem der Kinderarzt diese seltene Laune der Natur feststellt, wäre auch in der ehrgeizigen DDR-Forschung, die mit der des Westens unbedingt mithalten wollte, ein hochinteressantes Forschungsobjekt gewesen.
Dirks Mutter sucht noch heute nach ihrem Sohn und nach der Klärung dieses mysteriösen Falls.
In der Hoffnung, dass Sie helfen könnten die deutsche Staatsanwaltschaft zu einer Wiederaufnahme des Falles Dirk Schiller zu bewegen und vor allem, dass man nicht nach Altaktenlage entscheidet, sondern auch meinen Worten mal Gehör schenkt. Die alten Akten waren manipuliert und nicht vollständig und auch nicht mit den Informationen über die Insassen des Fahrzeuges belegt.
Heidi Stein (Mutter von Dirk Schiller)
„Das Konzept der Menschenwürde wurzelt im abendländisch, christlich, jüdischen Kulturkreis. Doch lassen sich diese Gedanken auch für Nichtchristen nachvollziehen. Für die Übertragbarkeit des Menschenrechtsgedankens ist es wesentlich, dass sich die Ideen auch in anderen Kulturkreisen finden und sich mit der Goldenen Regel umschreiben lassen: „Was Du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Dieser Maxime wird in Deutschland vielfach mit Hinweis auf den Kategorischen Imperativ des Philosophen Kant zitiert: „Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest“. Der Mensch darf niemals zum Objekt werden“. (Zitat)
Für meinen Sohn Dirk Schiller geboren am 13.06.1975,
möchte ich folgende Bitten an die Regierenden und Behörden stellen.
Mit diesen Bitten möchte ich Dirk’ s Kinder- und Menschenechte und die Rechte als deutsche Mitbürgerin und Mutter einfordern.
Mein Sohn wird seit dem 10.03.1979 vermisst, einige Ermittlungen in dem Fall sind, fadenscheinig, unklar und unwahr.
Im Folgenden werde ich die Bitten darstellen und dann definieren, diese Forderungen sollen auf dem Weg der Demokratie, demokratische Ermittlungen sein.
- Ich bitte um eine Neuaufnahme im Vermisstenfall Dirk Schiller
- Ich bitte, dass die Polizeibehörden im Fall Dirk so ermitteln wie es dem heutigen Ermittlungsstandart bei Vermisstenfällen entspricht
- Ich bitte für meinen Sohn Dirk Schiller, dass man sich nicht immer auf die Erst- und einzige Ermittlung bezieht, sondern auch die neuen Erkenntnisse aus den Stasi- und anderen Akten hinzuzieht
- Ich bitte die Behörden, auch die Leute die in den Akten als Mitarbeiter der Behörden und der ehemaligen Stasi, zu befragen unter welchen Umständen sie solch falsche Angaben gemacht haben
- Ich bitte, dass der Mann vom Innenministerium (Stasi bei uns im Sommer 1979 war) befragt wird, woher er über die Zeugen die an der Heimkehle waren (mit ihrem Moskwitsch) Bescheid wusste. Auch war er im Besitz einer Ermittlungsakte die er uns vorlegte, die aber nicht die aus Sangerhausen war
- Diese 2 Zeugen haben den „Tatort“ verlassen und kurze Zeit danach das Land DDR nach Russland verlassen
- Ich bitte unseren demokratischen Staat auf die Kinder- und Menschenrechtes meines Sohnes und mir zu berücksichtigen, was man in der DDR-Diktatur nicht gemacht hat
- Auch der Fall Felix Tschöck sollte mit berücksichtigt werden, weil es auch ein Vermisstenfall aus der DDR ist. Das Kind Felix verschwand in Dresden vor einem Warenhaus im Jahr 1984, auch da ist der Zusammenhang zu Russland gegeben
- Warum wurde der Fall Dirk „politisiert“, es handelt sich doch um einen Vermisstenfall
Eine Neuaufnahme ist nötig weil die Ermittlungsbehörde/Kriminalpolizei aus Sangerhausen,
vor Ort eine Einzelvernehmung von meinem damaligen Mann, meiner Tochter Silvia und mir vorgenommen hat. Nach Akteneineinsicht vor 3 Jahren musste ich aber feststellen, dass diese Protokolle so nicht richtig waren weil ich im Schockzustand alles unterschrieben habe.
Als Beispiel kann ich dazu nur benennen, dass ich das Protokoll von mir und Silvia nicht gelesen aber unterschrieben habe, der Name meiner Tochter war immer falsch geschrieben.
Meine Tochter wird Silvia geschrieben, nicht wie aus den Unterlagen hervorgeht „Sylvia“.
Dies wäre mir aufgefallen, wenn ich die Protokolle gelesen hätte.
Ich wollte denen nicht die Fragen beantworten: „ wie war das Verhältnis ihres Mannes und ihrer Tochter zu Dirk?“, mir war es wichtig das ich da raus kam um Dirk zu suchen.
Als nächstes habe ich die Bilder der Ermittler als falsch einzustufen, denn diese wurden erst Wochen später angefertigt, nicht aber am Tag des Verschwindens meines Sohnes.
Laut Polizeibericht und Wetterberichtes von damals war dies ein verschneiter mit Sturm begleiteter Tag, wo auch an Hand des Schneesturms keine Spurensicherung möglich war.
Bei der Suche nach Dirk war solch heftiger Schneesturm das man die Hand vor Augen nicht sah, dies ging dann den ganzen Tag so und es war kein Sonnenstrahl wie auf den Bildern, da.
Nun aber zeigen die von der Ermittlungsbehörde gemachten Bilder für den Tag Sonne erkennbar auf. Und die Umgebung war schon mit Schneeschmelze sichtbar und der Bach und der nahe gelegene Fluss war ohne einer Eisschicht und Schnee.
An dem Tag wo mein Sohn spurlos verschwand, waren heftige Schneestürme nach dem Dirk verschwunden war, der Bach an dem die Kinder spielten wurde von uns vorher kontrolliert und mit einer dicken Eisschicht versehen wo dann auch mindestens 10 Feuerwehrmänner draufstanden.
Im Folgenden wird in den Akten auch immer wieder erwähnt, dass mein Sohn in einen nahe gelegenen Fluss gefallen sei, die Flussbezeichnungen sind immer wieder andere, mal ist es die Thyra, mal ist es die Helme. Dieser Fluss Thyra war damals seitlich zugefroren so dass meine Tochter und mein damaliger Mann am Rand lang laufen konnten um Dirk auch da zu suchen.
Es war damals 1978/79 ein strenger Winter und in Niedersachsen und Schleswig Holstein, Katastrophe ausgerufen. Außerdem waren in den nächsten Orten wo dieser Fluss Thyra lang verläuft überall Wehre die alles Angeschwemmte aufgefangen haben. Auch hatte die Feuerwehr damals die nächsten Ortsfeuerwehren informiert, dass diese Gitter abgesucht wurden. Wenn Dirk in den Fluss Thyra gefallen wäre, hätte man ihn finden müssen.
Außerdem kam ein Stasibeamter aus Halle an den Ort des Verschwindens von Dirk, wieso?
Und wieso im Fall von Dirk, wenn es ein ganz normaler Vermisstenfall, mit der Option „Ertrinken“ war.
Als nächster sehr wichtiger Punkt ist zu erwähnen, dass mir auf unserer Heimfahrt nach Görlitz, eingefallen war: dass ein Auto auf dem Parkplatz vor der Höhle fuhr woraus ein Paar stieg welches zum Höhleneingang ging und von da wieder zurück kam und vom Parkplatz wieder wegfuhr und nicht mehr nach Öffnung der Höhle zurückkam.
In Görlitz haben wir dann diese Angaben der Kriminalpolizei mit der Bitte, diesen Hinweis das diese Leute Zeugen sein könnten die Dirk als Letzte gesehen haben, an die Ermittler in Sangerhausen mit den ersten Buchstaben des Fahrzeuges, weiterzugeben.
Nach meiner Einsicht in diese Ermittlungsakte habe ich aber keinen Hinweis gefunden der an die Polizei Sangerhausen weitergeleitet wurde, auch hat der Ermittler Herr Sackewitz später gesagt er habe nie einen Hinweis auf diese Zeugen bekommen. Hier ist die Frage „WARUM“.
Auch der damalige Staatsanwalt Dorsch hatte keinen Hinweis auf diese Zeugen erhalten, sonst hätte er ermittelt, sagte er mir in einem Gespräch gleich nach Grenzöffnung.
All meine Anträge um eine Wiederaufnahme des Vermisstenfalles Dirk Schillers verliefen erfolglos, da man die manipulierte unvollständige Ermittlungsakte zum Gegenstand nahm und da keine neuerlichen Erkenntnisse fand, als diese Falsch – und Fehldarstellungen.
Nach Ermittlungs- und Stasiakteneinsicht habe ich mich vergangenes Jahr noch mal mit meiner Anwältin an die Staatsanwaltschaft Magdeburg und die Generalanwaltschaft Naumburg gewandt. Sie ist eine sehr gute Anwältin die sich auch mit DDR-Recht auskennt und das Bundesverdienstkreuz am Bande in diesem Jahr verliehen bekommen hat. Es erfolgte von beiden Behörden eine Einstellung des Verfahrens. Man beachtete allerdings auch nicht die von uns recherchierten und in den Akten stehenden Angaben, es wird sich immer wieder auf das Erstprotokoll berufen, welches wie oben beschrieben so falsch und gefälscht war.
Auch haben wir eine eidesstattliche Erklärung meiner Tochter Silvia zu den Angaben des Vermistseins ihres Bruders Dirk Schiller nachträglich beigefügt, welches in keiner Weise beachtet wurde. Hier steht auch immer wieder die Frage, warum will man den Fall nicht neu ermitteln, wen deckt man hier, warum hat uns die DDR als Politische verfolgt obwohl wir unseren Sohn über humane Organisationen in der BRD gesucht haben nachdem die DDR uns nicht helfen wollte.
Meine Anwältin hat mir gesagt, dass auch sie nicht gegen die Altmachenschaften in den Amtsstuben der neuen Bundesländer ankommt, jedenfalls nicht nach Recht und Gesetz.
Wie ist das in der demokratischen Bundesrepublik möglich?
Ich kam aus einer Diktatur (DDR), die Menschen einsperrte die ein anderes Denken und Handeln hatten, die Menschen die den Staat über die Grenzen verlassen wollten hatte man abgeschossen wie Wild. Es wurde soviel Unrecht in dem Staat gegen die Menschen getan
Obgleich der Staat sich als „demokratisch“ darstellte.
Deshalb möchte ich für meinen Sohn Dirk Schiller, eine demokratische Aufklärung wie in einem Vermisstenfall entsprechend der Menschenwürde und Anerkennung aller Kinder- und Menschenrechte
In Deutschland
Warum hatte uns ein Mitarbeiter des Innenministerium (Stasi) zu Hause und persönlich aufgesucht und gesagt man habe alles getan um Dirk zu finden? Warum hatte er eine andere Ermittlungsakte als diese die mir jetzt vorliegt?
Warum konnte er sagen: die Zeugen des von mir angegebenen Autos (Moskwitsch) seien gefunden worden, wollen aber mit uns nicht sprechen, hätten selbst 3 Kinder und sind nach Russland geflogen. Außerdem hätten diese Zeugen es nicht nötig ein Kind zu entführen.
Wer hat den gesagt, ein Kind wurde entführt? Wir in der DDR damals lebend haben nie solch eine schwerwiegende Sache in Erwägung gezogen, so was gab es in der DDR nicht.
Es wurde zum Beispiel in den Akten gefunden, dass eine Löschungsanfrage von Görlitz nach Berlin ging. In dieser Anfrage wurde angefragt wie man den Datensatz von Dirk Schiller löschen kann, der angeblich 1983 bei einem Urlaub in Ungarn vermisst wurde. Dirk ist seit dem 10.03.1979 vermisst, 1983 waren wir im Zuchthaus Bautzen II (wegen der Suche nach unserem Sohn). Diese Anfrage erfolgte 1988, warum?
Der Beamte der diese Löschanfrage gestellt hatte konnte sich dann nach Grenzöffnung nicht mehr an die Sache so richtig erinnern, komisch.
Auch wurde von einem Stasioberst Ullmann der Hinweis gegeben, dass man über das Fahrzeug der eventuellen Zeugen keine Auskunft an die Polizei geben solle. In der Stasiakte waren diese Angaben geschwärzt und auch für meine Anwältin nicht zugänglich, auch nicht nach Ihrer Beschwerde an die Birthlerbehörde. Man wolle es von Berlin prüfen lassen. WARUM?
In einer ergänzenden Akte der Bundesbehörde für Stasiunterlagen hat meine Anwältin und ich eingesehen und folgenden Vermerk der sog. Koordinierungsgruppe, Abt. 5 der Stasi vom 09.03.1989 in Bezug auf die Identifizierung eines KFZ, das zum Tatzeitpunkt festgestellt wurde, u. a. folgendes:
„Der Überprüfungsgrund ist in dieser Form nicht gegenüber der VP zu benennen.
Bei möglicher Identifizierung sind keinerlei Maßnahmen einzuleiten. Fehlmeldung ist zu geben. Leiter der Abteilung Ullmann. Oberst“
Warum???? weiterlesen im Vorbericht (Petition)
Jetzt die Antwort von Frau L.- Schnarrenberger:
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB
Bundesministerin der Justiz
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. MdB • Platz der Republik 1 • 11011 Berlin
Frau
Heiderose Stein
Pappelweg 10
38550 Isenbüttel
Deutscher Bundestag
Platz der Republik
11011 Berlin
Büro: Unter den Linden 50/Zi 2.133
® (030) 2 27 - 7 51 62
a (030) 2 27 - 7 64 02
u sabine.leutheusser-schnarrenberger@bundestag.de
3www.leutheusser-schnarrenberger.de
Wahlkreis
Hauptstr. 23
82327 Tutzing
©(08158)6015
S (08158) 92 070
a sabine.leutheusser-schnarrenberger@wk.bundestag.de
Berlin, den 07. Dezember 2010
Sehr geehrte Frau Stein,
haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben vom 31. November 2010.
Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihnen in Ihrer Angelegenheit nicht
weiterhelfen kann. Als Bundesjustizministerin ist es mir unmöglich, ergangene Urteile
rückgängig zu machen, Empfehlungen an zuständige Richter zu geben oder
anderweitig Einfluss auf Rechtsprechung auszuüben. Aus guten Gründen, ist diese
strikte Trennung zwischen Justiz und Exekutive in unserer Verfassung festgelegt.
Ich bitte um Ihr Verständnis und verbleibe
mit freundlichen Grüßen