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Archiv der Einträge: Dezember, 2010
  • Jahresende 2010//30.12.2010

    Mein Jahresrückblick könnte ich auch in Bilder fassen, aber bei allen Unternehmungen habe ich nicht immer ein Fotoapperat dabei. Ihr habt mich das ganze Jahr im Blog begleitet und das ist gut, somit habt Ihr immer an den wichtigen Dingen teilhaben können und ich werde auch im nächsten Jahr weiterschreieben. Zur Zeit habe ich auch ehemalige DDR-Heimkinder die meine Hilfe brauchen und gegen das ehemalige Heimsystem in der DDR kämpfen.

    Heimkinder,30.12.2010

    Man muß sich mal überlegen und kann es garnicht nachvollziehen wie es denen ergangen ist.
    Es waren Kinder und Jugendliche die man kriminalisiert und eingesperrt hat.
    Als Kind konnte ich da so einiges mitbekommen, denn gegenüber von meinem Wohnhaus war ein staatliches Kinderheim und einige gingen mit mir zur Schule. Ich kann mich erinnern, dass
    das Mädchen immer Hunger hatte und die Wäsche nicht so sehr reinlich war.Selbst war ich nie hungrig und habe ihr meine Brote oder anderes abgegeben, oder sie eingeladen und Mamas Kuchen weggemacht. Sie hatte ihren Vater in Celle also im Westen und der konnte damals nichts für sie tun. (Kalter Krieg und Mauer) Eine andere Schulfreundin war im kirchlichen Kinderheim, sie war ein zierliches Mädchen und ihre Mutter konnte sie wohl nicht bei sich haben, warum weiß ich nicht, jedenfalls war sie dann als sie 18 wurde wieder bei ihrer Mutter. Auch sie kam öfter zu mir nach Hause und wir schlichen in die Vorratskammer meiner Mom und haben uns tolle Sachen gemacht. Die Obstkonserven waren immer schnell weg, aber auch ein einfaches Butterbrot war für die Mädchen schon toll. Über Mißhandlungen u.ä. kann ich nichts sagen, ich war nie in einem Heim drin, ich mußte immer vor der Tür bleiben und warten.
    Aber mein Anliegen an die Regierung ist in dem Fall, dass man Heimkinder die gelitten haben oder die gezüchtigt wurden und verschiedene andere Dinge passierten, zu rehabilitieren.
    Den auch sie waren eingesperrt und hatten kein Recht auf Freiheit.

    Was Dirk anbetrifft, geht es nächstes Jahr weiter und ich werde mich mühen den Tag der vermissten Kinder wieder zum Anlass nehmen um zu demonstrieren. Also wie gesagt ich halte Euch alle auf dem Laufenden und wünsche Euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Heidi

  • Historikerin zur Aufarbeitung der Geschichte von DDR-Heimkindern//28.12.2010

    Historikerin zur Aufarbeitung der Geschichte von DDR-Heimkindern

    Agnés Arp (37) ist eine aus Frankreich stammende Historikerin an der Universität Jena. Sie erforscht die heutige soziale Lage ehemaliger DDR-Heimkinder und den Einfluss der Heim-Erziehung in deren späteren Leben.

    500 frühere Heimkinder haben sich bisher beim Runden Tisch Heimerziehung gemeldet. Dabei geht es auch darum, die DDR-Heimkinder einzubeziehen. Hat Ihre Forschung dazu einen Bezug?

    Ja. Wir wollen in einem Forschungsprojekt herausfinden, in welcher sozialen Situation sich DDR-Heimkinder heute befinden. Beauftragt hat uns das Thüringer Sozialministerium.

    Wie gehen Sie vor?

    Unter der Leitung des Soziologen Prof. Michael Hofmann verfolgen wir drei Spuren. Zum einen starten wir eine Umfrage mit dem Ziel, herauszufinden, wie die Thüringer die einstigen Heimkinder wahrnehmen. Zum anderen führten wir gezielte Interviews mit Betroffenen. Wir wollen repräsentative Informationen über ihre Familien- und Lebenssituation, Gesundheit, Einkommen, Wohnsituation. Und drittens fragen wir einstige Erzieher, Leiter und weitere Beschäftigte dieser Heime.

    Was wollen Sie herausfinden?

    Wir wollen wissen, welche Beeinträchtigungen und Spätfolgen der Aufenthalt dieser Menschen als Kinder in Heimen, Spezialheimen und Jugendwerkhöfen mit sich gebracht hat. Sie konnten meist nur eine Teilfacharbeiterausbildung absolvieren und hatten damit später schlechte Berufschancen. Heimkind zu sein, schien zu DDR-Zeiten ein Stigma gewesen zu sein. Es existierten ja in Thüringen etwa 110 Heime. Wie waren dort die Lebensbedingungen? Wie viele Kinder lebten dort? Welche Erziehungsmethoden wurden angewendet? Welche Einweisungsgründe gab es? Das wollen wir erforschen.

    Greifen Sie nur auf die Aussagen der Menschen zurück? Das ist doch sehr subjektiv.

    Nein, eine andere Quelle dazu sind Archivmaterialien aus den Jahren 1949 bis 1990, als Pendant zu den Interviews. Denn Betroffene berichten etwa von persönlichen Erinnerungen an Gewalt und Willkür. Wir wollen herausfinden, ob das alles überall so stattfand, oder ob es Heime gab, wo das Leben der Kinder anders verlief. Wir suchen auch in Akten der Kreis-, Stadt- und Staatsarchive, der Jugendämter und Träger der Heime, wie etwa der Diakonie. Es ist bedrückend, dass die Betroffenen es oft sehr schwer haben, an diese Unterlagen zu kommen. Dabei brauchen sie diese für mögliche Rehabilitierungsverfahren.

    Wann begann Ihre Arbeit?

    Vor einem Monat. Und wir suchen auch noch Interviewpartner, die uns von ihren Heimerfahrungen berichten. Im Sommer wollen wir erste Ergebnisse vorlegen.

    Schwer dürfte es sein, einstige Erzieher und Lehrer zu finden, zu befragen...

    Das ist es auch. Es geht aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine Bestandsaufnahme, ohne einfach politische Schubladen aufzumachen.

    Haben andere neue Bundesländer ähnlich geforscht?

    Nein, das ist bundesweit die erste Bestandsaufnahme.

    Aber müsste man dies dann nicht auch vergleichen mit den Erfahrungen der einstigen West-Heimkinder?

    Ja, das sollte man, wenn möglich. Allerdings lehne ich jede Opferkonkurrenz ab, sondern man sollte beiden helfen, Ost-Heimkindern ebenso wie denen aus dem Westen.

    http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Historikerin-zur-Aufarbeitung-der-Geschichte-von-DDR-Heimkindern-2078145504

  • Frohe Weihnacht und ein gutes Neues Jahr//24.12.2010

    Weihnachten,2011.jpg,3

    Allen meinen lieben Bloglesern wünsche ich ein Frohes Fest. Heidi

    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 011
    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 009

    Im Jahr 1982 war ich Weihnachten in der Stasi-U-Haft Dresden, Bautzenerstrasse eingesperrt,
    kurz vor Weihnachten hat man mich meinen Kindern weggenommen und eingesperrt. Was solch negatives Erlebniss für meine Kinder und Eltern bedeutete, kann man kaum erahnen, es war ein Akt der Grausamkeit und alle waren hilflos diesem Zustand ausgeliefert. Ein Fest ohne seine Lieben war für mich immer undenkbar, seit meiner Kindheit und so wird es vielen Opfern ergangen sein, war man mit lieben Menschen zusammen. Nun wollte es aber die Stasi als nochmalige Schwei....., dass auch noch die Kinder und Großeltern bestraft wurden. Kein Kontakt und kein Weihnachtsbaum nur olle dicke kalte Wände. Strafe für mich, weil ich meinen Sohn der in der DDR vermisst wurde gesucht habe. Sippenhaft kam noch hinzu, weil die Verwandschaft auch bestraft wurde mit meiner Abwesenheit. Ich im Gefängnis mußten es ja verstehen, aber die Kinder waren dazu doch noch garnicht in der Lage. Man hat die Eltern aus ihrem geordneten Leben gerissen. Wo ist Mama jetzt sein mag, wie sollte das ein Kind begreifen. Das war von dem System menschenverachtlich und verantwortungslos. Wie mag es den Peinigern ergangen sein, die hatten doch auch Kinder. Ein Gewissen hatten die nicht und heut soll das alles vergessen sein?, es soll eine Aussöhnung mit den Tätern geben, nein ich seh das anderes, erst mal müssen die Täter die Opfer um Vergebung bitten und nicht wieder gegen die Opfer angehen. Fragen wir mal so, wieviele der Täter sitzen wieder auf einem von der Regierung geschützem Stuhl und haben die Macht die Opfer zu erniedrigen? Zuviel, ich kann nicht vergeben, dass was man mir und meinen Kindern und vielen anderen mehr angetan hat.
    Es macht mich krank, wenn ich höre und lese wie diese Menschen vom Staat verherrlicht werden.
    Wie die DDR in ein gutes Licht gerückt wird, dass ist eine große Lüge an und über die DDR-Vergangenheit.Laßt Euch nicht täuschen, die Täter sitzen zwischen und neben uns. Heidi

  • Babyräuber //23.12.2010

    Wahnsinn, nicht zu glauben. Ich bin entsetzt und denke auch die DDR hatte solche perfiden
    Praktiken. sie brauchten Devisen und das war wie Treibstoff für Verbrechen an der Menschlichkeit.Und das düstere Kapitel ist ja in Deutschland noch so gut wie totgeschwiegen.
    Wenige Menschen kämpfen um Gerechtigkeit im Zusammenhang mit Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR.

    Dirk m.Mütze Dirk im letzten Urlaub 1979 mit seiner Familie
    Dirk 002 Dirk wie er jetzt aussehen könnte ein Phantombild von 2009

    Deutsche Unternehmen wie Bayer und Mercedes Benz waren in die Zwangsadoptionen während der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 verwickelt
    Von Gaby Weber, Buenos Aires

    Die Angehörigen von Opfern der Militärdiktatur kämpfen seit Jahren für Gerechtigkeit. Die Menschenrechtsgruppe »Mütter der Plaza de Mayo« in Buenos Aires.
    Foto: AP
    Die Brutalität der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 kannte keine Grenzen. Eines ihrer perfidesten Kapitel ist sicherlich der Babyraub. Insgesamt 500 Kinder sollen in Folterzentren wie dem »Campo de Mayo« nahe Buenos Aires zur Welt gekommen sein, weil ihre Mütter dort gefangengehalten wurden. Ausgestattet mit neuen Papieren wurden diese Säuglinge kinderlosen Militärs oder anderen Sympathisanten der Diktatur übergeben. Die Mütter wurden ermordet.

    Eine dieser ermordeten Frauen war die Tochter von Elsa Pavón. Sie ist Mitbegründerin der »Großmütter der Plaza de Mayo«, die nicht nur ihre Töchter an die Generäle verloren haben, sondern auch ihre Enkel. Seit der Rückkehr zur Demokratie suchen sie nach ihnen.

    Pavón fand ihr Enkelkind Paula in der Familie des damaligen Sicherheitschefs von Mercedes Benz Argentina (MBA), Ruben Lavallén. Ein Gentest bewies bereits in den 80er Jahren, daß Lavallén nicht der leibliche Vater Paulas sein konnte, als den ihn die Geburtsurkunde auswies. Das ist aber nicht der einzige Fall, in den MBA verwickelt ist. Auch gegen die Familie des langjährigen Produktionschefs Juan Tasselkraut sind drei Verfahren anhängig. Die Richter haben bisher allerdings keine Anstalten gemacht, einen Gentest zum Abgleich seiner DNA mit der der drei Jungen anzuordnen.

    Die »Großmütter der Plaza de Mayo« haben herausgefunden, daß die geraubten Kinder in vielen Fällen von der katholischen »Christlichen Familienbewegung« (Movimiento Familiar Cristiano, MFC) weitergegeben wurden. Im ganzen Land führte diese Organisation Listen, in die sich Adoptionswillige eintragen konnten. Im »Campo de Mayo« war sogar eine Wöchnerinnenstation für die Schwangeren eingerichtet worden. Die Verhältnisse dort waren prekär, es mangelte an Geräten und Medikamenten. Was fehlte, ließen sich die Generäle durch Spenden finanzieren. Die sogenannnten Brutkästen im »Campo de Mayo« kamen von Mercedes Benz Argentinien.

    MBA war offenbar nicht der einzige deutsche Konzern, der in den Babyraub verstrickt war. Die ebenfalls während der Diktatur in Argentinien aktive Bayer AG aus Leverkusen sagte auf jW-Anfrage, daß sie »keine Spenden geleistet« habe, »soweit es nach rund 30 Jahren nachvollzogen werden kann«.

    Fakt ist jedoch, daß im Juni 1976, nur wenige Wochen nach dem Militärputsch, beim MFC ein Antrag von Lambert Courth einging. Er war zu diesem Zeitpunkt im oberen Management bei Bayer tätig, seit vier Jahren mit der Britin Susan verheiratet und kinderlos. Ein Attest über Sterilität lag bei. Am 28.Oktober desselben Jahres taucht in den MFC-Akten eine Frau auf, die angibt, Großmutter eines Babys zu sein, das sie mit sich führt. Das Neugeborene sei eine Frühgeburt, sieben Monate alt und gerade zwei Kilogramm schwer. Ihre Tochter könne das Baby nicht behalten und wolle es zur Adoption freigeben, so die Frau, die sich weigert, ihre Personalien anzugeben. Die MFC-Leiterin Delfina Linck gab dem Kind den Namen »Tomas« und leitete das Adoptionsverfahren ein. Wenig später wird »Tomas« der Familie Courth als Adoptivsohn übergeben.

    Warum der kleine Junge ausgerechnet zur Familie Courth gelangt ist, geht nicht aus den Akten hervor. Vielleicht hat Delfina Lincks Ehemann Jorge Luis nachgeholfen, der als Rechtsanwalt die Interessen von Lambert Courth vertrat? Für die argentinischen Ermittler ist jedenfalls klar, daß die Adoption nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Das belegt in ihren Augen schon der Umstand, daß die Courths keine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung hatten. Eine solche war damals jedoch Voraussetzung für Adoptionen. Wie die vom Jugendamt in einem Vermerk vom 16. Februar 1977 gewährte »Ausnahme« begründet wurde, steht nicht in den Unterlagen.

    Im Juni 1977 wollte sich die Sozialarbeiterin des Familiengerichtes davon überzeugen, daß es dem kleinen Tomas in seiner neuen Umgebung gut ging. Zu diesem Zeitpunkt war das Adop­tionsverfahren noch nicht abgeschlossen. Aber sie klingelte vergeblich an der Haustür der Courths. Nachbarn verrieten ihr, daß die Familie bereits nach Deutschland zurückgegangen sei. Wie sie ohne gültige Adoptionspapiere mit dem Baby das Land verlassen konnte, ist unklar. Eine Adoptionserlaubnis hätte spätestens jetzt nicht gegeben werden dürfen. Trotzdem urteilte im Dezember 1977 ein Richter positiv über die Adoption des kleinen Jungen, wie ein Schreiben ihres Rechtsanwalts Linck bestätigt.

    Die Firma Bayer verweigert genauere Angaben zu ihrem ehemaligen Manager. Die Adoption gehöre zum »Privatleben der Mitarbeiter«, und dazu äußere man sich »prinzipiell« nicht. Ein Antrag auf Zugang zum Firmenarchiv wurde nicht beantwortet.

    Auch Lambert Courth verweigert nahezu jede Aussage. »Es war eine legale Adoption«, zu mehr will er sich nicht äußern. Daß gegen ihn ermittelt wird, scheint ihn nicht weiter zu kümmern. Er darf sich auf die Unterstützung der deutschen Bundesregierung verlassen – so wie schon der Mercedes-Manager Tasselkraut, bei dem die Berliner Justiz wegen angeblicher Verjährung die Eröffnung eines Verfahrens ablehnte. Noch verschlossener zeigen sich die deutschen Diplomaten in Buenos Aires. Als die argentinischen Richter die Botschaft um Mithilfe bei der Suche nach Lambert Courth baten, erhielten sie im Juni 2009 die Antwort: »Die Botschaft hat sich mit der Bayer AG in Verbindung gesetzt, konnte aber den Aufenthaltsort der gesuchten Personen nicht ausfindig machen. (…) Felix Schwarz. Konsul.«

  • Dresdens Stasi Zentrale wird saniert//22.12.2010

    Hier habe ich ein halbes Jahr in U-Haft verbracht vom 08.12.1982-08.05.1983, ein halbes Jahr Terror, Einzelhaft, Vernehmungen,kein Kontakt zu den Kindern,Besuche alle 2 Monate für eine halbe Stunde. Und Vernehmungen Tag und Nacht bei grellem Licht und einem Vernehmer der gut geschult war.Mir wird wieder schlecht wenn ich an diese Zeit denke. Und dann höre ich von einigen die kleine Lichter bei der Stasi waren, wir haben euch doch nichts getan. Sie haben mein Leben zerstört, haben mich krank gemacht aber sie konnten mich nicht mundtod machen.
    Sie haben mich nicht klein machen können, nein sie haben mich stark gemacht und ich wünschte das viel mehr Aufklärung ist über deren Machenschaften.

    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 008

    Dresdens Stasi Zentrale wird saniert

    Am Dienstag gab Sachsens Finanzminister Unland (CDU) bekannt, dass 1,9 Mio Euro für die Sanierung der Gedenkstätte ''Bautzner Straße'' in Dresden freigegebend wurden. +++

    Zastrow/Rohwer: Erweiterung und Sanierung der Dresdner Stasi-Gedenkstätte gesichert

    Sachsens Finanzminister, Prof. Georg Unland (CDU), hat heute das Kabinett informiert, dass 1,9 Millionen Euro für die Erweiterung der Gedenkstätte ''Bautzner Straße'' in Dresden, der ehemaligen Stasi-Zentrale, freigegeben werden. Mit den Mitteln, die an die Landeshauptstadt Dresden als Eigentümerin und Bauherrin fließen, soll Haus 2 der Gedenkstätte erweitert und saniert werden. Im Erdgeschoss soll ein neuer Haupteingangsbereich mit Foyer, Dokumentations- und Empfangsraum entstehen, im ersten und zweiten Geschoss der Veranstaltungsraum mit Nebenräumen, im dritten Obergeschoss ein Bildungs- und Begegnungstrakt und im vierten Obergeschoss Büro-, Beratungs- Ausstellungs- und Archivräume.

    Die Mittel stammen aus Rückflüssen des Vermögens von Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR, die das sächsische Finanzministerium verwaltet. Die finanzpolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen im Landtag, Holger Zastrow (FDP) und Lars Rohwer (CDU), hatten sich beim sächsischen Finanzministerium für diese Verwendung der Gelder eingesetzt.

    Dazu erklärt Holger Zastrow, Vorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag sowie Vorsitzender der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat:

    Ich freue mich auch ganz persönlich, dass Erweiterung und Sanierung der Stasi-Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden gesichert sind. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Erinnerung an 40 Jahre SED-Diktatur und die Friedliche Revolution 1989/90 wachzuhalten.

    Dies ist 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution nötiger als je zuvor. Die DDR wird immer mehr vollkommen unzulässig zu einer schrulligen Kuscheldiktatur mit Knusperflocken und Vita-Cola verklärt. Der Alltag in einer Diktatur mit schier allmächtiger Stasi und Willkür-Justiz rückt bei vielen leider immer mehr in den Hintergrund der Erinnerungen. Wir müssen daher der von interessierter Seite geschürten Legende begegnen, dass der Sozialismus irgendwie schon eine gute Idee war, deren Umsetzung dann halt nur schiefgelaufen ist.

    ''Gerade bei jungen Menschen, die die SED-Diktatur nicht mehr miterlebt haben, muss das Bewusstsein für unsere jüngste Geschichte geschaffen werden. Das bewerkstelligen wir nicht allein mit ?trockenem? Geschichtsunterricht. Die Gedenkstätte verfolgt ein großartiges pädagogisches und museales Konzept: Sie ist praktisch ?Geschichte zum Anfassen?. Nichts ist so beeindruckend wie eine Art Zeitreise ins Dresdner Herz der Krake Stasi. Ergänzt wird dieses Konzept von Veranstaltungen und Begegnungen mit Zeitzeugen, die jungen Menschen aus erster Hand über ihre leidvollen Erfahrungen mit den Unrechtsapparat berichten können.''

    Zudem erklärt Lars Rohwer, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages:

    Viele Dresdner verbinden mit der ehemaligen ''Stasi-Zentrale'' an der Bautzner Straße noch heute furchtbare Erinnerungen. Der 5. Dezember 1989 war für diese Menschen wie ein zweiter Tag der Befreiung. Auch viele der heute in Sachsen aktiven CDU-Mitglieder waren damals unter den Demonstranten, die das Stasi-Gebäude gestürmt und besetzt haben. Selbst wenn Politiker der Linken diese Geschehnisse immer wieder gern herunterspielen, müssen wir als Demokraten unseren Kindern und Enkeln die geschichtliche Wahrheit vermitteln. Mit der Erhaltung und Erweiterung der Gedenkstätte an der Bautzner Straße kann endlich das sehr gute Konzept des Trägervereins unter Leitung des Dresdner Ex-Oberbürgermeisters Herbert Wagner umgesetzt werden.''

    HINTERGRUND:

    1990 wurde die Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR (UKPV) eingesetzt. Sie konnte bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2006 Vermögenswerte in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro ermitteln, davon rund zwei Drittel von der SED. Auch danach folgten jedoch noch Eingänge aus verschiedenen Nachforschungen im Ausland. Beispielsweise erhielt die Bundesrepublik Deutschland im März 2010 noch etwa 240 Millionen Euro vom Obergericht des Kantons Zürich zugesprochen.

    Die Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden im Internet: http://www.bautzner-strasse-dresden.de/

    http://www.kanal8.de/default.aspx?ID=1781&showNews=904418

  • Allen Frohe Weihnacht und einen guten Rutsch//21.12.2010

    Ich hoffe der Link läßt sich öffnen und es haben alle Blogleser ein schönes Weihnachtsfest.
    Eure Heidi

    Heidi1 005

    http://ak.imgag.com/imgag/product/preview/flash/bws8Shell_fps24.swf?ihost=http://ak.imgag.com/imgag&brandldrPath=/product/full/el/&cardNum=/product/full/ap/3166187/graphic1

  • Petition für Dirk Schiller von meinen lieben FBern//21.12.2010

    Bei Facebook erreicht mich der Wunsch nach einer Unterschriftenliste die an Persönlichkeiten gesandt werden sollen und ich möchte diese auch machen. Nunmehr habe ich den FBer geschrieben, dass Sie das für mich in die Hand nehmen können, denn mir fehlt erstens die Zeit und zweitens das Internet-Können. Zeit fehlt mir weil ich in der Opferbetreuung sehr viel zu tun habe. Es ist vor Weihnachten und viele Menschen haben in der Weihnachtszeit den Wunsch mit Gleichgesinnten zu sprechen und auch in vielen Zwangsadoptionsfällen muß gearbeitet werden und deshalb bleibt mir eben wenig Zeit. Auch ich möchte Menschen die durch das DDR-Regiem noch leiden und keine Hilfe bekommen, helfen.

    Liebe FBer hier die Bitten die ich an die Regierenden habe:

    Für meinen Sohn Dirk Schiller geboren am 13.06.1975,
    Bild von Dirk aus England,28.11.2010
    DirkkindergBild 2.von Dirk 28.11.2010
    möchte ich folgende Bitten an die Regierenden und Behörden stellen.
    Mit diesen Bitten möchte ich Dirk’ s Kinder- und Menschenechte und die Rechte als deutsche Mitbürgerin und Mutter einfordern.

    Mein Sohn wird seit dem 10.03.1979 vermisst, einige Ermittlungen in dem Fall sind, fadenscheinig, unklar und unwahr.
    Im Folgenden werde ich die Bitten darstellen und dann definieren, diese Forderungen sollen auf dem Weg der Demokratie, demokratische Ermittlungen sein.

    - Ich bitte um eine Neuaufnahme im Vermisstenfall Dirk Schiller
    - Ich bitte, dass die Polizeibehörden im Fall Dirk so ermitteln wie es dem heutigen Ermittlungsstandart bei Vermisstenfällen entspricht
    - Ich bitte für meinen Sohn Dirk Schiller, dass man sich nicht immer auf die Erst- und einzige Ermittlung bezieht, sondern auch die neuen Erkenntnisse aus den Stasi- und anderen Akten hinzuzieht
    - Ich bitte die Behörden, auch die Leute die in den Akten als Mitarbeiter der Behörden und der ehemaligen Stasi, zu befragen unter welchen Umständen sie solch falsche Angaben gemacht haben
    - Ich bitte, dass der Mann vom Innenministerium (Stasi bei uns im Sommer 1979 war) befragt wird, woher er über die Zeugen die an der Heimkehle waren (mit ihrem Moskwitsch) Bescheid wusste. Auch war er im Besitz einer Ermittlungsakte die er uns vorlegte, die aber nicht die aus Sangerhausen war
    - Diese 2 Zeugen haben den „Tatort“ verlassen und kurze Zeit danach das Land DDR nach Russland verlassen
    - Ich bitte unseren demokratischen Staat auf die Kinder- und Menschenrechtes meines Sohnes und mir zu berücksichtigen, was man in der DDR-Diktatur nicht gemacht hat
    - Auch der Fall Felix Tschöck sollte mit berücksichtigt werden, weil es auch ein Vermisstenfall aus der DDR ist. Das Kind Felix verschwand in Dresden vor einem Warenhaus im Jahr 1984, auch da ist der Zusammenhang zu Russland gegeben
    - Warum wurde der Fall Dirk „politisiert“, es handelt sich doch um einen Vermisstenfall

    Ich danke Euch allen und hoffe, dass die Unterschriftenaktion Erfolg hat. Allen eine schöne Vorweihnachtszeit und was darauf folgt. von einer Mom die schona lange sucht. Heidi stein

  • Tschechien fordert: Leugnung der Verbrechen des Kommunismus soll in der EU strafbar sein//18.12.2010

    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 003
    vor dem Zuchthaus Bautzen II,ich sollte da 4 1/2 Jahre verbringen, bin nach 1 1/2 Jahren freigekauft worden.

    Auch ich fordere die Leugnung und die Verherrlichung der Verbrechen der ehemaligen DDR unter strafe zu stellen.
    All die Geschichten und Erzählungen aus der DDR-Vergangenheit werden erzählt als wären es Omas Märchengeschichten. Selbst habe ich es zu spüren bekommen, dass DDR-System.
    Wobei ich immer wieder erwähne, dass wir nie Hunger hatten oder mit der DDR-Konsumgesellschaft nicht einverstanden waren. Nein, meine Meinung und diese vertrete ich heute noch, nicht jede Mutter im Westen konnte alle Tage für ihre Kinder Bananen kaufen, auch wenn diese immer in den Auslagen der Geschäfte zu sehen waren.
    Unseren Kindern ging es gut und wir hatten auch immer Essen und Trinken.Der Drang nach Freiheit und der eigenen Entscheidung war uns viel wichtiger. Sagen was man denkt ohne gleich hinter Gittern zu müssen.Und natürlich, dass Wort Reisefreiheit kannten wir, aber nicht die Ausführung.Die Korruptionen und all das was da in DDR war muß auf den Tisch es muß darüber auch in der BRD-jetzt darüber gesprochen werden.
    Nach einem Artikel von mir in der Zeitung sprach mich eine Dame an und zeigte auf den Artikel, danach sagte sie zu mir, für sie sei es eine große Ehre mich kennengelernt zu haben,
    leider wissen wir in der ehemaligen BRD garnicht was da so alles mit den Menschen gemacht wurde. Das gab mir wieder einen Stich und mein Gedanke war wir müssen viel mehr und überall über die Probleme die es im Osten gab und was man einigen angetan hat aufdecken und erklären.
    Ich werde auch immer dazu beitragen, solange ich in der Lage bin, da es ja auch meine Geschichte war und ich heute noch unter den Folgen der Stasihaft leide. Es nimmt ja auch kein Ende, da jeden Tag neue Nachrichten über die Stasi an die Opfer rankommt. Unsere Ämter und da hauptsächlich in der ehemaligen DDR, tun sich so schwer die Opfer anzuerkennen und deren Leid in die Waagschale der Gerechtigkeit zu werfen und das Leid zu respektieren. Die wenigsten wurden geschlagen in der zeit wo ich im Zuchthaus war, aber der Psychoterror der Täter war so enorm, dass bis heute noch gesundheitliche Schäden das Leben schwer und manches Mal auch unerträglich machen.Deswegen fordere ich, dass man die Leugnungen und Verherrlichungen unter Strafe stellt und ich werde es bei den großen Opferverbänden einfordern.
    Allen einen schönen 4. Advent:yawn:

    Dirk m.Mützemein vermisster Sohn Dirk,
    Dirk 002 so könnte Dirk heut aussehen

    Tschechien fordert: Leugnung der Verbrechen des Kommunismus soll in der EU strafbar sein

    Tschechien und weitere fünf EU-Länder haben die Europäische Kommission in einem Schreiben aufgefordert, ein europaweites Verbot zur Leugnung der Verbrechen des Kommunismus auszusprechen. Das teilte am Dienstag der tschechische Außenminister Schwarzenberg in Brüssel mit.

    Man solle die totalitären Regime mit dem gleichen Maß messen; eine Leugnung der Verbrechen des Kommunismus sei völlig vergleichbar mit der Leugnung der NS-Verbrechen, erklärte Schwarzenberg. Stalin habe noch mehr Menschen umgebracht als Hitler, beide seien Massenmörder, ergänzte Schwarzenberg. Den Brief an die EU-Kommission haben außerdem die Außenminister Bulgariens, Ungarns, Lettlands, Litauens und Rumäniens unterzeichnet.

    http://www.radio.cz/de/nachrichten

  • Ein Hoch auf unsere Politiker//14.12.2010

    Heut erhielt ich das Antwortschreiben von Frau Leuthäuser- Schnarrenberger
    Und kann mich über das Geschriebene nur ärgern.
    Es wurde auf mein Schreiben vom 30.11.2010 gar nicht eingegangen, vermutlich auch nicht gelesen, denn die Antwort war nicht auf das, worum ich gebeten habe. In keiner Art, den es ist kein Urteil darüber erfolgt, was mit der Sache Dirk Schiller zu tun hat.
    Hier können wir wieder mal sehen wie weit unsere Politiker weg sind und wie sie uns Bürger abwimmeln.
    Ein Politiker muss in der Lage sein auf die Fragen der Bürger auch richtig zu antworten.
    Sie könnte den Hörer in die Hand nehmen und sich mit den Verantwortlichen abzustimmen, der kleine Dienstweg für eine Mutter die seit 31 Jahren ihren Sohn sucht.

    Hier noch mal den Brief von mir und die Antwort von Frau L.- Schnarrenberger:

    An Frau
    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB
    FDP
    Deutscher Bundestag
    Platz der Republik 1
    11011 Berlin

    Isenbüttel, den 30.11.2010

    Sehr geehrte Frau Leutheusser-Schnarrenberger,

    Meine Bitte an Sie, nehmen Sie sich bitte der unten beschriebenen Sache an.
    Ich bin total verzweifelt und kann es bald nicht mehr ertragen, dass im Fall Dirk soviel
    Mitspielt aber nichts für eine Lösung des Falles. Vielleicht können Sie ja eine Wideraufnahme im Fall Dirk Schiller erreichen.

    Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

    Ihnen und Ihrem Team wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit.

    Heiderose Stein

    Vorab zum besseren Verständnis die Geschichte um den Vermissten
    Dirk Schiller:

    Ein Kind verschwindet spurlos unter mysteriösen Umständen

    Der Fall Dirk Schiller

    Die Spuren des kleinen Dirk enden vor fast einunddreißig Jahren auf einem verschneiten Feld. Am Morgen des 10.3.79 luden die Eltern auf dem Parkplatz einer Tropfsteinhöhle Heimkehle/Rottleberode/Ostharz (damals DDR-Gebiet) noch schnell die raren Gurken um, die sie in einem Laden ergattert hatten, während ihre beiden Kinder auf dem angrenzenden Feld an einem zugefrorenen Bach spielten.

    Aber dann kam die sechsjährige Tochter allein zurück. Auf die erschrockene Frage der Eltern, wo ihr dreieinhalbjähriger Bruder Dirk sei, drehte sich das Mädchen erstaunt um und sagte: „Er war gerade noch hinter mir…“

    Es war der vorletzte Tag des Familienurlaubs in einem Ferienheim, den die DDR-Behörden den Schillers für den Februar genehmigt und dann um einen Monat verschoben hatten – angeblich weil das Ferienheim im Januar geschlossen sei. Es war auch der einzige Augenblick in den zwei Urlaubswochen, in dem die Mutter ihren kleinen Sohn für zehn Minuten aus den Augen gelassen hatte, denn sie hatte schon zwei Kinder durch Krankheit verloren und war daher überängstlich, noch ein Kind zu verlieren. Auch hatte der kleine Dirk zwei offene Fontanellen (runde weiche Stellen am hinteren Oberkopf, an denen die Schädeldecke nicht zugewachsen ist). Diese beiden Öffnungen müssen heute noch ertastbar sein, der Befund lautet: Schädelknochendefekt am Hinterhaupt von 2 x 2 Fingerkuppen (Kalottendefekt am Übergang parieto-occipital)

    Der kleine Junge, der Angst vor Brücken hatte, muss damals den anderen Weg zum Parkplatz über die Landstraße genommen haben. Die Eltern, die das ganze verschneite Feld absuchten, konnten keine Fußspuren feststellen, die zum Bach oder zum weiter entfernten Fluss geführt hätten. Auch war die Eisdecke des flachen Bachbetts, an dem die Kinder mit Stöcken in den Schnee gemalt hatten, ungebrochen.

    Dirk war nicht ertrunken. Er war spurlos verschwunden.

    Die gerufene Feuerwehr und Polizei machte sich die Mühe, die Spuren im Schnee zu suchen.
    Durch den starken Schneesturm war dies aber nicht möglich. Stattdessen tauchte aus mysteriösen Gründen ein Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit auf und unterhielt sich mit den Kriminalbeamten, die auch kurz darauf die Suche beendeten. Was der Mann dort wollte, blieb bis auf den heutigen Tag ungeklärt, da es sich ja bei dem Verschwinden des Kindes aufgrund eines Unfalls oder einer Straftat um keine Angelegenheit handelte, in der die Staatssicherheitsbehörde ermitteln würde, was in der Bundesrepublik ungefähr mit dem Auftauchen eines BND-Mitarbeiters innerhalb von zwei Stunden nach Meldung eines vermissten Kindes vergleichbar wäre…

    Auf dem Heimweg vom Urlaubsort nach Görlitz fiel der Mutter der fremde PKW wieder ein, den sie auf dem verlassenen Parkplatz der noch geschlossenen Tropfsteinhöhle (Heimkehle)wahrgenommen hatte. Nur wenige Minuten nach ihnen war ein dunkelblauer Wagen (Kennzeichen SF für Leipzig) auf dem Parkplatz eingebogen. Die beiden Insassen – ein Mann und eine Frau, Anfang bis Mitte Dreißig, in grauen Mänteln – waren ausgestiegen und zum Eingang der Höhle gegangen, die erst um zehn Uhr aufmachte. Dann waren sie wieder zum Wagen zurückgegangen, weggefahren und nicht wiedergekommen.

    Diese beiden Fremden mussten auf ihrem Rückweg an dem kleinen blonden Jungen auf der Fahrstraße von der dem Höhlenparkplatz über die Flussbrücke, vorbeigefahren sein.

    Zurück am Heimatort erstattete die verzweifelte Mutter mit Ihrem Mann noch einmal eine Vermisstenanzeige. Doch von der ermittelnden Kripo bekam sie nie mehr einen Bescheid. Auf ihre Beschwerden und Anfragen hin wurde ihr nur lapidar geschrieben, man sähe keinen Grund zu neuerlichen Ermittlungen. Der schwangeren Frau wurde wenige Monate nach Dirks Verschwinden von einem Kripobeamten nur geraten, sie solle Dirk für tot erklären lassen. Dazu bemerkte er: „Ach, Sie kriegen doch wieder ein neues Kind!“

    Einige Monate später – im Sommer 1979 – wurde beiden Eltern von ihren jeweiligen Betrieben gleichzeitig mitgeteilt, dass sie am nächsten Tag zu Hause bleiben sollten, denn „morgen kommt einer aus Berlin, der euch über Dirk aufklären wird“. Tatsächlich hielt an dem Tag ein gelbes Fahrzeug (Wartburg) vor ihrem Haus. Auch dieser Fremde identifizierte sich durch seinen Ausweis als Mitarbeiter des Innenministeriums. Er legte die Akte Dirk auf den Tisch, blätterte kurz darin und sagte, die Polizei hätte „alles richtig gemacht“. Auf die Frage der Mutter hin erklärte er, die beiden Fremden, die zu dem Zeitpunkt, an dem Dirk verschwunden war, auf dem Parkplatz gesehen worden waren, seien ermittelt worden. „Aber die wollen nicht mit Ihnen sprechen. Sie haben selber drei Kinder, haben es also nicht nötig, ein Kind zu entführen. Außerdem sind sie nach Moskau geflogen.“

    Seine seltsamen Bemerkungen ließen die Eltern stutzig werden. Warum sprach der Stasi-Mann plötzlich von „entführen“? Das Wort hatten sie selbst noch nie den Behörden gegenüber geäußert… Und warum wollten die einzigen Zeugen, die doch angeblich selbst Eltern von drei Kindern waren, mit den verzweifelten Eltern des kleinen Dirk nicht sprechen? Konnten echte Eltern wirklich so herzlos und ohne jedes Mitgefühl sein? Und was war der Grund für ihren Flug nach Moskau?

    Die Fragen häuften sich, doch die Behörden der DDR gaben keine Antworten. Dafür fand die Mutter später heraus, dass die Angaben über das Verschwinden ihres Sohns in seiner Akte gefälscht worden waren. Angeblich war er erst 1983 in Ungarn verschollen – und nun plötzlich in Ungarn statt in der DDR, eben alles ganz harmlos und anders... Auch stellte sie später verwundert fest (nach Einsicht in die Ermittlungsakte aus Sangerhausen), dass die Ermittler erst Wochen später Fotos von dem verschneiten Feld gemacht hatten, auf dem Dirk im März 1979 verschwunden war. Nur ist es auf den Ermittlungsfotos nicht mehr verschneit, und der Bach ist nicht mehr zugefroren… Das interessanteste Detail, das die Mutter erst viel später erfuhr, war die Tatsache, dass ein eifriger DDR-Verwaltungsangestellter 1988 – zufällig kurz nach Erscheinen des Buchs Wo ist Dirk, Herr Honecker? in der BRD, das das mysteriöse Verschwinden ihres Sohns behandelt und zufällig auch noch schnell vor dem Mauerfall – die Löschung ihres Sohns aus den Meldedaten beantragte. Damit wäre Dirks Person für immer gelöscht worden – so als hätte er nie existiert und wäre demnach auch nie spurlos verschwunden. Überraschend ist dies vor allem deshalb, weil eine solche Personenlöschung auch in der DDR sonst nie versucht wurde.

    Außer im Fall Dirk.

    Zum verzweifelten schriftlichen Hilferuf der Mutter an Herrn Honecker fand sie später nur den lapidaren Aktenvermerk, ihre „Anfrage sei arrogant“. Als sie anfing, sich Hilfe suchend an das Deutsche Rote Kreuz, Amnesty International und andere Hilfsorgane im Westen zu wenden, griffen die DDR-Behörden recht schnell zu Maßnahmen gegen die unbequeme Mutter. Eines Tages fuhren zwei Wagen vor dem Kindergarten vor, an dem sie ihre Jüngste wegbrachte. Ihr Mann saß in einem der Autos. Er war schon verhaftet worden. Sie wurde mitgenommen. Man wolle sich nur mit ihr unterhalten, nein, von Haft sei keine Rede…

    Die Mutter kam in Untersuchungshaft, ohne ihre Kinder noch einmal sehen zu dürfen. Der Vorwurf gegen sie lautete „die Sendung von Nachrichten, die der Geheimhaltung nicht unterliegen“ und dass sie „Kontakt mit dem westlichen Ausland aufgenommen hatte“. Für diese merkwürdigen Ausgeburten deutsch-demokratischer Strafgesetzparagraphen erhielt sie 4 ½ Jahre Haft im Gefängnis Bautzen II. Die wahren Gründe für ihre Inhaftierung waren wohl eher die unbequemen Fragen und Hilferufe einer Mutter, die ihr Kind suchte und der die vielen Ungereimtheiten auffielen, die das Verschwinden ihres Sohns nach sich zog.

    Nach anderthalb Jahren Haft konnte sie 1984 von der BRD freigekauft werden. Bei ihrer Ausreise aus der DDR versuchte man noch schnell, sie dazu zu bringen, keinen Ausreiseantrag für ihren vermissten Sohn Dirk zu stellen. Warum? Wohl weil die Bundesrepublik fragen würde was mit dem Kind Dirk Schiller sei und wo er ist. Das hätte sicher peinliche Fragen aufgeworfen, die man anscheinend vermeiden wollte. Auch legte man ihr nahe, die Sache Dirk im Westen auf sich beruhen zu lassen, wenn sie ihre Kinder wieder sehen wollte. Die Kinder waren noch bei den Großeltern und in der DDR. Also ließ die Mutter die Sache Dirk auf sich ruhen – zwei Monate lang, bis ihre Kinder in den Westen nachgeschickt wurden.

    Danach ging ihre Suche weiter. Doch die Akte Dirk wanderte die ganzen Jahre über nur über von einer Behörde zur anderen – was genauso ungewöhnlich und unerklärlich ist wie der ganze Fall Dirk.

    Ein paar weitere ungewöhnliche Zufälle sind sicher auch die Schicksale der Staatsanwälte in der DDR, die die Akte Dirk anforderten und die heute nicht mehr leben. Eine Staatsanwältin, die ca. Mitte Vierzig war, als sie sich mit dem Fall befasste, verstarb überraschend. Ein Staatsanwalt in rüstigem Alter verstarb sechs Wochen, nachdem er die Akte Dirk angefordert hatte. Ein anderer Staatsanwalt starb nur wenige Wochen nach seiner Aktenanforderung. Und der Staatsanwalt, der sich zu DDR-Zeiten für die Aufklärung des Falls Dirk vorbildlich eingesetzt hatte, hat seine Einstellung gleich nach der Wende gewendet. Seitdem äußerte er sich öffentlich über die Eltern des vermissten Jungen so, dass sie wohl ein psychisches Problem hätten, weil sie ihr Kind immer noch suchen… Obwohl dieser Staatsanwalt noch am Leben und in seinem Beruf (im Westen) tätig ist, hielt er es nicht für nötig, einer Einladung der Opferverbände zu folgen, bei dem es um den Mord an einem DDR-Fußballer und andere Stasi-Skandale ging.

    Dafür starb noch einer an einem mysteriösen Tod. Das war der Kollege von Dirks Vater, der sich nach dem Verschwinden des Kinds rührend um die Eltern kümmerte und sie tatkräftig mit Tipps und Hilfeleistungen unterstützte. In ihrer Stasi-Akte findet sich zur Überraschung der Mutter just dieser Kollege wieder – er war ein Stasi-Spitzel, der die Familie Schiller nach dem Verschwinden ihres Sohnes überwachte und ausspionierte, um sie später durch seine Aussage in Haft zu bringen.

    Dieser Freund und Helfer wurde nach der Grenzöffnung tot in seinem Sessel aufgefunden. Die Todesursache bleibt ungeklärt.

    Die vielleicht einzig logische Erklärung für das spurlose Verschwinden des kleinen Jungen, dessen Leiche nie gefunden wurde und der laut einem BRD-Ermittler nicht ertrunken sein kann, und vor allem die einzig logische Erklärung für die mysteriösen Umstände könnten die beiden offenen Fontanellen (runde weiche Stellen am hinteren Oberkopf, an denen die Schädeldecke nicht zugewachsen ist). Diese beiden Öffnungen müssen heute noch ertastbar sein, der Befund lautet: Schädelknochendefekt am Hinterhaupt von 2 x 2 Fingerkuppen (Kalottendefekt am Übergang parieto-occipital)
    Kinder, die mit Fontanellen (Euromünzen-großen Weichstellen in der hinteren Schädeldecke, die nicht mehr zuwachsen) geboren werden, sind extrem selten – und ein Säugling, bei dem der Kinderarzt diese seltene Laune der Natur feststellt, wäre auch in der ehrgeizigen DDR-Forschung, die mit der des Westens unbedingt mithalten wollte, ein hochinteressantes Forschungsobjekt gewesen.

    Dirks Mutter sucht noch heute nach ihrem Sohn und nach der Klärung dieses mysteriösen Falls.

    In der Hoffnung, dass Sie helfen könnten die deutsche Staatsanwaltschaft zu einer Wiederaufnahme des Falles Dirk Schiller zu bewegen und vor allem, dass man nicht nach Altaktenlage entscheidet, sondern auch meinen Worten mal Gehör schenkt. Die alten Akten waren manipuliert und nicht vollständig und auch nicht mit den Informationen über die Insassen des Fahrzeuges belegt.

    Heidi Stein (Mutter von Dirk Schiller)

    „Das Konzept der Menschenwürde wurzelt im abendländisch, christlich, jüdischen Kulturkreis. Doch lassen sich diese Gedanken auch für Nichtchristen nachvollziehen. Für die Übertragbarkeit des Menschenrechtsgedankens ist es wesentlich, dass sich die Ideen auch in anderen Kulturkreisen finden und sich mit der Goldenen Regel umschreiben lassen: „Was Du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Dieser Maxime wird in Deutschland vielfach mit Hinweis auf den Kategorischen Imperativ des Philosophen Kant zitiert: „Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest“. Der Mensch darf niemals zum Objekt werden“. (Zitat)

    Für meinen Sohn Dirk Schiller geboren am 13.06.1975,

    möchte ich folgende Bitten an die Regierenden und Behörden stellen.
    Mit diesen Bitten möchte ich Dirk’ s Kinder- und Menschenechte und die Rechte als deutsche Mitbürgerin und Mutter einfordern.

    Mein Sohn wird seit dem 10.03.1979 vermisst, einige Ermittlungen in dem Fall sind, fadenscheinig, unklar und unwahr.
    Im Folgenden werde ich die Bitten darstellen und dann definieren, diese Forderungen sollen auf dem Weg der Demokratie, demokratische Ermittlungen sein.

    - Ich bitte um eine Neuaufnahme im Vermisstenfall Dirk Schiller
    - Ich bitte, dass die Polizeibehörden im Fall Dirk so ermitteln wie es dem heutigen Ermittlungsstandart bei Vermisstenfällen entspricht
    - Ich bitte für meinen Sohn Dirk Schiller, dass man sich nicht immer auf die Erst- und einzige Ermittlung bezieht, sondern auch die neuen Erkenntnisse aus den Stasi- und anderen Akten hinzuzieht
    - Ich bitte die Behörden, auch die Leute die in den Akten als Mitarbeiter der Behörden und der ehemaligen Stasi, zu befragen unter welchen Umständen sie solch falsche Angaben gemacht haben
    - Ich bitte, dass der Mann vom Innenministerium (Stasi bei uns im Sommer 1979 war) befragt wird, woher er über die Zeugen die an der Heimkehle waren (mit ihrem Moskwitsch) Bescheid wusste. Auch war er im Besitz einer Ermittlungsakte die er uns vorlegte, die aber nicht die aus Sangerhausen war
    - Diese 2 Zeugen haben den „Tatort“ verlassen und kurze Zeit danach das Land DDR nach Russland verlassen
    - Ich bitte unseren demokratischen Staat auf die Kinder- und Menschenrechtes meines Sohnes und mir zu berücksichtigen, was man in der DDR-Diktatur nicht gemacht hat
    - Auch der Fall Felix Tschöck sollte mit berücksichtigt werden, weil es auch ein Vermisstenfall aus der DDR ist. Das Kind Felix verschwand in Dresden vor einem Warenhaus im Jahr 1984, auch da ist der Zusammenhang zu Russland gegeben
    - Warum wurde der Fall Dirk „politisiert“, es handelt sich doch um einen Vermisstenfall

    Eine Neuaufnahme ist nötig weil die Ermittlungsbehörde/Kriminalpolizei aus Sangerhausen,
    vor Ort eine Einzelvernehmung von meinem damaligen Mann, meiner Tochter Silvia und mir vorgenommen hat. Nach Akteneineinsicht vor 3 Jahren musste ich aber feststellen, dass diese Protokolle so nicht richtig waren weil ich im Schockzustand alles unterschrieben habe.

    Als Beispiel kann ich dazu nur benennen, dass ich das Protokoll von mir und Silvia nicht gelesen aber unterschrieben habe, der Name meiner Tochter war immer falsch geschrieben.
    Meine Tochter wird Silvia geschrieben, nicht wie aus den Unterlagen hervorgeht „Sylvia“.
    Dies wäre mir aufgefallen, wenn ich die Protokolle gelesen hätte.
    Ich wollte denen nicht die Fragen beantworten: „ wie war das Verhältnis ihres Mannes und ihrer Tochter zu Dirk?“, mir war es wichtig das ich da raus kam um Dirk zu suchen.
    Als nächstes habe ich die Bilder der Ermittler als falsch einzustufen, denn diese wurden erst Wochen später angefertigt, nicht aber am Tag des Verschwindens meines Sohnes.

    Laut Polizeibericht und Wetterberichtes von damals war dies ein verschneiter mit Sturm begleiteter Tag, wo auch an Hand des Schneesturms keine Spurensicherung möglich war.
    Bei der Suche nach Dirk war solch heftiger Schneesturm das man die Hand vor Augen nicht sah, dies ging dann den ganzen Tag so und es war kein Sonnenstrahl wie auf den Bildern, da.
    Nun aber zeigen die von der Ermittlungsbehörde gemachten Bilder für den Tag Sonne erkennbar auf. Und die Umgebung war schon mit Schneeschmelze sichtbar und der Bach und der nahe gelegene Fluss war ohne einer Eisschicht und Schnee.

    An dem Tag wo mein Sohn spurlos verschwand, waren heftige Schneestürme nach dem Dirk verschwunden war, der Bach an dem die Kinder spielten wurde von uns vorher kontrolliert und mit einer dicken Eisschicht versehen wo dann auch mindestens 10 Feuerwehrmänner draufstanden.

    Im Folgenden wird in den Akten auch immer wieder erwähnt, dass mein Sohn in einen nahe gelegenen Fluss gefallen sei, die Flussbezeichnungen sind immer wieder andere, mal ist es die Thyra, mal ist es die Helme. Dieser Fluss Thyra war damals seitlich zugefroren so dass meine Tochter und mein damaliger Mann am Rand lang laufen konnten um Dirk auch da zu suchen.
    Es war damals 1978/79 ein strenger Winter und in Niedersachsen und Schleswig Holstein, Katastrophe ausgerufen. Außerdem waren in den nächsten Orten wo dieser Fluss Thyra lang verläuft überall Wehre die alles Angeschwemmte aufgefangen haben. Auch hatte die Feuerwehr damals die nächsten Ortsfeuerwehren informiert, dass diese Gitter abgesucht wurden. Wenn Dirk in den Fluss Thyra gefallen wäre, hätte man ihn finden müssen.
    Außerdem kam ein Stasibeamter aus Halle an den Ort des Verschwindens von Dirk, wieso?
    Und wieso im Fall von Dirk, wenn es ein ganz normaler Vermisstenfall, mit der Option „Ertrinken“ war.

    Als nächster sehr wichtiger Punkt ist zu erwähnen, dass mir auf unserer Heimfahrt nach Görlitz, eingefallen war: dass ein Auto auf dem Parkplatz vor der Höhle fuhr woraus ein Paar stieg welches zum Höhleneingang ging und von da wieder zurück kam und vom Parkplatz wieder wegfuhr und nicht mehr nach Öffnung der Höhle zurückkam.
    In Görlitz haben wir dann diese Angaben der Kriminalpolizei mit der Bitte, diesen Hinweis das diese Leute Zeugen sein könnten die Dirk als Letzte gesehen haben, an die Ermittler in Sangerhausen mit den ersten Buchstaben des Fahrzeuges, weiterzugeben.

    Nach meiner Einsicht in diese Ermittlungsakte habe ich aber keinen Hinweis gefunden der an die Polizei Sangerhausen weitergeleitet wurde, auch hat der Ermittler Herr Sackewitz später gesagt er habe nie einen Hinweis auf diese Zeugen bekommen. Hier ist die Frage „WARUM“.

    Auch der damalige Staatsanwalt Dorsch hatte keinen Hinweis auf diese Zeugen erhalten, sonst hätte er ermittelt, sagte er mir in einem Gespräch gleich nach Grenzöffnung.

    All meine Anträge um eine Wiederaufnahme des Vermisstenfalles Dirk Schillers verliefen erfolglos, da man die manipulierte unvollständige Ermittlungsakte zum Gegenstand nahm und da keine neuerlichen Erkenntnisse fand, als diese Falsch – und Fehldarstellungen.

    Nach Ermittlungs- und Stasiakteneinsicht habe ich mich vergangenes Jahr noch mal mit meiner Anwältin an die Staatsanwaltschaft Magdeburg und die Generalanwaltschaft Naumburg gewandt. Sie ist eine sehr gute Anwältin die sich auch mit DDR-Recht auskennt und das Bundesverdienstkreuz am Bande in diesem Jahr verliehen bekommen hat. Es erfolgte von beiden Behörden eine Einstellung des Verfahrens. Man beachtete allerdings auch nicht die von uns recherchierten und in den Akten stehenden Angaben, es wird sich immer wieder auf das Erstprotokoll berufen, welches wie oben beschrieben so falsch und gefälscht war.

    Auch haben wir eine eidesstattliche Erklärung meiner Tochter Silvia zu den Angaben des Vermistseins ihres Bruders Dirk Schiller nachträglich beigefügt, welches in keiner Weise beachtet wurde. Hier steht auch immer wieder die Frage, warum will man den Fall nicht neu ermitteln, wen deckt man hier, warum hat uns die DDR als Politische verfolgt obwohl wir unseren Sohn über humane Organisationen in der BRD gesucht haben nachdem die DDR uns nicht helfen wollte.
    Meine Anwältin hat mir gesagt, dass auch sie nicht gegen die Altmachenschaften in den Amtsstuben der neuen Bundesländer ankommt, jedenfalls nicht nach Recht und Gesetz.
    Wie ist das in der demokratischen Bundesrepublik möglich?
    Ich kam aus einer Diktatur (DDR), die Menschen einsperrte die ein anderes Denken und Handeln hatten, die Menschen die den Staat über die Grenzen verlassen wollten hatte man abgeschossen wie Wild. Es wurde soviel Unrecht in dem Staat gegen die Menschen getan
    Obgleich der Staat sich als „demokratisch“ darstellte.

    Deshalb möchte ich für meinen Sohn Dirk Schiller, eine demokratische Aufklärung wie in einem Vermisstenfall entsprechend der Menschenwürde und Anerkennung aller Kinder- und Menschenrechte
    In Deutschland

    Warum hatte uns ein Mitarbeiter des Innenministerium (Stasi) zu Hause und persönlich aufgesucht und gesagt man habe alles getan um Dirk zu finden? Warum hatte er eine andere Ermittlungsakte als diese die mir jetzt vorliegt?
    Warum konnte er sagen: die Zeugen des von mir angegebenen Autos (Moskwitsch) seien gefunden worden, wollen aber mit uns nicht sprechen, hätten selbst 3 Kinder und sind nach Russland geflogen. Außerdem hätten diese Zeugen es nicht nötig ein Kind zu entführen.

    Wer hat den gesagt, ein Kind wurde entführt? Wir in der DDR damals lebend haben nie solch eine schwerwiegende Sache in Erwägung gezogen, so was gab es in der DDR nicht.

    Es wurde zum Beispiel in den Akten gefunden, dass eine Löschungsanfrage von Görlitz nach Berlin ging. In dieser Anfrage wurde angefragt wie man den Datensatz von Dirk Schiller löschen kann, der angeblich 1983 bei einem Urlaub in Ungarn vermisst wurde. Dirk ist seit dem 10.03.1979 vermisst, 1983 waren wir im Zuchthaus Bautzen II (wegen der Suche nach unserem Sohn). Diese Anfrage erfolgte 1988, warum?

    Der Beamte der diese Löschanfrage gestellt hatte konnte sich dann nach Grenzöffnung nicht mehr an die Sache so richtig erinnern, komisch.

    Auch wurde von einem Stasioberst Ullmann der Hinweis gegeben, dass man über das Fahrzeug der eventuellen Zeugen keine Auskunft an die Polizei geben solle. In der Stasiakte waren diese Angaben geschwärzt und auch für meine Anwältin nicht zugänglich, auch nicht nach Ihrer Beschwerde an die Birthlerbehörde. Man wolle es von Berlin prüfen lassen. WARUM?

    In einer ergänzenden Akte der Bundesbehörde für Stasiunterlagen hat meine Anwältin und ich eingesehen und folgenden Vermerk der sog. Koordinierungsgruppe, Abt. 5 der Stasi vom 09.03.1989 in Bezug auf die Identifizierung eines KFZ, das zum Tatzeitpunkt festgestellt wurde, u. a. folgendes:

    „Der Überprüfungsgrund ist in dieser Form nicht gegenüber der VP zu benennen.
    Bei möglicher Identifizierung sind keinerlei Maßnahmen einzuleiten. Fehlmeldung ist zu geben. Leiter der Abteilung Ullmann. Oberst“

    Warum???? weiterlesen im Vorbericht (Petition)

    Jetzt die Antwort von Frau L.- Schnarrenberger:

    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB
    Bundesministerin der Justiz
    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. MdB • Platz der Republik 1 • 11011 Berlin
    Frau
    Heiderose Stein
    Pappelweg 10
    38550 Isenbüttel
    Deutscher Bundestag
    Platz der Republik
    11011 Berlin
    Büro: Unter den Linden 50/Zi 2.133
    ® (030) 2 27 - 7 51 62
    a (030) 2 27 - 7 64 02
    u sabine.leutheusser-schnarrenberger@bundestag.de
    3www.leutheusser-schnarrenberger.de
    Wahlkreis
    Hauptstr. 23
    82327 Tutzing
    ©(08158)6015
    S (08158) 92 070
    a sabine.leutheusser-schnarrenberger@wk.bundestag.de
    Berlin, den 07. Dezember 2010
    Sehr geehrte Frau Stein,
    haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben vom 31. November 2010.
    Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihnen in Ihrer Angelegenheit nicht
    weiterhelfen kann. Als Bundesjustizministerin ist es mir unmöglich, ergangene Urteile
    rückgängig zu machen, Empfehlungen an zuständige Richter zu geben oder
    anderweitig Einfluss auf Rechtsprechung auszuüben. Aus guten Gründen, ist diese
    strikte Trennung zwischen Justiz und Exekutive in unserer Verfassung festgelegt.
    Ich bitte um Ihr Verständnis und verbleibe
    mit freundlichen Grüßen

  • Opferverbände entsetzt über DDR-Spiel//13.12.2010

    Ich bin auch entsetzt, wie kann man das "Spiel" zulassen?
    Alle Opfer die an der Mauer erschossen, verletzt oder ihre Angehörigen verloren haben bekommen eine vor den Bauch, dass ist in meinen Augen eine Unverschämtheit.
    Es gibt soviel anderes Material was man verwenden kann aber damit nicht die DDR und ihre Schandtaten verherrlicht, nein dafür haben wir nicht gekämpft, dafür sind wir nicht ins Gefängnis gebracht worden und dafür sind einige nie wieder nach Hause gekommen weil sie erschossen wurden an diesem fürchterlichen Mauerstreifen. Es gibt Möglichkeiten zur Aufklärung und wir Opfer sind gern bereit auch darüber zu sprechen. Ihr schreibt eine Mail und wir werden uns mit Euch in Verbindung setzen und Geschichten über die Mauer erzählen die der Wahrheit entsprechen und uns passiert sind, oder auch andere Sachen die die Stasi mit uns Opfer gemacht hat. kaiheidi1@gmx.de

    Berlin 010Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 003

    Bild 1: Ausstellungseröffnung für Dirk im Mauermuseum am Checkpoint Charlie Berlin
    Bild 2: Vor dem Gefängniss Bautzen II (Stasizuchthaus)

    Der hohe Ansturm auf das umstrittene Computerspiel «1378 (Kilometer)» hat nach der Veröffentlichung am Freitagabend zu einer zeitweisen Überlastung der Server geführt. Aufgrund der hohen Auslastung sei es schwer gewesen, auf die Gameserver zuzugreifen, erklärte Entwickler Jens M. Stober am Samstag auf der «1378 (Kilometer)»-Homepage. Es wurden mehrere neue Spiegelseiten zum Download eingerichtet, damit Interessierte das Gratisspiel herunterladen konnten.

    «1378 (Kilometer)» spielt im Jahr 1976, als es noch die DDR und die rund 1.378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze mit Patrouillen und Selbstschussanlagen gab. Die Spieler teilen sich vor Spielbeginn in zwei Teams auf. Sie können wählen, ob sie lieber Republikflüchtlinge oder Grenzsoldaten spielen wollen.

    Und plötzlich auf der Anklagebank

    Die Flüchtenden müssen Sperrzäune, Panzersperranlagen und einen weiteren Stacheldrahtzaun mit Selbstschussanlagen überwinden, um aus der DDR in den Westen zu fliehen. Die Grenzsoldaten sollen die Flüchtlinge stoppen - mit oder ohne Waffengewalt. Wer zu viele Flüchtlinge abschiesst, wird zuerst mit einem Orden ausgezeichnet, findet sich dann aber im Jahr 2000 auf der Anklagebank eines Mauerschützenprozesses wieder. Die Soldaten können aber auch selbst versuchen, aus der DDR zu fliehen.

    Das Spiel, das der Student Jens M. Stober an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe entwickelt hat, stiess im Vorfeld auf heftige Kritik. Opferverbände wie die Vereinigung der Opfer des Stalinismus und Historiker reagierten entsetzt. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, ob das Computerspiel gewaltverherrlichend ist. (rek/dapd)

    http://www.bernerzeitung.ch/digital/multimedia/Opferverbaende-entsetzt-ueber-DDRSpiel/story/17363598

  • Wulff unterschreibt Atomgesetze Berlin//10.12.2010

    Jetzt sind wir auf soviel Jahre fest in den Händen der Atomenergie und kommen da nicht raus, denn wir wurden verraten und verkauft.Was wurde uns die alternative Energie verkauft und jetzt ist die Atomindustrie die bessere Lösung. Frau Merkel ist doch in dem Fach gut gewesen und weiß doch auch was Atomkraft für Schaden anrichten kann. Dafür das sie unsere Kinder und Enkel so verschaukelt ist eine Frechheit. Tschernobyl ist garnicht so lange her und es gibt zu tausende Opfer, dem liefert sie uns mit ihrer Befehlspolitik aus. Geldgier kann alle ins Unglück bringen und die die dem zustimmen sind die Atomdinge nur oberflächlich wichtig.
    Aber ich denk für die obere Garde gibt es Bunker zum Schutz vor Strahlung. Heidi
    11772102,pd=2,h=300,w=620,10.12.2010
    Wulff unterschreibt Atomgesetze Berlin (dpa)
    - Der Bundespräsident hat in der Atom-Frage reinen Tisch gemacht: Wulff sieht keine Verfassungsbedenken gegen die längeren Laufzeiten und die Ausbootung der Länder. Die Opposition will nun nach Karlsruhe ziehen.
    Das Atomkraftwerk im hessischen Biblis ist eines der ältesten in Deutschland. © dpa
    SPD-Länder kündigten am Mittwochabend umgehend Verfassungsklage in Karlsruhe an, weil der Bundesrat umgangen wurde. Umweltschützer warfen Wulff vor, sich als "Präsident der Konzerne" geoutet zu haben. Nach dem grünen Licht aus dem Präsidialamt könnte es in Deutschland noch bis mindestens 2035 Strom aus Atomkraft geben. Das Staatsoberhaupt habe "nach intensiver und sorgfältiger Prüfung aller verfassungsrechtlichen Gesichtspunkte" die vier Gesetze des Energie- und Klimapakets der schwarz-gelben Regierungskoalition ausgefertigt, teilte das Bundespräsidialamt in Berlin mit.

    Die fünf SPD-geführten Länder Nordrhein-Westfalen, Rheinland- Pfalz, Bremen, Brandenburg und Berlin wollen nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Sie wehren sich dagegen, dass die Regierung die längeren Laufzeiten ohne Zustimmung des Bundesrates beschlossen hat - in dem Schwarz-Gelb keine Mehrheit mehr hat. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte in Mainz: "Wir haben immer gesagt: Wenn diese Gesetze in Kraft treten, dann klagen wir vor dem Bundesverfassungsgericht - und das werden wir jetzt tun."

    Nach dem schwarz-gelben Gesetzespaket können nun zum 1. Januar die längeren Atomlaufzeiten von durchschnittlich 12 Jahren für die 17 deutschen Kernkraftwerke in Kraft treten. Das gilt auch für die neue Kernbrennstoffsteuer, mit der die Regierung von den vier Atomkonzernen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall jährlich 2,3 Milliarden Euro kassieren will. Die Atomkraftgegner hatten bis zuletzt gehofft, Wulff werde seine Unterschrift verweigern. Das Präsidialamt erklärte: "Der Bundespräsident ist nach intensiver und sorgfältiger Prüfung aller verfassungsrechtlichen Gesichtspunkte zu dem Ergebnis gekommen, dass rechtliche Gründe einer Ausfertigung dieses Gesetzes nicht entgegen stehen."

    Der Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, kritisierte die Atom-Pläne scharf. Schuld sei aber nicht Wulff, sondern die schwarz-gelbe Bundesregierung. Nach Ansicht der meisten Verfassungsexperten hätte der Bundesrat dem Gesetz zustimmen müssen. Die SPD werde ihre Klage Anfang 2011 einreichen. "Ich bin optimistisch, dass wir das Gesetz damit zu Fall bringen können."

    Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth erklärte: "Bundespräsident Wulff geht ein hohes Risiko ein, wenn er ein Gesetz unterzeichnet, das verfassungsrechtlich mehr als bedenklich ist. Und es ist schon sehr fragwürdig, wenn ein Bundespräsident Wulff anders entscheidet, als es ein Ministerpräsident Wulff immer vertreten hat. Noch als niedersächsischer Regierungschef hatte er eine Zustimmung des Bundesrats und eine Mitsprache der Länder bei der Verlängerung der Atomlaufzeiten stets gefordert."

    Der Greenpeace-Experte Tobias Münchmeyer warf dem Präsidenten vor, sich als Präsident der Konzerne entpuppt zu haben. "Die endgültige Entscheidung fällt aber nicht in Berlin, sondern in Karlsruhe." Der Energieversorger EnBW begrüßte die Zustimmung Wulffs: "Nun haben wir diesbezüglich die notwendige Planungssicherheit, insofern sind wir zufrieden."

    Mit der bis 2016 befristeten Kernbrennstoffsteuer und dem neuen Klima- und Energiefonds will der Bund rund 30 Milliarden Euro - etwa 50 Prozent der erwarteten Zusatzgewinne der Konzerne aus den längeren Laufzeiten - abschöpfen. Weil die Konzerne die Aufwendungen als Betriebsausgaben absetzen können, fürchten Länder und Kommunen Ausfälle von jährlich 500 bis 600 Millionen Euro bei der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Stadtwerke fürchten, dass die Marktmacht der Stromriesen zementiert wird.

    Nach Ansicht der Regierung musste der Bundesrat den Gesetzen nicht zustimmen. Die Opposition betont dagegen, längere Laufzeiten bedeuteten Zusatzaufgaben für die Atomaufsicht in den Ländern, weil Nachrüstungen abgenommen werden müssten.

    Die längeren Laufzeiten für die Atommeiler waren besonders umstritten und ein Wahlkampfversprechen von Union und FDP. Die sieben bis 1980 ans Netz gegangenen Meiler sollen nun 8 Jahre Laufzeit mehr bekommen, die zehn übrigen 14 Jahre mehr. Die im Schnitt 12 Jahre längeren Laufzeiten könnten sich im Einzelfall deutlich nach hinten verschieben - je nach Drosselung, Stillstand und Übertragung von Reststrommengen. Rot-Grün hatte vor rund zehn Jahren entschieden, dass Deutschland etwa 2020/22 aus der Atomkraft aussteigt.

    Bei der Endlagersuche sind als letztes Mittel auch wieder Enteignungen vorgesehen, da einige Grundstücksbesitzer in Gorleben nicht verkaufen wollen und so der darunter liegende Salzstock nicht erkundet werden könnte. Die Regierung will in den nächsten Jahren prüfen lassen, ob der Salzstock in dem niedersächsischen Ort geeignet ist als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll.

  • Neuer Streit um Mauerschützen-Computerspiel//08.12.2010

    Ein Spiel welches repektlos den Opfern und deren Angehörigen gegenübersteht. An dieser Mauer sind viele Menschen erschossen worden. Man hat sie wie Wild abgeknallt und jeder Schütze ist belohnt worden für den Mord. Wo sind wir denn jetzt wenn wir solche Spiele zulassen? Denn mit Aufarbeitung hat das nichts zu tun.Es gibt soviel andere Themen die man als Computerspiel erstellen kann, aber nicht das Kapitel "Mauer". Meine Bitte an die opferverbände, geht dagegen vor. Geht einfach mal ins Mauermuseum am Checkpoint Charlie, da könnt ihr viel über die Mauer und Opfer erfahren. Heidi Stein

    Neuer Streit um Mauerschützen-Computerspiel — Von Mirko Hertrich – Stasi-Experte gegen Veröffentlichung von „1378 “

    7. Dezember 2010 | 16:35 Uhr

    Berlin/Karlsruhe (dapd-bwb). Der Stasi-Experte Hubertus Knabe hat die geplante Veröffentlichung des umstrittenen Computerspiels „1378 (km)“ erneut scharf kritisiert. Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen appellierte an die Verantwortlichen, das Spiel über den Schießbefehl an der früheren innerdeutsche Grenze „aus Respekt vor den Opfern“ nicht ins Internet zu stellen. Der Nachrichtenagentur dapd sagte Knabe am Dienstag, offenbar habe die Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe aus der Debatte vom Herbst nichts gelernt.

    Die ursprünglich für den 3. Oktober geplante Premiere war von den Verantwortlichen auf Freitag (10. Dezember) verschoben worden. Als Grund hatten sie die teils emotional aufgeladene Berichterstattung genannt. Kritiker wie Knabe hatten unter anderem bemängelt, durch das Spiel würden sich die Opfer der Todesgrenze oder deren Angehörige verletzt fühlen.

    Zwtl: Spieler sind „Republikflüchtlinge“ oder Grenzsoldaten

    Das Spiel mit dem Titel „1378 (km)“ ist angesiedelt im Jahr 1976, als es noch die DDR und die etwa 1.378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze mit Patrouillen und Selbstschussanlagen gab. Die Spieler teilen sich vor Spielbeginn in zwei Teams auf, spielen „Republikflüchtlinge“ oder Grenzsoldaten. Die Grenzsoldaten sollen die Flüchtlinge stoppen - mit oder ohne Waffengewalt.

    Mit dem ab 18 Jahre freigegebenen und nicht kommerziellen Spiel soll nach HfG-Angaben bei der jungen Generation das Interesse an der Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte geweckt werden. Themen wie Todesstreifen, Schießbefehl, Selbstschussanlagen, Republikflucht und die Verurteilung von Grenzsoldaten nach dem Fall der Mauer seien in das Spiel integriert.

    Zwtl: Sloterdijk kommt zur Premiere

    Die öffentliche Premiere des Spiels am Freitagabend im Lichthof HfG soll von einer Podiumsdiskussion begleitet werden, an dem auch HfG-Direktor Peter Sloterdijk und der 24-jährige Spielentwickler und Medienkunst-Student Jens Stober teilnehmen.

    Der Gedenkstättenleiter verwies darauf, dass er dem betreuenden Professor seinerzeit dringend geraten habe, mit Angehörigen und Opferverbänden zu sprechen, bevor über die Veröffentlichung des Spiels entschieden werde. Die Hochschule habe seinen Rat leider nicht befolgt. Auch zur geplanten Podiumsdiskussion seien weder Angehörige der Opfer noch Kritiker eingeladen.

    „Offenbar hat man Angst vor der Empörung, die das Spiel bei vielen Menschen ausgelöst hat“, sagte Knabe. Der Historiker hatte nach der für Oktober angekündigten Veröffentlichung die Staatsanwaltschaft um Prüfung gebeten, ob das Spiel den Tatbestand der Gewaltverherrlichung erfüllt.

    dapd/mio/ko /3

    http://www.boulevard-baden.de/lokales/nachrichten/2010/12/07/neuer-streit-um-mauerschutzen-computerspiel-von-mirko-hertrich-stasi-experte-gegen-veroffentlichung-von-%E2%80%9E1378-%E2%80%9C-sloterdijk-am-freitag-bei-vorstellung-in-karlsruhe-290894

  • Neuer Stasi-Fall bei den Linken//07.12.2010

    Und täglich grüßt das Murmeltier, oder jeden Tag neue Hiobsbotschaften der Stasi.
    Stasi ohne Ende(Aufarbeitung), keiner außer Opfer wollen Aufklärung, es waren soviel Verstrickungen und keiner will es gewesen sein unsere Geschichte wiederholt sich, erkennbar sind der Bezug zur Vergangenheit Deutschlands.

    Neuer Stasi-Fall bei den Linken

    Geschrieben am 04.12.2010

    Neubrandenburg (dapd-lmv). Neuer Stasi-Fall bei der Linken in Mecklenburg-Vorpommern: Die Vorsitzende des Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte, Elke Schoenfelder, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, wie der Kreisverband am Samstag mitteilte.

    Die 54-Jährige habe eingeräumt, dass sie den Delegierten des Kreisparteitages im Oktober bei der Vorstellung ihrer Biografie ihre inoffizielle Mitarbeit für das Ministerium für Staatssicherheit verschwiegen habe. Nun solle den Delegierten die Möglichkeit einer erneuten Befragung und Prüfung gegeben werden, bevor sich Schoenfelder einer erneuten Wahl stellen werde, erklärte der amtierende Linken-Kreis-Chef Dieter Kowalick.

    Neubrandenburgerin ist Mitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Heidrun Blum. Erst vor wenigen Tagen hatten Landesgeschäftsführerin Renate Malchow und Rostocks Ex-Kreis-Chef Wolfgang Leuchter Konsequenzen aus ihrer Vergangenheit als Inoffizieller Mitarbeiter gezogen.

    http://www.ostseeblick-nienhagen.de/news/1291455311-neuer-stasi-fall-bei-den-linken/

    http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=14915180.html

  • Auffällige Lücken in Rudens Personalakte//06.12.2010

    Na da haben wir es ja schriftlich, dass man die Leute nie geprüft hat. Erst nachdem so einiges rauskommt, dann wird gehandelt, aber in der Zeit konnte viel Schaden angerichtet werden. Wie zum Beispiel Akten verschwinden zu lassen. Selbst hatte ich mit Herrn Ruden zu tun und ihn auch gebeten einen schnelleren Akteneinsichttermin zu erwirken, heute weiß ich das es der Falsche war dem ich mich anvertraute und auf den ich gebaut habe. Und solche Geschichten geschehen Tag für Tag in der ehemaligen DDR. Es sind noch zu viele "Stasis" unerkannt und in Positionen wo sie Schaden anrichten können und auch werden.Wann werden die Regierenden da mal was ändern?
    Hier ein Foto von Herrn Ruden und mir in Magdeburg bei einer Ausstellungseröffnung 2009
    Und Braunschweig am 07.11.2008 024

    Ex-Stasi-Beauftragter offenbar nie auf Stasi-Zusammenarbeit überprüft

    Auffällige Lücken in Rudens Personalakte

    Von Winfried Borchert

    Die einstige Berufung des im Juni entlassenen Stasi-Landesbeauftragten Gerhard Ruden (CDU) im Jahr 2005 ist offenbar durch schwere Versäumnisse im Justizministerium begünstigt worden. So hatte das Ministerium Ruden vorschriftswidrig nicht einmal auf frühere Stasi-Zusammenarbeit hin überprüft.

    Magdeburg. Im März war bekannt geworden, dass Ruden im Jahr 1968 als Student seinen Schulfreund Heiko von der Heyde in einem Stasi-Verhör schwer belastet hatte. Von der Heyde war 1968 wegen staatskritischer Reden beim Bier in Magdeburg vom DDR-Geheimdienst verhaftet worden. Ruden, zum Verhör geladen, plauderte gegenüber der Stasi, der Schulfreund habe nach Westdeutschland flüchten wollen. 1969 wurde von der Heyde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

    Von der Volksstimme im März 2010 mit dem Vernehmungsprotokoll konfrontiert, räumte Ruden ein, der Freund habe wegen seiner Aussage wohl "ein halbes Jahr zusätzlich" bekommen.

    Wie konnte so einer Stasi-Landesbeauftragter werden, fragten sich viele, nachdem Ruden wegen des Falles und seiner Rechtfertigungsversuche ("Wenn einer verhaftet wird, hat er selbst schuld daran") im Juni entlassen worden war. Jetzt zeigte sich: Sachsen-Anhalts Justizministerium als vorgesetzte Behörde hatte Ruden vor seiner Wahl durch den Landtag nicht überprüft. "Die im Ministerium geführte Personalakte von Herrn Ruden weist ungewöhnliche Lücken auf, die es bei einem Beamten nicht geben dürfte", sagte ein Insider der Volksstimme. Es fehle die vorgeschriebene Erklärung von Ruden, nicht für die Stasi gearbeitet zu haben. Ebenso gebe es keine Auskunft der Birthler-Behörde über eine etwaige Zusammenarbeit Rudens mit der Stasi. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre die Birthler-Behörde bei einer Anfrage auf das belastende Vernehmungsprotokoll gestoßen. Der Landtag hätte Ruden in diesem Fall wohl kaum gewählt", sagte der Kenner.

    Der Volksstimme vorliegende Unterlagen bestätigen die Information. Daraus wird zudem deutlich, dass weitere Unterlagen fehlen, die für Beamte Standard sind: der Hinweis auf die Verschwiegenheitspflicht nach den beamtenrechtlichen Vorschriften, ein Nachweis über den geleisteten Diensteid sowie Angaben über Rudens wirtschaftliche Verhältnisse, Ämter und Funktionen vor der Wende, ebenso die Anerkennung von Vordienstzeiten.

    An diesen Lücken hatte bei Rudens Wahl vor fünfeinhalb Jahren, Justizminister war damals Curt Becker (CDU), im Justizministerium offenbar niemand Anstoß genommen. Auch nachdem Becker im April 2006 von Angela Kolb (SPD) abgelöst worden war, änderte sich daran nichts.

    Erst als die Staatskanzlei sich 2010 mit der Akte beschäftigte, traten die Versäumnisse zutage. Ein leitender Beamter der Staatskanzlei wies im April das Justizministerium schriftlich darauf hin, bei der Neubesetzung der Stelle alle notwendigen Papiere "rechtzeitig einzuholen".

    Gestern lehnte die Staatskanzlei auf Nachfrage eine Stellungnahme ab und verwies auf das Justizministerium. Dessen Sprecher Thomas Wünsch bestritt zunächst, dass es Versäumnisse gebe. Auf die Frage nach notwendigen Nachweisen Rudens sagte er: "Man geht davon aus, dass alles so stattgefunden hat. Außerdem ist Herr Ruden mehrfach als CDU-Landtagsabgeordneter (er saß von 2002 bis 2005 im Parlament) überprüft worden", sagte Wünsch. Detailliert könne man das aber nicht belegen, weil "im Moment niemand im Hause an die Akten herankommt. Das gesamte Personalreferat befindet sich auf einer Führungskräfteklausur." Für Montag kündigte er eine ausführliche Stellungnahme an.

    Während Ruden gegen den Rauswurf klagt, fehlen auch bei seinem gewählten Nachfolger Ulrich Stockmann (SPD) wichtige Unterlagen. Wünsch bestätigte: "Von der Birthler-Behörde haben wir noch keine Auskunft auf unsere Anfrage zu Herrn Stockmann." Wann die Anfrage gestellt wurde, lasse sich nicht sagen.

    http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt/?em_cnt=1884071

  • Heut abend im TV der Niederlande//03.12.2010

    Bild von Dirk aus England,28.11.2010

    www.vermist.nl, wird heute abend über den Fall des vermissten Dirk berichten.
    Morgen kann man dann unter dem Link die Sendung sehen.
    Grund dafür war ein Anruf bei mir, dass man Dirk in den Niederlande vermutet. Anonym hat man mir das mitgeteilt, dass er da arbeitet oder da lebt. Nun mal sehen wie das Ergebnis sein wird.
    Ich danke allen die mir bei den Aktionen helfen und sich für die Suche mit einsetzen. Ihr seid alle umarmt und liebe vorweihnachtliche Grüße von mir.

    Bild 2.von Dirk 28.11.2010

  • Skandal und Kinderhandel in der DDR//02.12.2010

    Oft habe ich über die Methoden der Stasi und dem organisierten Kinderhandel in der ehemaligen DDR geschrieben und die damaligen Machenschaften angeprangert. Heut wurde ich von zwei Journalisten auf einen Titel im Spiegel aufmerksam gemacht. Ich werde diesen Titel jetzt nicht kommentieren, aber mein Inneres ist total aufgewühlt. Dies ist allerdings kein Einzelfall, es sind mir soviele und ähnliche Fälle bekannt geworden, dass mich ein Grauen überwöltigt. Was haben dies Menschen,meißt auch Mütter und Väter den Familien angetan?
    Es ist in der deutsch/deutschen Geschichte eines der dunkelsten Kapitel und es kann sich keiner der Mitverantwortlichen rausreden, wir wußten dass nicht. Das haben sie sehr wohl gewußt und im Namen des DDR-Volks gehandelt. Lesen Sie den Artikel und machen Sie sich ein eigenes Bild. Das war Horror. Heidi

    Kindstod in der DDR
    "Es ist, als habe es meine Mädchen nie gegeben"
    Von Annette Langer

    Ute L.s Zwillingstöchter sollen kurz nach der Geburt in der DDR gestorben sein. Doch die Mutter hat die Leichen nie gesehen, es gibt kein Grab und keine Totenscheine. Wurden die Kinder für tot erklärt und heimlich von der Stasi zur Adoption freigegeben? Eine Spurensuche.

    Am Anfang waren zwei Sterbeurkunden und unzählige Fragen. Als die Mecklenburgerin Ute L. das erste Mal SPIEGEL ONLINE kontaktiert, weiß sie selbst nicht so recht, was sie sich erhofft: "Vielleicht bin ich ja verrückt und bilde mir das alles nur ein?", fragt sie unsicher und erzählt dann die Geschichte ihrer "beiden Mädchen", Katja und Claudia, die nicht mehr leben oder vielleicht doch, irgendwo, aber nicht bei ihr.

    Die DDR im Jahr 1981:

    Im Ministerium für Staatssicherheit wird fieberhaft die Rückkehr von Kanzlerspion Günter Guillaume aus westdeutscher Haft nach Ost-Berlin vorbereitet.
    Im April kommt Bürgerrechtler Matthias Domaschk unter ungeklärten Umständen in Stasi-Untersuchungshaft zu Tode.
    Nur zwei Monate später wird Werner Teske, Hauptmann im Ministerium für Staatssicherheit (MfS), wegen Landesverrats per Kopfschuss hingerichtet - ohne Vorwarnung und von hinten, wie es in der DDR üblich war.

    Große Politik mit brutalen Nebenwirkungen - doch Ute L. aus Warnemünde hat damals andere Probleme. Die 21-Jährige ist schwanger, es gibt Komplikationen. In der 28. Woche wird sie in die Frauenklinik des Bezirkskrankenhauses Wismar gebracht, wegen vorzeitigen Blasensprungs und Verdachts auf Plazenta-Ablösung.

    Erst dort erfährt die junge Studentin, dass sie Zwillinge erwartet. Sie harrt aus, in der 31. Schwangerschaftswoche greifen die Mediziner zum Skalpell: L. wird unter Vollnarkose per Kaiserschnitt entbunden. "Es sind zwei Puppen", sagt der Arzt. "Es ist alles in Ordnung."

    Ute hört ihre Mädchen noch schreien, dann werden sie weggebracht. Die junge Mutter liegt allein und benommen in einem Zimmer, wird untersucht, bekommt Medikamente und dämmert vor sich hin. Ihr Mann Hartmut darf nicht zu ihr. "Ich war verwirrt, betäubt von Schmerzmitteln. Eine Frau hielt mir ein Schriftstück unter die Nase. Ich habe es unterzeichnet, keine Ahnung was da stand." Dann kommt die erste Hiobsbotschaft: "Katja ist tot, sie hat es nicht geschafft." Nur einen Tag später stirbt auch Claudia, die Erstgeborene, Kräftigere, die immerhin 1450 Gramm auf die Waage gebracht und selbständig geatmet hatte.

    Die Eltern sind wie gelähmt. Niemand erklärt ihnen, warum die Kinder starben, niemand führt sie zu den Leichen, um Abschied zu nehmen. "Sie können noch viele Kinder bekommen", tröstet der Arzt und entlässt L. in ihr altes Leben. Sie stellt keine Fragen, nach dem Grab oder dem Obduktionsbericht, auch nicht nach ihrem offenbar verlorengegangenen Mutterpass. "Ich wollte einfach nur raus aus dem Krankenhaus", sagt L. heute und wischt sich die Tränen von der Wange. "Man hat uns gesagt, wir kümmern uns um alles."

    "Die Weißkittel waren heilige Kühe"

    L. ist eine kleine, freundliche Person mit konzentriertem Blick und einer Brille, die sie strenger aussehen lässt, als sie ist. Eine gestandene Geschäftsfrau, vernünftig und geerdet, doch wenn es um ihre Zwillinge geht, wird sie ängstlich und sucht den Blick ihres Mannes. "Wir hatten keine Lebenserfahrung, für uns waren die Weißkittel wie heilige Kühe, die nur Rechtes tun", sagt Hartmut L. finster und schaut auf die Felder, die sich jenseits seines Wintergartens bis zum Horizont ziehen.

    Gemeinsam holte das Paar die Geburts- und Sterbeurkunden ab, wunderte sich dann darüber, dass Ute trotzdem Stillgeld bekam. "Das stinkt zum Himmel", warnte die Großmutter, selbst Mutter von acht Kindern. "Es ist bestimmt alles hundertprozentig korrekt gelaufen", versicherte die behandelnde Frauenärztin.

    Die ersten Zweifel waren gesät, doch das Leben ging weiter. Ute bekam weitere Kinder, zwei Söhne, wohlgeratene Jungs, die dem Vater heute im Geschäft zur Hand gehen. Doch es blieb eine Lücke. Eine Leere, die mit den Jahren nicht gefüllt wurde, sondern sich ausdehnte.

    In einschlägigen Blogs las L. von Zwangsadoptionen, bei denen Eltern aus politischen Gründen die Kinder weggenommen worden waren. Sie entdeckte Berichte über sehr junge Mütter, die in der DDR Zwillinge gebaren, von denen einer oder beide für tot erklärt, aber in Wahrheit an regimetreue Parteigenossen "verschenkt" wurde. Gezielt seien solche Kinder per Kaiserschnitt entbunden worden, um die Mutter dann noch unter Narkoseeinfluss dazu zu bringen, eine Erklärung zu unterschreiben und den Säugling dann fortzuschaffen, hieß es. Wie bei mir, dachte Ute.

    In Sendungen wie "Nur die Liebe zählt" oder der "Oliver Geißen Show" sah sie, wie von der Partei auseinandergerissene Familien nach vielen Jahren wieder zueinander fanden. "Wir waren regimekritisch, aber nicht aktiv", sagt Ehemann Hartmut, ein großer, gutmütiger Mann. Das Paar habe zur katholischen Minderheit in der DDR gezählt, sich in Kreisen bewegt, die der SED traditionell skeptisch gegenüberstanden. Es gab Bekannte, die Ausreiseanträge stellten, einen engagierten Pfarrer, den die Staatssicherheit im Visier hatte. Da war der Freund, einst talentierter Leistungssportler, dem man in Bautzen in Haft die Achillessehne durchtrennte, um ihm eine Lektion zu erteilen.

    Schließlich die seltsame Geschichte mit dem Autounfall, 1980, als Ute, Hartmut und die Schwiegereltern gegen einen Baum fuhren. Alle Beteiligten kamen mit leichten Verletzungen davon. Doch noch im Krankenhaus bekam Ute mehrmals Besuch von einem Polizisten, der sie aufforderte, gegen ihren damaligen Verlobten Strafanzeige zu erstatten. Sie weigerte sich. Dennoch wurde Hartmut wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt und zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem wurde er exmatrikuliert. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die Zwillinge an Stasi-Hardliner gegeben wurden - als Geschenk für ihre Systemtreue", sagt er heute. "Ich traue das dem System zu."

    Auf der Suche nach Beweisen

    Dass es politisch motivierten Kindesentzug in der DDR gab, ist bekannt. Der SPIEGEL sorgte mit ersten Artikeln über Zwangsadoptionen Mitte der siebziger Jahre für Furore und Irritationen im Verhältnis zwischen Bonn und Ost-Berlin. Anfang der neunziger Jahre wurde in Berlin eine Clearingstelle zur Aufarbeitung von Zwangsadoptionen eingerichtet, die sieben solcher Fälle dokumentierte. Die Dunkelziffer ist naturgemäß schwer zu schätzen.

    "Mir sind 142 Fälle bekannt, in denen Angehörige an der offiziellen Diagnose Säuglingstod zweifeln, in fünf Fällen haben sich von staatlicher Seite getrennte Zwillinge wiedergefunden", berichtet Katrin Behr, die die Vermissten-Suchseite zwangsadoptierte-kinder.de betreibt.

    Marie-Luise Warnecke hat für ihre Doktorarbeit neun mutmaßliche Fälle von Zwangsadoptionen in der DDR untersucht. In nur fünf Fällen konnten die Vermutungen bestätigt werden. Trotzdem sei es "ein himmelschreiendes Unrecht, eine Ungeheuerlichkeit, die jeden in seinen Grundfesten erschüttern sollte", so die Wissenschaftlerin. Niemand wisse, wie viele Unterlagen noch kurz nach dem Mauerfall vernichtet wurden. "Zwangsadoptionen waren sicher nicht an der Tagesordnung, aber sie waren ein Druckmittel."

    Familie L. mangelte es vor allem an einem: Beweisen. Eine Sprecherin der Adoptionsvermittlungsstelle der Hansestadt Wismar und Nordwestmecklenburg erklärte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, es seien keine Unterlagen vorhanden, in denen das Geburtsdatum oder die Namen der Zwillinge auftauchten. Auch in den Stasi-Unterlagen der Familie fand sich kein Hinweis auf staatlich angeordneten Kindesentzug.

    Aber wo waren die Totenscheine, die es in der DDR in der Regel in vierfacher Ausführung gab? Eine Mitarbeiterin im Jugendamt Wismar zeigte sich verwirrt. Zwei laufende Nummern aus dem betreffenden Zeitraum seien vergeben worden - von den Totenscheinen selbst gebe es aber keine Spur. "Das ist seltsam", sagte die Beamtin. Auch im Standesamt konnte man sich das Fehlen der Unterlagen nicht erklären.

    Bereits am 18. August 1981 hatte der zuständige Kreisarzt das Referat Mutter und Kind in Wismar aufgefordert, ihm endlich die Totenscheine der Zwillinge L. zukommen zu lassen. Die Kommission zur Senkung der Säuglingssterblichkeit benötige die Unterlagen umgehend, heißt es in dem Schreiben.

    Ute L. bekam 2008 die Epikrisen, abschließende Berichte über den Tod der Zwillinge, vom Hanse-Klinikum Wismar auf Anfrage zugeschickt. Demnach wurde beiden ein Atemnotsyndrom unterschiedlicher Schwere attestiert - bei Frühgeborenen aufgrund der Unreife der Lungen keine Seltenheit. Sie seien abgesaugt, mit Sauerstoff versorgt und nach akuter Verschlechterung an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden, hieß es. Vergeblich. Katja L. starb einen Tag, ihre Schwester zwei Tage nach der Geburt an Herzversagen. Eigentümlich: Bei der anschließenden Sektion wurde bei beiden Säuglingen eine "bohnengroße subependymale Hirnblutung im Bereich des rechten Hirnseitenventrikels" festgestellt - gleich groß und an genau derselben Stelle, ein unwahrscheinlicher Zufall.

    Der Autopsiebericht der Zwillinge musste gefunden werden. Im Hanse-Klinikum Wismar ließ man sich lange bitten und lud dann zum Gespräch mit dem heutigen ärztlichen Direktor Lothar Wöstenberg und zwei seiner Kollegen. "Es sieht so aus, als sei alles mit rechten Dingen zugegangen", sagte der Doktor und händigte Obduktionsberichte, Infusions- und Pflegeprotokolle sowie OP-Berichte zu dem Fall aus.

    Die Berichte sehen authentisch aus. Allerdings weisen die Pflegeprotokolle beider Mädchen zwischen fünf und acht Uhr morgens Lücken auf - es scheint, dass in dieser Zeit die stündliche Betreuung ausgesetzt wurde.

    "Eine neurotische oder psychotische Reaktion der Mutter"

    Dank der Unterlagen konnte der Arzt gefunden werden, der damals das Autopsieprotokoll unterschrieb. Er machte im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE keinen Hehl daraus, was er von der Vermutung halte, dass die Kinder womöglich zwangsadoptiert wurden: "Das würde bedeuten, dass wir unter Zwang oder Druck ein Autopsieprotokoll gefälscht hätten - das halte ich für vollkommen ausgeschlossen", so der Arzt*.

    Es hält die Mutmaßungen von Ute L. für "eine Zwangsvorstellung, eine neurotische oder psychotische Reaktion der Mutter. Sie täte gut daran, sich in psychologische Behandlung zu begeben." Frau L. sei garantiert befragt worden, was mit den Leichen passieren solle, und sie habe auch eine Erklärung unterschreiben müssen - "ohne die ging kein Leichnam aus der Pathologie raus", so der Rentner.

    Allein, keiner weiß, wo die Zwillinge begraben sind. Die Schweriner Firma Hennig, ehemals VEB Grünanlagen, hatte einen Vertretungsvertrag für die Leichen aus der Pathologie Schwerin. Auf Anfrage teilte das Unternehmen mit, es seien keine Unterlagen zu den Zwillingen im komplett erhaltenden Archiv gefunden worden, auch nicht im Krematorium. Dieselbe Antwort kam von der Friedhofsverwaltung Wismar. Wurden die Kinder anonym auf der sogenannten "grünen Wiese" bestattet? Selbst wenn es so war - auch darüber müsste es Unterlagen geben.

    "Ich dachte, irgendwann stehen sie vor der Tür und alles stellt sich als ein großes Missverständnis, eine Verwechslung heraus", sagt Ute L. "Dann wieder denke ich, das ist unmöglich, so etwas tun Menschen nicht. Aber sie tun es eben doch."

    * Name ist der Redaktion bekannt

    © SPIEGEL ONLINE 2010

  • DDR-Hauptfeind übernimmt Birthler-Erbe//01.11.2010

    Stasiakten 13.07.2010
    Hier wird mal ehrlich gehandelt und ich hoffe Roland Jahn kann einen anderen neuen,frischen 'Wind in die Behörde bringen und auch den dort angestellten Stasileuten auf die Finger schauen und bei Bedarf hauen. Viel Material wurde vernichtet zu viel. Als ich nach der Grenzöffnung in der Mielke Zentrale war, hat mein Mann und ich sehen können wie Lastwagen mit Akten beladen fortgefahren wurden. Damal wurde das Durcheinander und das Unwissen der DDR-Leute, für solche Dinge genutzt. Denn wie kamen die Rosenholz-Akten nach Amerika, oder andere Akten nach Rumänien. Viele Stasileute haben in ihrem Keller oder Boden noch Akten mit für sie belastendes Material, aber wie ihr wißt ist ja nun mal alles verjährt und es war kein Krieg, dass man die Leute vors Kriegsgericht bringt. Nein sie lachen uns Opfer aus oder verherrlichen die DDR.
    Bild von Dirk aus England,28.11.2010
    Am Freitag wird über Dirk in den Niederlanden berichtet bei einer Vermisstensendung, ich werde Euch darüber berichten.http://www.vermist.nl/

    30. November 2010

    Berlin - Roland Jahn war ein Hauptfeind des DDR-Regimes. Der Mitbegründer der Jenaer Friedensbewegung forderte durch Protestaktionen immer wieder die Behörden der DDR heraus. Nach politischer Verfolgung und Verhaftungen wurde Jahn 1983 zwangsausgebürgert. Von West-Berlin organisierte er danach die Unterstützung der DDR-Opposition. Jetzt soll der 57-jährige Journalist Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde werden und damit die Nachfolge von Marianne Birthler antreten, deren Mandat im März 2011 ausläuft.

    Der am 14. Juli 1953 in Jena (Thüringen) geborene Jahn arbeitete seit 1974 in oppositionellen Gruppen. Sein 1975 begonnenes Studiums der Wirtschaftswissenschaften konnte er nicht beenden, weil er gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermanns protestierte und bei Wahlen die Wahlkabine benutzte. Er wurde 1977 "zur Bewährung" zu Carl Zeiss Jena als Transportarbeiter versetzt. In den Folgejahren setzt sich Jahn gegen Bildungsverbote und Militarisierung in der DDR ein.

    Mit seinen Sympathiebekundungen für die 1980 gegründete polnische Solidarnosc zog Jahn endgültig den Blick der Stasi auf sich. Am 1. September 1982, gut neun Monate nach der Ausrufung des Kriegsrechts in Polen, wird er zum wiederholten Male festgenommen. Unter dem Eindruck der Gewerkschaftserfolge in Polen machte das DDR-Regime kurzen Prozess. Jahn wurde wegen Missachtung staatlicher Symbole zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt. Nach vorzeitiger Entlassung und erneuten regimekritischen Aktionen wurde er 1983 ausgebürgert und in den Westen abgeschoben.

    Seit 1991 ist Jahn Redakteur beim ARD-Politikmagazin "Kontraste". 1996 kam der Bürgerrechtler in den Beirat der Robert-Havemann-Gesellschaft, seit 1999 ist er im Fachbeirat der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur tätig. 1998 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

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