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Archiv der Einträge: August, 2010
  • Festakt zu 20 Jahre Einigungsvertrag in Berlin//31.08.2010

    Festakt zu 20 Jahre Einigungsvertrag in Berlin
    Berlin (dpa) - Mit einem Festakt in Berlin erinnert die Bundesregierung heute an die Unterzeichnung des Einigungsvertrages vor genau 20 Jahren. 1990 waren die Grundlagen der deutschen Einheit in nur wenigen Wochen ausgehandelt worden.
    Einigungsvertrag,31.08.2010
    © dpa
    Zur Veranstaltung am historischen Ort im Kronprinzenpalais Unter den Linden werden auch Zeitzeugen, darunter der damalige FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher und der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière, erwartet. Das Wort ergreifen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière (beide CDU). Zum Abschluss soll eine Gedenktafel enthüllt werden.

    Am 31. August 1990 unterzeichneten die Verhandlungsführer der beiden deutschen Staaten, der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und DDR-Staatssekretär Günther Krause, im Kronprinzenpalais den Vertrag, der samt Anlagen auf mehr als 1000 Seiten die Vereinigung bis ins Detail regelte. Nach der bereits in Kraft getretenen Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion war damit die entscheidende Voraussetzung für den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 geschaffen.

  • Petition//30.08.2010

    Lange habe ich gefeilt um die Sache verständlich und richtig zu machen. Morgen dann werde ich diese Petition im Bundestag als I-Petition einbringen, sobald ich da ein Aktenzeichen habe werde ich Euch informieren und hoffe das viele diese meine Forderungen unterschreiben.
    Heidi

    Petition

    Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an den Deutschen Bundestag zu wenden.
    Das ist ein verfassungsrechtlich verbrieftes Grundrecht in der Bundesrepublik Deutschland. In der Sprache des Parlamentes heißt jemand, der von diesem recht Gebrauch macht „Petent“ und die von ihm oder ihr beim Deutschen Bundestag eingereichte Bitte oder Beschwerde ist eine „Petition“. Zuständiger Parlamentsausschuss für die Behandlung von Petitionen ist im Deutschen Bundestag der „Petitionsausschuss“.

    Für meinen Sohn Dirk Schiller geboren am 13.06.1975,

    möchte ich folgende Forderungen an die Regierenden und Behörden stellen.
    Mit diesen Forderungen möchte ich Dirk’s Kinder- und Menschenechte und die Rechte als deutsche Mitbürgerin und Mutter einfordern.

    Mein Sohn wird seit dem 10.03.1979 vermisst, einige Ermittlungen in dem Fall sind, fadenscheinig, unklar und unwahr.
    Im Folgenden werde ich die Forderungen darstellen und dann definieren, diese Forderungen sollen auf dem Weg der Demokratie, demokratische Ermittlungen sein.

    - Ich fordere eine Neuaufnahme im Vermisstenfall Dirk Schiller
    - Ich fordere, dass die Polizeibehörden im Fall Dirk so ermitteln wie es dem heutigen Ermittlungsstandart bei Vermisstenfällen entspricht
    - Ich fordere für meinen Sohn Dirk Schiller, dass man sich nicht immer auf die Erst- und einzige Ermittlung bezieht, sondern auch die neuen Erkenntnisse aus den Stasi- und anderen Akten hinzuzieht
    - Ich fordere die Behörden auf, auch die Leute die in den Akten als Mitarbeiter der Behörden und der ehemaligen Stasi, zu befragen unter welchen Umständen sie solch falsche Angaben gemacht haben
    - Ich fordere, dass der Mann vom Innenministerium (Stasi bei uns im Sommer 1979 war) befragt wird, woher er über die Zeugen die an der Heimkehle waren (mit ihrem Moskwitsch) Bescheid wusste. Auch war er im Besitz einer Ermittlungsakte die er uns vorlegte, die aber nicht die aus Sangerhausen war
    - Diese 2 Zeugen haben den „Tatort“ verlassen und kurze Zeit danach das Land DDR nach Russland verlassen
    - Ich fordere unseren demokratischen Staat auf die Kinder- und Menschenrechtes meines Sohnes und mir zu berücksichtigen, was man in der DDR-Diktatur nicht gemacht hat
    - Auch der Fall Felix Tschöck sollte mit berücksichtigt werden, weil es auch ein Vermisstenfall aus der DDR ist. Das Kind Felix verschwand in Dresden vor einem Warenhaus im Jahr 1984, auch da ist der Zusammenhang zu Russland gegeben
    - Warum wurde der Fall Dirk „politisiert“, es handelt sich doch um einen Vermisstenfall

    Die Neuaufnahme ist nötig weil die Ermittlungsbehörde/Kriminalpolizei aus Sangerhausen,
    vor Ort eine Einzelvernehmung von meinem damaligen Mann, meiner Tochter Silvia und mir vorgenommen hat. Nach Akteneineinsicht vor 3 Jahren musste ich aber feststellen, dass diese Protokolle so nicht richtig waren weil ich im Schockzustand alles unterschrieben habe.

    Als Beispiel kann ich dazu nur benennen, dass ich das Protokoll von mir und Silvia nicht gelesen aber unterschrieben habe, der Name meiner Tochter war immer falsch geschrieben.
    Meine Tochter wird Silvia geschrieben, nicht wie aus den Unterlagen hervorgeht „Sylvia“.
    Dies wäre mir aufgefallen, wenn ich die Protokolle gelesen hätte.
    Ich wollte denen nicht die Fragen beantworten: „ wie war das Verhältnis ihres Mannes und ihrer Tochter zu Dirk?“, mir war es wichtig das ich da raus kam um Dirk zu suchen.
    Als nächstes habe ich die Bilder der Ermittler als falsch einzustufen, denn diese wurden erst Wochen später angefertigt, nicht aber am Tag des Verschwindens meines Sohnes.

    Laut Polizeibericht und Wetterberichtes von damals war dies ein verschneiter mit Sturm begleiteter Tag, wo auch an Hand des Schneesturms keine Spurensicherung möglich war.
    Bei der Suche nach Dirk war solch heftiger Schneesturm das man die Hand vor Augen nicht sah, dies ging dann den ganzen Tag so und es war kein Sonnenstrahl wie auf den Bildern, da.
    Nun aber zeigen die von der Ermittlungsbehörde gemachten Bilder für den Tag Sonne erkennbar auf. Und die Umgebung war schon mit Schneeschmelze sichtbar und der Bach und der nahe gelegene Fluss war ohne einer Eisschicht und Schnee.

    An dem Tag wo mein Sohn spurlos verschwand, waren heftige Schneestürme nach dem Dirk verschwunden war, der Bach an dem die Kinder spielten wurde von uns vorher kontrolliert und mit einer dicken Eisschicht versehen wo dann auch mindestens 10 Feuerwehrmänner draufstanden.

    Im Folgenden wird in den Akten auch immer wieder erwähnt, dass mein Sohn in einen nahe gelegenen Fluss gefallen sei, die Flussbezeichnungen sind immer wieder andere, mal ist es die Thyra, mal ist es die Helme. Dieser Fluss Thyra war damals seitlich zugefroren so dass meine Tochter und mein damaliger Mann am Rand lang laufen konnten um Dirk auch da zu suchen.
    Es war damals 1978/79 ein strenger Winter und in Niedersachsen und Schleswig Holstein, Katastrophe ausgerufen. Außerdem waren in den nächsten Orten wo dieser Fluss Thyra lang verläuft überall Wehre die alles Angeschwemmte aufgefangen haben. Auch hatte die Feuerwehr damals die nächsten Ortsfeuerwehren informiert, dass diese Gitter abgesucht wurden. Wenn Dirk in den Fluss Thyra gefallen wäre, hätte man ihn finden müssen.
    Außerdem kam ein Stasibeamter aus Halle an den Ort des Verschwindens von Dirk, wieso?
    Und wieso im Fall von Dirk, wenn es ein ganz normaler Vermisstenfall, mit der Option „Ertrinken“ war.

    Als nächster sehr wichtiger Punkt ist zu erwähnen, dass mir auf unserer Heimfahrt nach Görlitz, eingefallen war: dass ein Auto auf dem Parkplatz vor der Höhle fuhr woraus ein Paar stieg welches zum Höhleneingang ging und von da wieder zurück kam und vom Parkplatz wieder wegfuhr und nicht mehr nach Öffnung der Höhle zurückkam.
    In Görlitz haben wir dann diese Angaben der Kriminalpolizei mit der Bitte, diesen Hinweis das diese Leute Zeugen sein könnten die Dirk als Letzte gesehen haben, an die Ermittler in Sangerhausen mit den ersten Buchstaben des Fahrzeuges, weiterzugeben.

    Nach meiner Einsicht in diese Ermittlungsakte habe ich aber keinen Hinweis gefunden der an die Polizei Sangerhausen weitergeleitet wurde, auch hat der Ermittler Herr Sackewitz später gesagt er habe nie einen Hinweis auf diese Zeugen bekommen. Hier ist die Frage „WARUM“.

    Auch der damalige Staatsanwalt Dorsch hatte keinen Hinweis auf diese Zeugen erhalten, sonst hätte er ermittelt, sagte er mir in einem Gespräch gleich nach Grenzöffnung.

    All meine Anträge um eine Wiederaufnahme des Vermisstenfalles Dirk Schillers verliefen erfolglos, da man die manipulierte unvollständige Ermittlungsakte zum Gegenstand nahm und da keine neuerlichen Erkenntnisse fand, als diese Falsch – und Fehldarstellungen.

    Nach Ermittlungs- und Stasiakteneinsicht habe ich mich vergangenes Jahr noch mal mit meiner Anwältin an die Staatsanwaltschaft Magdeburg und die Generalanwaltschaft Naumburg gewandt. Sie ist eine sehr gute Anwältin die sich auch mit DDR-Recht auskennt und das Bundesverdienstkreuz am Bande in diesem Jahr verliehen bekommen hat. Es erfolgte von beiden Behörden eine Einstellung des Verfahrens. Man beachtete allerdings auch nicht die von uns recherchierten und in den Akten stehenden Angaben, es wird sich immer wieder auf das Erstprotokoll berufen, welches wie oben beschrieben so falsch und gefälscht war.

    Auch haben wir eine eidesstattliche Erklärung meiner Tochter Silvia zu den Angaben des Vermistseins ihres Bruders Dirk Schiller nachträglich beigefügt, welches in keiner Weise beachtet wurde. Hier steht auch immer wieder die Frage, warum will man den Fall nicht neu ermitteln, wen deckt man hier, warum hat uns die DDR als Politische verfolgt obwohl wir unseren Sohn über humane Organisationen in der BRD gesucht haben nachdem die DDR uns nicht helfen wollte.
    Meine Anwältin hat mir gesagt, dass auch sie nicht gegen die Altmachenschaften in den Amtsstuben der neuen Bundesländer ankommt, jedenfalls nicht nach Recht und Gesetz.
    Wie ist das in der demokratischen Bundesrepublik möglich?
    Ich kam aus einer Diktatur (DDR), die Menschen einsperrte die ein anderes Denken und Handeln hatten, die Menschen die den Staat über die Grenzen verlassen wollten hatte man abgeschossen wie Wild. Es wurde soviel Unrecht in dem Staat gegen die Menschen getan
    Obgleich der Staat sich als „demokratisch“ darstellte.

    Deshalb fordere ich für meinen Sohn Dirk Schiller, eine demokratische Aufklärung wie in einem Vermisstenfall entsprechend der Menschenwürde und Anerkennung aller Kinder- und Menschenrechte
    In Deutschland

    Warum hatte uns ein Mitarbeiter des Innenministerium (Stasi) zu Hause und persönlich aufgesucht und gesagt man habe alles getan um Dirk zu finden? Warum hatte er eine andere Ermittlungsakte als diese die mir jetzt vorliegt?
    Warum konnte er sagen: die Zeugen des von mir angegebenen Autos (Moskwitsch) seien gefunden worden, wollen aber mit uns nicht sprechen, hätten selbst 3 Kinder und sind nach Russland geflogen. Außerdem hätten diese Zeugen es nicht nötig ein Kind zu entführen.

    Wer hat den gesagt, ein Kind wurde entführt? Wir in der DDR damals lebend haben nie solch eine schwerwiegende Sache in Erwägung gezogen, so was gab es in der DDR nicht.

    Es wurde zum Beispiel in den Akten gefunden, dass eine Löschungsanfrage von Görlitz nach Berlin ging. In dieser Anfrage wurde angefragt wie man den Datensatz von Dirk Schiller löschen kann, der angeblich 1983 bei einem Urlaub in Ungarn vermisst wurde. Dirk ist seit dem 10.03.1979 vermisst, 1983 waren wir im Zuchthaus Bautzen II (wegen der Suche nach unserem Sohn). Diese Anfrage erfolgte 1988, warum?

    Löschung

    Der Beamte der diese Löschanfrage gestellt hatte konnte sich dann nach Grenzöffnung nicht mehr an die Sache so richtig erinnern, komisch.

    Auch wurde von einem Stasioberst Ullmann der Hinweis gegeben, dass man über das Fahrzeug der eventuellen Zeugen keine Auskunft an die Polizei geben solle. In der Stasiakte waren diese Angaben geschwärzt und auch für meine Anwältin nicht zugänglich, auch nicht nach Ihrer Beschwerde an die Birthlerbehörde. Man wolle es von Berlin prüfen lassen. WARUM?
    Liste von Oberst Ullmann,17.08.2010 18;32;26
    („Der Überprüfungsgrund ist in dieser Form nicht gegenüber der VP zu benennen.
    Bei möglicher Identifizierung sind keinerlei Maßnahmen einzuleiten. Fehlmeldung ist zu geben. Leiter der Abteilung Ullmann. Oberst“)

    In einer ergänzenden Akte der Bundesbehörde für Stasiunterlagen hat meine Anwältin und ich eingesehen und folgenden Vermerk der sog. Koordinierungsgruppe, Abt. 5 der Stasi vom 09.03.1989 in Bezug auf die Identifizierung eines KFZ, das zum Tatzeitpunkt festgestellt wurde, u. a. folgendes:

    Oberst Uhlmann,28.07.2010 12;31;31

    Warum????

    Es gibt also in der Vermisstensache Dirk Schiller soviel Fragen die noch zur Beantwortung offen stehen und durch eine neuerliche demokratische Ermittlung (nicht nach Altaktenlage), geklärt werden muss.
    Es erfordert natürlich viel Arbeit und Beachtung der von meiner Rechtsanwältin und mir recherchierten Dinge, aber hier geht es vor allem um einen vermissten Menschen, der die Rechte einer Demokratie in Anspruch nehmen darf und wenn er nicht, dann ich als seine Mutter.

    In vielen Fällen die mir auch durch Zwangsadoptionen aus der ehemaligen DDR bekannt sind, konnte ich die Menschenverachtung rausspüren. Auch erhielt ich Briefe von den Behörden die in den neuen Bundesländern den Fall Dirk bearbeiten, im Stil wie früher die SED- und Stasibeamten schrieben. Diesen Briefstil kenne ich von den Behörden den alten Bundesländern nicht. Dass in den neuen Bundesländern noch die alten Machenschaften in Entscheidungs- Ämtern sind ist ja bekannt. Dass diese Beamten und Mitarbeiter der Behörden nicht an der Aufklärung interessiert sind ist auch bekannt, deshalb ist es ja auch schwer um in Sachen Entführung (Vermistsein) und Zwangsadoptionen an Informationen zu kommen.
    Da wir aber jetzt in einem Rechtssystem leben, welches die Kinder- und Menschenrechte
    Wertet und schätzt, habe ich die Hoffnung dass die Forderungen für meinen Sohn und mich auch beachtet werden.

    Heidi Stein

  • Montags – Demonstration - - Kein IM als OB! –//29.08.2010

    Pressemitteilung

    Montags – Demonstration - - Kein IM als OB! –

    am 30. August 2010 um 18:00 Uhr in Potsdam

    Im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl in Potsdam rufen wir jene Potsdamer auf,

    ihren Unmut auszudrücken, die sich nicht damit einverstanden erklären können,

    dass ein ehemals hochrangiger SED-Kader und Stasi-Mitarbeiter, namens

    Hans-Jürgen Scharfenberg, die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam zu regieren

    gedenkt.

    Wir möchten ein Zeichen setzen und gerade der jungen Generation aufzeigen, dass

    Menschen, welche die Diktatur DDR vertreten haben und auch heute noch diese

    nicht als Unrechtsstaat anerkennen wollen, nicht in Regierungsämter gehören.

    Und wir wollen auch aufzeigen, dass Ministerpräsident Matthias Platzeck einen

    falschen, ja einen äußerst gefährlichen Weg geht, indem er die Partei "DIE

    LINKE", und somit auch Hans-Jürgen Scharfenberg, in die Regierungsverantwortung

    genommen hat.

    Diese Partei und deren Vertreter zeigen keinerlei Ambitionen, die Schuld, die

    sie auf sich geladen haben, auch nur im Geringsten einzugestehen, und daraus

    Konsequenzen zu ziehen.

    Wer fast durchweg führende SED-Mitarbeiter und Denunzianten, die im Auftrage des

    MfS tätig waren, aufstellt, der kann nicht erwarten, dass die Gesellschaft sich

    in Versöhnung übt.

    Sehr geehrte Potsdamer, zeigen Sie Haltung und schließen Sie sich unserem

    Protest an!

    Termin: 30. August 2010

    Folgetermine: 06. September und 13. September 2010

    Treffpunkt: jeweils ab 17:30 Uhr auf dem Vorplatz vom Nauener Tor

    Kundgebung: 18:00 Uhr

    Beginn des Zuges: ca. 18:30 Uhr

    Route: Nauener Tor - Wilhelmgalerie - Am Bassin - Gutenbergstraße - Nauener Tor

    Bürgerinitiative Politik für die Mitte

    Gegen Rot-Rot

    http://politikindermitte.wordpress.com/

    www.politik-in-der-mitte.de

  • SED-Opferverband: „CDU-Politiker verharmlost Unrechtsregime“//24.08.2010

    Auch ich empfinde diese Äußerung als Verhamlosung und uns Opfern gegenüber als eine Ohrfeige.
    Die DDR war ein Unrechtsstaat, wer Kindern die Eltern wegnimmt und Eltern die Kinder und das unter dem Siegel "politisch" der handelt nicht gerecht. Somit ist nur ein kleiner Teil des Unrechts beschrieben. Die anderen Unrechthandlungen sind allgemein bekannt und dürfen nicht verharmlost werden. Auch ich fordere hier im Namen vieler Opfer, eine Entschuldigung ein.
    heidi stein

    RL Pressemitteilung 23.08.2010

    +++ Die Medien sind freundlichst um Verbreitung gebeten +++

    Kritik an de Maiziere wegen DDR-Äußerungen

    SED-Opferverband: „CDU-Politiker verharmlost Unrechtsregime“

    Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) hat die Äußerungen des letzten DDR-Ministerpräsidenten de Maiziere kritisiert, wonach die DDR kein Unrechtsstaat gewesen sei. Der CDU-Politiker hatte diese Aussage in einem Interview gemacht. Der mitgliederstärkste SED-Opferverband bezeichnete de Maizieres Äußerung als verbale Entgleisung und forderte ihn zur Entschuldigung gegenüber den Opfern auf.

    Ronald Lässig, stellvertretender Bundesvorsitzender der VOS, erklärt:

    „Herr de Maiziere verharmlost die SED-Diktatur und versündigt sich damit an deren Opfern. Die DDR hat bekanntlich ihre Bevölkerung systematisch eingesperrt und bevormundet. Wer die Flucht wagte, wurde an Mauer und Stacheldraht erschossen oder eingesperrt. Wer das nicht als Unrechtsstaat deutlich benennt, leistet einen unrühmlichen Beitrag zur Ostalgie.“

    Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die Volkskammer der DDR heute vor 20 Jahren den Beitritt zur Bundesrepublik beschlossen hat. Aus diesem Anlass war de Maiziere von der Passauer Neuen Presse interviewt wurden.

    Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) wurde 1950 gegründet. Sie ist der größte und älteste Opferverband. Die VOS vereint bundesweit Tausende Opfer der SED-Diktatur und deren Sympathisanten.

    Ansprechpartner:

    Ronald Lässig, Pressesprecher der VOS

    Mobil: 0171 - 80 17 631

  • Und ewig schreibt die Stasi Autogramme//23.08.2010

    Ewiggestrige
    Und ewig schreibt die Stasi Autogramme
    20. August 2010 19.32 Uhr, Tomas Kittan
    Während sie ihr Buch präsentierten, ließen sich drei MfS-Offiziere vom Publikum wie Helden feiern.

    Ex-Stasi-Oberst Eichner (r, 71), und Ex-Generaloberst Großmann (2.v.r., 81), Ex-Spionage-Chef
    Foto und Text: Tomas Kittan
    Kittan1_2581915

    Mielkes alte Männer. Sie umarmten und küssten sich, feierten die Stasi. Sie trafen sich zur Präsentation des Buches „Konterspionage“. Und rechtfertigen dabei wieder einmal schamlos ihre Spitzelarbeit für das DDR-Regime.

    Stickige Luft am Donnerstag Abend im Foyer der Redaktion der „Jungen Welt“ in der Torstraße. Die Atmosphäre ist angespannt. Skeptisch, fast ängstlich sehen sich die Buchautoren im Publikum um: Mielke-Vize und Spionage-Chef Werner Großmann (81) und die beiden hohen Stasi-Funktionäre Gotthold Schramm (78) und Klaus Eichner (71). Haben sie Angst, von DDR-Opfern zur Rede gestellt zu werden?

    Nach einigen Minuten hellen sich die Mienen auf. Die Ewiggestrigen scheinen unter sich zu sein. Es hagelt immer Applaus, als sie die – wie sie sagen – Erfolgsbilanz der Stasi vorstellen.

    Danach konnte das MfS 5000 Spionageangriffe des Westens abwehren und 50 Abhöranlagen in neun DDR-Botschaften entdecken, allein zwölf Mikrofone 1979 in Rom. Schramm unter Beifall: „Wir waren Weltklasse!“ Und dann ruft er: „Für Verräter haben wir nur Verachtung.“

    Doch dann nimmt eine junge Zuhörerin allen Mut zusammen und bietet den greisen Herren Paroli. Sie fragt, warum man immer so zynisch von „ausgeschalteten Quellen“ spreche. Eichners Rechtfertigung: „Das ist eben Geheimdienstjargon“.

    Weitere kritische Fragen kommen nicht. Und so können die Autoren ungestört Autogramme schreiben.

    Äusserung
    De Maizière: DDR kein Unrechtsstaat
    Für den Ex-Ministerpräsidenten der DDR, Lothar de Maizière (CDU), war die DDR kein Unrechtsstaat.mehr

  • DDR-Symbole//20.08.2010

    auch ich bin gegen diese Verherrlichung der DDR ud ihrer einstigen Symbole und Orden. Auch das Honecker-Parfüm u.a. Dinge die für die ehemalige DDR auf den Mark gekommen, sind für uns Opfer eine unerträgliche Verhöhnung und Blosstellung. Wenn Unrecht noch mit Symbolen der DDR dargestellt wird als "naja, so schlimm was es doch nicht", dann kann ich nur auf die vielen Stasi- und Zersetzungsopfer hinweisen. Auch ich fordere ein Verbot solcher DDR verherrlichenden Dinge. heidi

    Die Bundesjustizministerin soll dafür alle rechtlichen Mittel prüfen, fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner in einem Brief an die Ministerin

    Ist diese Unterschrift der erste Schritt zum Verbot aller DDR-Symbole?

    19. August 2010 09.40 Uhr, BZ

    DDR-Symbole sollten endlich verboten werden. Das forderte der Spandauer CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner in der B.Z.. Und jetzt muss sich auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) mit dem Thema befassen.

    Denn Wegner schrieb ihr gestern einen zweiseitigen Brief (liegt der B.Z. vor.) Darin bittet er die Ministerin, alle "rechtlichen Mittel zu prüfen, die es möglich machen, das Zeigen und den Gebrauch von SED-Symbolen zu verhindern".Bislang werden die Symbole des Schießbefehl-Staates DDR (z.B. SED-Abzeichen, NVA-Mützen) wie Kirmes-Kitsch verramscht, etwa am Checkpoint Charlie. Wegner warnt in seinem Brief, dass die DDR "nicht als Modekult herhalten darf", denn: "Die DDR war weder lustig noch Kult - sie war im wahrsten Sinne des Wortes todernst", schrieb Wegner mit Blick auf die "zahlreichen Opfer" des DDR-Unrechtsstaates.

    Und weiter: "Im Strafgesetzbuch ist die Verherrlichung der nationalsozialistischen Diktatur unter Strafe gestellt. Eine ähnliche Regelung müssen wir auch für kommunistische Symbole finden, um die Opfer des SED-Regimes vor Verhöhnung und Verletzung zu schützen." Zugleich verweist Wegner auf eine Studie, nach der ein Großteil der 5000 befragten Schüler gravierende Wissenslücken bei der DDR-Geschichte aufwiesen. "Gerade vor diesem Hintergrund mangelnder schulischer Bildung halte ich ein Verbot von SED-Symbolen für geboten!"

    http://www.bz-berlin.de/archiv/ist-diese-unterschrift-der-erste-schritt-zum-verbot-aller-ddr-symbole-article952712.html

  • title-9209582

    Berlin 07.08.2009 001Berlin 07.08.2009 006 Berlin vor dem Bundestag 2009

    Hier möchte ich Euch nochmal meinen offnenen Brief an die Kanzlerin frau Dr. Merkel zeigen.
    Vergangenen Sommer hatte ich eine kleine Demo vor dem Bundestag in Berlin, wo ich auch die Fleyer mit dem offenen Brief an Frau Merkel verteilt habe.Dazu muß ich sagen, dass ich bis heut noch keine Antwort habe auf den offenen Brief. In der Angelegenheit werde ich aber weiter kämpfen.
    Bei meiner kleinen Demo, wo viele Besucher des Bundestages interessiert waren und sich die Geschichte um Dirk anhörten, hatte ich eine kleine Auseinandersetzung mit den Sicherheitsbeamten des Bundestages. Die sagten mir ich solle den Vorplatz beim Bundestag verlassen, eine Demo müßte angemeldet sein. Nunmehr hatte ich ja im Handgepäck die Fleyer und Infotafeln aufgestellt und übergab den Beamten einen Fleyer und meinte zu denen, sie können mich ja nochmal in 1 Stunde des Platzes verweisen. Nach einer Stunde kam dann auch ein Beamter und meinte, na das ist ja eine friedliche Demo und sehr ruhig vom Ablauf, wir sollten aber dann nur noch 1 Stunde dableiben. der Tipp von den Beamten war unter anderem für uns, wir sollten doch diese Demo vor dem im Hintergrund liegenden Kanzleramt demonstrieren. Berlin 07.08.2009 012Berlin 07.08.2009 014Berlin 07.08.2009 013
    Das taten wir dann auch und zogen da vor die Tür. Da gab ich dann auch den offenen Brief an die Kanzlerin persönlich ab. Meine Vermutung, bei der Demo vor dem Bundestag wurden wir von SAT1 begleitet, dass hat die Beamten abgehalten unsere friedliche DEMO zu zerstören.
    Euch noch einen schönen Abend. heidi

  • Unverschämtheiten der Staatsanwaltschaften Magdeburg und Naumburg

    .Liste von Oberst Ullmann,17.08.2010 18;32;26Oberst Uhlmann,28.07.2010 12;31;31
    Hier die Machtposition des Oberst Ullmann und die Aussage des Oberst Ullmann in der Stasiakte von mir

    Heute nur kurz einige Infos über die Geheimhaltung der Informationen die für Ermittlungen im Fall meines vermissten Sohnes so notwendig sind. Während unserer Urlaubsrückreise fiel mir ein das auf dem Parkplatz vor der Heimkehle/Harz wo Dirk vermisst war ein PKW Moskwitsch stand und die Insassen auch an den Höleneingang gingen, sie gingen dann zurück und kamen an dem Tag für mich erinnerbar nicht wieder. Diese Personen haben wir dann in Görlitz bei der Polizei als die letzten Zeugen angegeben. In dem Glauben die könnten ja Dirk gesehen haben und was darüber sagen.Auch wollten wir das diese wichtige Information an die Ermittlungsbehörde Polizei Sangerhausen geht. Was aber nicht geschah, denn in der Ermittlungsakte Sangerhausen ist darüber keine Meldung zu finden. Auch wußte nach der Grenzöffnung der damalige Ermittler nichts von den Zeugen, die Frage hier warum?
    In den Unterlagen oben konnte meine Anwältin und ich in der Stasiakte den Eintrag finden, der darauf hinweisst, dass die Sache vertuscht werden sollte und dies noch ein halbes Jahr vor Grenzöffnung. Also hat man bis vor dem Untergang der DDR noch viele Sachen vernalasst zu vertuschen.Und auch hier wieder die Frage nach dem WARUM? In der ganzen Sache stolpere ich auf soviel Widersprüche und falsche Aussagen oder die Vergesslichkeit der Polizeibeamten aus Görlitz. Ein Kind aus der Meldekartei zu streichen, heisst ja auch das Kind gab es nie.
    Aber wie schon in Vortexten auf dem Blog, habt Ihr ja die Geburtsurkunde von Dirk gesehen.
    Eine Schande wenn heutigen Staatsanwälten aus Magdeburg und Naumburg dazu nur einfällt, es kann nicht weiter ermittelt werden. Oder sind die Seilschaften noch so verstrickt, dass sie nicht wollen das aufgeklärt wird. Allen einen schönen Abend noch

  • title-9185891

    Liebe Blogleser, voller Entsetzen habe ich diesen Kommentar erhalten und ich möchte diesen in den Blog stellen. Hier könnt Ihr sehen mit was für Sachen ich noch zusätzlich belastet werde. Natürlich werde ich diesen Kommentar an die Behörden weiterleiten um den Heuchler zu enttarnen.Seine E-Mailadresse ist nicht stimmig und sowas hatten wir im Stasiopfer-Selbsthilfeverein schon öfter, mal nennt er sich Ratgeber Bernd, oder hat andere E-Mailadressen.Jetzt ist die E-Mailadresse:wahheit@linke.de
    Werde morgen auch bei den Linken nachfragen.
    leider weiß ich auch nicht was ein bitch ist.

    o codtumer (Besucher)
    o 2010-08-15 @ 18:25:55
    komm, du weisst doch genau das dein kind tot ist, vielleicht hast du es sogar selbst umgebracht. nun machste damit kohle und versuchst über alle wegen aufmerksamkeit zu kriegen um von dir abzulenken und drehst alles auf stasiopfer um noch mehr geld zu kriegen. du bist durchschaut. hoffentlich gibt dir, der möderin, niemand geld. schäm dich du bitch

    Meine Antwort auf diesen Kommentar
    kaiheidi1
    http://www.kaiheidi1.de.tl
    2010-08-15 @ 19:22:42

    Weißt du ich lass den Text mal drin, da ich für solch kranke Typen wie Dich kein Verständnis habe.
    Zunächst mußt Du mir mal schreiben, woher ich Geld bekomme?, bislang habe ich die Suche nach meinen Sohn selbst finanziert. Wenn du darüber Bescheid weißt, dass mein Sohn tod ist, dann gib mir Infos darüber, ich wäre dankbar darüber. Wie kommst Du darauf das ich eine Mörderin bin?, Dann müßte mein damaliger Mann und meine Tochter auch mit unter meiner Decke stecken. Du bist ja noch kranker als ich dachte, dass ein Mensch solch düstere Vermutung in einen Blog stellt zeigt mir ja Dein Krankheitsbild. Aber wie gesagt, wenn Du mehr weißt als ich in den letzten 31 Jahren ermittelt habe, gib Bescheid. Ich werde trotzdem Deinen verrückten Hinweis auf meine Person an die Behörden weitergeben. Heidi Stein

  • title-9185208

    alte Bilder, 03.08.2010 059alte Bilder, 03.08.2010 060Dirk-Suche 30 Jahre 008
    1.+2. Bild: Knast Niederschönhausen,3. Bild Ausstellung im Museum am Checkpoint Charlie

    Am Freitag-Abend habe ich an Herrn Putin geschrieben, da ich seine Adresse jetzt erhalten habe. Nunmehr warte ich auf eine Antwort. Am Samstag-Abend hat meine Freundin vom Mauermuseum angerufen und mir mitgeteilt, dass Sie das Schreiben in Sachen Dirk an den neuen Bundespräsidenten schon nach seiner Ernennung hingesandt hat und noch keine negative Antwort erhalten hat, also wird er es bearbeiten. Leider wird auch da wieder nur nach Aktenlage entschieden und es fehlen ja soviele Angaben und Akten aus Stasibeständen.
    Aber meine Freundin will mir auch dabei behilflich sein. Jetzt möchte ich schon mal alles an Infos für die Weltöffentlichkeit vorbereiten. Leider fehlt mir täglich der gewisse Motivationsschwung, es ist so sehr ermüdend wiedermal die Akten vorzunehmen um die schlampige Arbeit in Sachen eines vermissten Kindes nachzuweisen. jetzt will uns ein ehemaliger Richter helfen mal sehn wie er die Sache sieht. Es sind soviel Ungereimtheiten, wo auch die Fragen entstehen warum hatte die Stasi damit zu tun, warum wurden wir politisiert und soviel mehr. Durch die Nichtaufklärung bleien mir immer nur die Hoffnung und die Angst die Vergangenheit wieder vorzuholen und mich damit zu befassen. Habe ich eine Hürde genommen kommt die nächste es ist so grausam und da fühle ich so oft mit den Eltern und Kindern wo die Kinder einfach weggenommen wurden und wie Hilflosigkeit sich breit machen.
    Bei all der Recherche stoße ich immer wieder auf den Auffenthalt im Zuchthaus Bautzen II und bekomme Schweißausbrüche, es ist ein Trauma was nie losläßt.
    Euch allen einen schönen Restsonntag. Heidi

  • Im Stasi-Knast - Gefühle von Ohnmacht//13.08.2010

    Schöllkrippen 032Schöllkrippen 065 Herr Dr. Bomberg bei der Aktion in Schöllkrippen "Tag der vermissten Kinder, am 25.05.2010,Bild 2 mit Herrn Dr. Bomberg und Heidi Stein(Mutter eines vermissten Kindes,siehe Blog)http://www.kh-bomberg.de/

    Bei Kongressenund bei seiner Musik habe ich den Liedermacher Herrn Dr. Bomberg kennengelernt und seine Lieder drücken all das aus was auch ich empfinde. Ich danke Herrn Dr. Bomberg, dass er für all die Opfer die leiden und nicht erhört werden, da ist und hilft.
    Sei es durch Therapien oder seine Musik, er ist großartig. Natürlich habe ich von ihm einige CD's bekommen und höre diese öfter und habe da das Verständnis eines Menschen, der auch in Haft war und gelitten hat. Heidi

    Im Stasi-Knast - Gefühle von Ohnmacht

    Karl-Heinz Bomberg saß drei Monate in Stasihaft wegen seiner politischen Lieder. Heute behandelt der Arzt viele Opfer der Staatssicherheit psychotherapeutisch in seiner Praxis in Prenzlauer Berg. VON ULRIKE HEMPEL

    Die einen sind stark berührt, als Karl-Heinz Bomberg nach seinem Referat die Gitarre auspackt und seine Lieder und Texte vorträgt. Die anderen fühlen sich eher peinlich berührt: Der Arzt Bomberg hat zuvor über "ärztliche Erfahrungen mit traumatisierten Patienten und eigene Erlebnisse" gesprochen, und so mancher Medizinerkollege im Hörsaal West der Charité weiß mit dem Liedermacher Bomberg wenig anzufangen. Irgendwo gebe es ja schließlich Grenzen für das, was auf einem wissenschaftlichen Symposium üblich ist. In einem sind sich trotzdem alle einig: Mit seinem Wissen über Langzeitfolgen politischer Traumatisierung und Repression in der DDR ist Bomberg eine Koryphäe.

    Am Anfang dieser Karriere standen seine Lieder.

    "Die brachten mich 1984 für drei Monate in Stasiuntersuchungshaft", berichtet Bomberg. Er sitzt am Schreibtisch in seiner Praxis in Prenzlauer Berg in überholtem Möbelkombinat-Ambiente. Block und Stift liegen bereit, als würde er auch in diesem Augenblick ein Arzt-Patient-Gespräch führen. Alles an Bomberg ist extrem schmal: Gesicht, Nase, Schultern, Hände; das Haar ist seidig dünn, zurückhaltend der Bartwuchs. Die knochig-sparsame Physiognomie widerspricht seiner unmittelbaren, warmen Ausstrahlung. Ohne zu zögern greift er die Frage nach seiner Verhaftung am 29. Februar 1984 auf.

    Der Facharzt für Anästhesie hatte damals gerade einen Patienten untersucht, als er vom Städtischen Krankenhaus geradewegs ins Gefängnis gebracht wurde: "Die Inhaftierung und plötzliche Schutzlosigkeit waren ein Schock für mich", gesteht Bomberg. Er erinnert sich an das erste Verhör. Entkleidet stand er vor den Stasileuten, mit einer Nummer versehen. "Das war schmerzhaft und hat auch etwas Schamhaftes." Ebenso wie die Auswirkungen des psychologischen Krieges, den die Stasileute in der U-Haft gegen Bomberg führten: Er sollte zugeben, ein Staatsfeind der DDR zu sein.

    Quälende Selbstvorwürfe, Ungewissheit und Ohnmachtsgefühle: "Ich saß in der stickigen Zelle, ohne Tageslicht. Einmal täglich durfte ich für 20 Minuten raus, Runden laufen, in einem Käfig." Eine bedrückende Erinnerung, wie er berichtet: "Jenseits von menschlichem Zuspruch ist man ausschließlich auf sein Inneres angewiesen, eine Erfahrung, die man nur im Gefängnis oder in ähnlichen Extremsituationen macht."

    Manchmal gab es aber auch Momente, da war er stolz auf sich. "Denn ich habe nur die Wahrheit gesagt und gesungen!", versichert Bomberg und zitiert eine Strophe aus dem Lied "Von langer Hand":

    "Aber bleibt es, wie es ist,

    dann wirds dem Volk am End zu trist.

    Die Regierer dann krakeeln:

    Ein neues Volk sollt man sich wähln?

    Wenn drauf das Volk von dannen zieht,

    der Staatschef vor dem Throne kniet:

    Bitte lasst mich nicht im Stich,

    denn Arbeitskräfte brauche ich!"

    Von der Stasi wurde Bomberg als operativer Vorgang "Sänger" geführt, schon im Jahr 1982 erteilte man ihm als "feindlich-negative Kraft" - wie ihn die Stasi in einem Schreiben an das Politbüro der SED bezeichnete - ein Auftrittsverbot. Was ihn nicht davon abhielt, sich in der Gethsemanekirche mit dem inhaftierten Liedermacher Stephan Krawczyk zu solidarisieren und dessen Freilassung in einem Protestbrief an Genossen Erich Honecker persönlich zu fordern. Das und seine kritischen Lieder, die er trotz des Aufführungsverbots weiterhin sang, galten als blanke Provokation.

    Einer Bekannten gab er nach einem Konzert treuherzig ein Demoband mit seinen, wie er sagt, "Überlebenssongs, um mit der Realität klarzukommen" - zum Veröffentlichen im Westen. Mit diesem Band fand die Stasi endlich Beweis und Vorwand: Der Arzt und Liedermacher wurde wegen "staatsfeindlicher Hetze" verhaftet, angeklagt und verurteilt. Die Bekannte war IM der Stasi.

    "Das mit dem Demoband und der Idee, meine Lieder im Westen rauszubringen, war Narzissmus und Blauäugigkeit", meint Bomberg im Rückblick - in der Gewissheit, damals seine Frau Brunhild, die beiden kleinen Kinder, Freunde und sich selbst der staatlichen Willkür preisgegeben zu haben. "Ich habe ihm nie Vorwürfe gemacht, obwohl er unsere Familie in Gefahr gebracht hat. Nur seine Naivität hat mich erstaunt", sagt seine Frau Brunhild dazu mehr als 25 Jahre später.

    Nach drei Monaten wird Bomberg entlassen - zwar verurteilt, aber auf Bewährung. Dank des Protestes von Kirche und Künstlern, westlicher Medienberichte und dem Engagement seiner Frau. "Sie haben es nicht geschafft, unsere Familie, unsere Ehe zu zerstören. Aber es war eine schwere Zeit", sagt Brunhild Bomberg. Mit "sie" meint sie die Stasi, die mit ihren Zersetzungsmaßnahmen die komplette Entpersönlichung und die Wahrnehmungsirritation der Opfer und deren Angehörigen verfolgte. Systematisch wurden Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und sozialer Rückhalt zerstört.

    Etwa durch offene, verdeckte oder vorgetäuschte Bespitzelung, ständige Überwachung, regelmäßiges Demolieren von Eigentum, berufliche Benachteiligung, Manipulation von Ehe-, Liebes-, Familien- und Freundschaftsbeziehungen, Androhung von Gewalt, auch gegen die Angehörigen.

    Ebendiese Opfergruppe behandelt Bomberg heute als Psychotherapeut und Psychoanalytiker. In den vergangenen 16 Jahren hat er etwa 1.500 Patienten betreut, darunter 150 Personen, die als politisch Traumatisierte der DDR-Diktatur gelten.

    Einer von ihnen ist Thomas Hannemann. Seit über einem Jahrzehnt kommt der 51-Jährige in Bombergs Praxis. Eigentlich hatte sich Hannemanns Leben nach der Abschiebung in den Westen im Oktober 1989 gar nicht schlecht angefühlt. Er war einer, der sich nach der Wende was aufbaute als Versicherungsvertreter, Sporttaucher, Markthändler - je nachdem, was gerade so ging.

    Die fünfjährige Haftzeit von 1982 bis 1987 in diversen Stasigefängnissen wegen versuchter Republikflucht schien vergessen zu sein. "In der Haftzeit, da hat mich gar nichts gekratzt", erzählt er. Weder, dass man ihn mit Gallensteinen zwei Jahr lang medizinisch unversorgt ließ - "30 Kilo hatte ich abgenommen" -, noch, dass er im Zuchthaus Cottbus duschen musste in Räumen, wo Nazis Menschen vergast hatten und die Gasanschlüsse noch aus der Wand ragten.

    Doch dann bekam Hannemann plötzlich, 14 Jahre nach der Haftentlassung, Magenschmerzen, Albträume, tiefe Hassgefühle auf Chefs und Autoritäten aller Art. "Völlig diffuse Symptome", die Verwunderung darüber ist dem großen, athletischen Mann mit dem schwarzen Pferdeschwanz noch anzumerken. Bombergs Diagnose: posttraumatische Belastungsstörung aufgrund der Haft als Politischer in der DDR.

    "Die Therapie der Menschen, die von der Stasi systematisch zerstört wurden, ist kompliziert", erklärt Bomberg. Der Arzt spricht von einem psychischen Trauma, das nicht verarbeitet werden kann, abgespaltet werden muss und eine unsichtbare Wunde im Selbst bildet. Das Misstrauen der Patienten ist enorm: Sie können nicht ehrlich auf Gefühle reagieren, fühlen sich noch nach Jahren überwacht und kontrolliert, haben große Probleme anderen Menschen zu vertrauen. Angst vor erneutem Verrat behindert oft jede Form von Nähe. Schon harmlose Situationen bewirken Gefühle von Verfolgung, Bedrohung und Isolation. Ein Klingeln, ein langsam vorbeifahrendes Auto, das Aufblenden eines Scheinwerfers genügen, um die Welt komplett ins Wanken zu bringen.

    "Es geht wieder weiter"

    "Durch die vielen Gespräche mit Dr. Bomberg habe ich akzeptiert, dass ich nie wieder so leben werde, wie ich hätte leben können, wenn die mich nicht eingesperrt hätten", berichtet Hannemann. Das erlittene Unrecht würde man nicht mal eben so wegtherapieren. Die Haftfolgeschäden können nur gemildert werden, indem man das Erlittene mühsam aufarbeitet. Gegenwärtig hat Hannemann keine Albträume und keine Magenprobleme mehr. Das Wichtigste für ihn: "Bomberg gibt mir ein Ziel. Jedes Mal, wenn ich aus seiner Praxis gehe, weiß ich: Es geht wieder weiter!"

    Ist er aufgrund seiner Biografie für Hannemann ein besserer Arzt? "Ich hätte nicht mal versucht, Vertrauen aufzubauen, wenn der Therapeut bei Schilderungen von U- oder Einzelhaft und Verhören blöde nachgefragt hätte", versichert Hannemann. Bei Bomberg sei zu spüren gewesen, dass der Ahnung von der Materie habe. Doch bis vor Kurzem wusste der Patient nichts von der U-Haft seines Arztes: "Davon habe ich in unseren Sitzungen in den elf Jahren nichts gemerkt."

    Bomberg selbst sagt, die eigene Geschichte helfe ihn in seiner Tätigkeit - "würde sie mich noch gefangen halten, könnte ich andere nicht befähigen, mit ihrem Trauma umzugehen". Emotionalen Abstand zu seinen eigenen Erlebnissen hat er mit den psychotherapeutischen Verfahren Supervision und Selbsterfahrung gewonnen, vermutlich haben ihn die Ausbildungen zum Therapeuten und Analytiker ebenfalls unterstützt. Auch, dass er das Thema politische Traumatisierung als Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit gewählt hat, ermöglicht ihm eine neue Perspektive auf die Vergangenheit: Die wissenschaftliche Auseinandersetzung fordert immer wieder Distanz, Professionalität und die Einbettung der eigenen Erfahrungen in den historischen Kontext.

    Hans-Christian Deter, Professor an der Charité, nennt Bomberg sogar den "Motor" auf diesem Fachgebiet. "Denn es gibt außer ihm niemanden, der die persönliche Erfahrung der Haft, die Kenntnisse über die DDR, die Kontakte zu Opfern und Tätern und das fachliche Know-how als Therapeut und Analytiker in sich vereint." Man dürfe nicht vergessen, so Deter, dass auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR-Diktatur für viele traumatisierte Verfolgte und Opfer die Langzeitfolgen noch immer das alltägliche Leben prägen. "Wir brauchen dringend Experten wie Bomberg, um den Betroffenen helfen zu können." Die Psychotraumatologie - also der Bereich, der sich mit der Erforschung und Behandlung seelischer Verwundungen befasst - ist noch eine junge Wissenschaft.

    Etwas ist zerbrochen

    "Ja, die Untersuchungshaft hat etwas in mir zerbrochen", gesteht Bomberg. Aber er habe das Leid in Kompetenz verwandelt. Das sagt der routinierte Psychotherapeut Bomberg, nicht jedoch der Künstler. Mit seinen aktuellen Texten und Liedern verarbeitet er deutlich hörbar auch die quälenden Gefängnismonate:

    "Ich falle um, ein andrer tritt auf mich, und keiner sieht es. Du hängst am Seil und regst dich nicht, mein Freund. Ist das noch Leben?", singt er auf der CD "Hoffnung - Bomberg und Band". Wahrscheinlich vermittelt die Musik Bomberg ein Ziel, so wie er als Arzt Hannemann und vielen anderen Patienten ein Ziel gibt.

    http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/gefuehle-von-ohnmacht-1/

  • title-9170691

    01%20Gedenkstaette%20Bautzen_Klein-gr,12.08.2010Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 002Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 008

    Ja heut habe ich wieder viel an die Haft in Bautzen II gedacht. Es holte einen immer wieder ein. Ich bekam einen ganz lieben Anruf aus Leipzig und habe lange mit dem Herrn gesprochen.
    Er hat die Geschichte um Dirk mit seiner Frau in der Brigitte gelesen und ruft mich regelmäßig an um den Sachstand zu erfahren.Im Gespräch höre ich dann immer wieder seine Kommentare über die MACHENSCHAFTEN der Stasi. Er ist schon im hohen Alter und hat die NS-Zeit miterleben müssen. Als wir dieses Thema ansprachen fiel mir meine Angst im Zuchthaus Dresden ein. Als ich inhaftiert wurde am 08.12.1982, hat man mich nach Dresden in die Stasi-U-Haft auf die Bautznerstr. verbracht.Dies war ein altes Gefängnis in der Russensiedlung in Dresden.In dem alten Gemäuer wurde ich durch viele Gänge gebracht eh ich in einem Raum stand und meine Sachen abgeben mußte. Dort bekam ich dann eine Schüssel mit Seife,Zahnbürste,Handtücher u.a.Sachen unter den Arm und ein Beamter begleitete mich zu einer
    Zelle, welche für kurze Zeit meine sein sollte. Mehr darüber bald.
    Nun wollte ich aber auf die NS-Zeit zurückkommen und dies war als ich dann am nächsten Tag irgendwann aus der Zelle geholt wurde und in einen Hof mit Draht und Stacheldraht oben, frische Luft schnuppern sollte. Dies erinnerte mich an Dokumentationen aus der Nazizeit, denn oben liefen Beamte mit einem Gewehr und beobachten mich. Also war dann auch in Zukunft diese Prozedur 1 Stunde am Tag und immer mit den Wachleuten,Gewähr im Anschlag. Die zweite Erinnerung an die Zeit der Nazis war, als ich einmal die Woche in den Duschraum mußte/konnte,
    dass ich immer an die KZ-Opfer dachte und mir die Vergasung in den Sinn kam. Dies war wie Todesangst und die wird mich nie loslassen. Deswegen finde ich es auch gut, dass sich heute Psychologen mit der Opferproblematik auseinandersetzen und die Sache auch auf Kongressen erörtern. Wieviele Haftopfer haben solch Erlebnisse wie ich und vor allem wie viele belastet das heute noch. Ich kann z.B. keine geschlossenen Räume ohne Angst zu haben bewohnen oder haben. Auch habe ich viele andere Ängste.Über Dresden und Bautzen bald mehr, ist dies eine Art der Aufarbeitung. Heidi

  • 13. August 1961 - Tag des Mauerbaus //11.08.2010

    Gut kann ich mich an den Tag des Mauerbaus erinnern, es war als ich im Ferienlager 1963 im Zittauer Gebirge war. Meine Mutter kam damals öfter zu Besuch und berichtete darüber, am gleichen Tag 13.08.1963 verstarb mein damaliger Klassenlehrer an einer Kriegsverletzung.
    Er war ein guter Lehrer.
    Ja dieser Mauerbau war ja in aller Munde und alle waren sehr aufgeregt und fragten sich wie es weitergehen soll. Ich war noch zu jung um das Ausmaß der Situation zu erkennen oder zu begreifen. Bei mir hatte sich ja der Unmut gegen das System erst später bemerkbar gemacht. Außerdem habe ich in Görlitz gelebt, man nannte den Bezirk Dresden "Land der Ahnungslosen". So war es ja auch, da wir kein Westfernsehn hatten, war unsere Allgemeinbildung mehr auf die DDR und die sozialistischen Staaten gerichtet,ohne die "Feindpropaganda".
    Heidi

    Mittwoch, 11. August 2010

    46 Mauertote mehr
    Opferzahl korrigiert
    Das Museum am Checkpoint Charlie korrigiert die Zahl der Maueropfer nach oben: Mindestens 1393 Menschen seien an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen BRD und DDR ums Leben gekommen. Es könnten weitere bekannt werden - die Recherchen laufen noch.
    Jahr 1961: Ostberliner Arbeiter errichten die Mauer an der Bernauer Straße.
    (Foto: picture alliance / dpa)
    Durch das Grenzregime in der DDR und der Sowjetischen Besatzungszone sind nach Recherchen des Berliner Mauermuseums mehr Menschen zu Tode gekommen als bislang bekannt. Zwischen 1945 und 1989 seien mindestens 1393 Männer und Frauen ums Leben gekommen, das seien 46 Todesopfer mehr als das private Museum am Checkpoint Charlie noch vor einem Jahr aufgelistet habe, sagte Leiterin Alexandra Hildebrandt. Sie betonte, dass die Opferliste nach wie vor vorläufig sei. Die Recherchen gingen weiter.

    Neu auf der Liste ist unter anderem der Flüchtling Klaus Kühne, der am 20. März 1962 erschossen wurde, als er einen Nebenfluss der Elbe durchschwimmen wollte. Auch ein Hauptmann der Nationalen Volksarmee wird zu den Opfern gezählt. Er hatte wenige Stunden nach Beginn der Mauerbaus Selbstmord begangen.

    Über die Anzahl der Toten an der innerdeutschen Grenze gibt es unterschiedliche Angaben. Die Zentrale Erfassungsstelle in Salzgitter zählt 872 Todesopfer, vorwiegend Flüchtlinge, aber auch Grenzsoldaten. Letztes Maueropfer in Berlin war Chris Gueffroy, der im Februar 1989, neun Monate vor dem Mauerfall, bei einem Fluchtversuch erschossen wurde.

    dpa

    Andacht und Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Berliner Mauer
    Am 13. August 1961 hat das DDR-Regime mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Die Stiftung Berliner Mauer erinnert an dieses Ereignis vor 49 Jahren und gedenkt der Opfer von Mauer und Teilung. Wir sehen uns in besonderer Weise verpflichtet, dieses Kapitel deutscher Geschichte auch jüngeren Generationen zu vermitteln. Die Opfer dürfen nicht vergessen werden.

    In diesem Jahr jähren sich die Überwindung der Teilung und die Vereinigung Deutschlands zum 20. Mal. Um dieses hoffnungsvolle Ereignis aufzugreifen, wirken an der Gedenkveranstaltung junge Menschen mit, die nach dem Mauerfall geboren wurden und die Mauer nicht selbst erlebt haben.

    Das Gedenken soll damit zugleich auch Zeichen und Mahnung sein.

    Die Gedenkveranstaltung beginnt am Freitag,

    13. August 2010, um 10:30 Uhr

    in der Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4, 10115 Berlin

    anschließend Kranzniederlegung am Denkmal der Gedenkstätte Berliner Mauer

    Wegen der sehr begrenzten räumlichen Möglichkeiten in der Kapelle der Versöhnung bitten wir um eine rechtzeitige Anmeldung zur Gedenkandacht in der Pressestelle der Stiftung Berliner Mauer, Telefonnummer: 030/467 9866 61 oder per E-mail an: presse@berliner-mauer-gedenkstaette.de

  • TV -Tipp MDR, Dienstag, 10.08., Magazin/Dokumentation//09.08.2010

    mielke01,10.08.2010Stasiakten 13.07.2010
    Mielkes Residenz, Stasiakten

    TV-Tipp
    MDR, Dienstag, 10.08., Magazin/Dokumentation

    22:05 - 22:48 Uhr

    Die Stasi-Zentrale

    Nichts war in der DDR so geheim wie die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg. Auf fast zwei Quadratkilometern residierte hier bis 1990 die gefürchtete Geheimpolizei der DDR, die Stasi. Knapp 10.000 MfS-Mitarbeiter hatten hier ihren Arbeitsplatz. Von hier aus schickten sie ihre 'Kundschafter' ins 'Operationsgebiet', von hier aus wurde das Netz Inoffizieller Mitarbeiter gesteuert, die Opposition überwacht, Verhaftungen angeordnet und 'Sicherungseinsätze' durchgeführt. Mehr heut Abend

  • Auf Video ein Bericht über Stalking XXL//10.08.2010

    Das Video bringt nah, wie sich die Stalkingopfer und sogar deren Anwältin fühlen wenn sie jahrelang gestalkt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, solche Dinge sind arg belastend und können kaputt machen.Heidi

    http://www.sat1.de/kerner/video/ganze-folgen/clip_kerner-vom-05-08-2010_28603//

  • TV MDR, Dienstag, 10.08., Magazin/Dokumentation//09.08.2010

    22:05 - 22:48 Uhr

    Die Stasi-Zentrale

    Nichts war in der DDR so geheim wie die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg. Auf fast zwei Quadratkilometern residierte hier bis 1990 die gefürchtete Geheimpolizei der DDR, die Stasi. Knapp 10.000 MfS-Mitarbeiter hatten hier ihren Arbeitsplatz. Von hier aus schickten sie ihre 'Kundschafter' ins 'Operationsgebiet', von hier aus wurde das Netz Inoffizieller Mitarbeiter gesteuert, die Opposition überwacht, Verhaftungen angeordnet und 'Sicherungseinsätze' durchgeführt.

    Für die meisten DDR-Bürger war das Gelände eine terra incognita, ein hermetisch abgeriegelter Teil ihrer Stadt, den sie nicht betreten konnten. Die Stasi-Zentrale zerschnitt ein historisch gewachsenes Wohngebiet und fraß sich immer tiefer in den Lichtenberger Kiez. Wohnhäuser mussten weichen, Gewerbebetriebe umziehen, ganze Straßenzüge verschwanden vom Berliner Stadtplan.

    Wie gingen die, die hier im Kiez wohnten, mit den unheimlichen Nachbarn um? Was bedeutete es, in unmittelbarer Nähe eines Geheimdienstkomplexes zu leben? Und was geschah hinter den Mauern? Die Reportage erzählt große und kleine Geschichten, die sich um den mächtigen MfS-Gebäudekomplex ranken. Sie erzählt aber auch, wie sich hinter den undurchdringlichen Mauern ein Geheimdienst immer weiter von der Wirklichkeit abschottete, jeder Zweifel am eigenen Tun erstickt wurde - bis zum 15. Januar 1990, als Demonstranten die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße stürmten.

    http://www.tvinfo.de/exe.php3?target=popup&sidnr=114691919

  • Wie die Stasi in Westdeutschland aktiv war//08.08.2010

    Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 003Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 009Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 007Berlin Ausstellungseröffnung und bautzen II 011

    Alles Zuchthausaufnahmen Bautzen II wo ich 1 1/2 Jahre eingesperrt war. Terror und Erniedrigung.

    Wie im untenstehenden Text zu lesen ist wurde bespitzelt, aus meiner Stasiakte ging auch hervor, dass wir von einem guten Bekannten und Arbeitskollegen nach dem mysteriösen Verschwinden von meinem 1979 vermissten Sohn Dirk Schiller, systematisch bespitzelt wurden. Auf Schritt und Tritt hat man unsere Tätigkeiten, den Schul-und Kindergartenweg und meinen Arbeitsweg im Auge gehabt.Es war auch der Stasi wichtig zu wissen zu wem wir Kontakt hatten wegen unseres vermissten Kindes. Diese Kontakte waren sehr wichtig und der Grund für die Inhaftierung und Verurteilung zu 4 1/2 Jahren Stasizuchthaus Bautzen, welches wir aber nach 1 1/2 Jahren gegen viel Devisen verlassen konnten. Die BRD hat uns freigekauft (Menschenhandel). Nach 20 jahren habe ich erstmals diese Akte in der Hand und kann vieles schreckliche nachlesen.Auch all die Spitzel um uns herum sind da zu finden. Warum haben die das getan???? heidi

    20 Jahre nach dem Ende der DDR erfährt Brandenburgs CDU-General Dieter Dombrowski, dass ein Freund ihn aushorchte – in West-Berlin.

    Dieter Dombrowski von der CDU Brandenburg erfuhr erst 20 Jahre nach Ende der DDR, dass ihn sein "Freund" Gero Hilliger jahrelang bespitzelt hatte

    von Sven Felix Kellerhoff

    Verrat verjährt nicht, erst recht nicht der Verrat durch einen vermeintlichen Freund. Selbst wenn das Opfer lange nichts davon gewusst hat. „Im Grunde wollte ich es nicht wissen“, sagt Dieter Dombrowski, heute CDU-Generalsekretär in Brandenburg und einst Ziel von Stasi-Kampagnen: „Ich habe es wohl verdrängt.“ Erst jetzt, mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR-Staatssicherheit, realisiert der Politiker, dass sein einst enger Freund Gernot „Gero“ Hilliger, bekannt als „schnellster Karikaturist der Welt“, ihn für Geld verraten hat.

    Herausgefunden haben das der Potsdamer Politikwissenschaftler Stefan Appelius und die Zeitschrift „Super-Illu“. In der aktuellen Ausgabe nennt das Blatt erstmals zahlreiche Fakten aus Hilligers über 2500 Seiten starker Stasi-Akte. Für Dombrowski, in den siebziger und achtziger Jahren als Aktivist der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte ein Lieblingsfeind der SED-Diktatur, stellt sich nun die Frage nach Konsequenzen.

    Hilliger war ursprünglich in der DDR selbst angeeckt. Er saß wegen Fahnenflucht und wegen versuchter Spionage gut fünf Jahre im Gefängnis, durfte dann 1974 endlich nach West-Berlin ausreisen. Hier machte er sich einen Namen als Künstler – und als vermeintlich überzeugter DDR-Gegner. Er gestaltete Plakate für Protestaktionen und zeichnete Buchcover für Veröffentlichungen gegen das ostdeutsche Regime. Deshalb vertrauten ihm SED-Gegner in West-Berlin – die Hilliger nach Aktenlage gleichzeitig gegen Honorar ausspionierte.

    Zum Beispiel Dieter Dombrowski. Der gelernte Maler war schon als junger Mann in der DDR unangepasst gewesen. Am 13. August 1974 wurde er vom Bezirksgericht Schwerin zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, wegen versuchter „Republikflucht“ und „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme“. Zwanzig Monate saß Dombrowski in Haft, in Cottbus; dann kaufte die Bundesregierung ihn frei. Im Westen begann er sofort, gegen das Unrecht auf der anderen Seite der Mauer zu protestieren. Als rühriger DDR-Gegner war Dombrowski immer ein Ziel für Stasi-Agenten in West-Berlin, erst recht, als er für die CDU politische Mandate übernahm.

    Hilliger wurde nur zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt

    IM „Brunnen“, so einer von Hilligers Decknamen, verriet nach den jetzt erstmals vollständig ausgewerteten Stasi-Akten alles an seine Führungsoffiziere, was irgendwie relevant erschien. „Verdienstmedaillen der Nationalen Volksarmee“ in Bronze, Silber und Gold sowie die „Medaille für treue Dienste in der Nationalen Volksarmee“ waren dem MfS seine Dienste wert, und allein im zweiten Halbjahr 1989 5500 DM Agentenlohn. Die letzte Zahlung quittierte Hilliger am 28.November 1989, neunzehn Tage nach dem Fall der Mauer.

    Viereinhalb Jahre später enttarnte Lutz-Peter Naumann von der „Berliner Morgenpost“ den Spitzel Hilliger. Es kam 1996 zum Prozess. Doch konnte der Verräter die Richter überzeugen, dass „durch seine Tätigkeit ein nachweisbarer Schaden für Dritte nicht eingetreten“ sei. Außerdem könne eine „erhebliche Einschränkung des Hemmungs- und Steuerungsvermögens des Angeklagten“ nicht ausgeschlossen werden, hieß es im Urteil. So wurde Hilliger nur zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

    Erst 14 Jahre später wird jetzt das wahre Ausmaß seiner Tätigkeit für das MfS deutlich. „Hilliger war eine überaus wichtige Quelle für das DDR-Regime. Er denunzierte praktisch sein gesamtes Umfeld, schwärzte seine Freunde an und nahm dabei auch in Kauf, dass Menschen ernsthaft zu Schaden kamen“, sagt Appelius, der in Stasi-Akten schon zahlreiche Entdeckungen gemacht hat.

    Ausdrücklich hatte das MfS den Kontakt zu Hilliger gesucht, weil er „aufgrund seiner verbüßten Freiheitsstrafe“ wegen Fahnenflucht und Spionage „einen ,guten Leumund’ für negative Künstlerkreise“ habe. Dieses Kalkül ging auf: In West-Berlin kam Hilliger rasch in Kontakt mit der CDU und ihrer Jugendorganisation Junge Union. Er erfuhr und verriet Details über geplante Proteste gegen das DDR-Grenzregime, informierte die Stasi über seine Gespräche mit dem CDU-Abgeordneten Jürgen Wohlrabe und mit Gerhard Löwenthal, dem Moderator des DDR-kritischen „ZDF-Magazins“.

    Hilliger berichtete jahrelang über höchst private Details

    Eher zu den skurrilen Ergebnissen gehörte, dass Hilliger in West-Berlin ein Gedenkkreuz für das am 22. November 1980 erschossene Maueropfer Marienetta Jirkowsky abmontierte und der Stasi übergab. Auch etliche Gespräche mit Falko Vogt, der mit der erst 18 Jahre jungen Frau geflüchtet war, die Sperren aber unverletzt überwinden konnte, schnitt Hilliger mit und übergab sie seinem Führungsoffizier. Der Spitzel bekam den Auftrag, den jungen Mann „fester an sich zu binden und auf ihn Einfluss zu nehmen“ sowie „weiter zur Isolierung von V.“ beizutragen. Ziel war es laut Stasi-Akte, den DDR-Kritiker „aus der Öffentlichkeit herauszulösen“. Hilliger sei der hinterhältigste Mensch, der ihm je begegnet sei, sagt Vogt heute.

    Über Dombrowski berichtete Hilliger jahrelang, selbst über höchst private Details. Es ist wahrscheinlich, wenn auch bisher nicht nachweisbar, dass die Stasi dieses Wissens zu Kampagnen gegen den CDU-Mann benutzte. Die neuen Erkenntnisse empfindet Dombrowski als „Schlag ins Kontor“; erst jetzt kläre sich manch offene Frage: „Ich war immer stolz darauf, dass ich der Einzige war, für den Gero kostenlos arbeitete. Damals hat mich das beeindruckt – nun weiß ich, dass jemand ganz anderes bezahlt hat.“

    Dombrowski, der hauptsächlich Umweltpolitik betreibt und der Sprecher aller CDU-Landtagsfraktionen für dieses Thema ist, hält die Aufarbeitung der Westarbeit der Stasi für die derzeit dringendste Aufgabe: „Es wäre ein echter Beitrag zur inneren Einheit Deutschlands, wenn endlich auch der Einfluss des MfS auf den Westen systematisch erforscht wird.“ Es sei ungerecht, dass der Schwerpunkt der Arbeit auf Ostdeutschland gelegen habe: „1990 waren sich die Bürger in Ost und West einig: ‚Wir sind ein Volk!‘ Zwanzig Jahre danach sollte dies auch für die Aufarbeitung von Unrecht und Verstrickungen mit dem System gelten.“ Die Stasi sei ebenso ein westdeutsches Problem: „Schließlich haben im Gegensatz zu Ost-IMs, die oft massiv unter Druck gesetzt wurden, viele Westmitarbeiter des MfS, die in Freiheit lebten, ihre Tätigkeit für Geld und aus Geltungssucht ausgeübt.“

    Noch heute kennt er sechs nicht mit Klarnamen

    Den 59-Jährigen bespitzelten in West-Berlin zwölf IMs. Noch heute kennt er sechs nicht mit Klarnamen. „Die Aufarbeitung geht oft zu langsam, hier muss sich etwas ändern“, kritisiert Dombrowski.

    Er trägt seinen Teil dazu bei. So konfrontierte er erst kürzlich den Mann, der mutmaßlich im Auftrag der Stasi Dombrowskis Freund Bernd Moldenhauer erdrosselt hat, mit dieser verdrängten Vergangenheit. Oder er geht in Häftlingskleidung aus dem DDR-Gefängnis Cottbus in den Landtag in Potsdam, um gegen die Beteiligung von überführten Stasi-Spitzeln an der rot-roten Regierung von Matthias Platzeck zu protestieren.

    Wiederholt hatte es in der Öffentlichkeit Forderungen gegeben, die Stasi-Akten ins Bundesarchiv zu überführen. Dombrowski sieht das ganz pragmatisch: „Mir ist nicht so wichtig, in welcher Institution die Unterlagen zugänglich sind. Entscheidend scheint mir, dass der Zugang schneller möglich wird.“

    Einen Schlussstrich unter der Stasi-Vergangenheit lehnt Dombrowski ab – gerade weil er erst jetzt, nach mehr als zwei Jahrzehnten, die Wahrheit über Gero Hilliger alias IM „Brunnen“ erfahren hat. Deshalb fordert er auch künftig umfangreiche Stasi-Überprüfungen: „Jeder, der sich um ein öffentliches Amt bewirbt, sollte durchleuchtet werden. Und alle Bundestagsabgeordneten, gegenwärtige und ehemalige, ohnehin. Das ist ein Gebot des Anstandes.“

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article8863497/Wie-die-Stasi-in-Westdeutschland-aktiv-war.html

  • Spitzel am Runden Tisch//06.08.2010

    VON MARKUS DECKER

    BERLIN/MZ. Hubertus Knabe ist sich ganz sicher. "Der revolutionäre Prozess ist nicht in erster Linie durch die Stasi abgewürgt worden, sondern eher durch den schnellen Beitritt zur Bundesrepublik", sagt der Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. "Es gab ein Interesse der Politiker in Ost und West, die Verhältnisse wieder zu stabilisieren."

    So wurden in der DDR geschaffene Fakten im Einigungsvertrag anerkannt - etwa die Universitätsabschlüsse von SED-Funktionären. Knabes Stellungnahme kommt nicht von ungefähr. Der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel hat soeben erklärt, dass sowohl der Zentrale Runde Tisch der DDR als auch der Sturm auf die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße unter dem maßgeblichen Einfluss der Stasi gestanden hätten, und hinzugefügt, dies sei ein "unschlagbarer Witz der Geschichte".

    Angesichts des nahenden Jubiläums 20 Jahre deutsche Einheit stellt sich die Frage: Stimmt das? Wenn ja: Was folgt daraus? Es stimmt - ein bisschen. Der Zentrale Runde Tisch, der sich am 7. Dezember 1989 konstituierte, führte Vertreter der DDR-Opposition und der Regierung Hans Modrow zusammen. Von 33 stimmberechtigten Teilnehmern gehörten 16 Personen zur alten Führung und 17 zur Bürgerrechtsbewegung.

    Das Gremium tagte, um den Übergang von der SED-Diktatur in demokratische Verhältnisse einzuleiten sowie das Ministerium für Staatssicherheit aufzulösen. Knabe konstatiert: "Am Runden Tisch saßen zahlreiche IMs oder Ex-IMs. Vor allem einige Vertreter der Blockparteien, aber auch Wortführer der Bürgerrechtsgruppen hatten für die Stasi gearbeitet."

    Die prominentesten Fälle: Wolfgang Schnur vom Demokratischen Aufbruch und Ibrahim Böhme von der SDP (später SPD).

    Beide wurden bald enttarnt. Dennoch sei keine unmittelbare Steuerung nachweisbar, so Knabe. Die Stasi sei ja schon selbst nicht mehr intakt gewesen. Ihre Mitstreiter konnten die sich anbahnende Auflösung des MfS nicht mehr verhindern, sondern bloß versuchen, das aus ihrer Sicht Schlimmste zu verhüten: die Sicherung aller Akten und die eigene Enttarnung. Ähnliches gilt für den Sturm auf die Normannenstraße am 15. Januar 1990. "Ob das Stasi-Leute waren, die sich da an die Spitze gestellt haben, ist im Nachhinein schwer zu überprüfen", sagt Knabe. Fest steht: Tatenlos war die Stasi nicht.

    So war es etwa für den späteren Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde, Joachim Gauck, "ein schwerer Fehler, dass sich einige am Runden Tisch haben überreden lassen, die Akten über die West-Arbeit der Stasi preiszugeben. Man hat der Hauptverwaltung Aufklärung, also der Westspionage, erlaubt, sich eigenständig aufzulösen. Und diese Leute haben das ausgelegt als Erlaubnis, ihre Akten zu vernichten". Nur:

    War dies entscheidend für das große Räderwerk der Geschichte, wie Diestel glauben machen will? "Die Ereignisse wären sicherlich ohne die IMs kaum anders verlaufen", glaubt Hubertus Knabe. "Die politische Entwicklung hatte eine Dynamik angenommen, die man mit geheimdienstlichen Mitteln nur sehr begrenzt steuern konnte."

    http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1277474033276&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546

  • Runder Tisch der DDR war von Stasi-IM durchsetzt//05.08.2010

    Dazu kann ich meinen Kommentar geben:
    Ich hatte damals gleich nach der Grenzöffnung einen Temin mit dem Bürgerkomitee, in der Stasizentrale Berlin Normannenstrasse, um mit denen wegen der Akten um Dirk zu sprechen. Damals lagen dort dem Bürgerkomitee nur Bänder vor die sie aber nicht weitergeben durften und mir auch keine Möglichkeit angeboten haben in irgendeiner Art an Dirks Akten zu kommen.
    Mein Mann saß damals draußen im Auto und wartete auf mich, da konnte er sehen wie in DDR-Armee-Laster Kisten (vermutlich mit Akten der Stasi) aufgeladen wurden, dass war damals für mich ein Anhaltspunkt, dass gewisse Akten ausgelagert wurden. Das beim Bürgerkomitee auch viele IM's und Geheimdienstler waren konnte man damals nicht ahnen, aber das Akten verschwinden mußten konnte man sich schon denken. Nunmehr nach 20 Jahren kommt Herr Diestel mit den Informationen an die Öffentlichkeit, dies hätte schon viel eher sein müssen. Jetzt nach 20 Jahren kann man niemanden belangen wegen der Taten der Stasis. strafe haben eh nur ein kleiner Kreis bekommen und diese wurden in den offenen West-Vollzug gesteckt. Ich weiß was Zuchthaus bedeutet ich habe 1 1/2 Jahre in Bautzen II verbracht, weil ich meinen Sohn auch im Ausland (BRD) gesucht habe. Heidi

    Diestel: Runder Tisch der DDR war von Stasi-IM durchsetzt
    Berln (DDP) Der Zentrale Runde Tisch in der Wendezeit war nach Darstellung des letzten DDR-Innenministers Peter-Michael Diestel maßgeblich von Stasi-Informanten bestimmt. „Es war schon eine historische Merkwürdigkeit, dass am Zentralen Runden Tisch - wie auch in allen anderen regionalen Gremien dieser Art - eine beachtliche Zahl von Stasi-IM platziert war. Es waren nach meiner Berechnung immerhin über 50 Prozent“, sagte Diestel der Zeitschrift „Super Illu“ laut Vorabbericht vom Mittwoch. Es sei ein „unschlagbarer Witz der Geschichte - die, die sich am lautesten und schärfsten für die Stasi-Auflösung einsetzten, waren Mielke-Leute.“

    Der Zentrale Runde Tisch hatte vom 7. Dezember 1989 an Vertreter der damaligen DDR-Opposition und der Modrow-Regierung zusammengeführt. Diestel äußerte auch Zweifel an der Motivation vieler Beteiligter am Sturm auf die Berliner Stasi-Zentrale in der Normannenstraße. Es sei letztlich auch darum gegangen, „brisante Akten, soweit sie sich zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch im Haus befanden, für die eigenen Belange zu sichern.“

    So hätten MfS-Leute und Mitglieder westlicher Geheimdienste „maßgeblich den Ablauf der Aktion“ bestimmt. Die Akten, die er selbst als Minister übernommen habe, seien „bereits gefleddert, geschreddert, den Medien zur Veröffentlichung zugespielt oder an wen auch immer verteilt“ worden - vieles „mit Wissen und mit offizieller Billigung der Stasi-Kontrolleure vom Runden Tisch“. Nach seiner Schätzung sei „ein Drittel - und zwar das brisanteste Material“ nicht mehr vorhanden gewesen. Diestel war vom 12. April bis 3. Oktober 1990 Innenminister der DDR.

  • Die unsichtbaren Wunden der Stasi-Opfer//04.08.2010

    Die unsichtbaren Wunden der Stasi-Opfer

    Symposium will Ärzte und Therapeuten für psychosomatische Spätfolgen von Repressalien in der SED-Diktatur sensibilisieren

    von Gisela Schütte

    Die Beschwerden sind unspezifisch: Schlafstörungen und Albträume, gedrückte Stimmung und fehlende Zukunftsperspektiven, Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen, Misstrauen und alle möglichen körperlichen Beschwerden von Magen- bis Rückenschmerzen. Die Ursachen sind deshalb von Ärzten nur schwierig zu diagnostizieren. Deshalb findet am 8. September in der Schön Klinik Hamburg-Eilbek ein Symposium statt, bei dem Ärzte und Therapeuten für ein Thema sensibilisiert werden sollen, das jedenfalls bei den Opfern nicht vergessen ist: Unter dem Titel "Stasi-Opfer - Unsichtbare Wunden" bittet Professor Bernd Löwe von der Universitären Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Schön Klinik Hamburg-Eilbek zu einem Treffen, das sich mit den gesundheitlichen Spätfolgen politischer Repression in der DDR befasst.

    "Obwohl der Oscar-prämierte Film ,Das Leben der Anderen' von einer breiten Öffentlichkeit mit großem Interesse aufgenommen worden ist, werden die Spätfolgen politischer Verfolgung, die unsichtbaren Wunden, auch 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung im öffentlichen, politischen und medizinischen Diskurs kaum beachtet", sagt Privatdozent Dr. Carsten Spitzer. "Für die Betroffenen, die bis heute unter vielfältigen psychischen, psychosomatischen und körperlichen Beschwerden leiden, hat jedoch die Anerkennung des erlittenen Unrechts eine hohe Bedeutung und ist für ihre Genesung eine unabdingbare Voraussetzung." Er hat sich mit dem Thema eingehend beschäftigt.

    Spitzer ist Oberarzt (verheiratet, zwei Kinder) und stammt aus Solingen. Er studierte in Aachen und Lübeck, arbeitete zwölf Jahre lang in Greifswald und kam 2008 nach Hamburg. Vor seinem Wechsel in die Hansestadt hat er sich während seiner Tätigkeit am Universitätsklinikum in Greifswald im Rahmen seiner Forschungstätigkeit mit dem Thema Stasi-Opfer befasst. Dabei ging es nicht um die Menschen, die im Gefängnis saßen und gefoltert wurden, sondern um die Opfer, die systematisch bespitzelt, ausgegrenzt, diskreditiert und benachteiligt wurden.

    Bislang hatte sich die psychiatrische Forschung vor allem auf die ehemaligen politischen Häftlinge konzentriert. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 1945 und 1989 rund 200 000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert waren und durch Schlaf- und Essensentzug, Dauer- und Nachtverhöre, Isolations- und Dunkelhaft gequält wurden. Knapp zwei Drittel der Betroffenen leiden bis heute unter den Folgen mit psychischen und psychiatrisch relevanten Symptomen, sagt Spitzer. Die vielen Menschen, die durch Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder bespitzelt und verraten wurden, blieben lange außen vor.

    Im Zeichen einer zeitweiligen Ostalgie gerieten bei vielen die oft perfiden Methoden in Vergessenheit, mit denen das DDR-Regime seine inneren Feinde verfolgte, sagt der Arzt. Dazu gehörten zum Beispiel gezielte Indiskretionen, organisierte gesellschaftliche Misserfolge, die politisch motivierte Benachteiligung in Ausbildung und Beruf, der Eingriff in Persönlichkeitsrechte, etwa durch Post- und Telefonüberwachung.

    Bei der Verfolgung überließen die Stasi-Mitarbeiter nichts dem Zufall. Unter der Bezeichnung "Operative Psychologie" waren die Methoden Lehrfach an der Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam/Eiche, wo man auch einen Doktorgrad für die Methoden erwerben konnte. Den Kern der Ausbildung fasste die Richtlinie 1/76, die mit bürokratischer Sorgfalt die möglichen Maßnahmen aufzählt, darunter "systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben; systematische Organisierung beruflicher und gesellschaftlicher Misserfolge zur Untergrabung des Selbstvertrauens einzelner Personen; Erzeugung von Zweifeln an der persönlichen Perspektive; Erzeugen von Misstrauen und gegenseitigen Verdächtigungen innerhalb von Gruppen" und so weiter.

    Zielgruppe für die Maßnahmen waren vor allem Antragsteller von Ausreisegenehmigungen. Diese Methoden hätten seit 1976 eine zunehmende Rolle in der DDR gespielt, sagt Spitzer und beschreibt die Perfidie am Beispiel eines Pastors. Man habe den Mann beim (in der DDR weitverbreiteten) Nacktbaden fotografiert und in das Bild eine Dame mit ortsbekannt leichtem Lebenswandel kopiert. Das manipulierte Foto wurde an die Kirchentür gepinnt. Der Mann war erledigt.

    Spitzer und sein Team haben nun genau diese Betroffenen untersucht. Insgesamt erklärten sich 74 Menschen bereit, an dem Forschungsprojekt teilzunehmen. Die Studienteilnehmer waren zwischen 35 und 84 Jahre alt. Bei einigen Teilnehmern war die Anwendung der Stasi-Richtlinien zur Verfolgung sogar aktenkundig. Bei 60 Prozent der Studienteilnehmer stellten die Ärzte mindestens eine psychische Erkrankung fest. Am häufigsten waren Ängste und psychosomatische Leiden.

    Die untersuchte Gruppe sei zwar zu klein für eine repräsentative Aussage, signifikant sei das Ergebnis allemal. Im Durchschnitt der Bevölkerung sind etwa 30 Prozent von einem psychischen Leiden betroffen.

    Besonders bitter für die Opfer dieser sogenannten leisen Verfolgung sei die Tatsache, dass sie bislang nur schwer auch als Opfer anerkannt werden. Niemand hat sich bei ihnen entschuldigt. So schildert Spitzer den Besuch einer ehemals verfolgten Rostockerin bei den Spitzeln, die sie zur Rede stellen wollte. Doch die hätten schlicht abgewiegelt. Man wolle sich mit der Vergangenheit nicht mehr befassen.

    Mit der vorliegenden Untersuchung wollten die Wissenschaftler dazu beitragen, auch die Betroffenen von Bespitzelung als Opfer politischer Verfolgung anzuerkennen. Und das Symposium der Schön Klinik soll Ärzte und Therapeuten für das Thema sensibilisieren, um bei ungeklärten Beschwerden auch diese mögliche Ursache abzufragen. Bei dem Forschungsprojekt handelte es sich um eine Zusammenarbeit mit Landesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit Mecklenburg-Vorpommern und der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

    http://www.welt.de/die-welt/regionales/hamburg/article8770512/Die-unsichtbaren-Wunden-der-Stasi-Opfer.html

  • Kampf gegen das Vergessen//03.08.2010

    alte Bilder, 03.08.2010 060alte Bilder, 03.08.2010 058alte Bilder, 03.08.2010 059Unser Besuch 2008 im Gefängniss Niederschönhausen, es war furchtbar nochmal an die Unmenschlichkeit erinnert zu werden.
    Harry Hinz im Türrahmen der Zelle 1.Vorsitzender des Vereins Stasiopferselbsthilfe e.V. und Mitglieder vom Stasiopfer-Selbsthilfe Verein.Heidi

    Geschichte: Der Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, warnt vor beschönigender "Ostalgie"

    Kampf gegen das Vergessen
    Von unserem Mitarbeiter Thomas Hilgendorf
    Berlin. Drei Meter hohe, graubraune Mauern schützen das schwere Erbe. Darüber: alte Drahtzäune, alte Kameras und alte Flutlichtmasten. Die abschreckenden Wachtürme stehen noch immer trutzig da, auch wenn 20 Jahre nach dem Ende der SED-Diktatur der Putz schon etwas bröckelt. Wie aus dem Nichts taucht es auf, das Gemäuer des ehemaligen Gefängnisses des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Gleich hinter dem neuen Parkplatz des Lidl-Marktes, inmitten einer ziemlich trist wirkenden Ostberliner Trabantenstadt. Hubertus Knabe arbeitet auf hier feindlichem Gebiet. Das weiß er und er spricht es offen aus: "Die Gedenkstätte ist ein Pfahl im Fleisch. Der ehemalige Gefängnischef wohnt zwei Straßen weiter, genau wie viele der Wärter."

    Heikler Job von Hubertus Knabe
    Jede der Äußerungen Knabes wird genau registriert, jeder seiner Schritte beobachtet. Von den Berliner Medien, von den Politikern in seinem Bezirk. Knabe ist ein politischer Mensch im Rampenlicht - auch wenn er das so gar nicht wollte. Der promovierte Historiker - groß, schlank, weißes Hemd, die grauen Haare akkurat gescheitelt - hat einen heiklen Job: Er leitet die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis von Hohenschönhausen, eine einstmals streng geheime Anstalt, in der unliebsame Bürger eingesperrt waren. Knabes selbst verordnete Aufgabe, die Aufarbeitung ostdeutscher Geschichte, stört bisweilen, sie sorgt für Ärger in der Nachbarschaft. Manche streiten sie ab, andere schauen dafür genau hin. Immerhin 350 000 Menschen wollen sie pro Jahr in Hohenschönhausen erleben, die meisten Besuchergruppen kommen aus Bayern, NRW, Baden-Württemberg, dem alten Westen eben. Nur bei den Einzelbesuchern, da liegt Berlin noch vorne.

    Mitunter, erzählt Knabe, ließen sich hier auch Menschen blicken, die all dies vehement anzweifeln: "Die ehemaligen Mitarbeiter der Staatssicherheit gebärden sich frech und unbelehrbar. Sie schmuggeln sich zuweilen sogar in die Führungen ein und bestreiten die dargestellten Tatsachen." Sie filmten, zeigten die Mitschnitte im Anschluss öffentlich, prangerten die Zeitzeugenberichte als Teil eines "Gruselkabinetts" an, berichtet Knabe.

    Vor allem ehemalige Häftlinge führen die Besucher der Gedenkstätte Hohenschönhausen bereits seit zwanzig Jahren immer wieder durch die Kellerverliese, in denen erst der sowjetische Geheimdienst gefoltert hatte, bevor das düstere Gebäude von der Stasi übernommen wurde. Touristen und Schulklassen werden in Gruppen geführt und sie bekommen mitunter erschütternde Lebensgeschichten zu hören: Berichte über die kräftezehrende Isolationshaft, über das lebensfeindliche Eingepferchtsein auf engstem Raum, von sogenannten Stehsärgen und stundenlangen Verhören.

    Mit der Einrichtung der Gedenkstätte Hohenschönhausen wurde eines der musealen Hauptprojekte der Geschichtsaufarbeitung Ost begründet. "Es wird noch lange dauern, bis die DDR als Unrechtsstatt in allen Köpfen präsent ist", sagt Gedenkstättenleiter Knabe trocken, ohne seine Ernüchterung darüber völlig verbergen zu können.

    Er selbst gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Aufarbeitung, wenn auch als umstrittene: Seit Jahren beschäftigt sich der Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen mit der Geschichte der DDR und ihrer vormals allgegenwärtigen Einheitspartei, der SED sowie deren Rechtsnachfolgerin, der Linkspartei, die heute wieder im Bezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen regiert. Vom ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler bekam er für seine Recherchen im vergangenen Jahr im Schloss Bellevue das Bundesverdienstkreuz, von der Linkspartei nebenan vor allem Kritik.

    Knabes These zur Geschichte ist eine Generalabrechnung mit der sogenannten "Ostalgie". Er mag es nicht ertragen, dass die DDR auf niedliche Trabbis und das Sandmännchen reduziert wird: "Der Blick auf die DDR verklärt sich zunehmend. Obwohl wir immer mehr wissen, wird die SED-Diktatur in der Rückschau paradoxerweise immer harmloser. Und diese Tendenz macht sich nicht nur bei einigen Ewiggestrigen bemerkbar, sondern reicht bis in die Mitte der Gesellschaft." Vertreter der Linkspartei hätten bereits seine Absetzung als Gedenkstättenleiter gefordert, bislang allerdings ohne Erfolg.

  • Hinweis für alle die gestalkt werden//03.08.2010

    Praktische Hilfestellung für Stalking-Opfer:
    Wie man eine Stalking-Akte anlegt
    von Rechtsanwältin Ute Rossenhövel

    "Was tun gegen Stalker?" beantworteten wir in unserem ersten Teil über das Stalking. Eine der Antworten lautet, gegen den oder die TäterIn mit Hilfe von Rechtsanwälten zivilrechtlich vorzugehen mit der Forderung, strafrechtlich relevanter Handlungen zu unterlassen.

    Ein großes Problem liegt oft darin, dass sich die Opfer wehrlos den vielzähligen Angriffen ausgesetzt fühlen. Sie wollen sich damit so wenig wie möglich auseinandersetzen, gleichzeitig aber die Angriffe so rasch als möglich beenden. Ein erfolgreiches Vorgehen steht und fällt jedoch mit der Nachweisbarkeit der Taten, ebenso mit der Nachweisbarkeit der Vielzahl der Belästigungen. Ein gutes Hilfsmittel ist daher eine möglichst sorgfältig geführte "Stalker-Akte". Damit wird es Ihnen, Ihrem Anwalt, der Polizei und letztendlich den Gerichten möglich, die Taten dem Stalker zuzuordnen und einen Überblick über Ihre Belastung zu erhalten.

    In einer "Stalking-Akte" können Sie sämtliche Belästigungen durch den Stalker sammeln. Sie notieren wichtige Hinweise wie Datum, Uhrzeit und Art der Belästigung ebenso wie den Namen möglicher Zeugen oder den Ort, an dem Sie die E-Mail, Website oder ähnliches archiviert haben. Eine solche Akte kann Ihnen nicht nur helfen, die Taten des Stalkers nachzuweisen. Sie hilft Ihnen vielleicht auch, die Belästigungen zu verarbeiten, nach dem Motto „Eintragen heißt abhaken“. Denn explosive Gegenreaktionen wie z.B. E-Mails mit ähnlich beleidigendem Inhalt, helfen Ihnen bei der Durchsetzung Ihres Rechts keineswegs – sie können sogar mehr als hinderlich sein.

    Eine Stalking-Akte könnte nach folgendem Schema angelegt werden:

    Tag
    Datum
    Uhrzeit
    Medium
    Wie erkannt
    Zeugen
    Inhalt
    Bemerkungen

    Mo
    15.3.05
    14:55
    E-Mail an ich@.... de
    E-Mail von stalker@... .de;
    Herr XY (liest PE ich@.. mit)
    siehe E-Mail-PE Ordner "Stalker"
    gleicher Text und ... wie in Mail vom 14.2.

    Mo
    15.3.05
    22:35
    Anruf
    Stimme
    --
    "...."
    über AB mitgespeichert

    Di
    16.3.05
    ca. 4:15 - 5:05
    15 Anrufe
    Ruferkennung
    Fangschaltung
    siehe Telekom-Aufstellung
    15 mal angerufen, nach 3x klingeln aufgelegt

    ...
    ...
    ...
    ...

    Ein weiteres Problem liegt meist darin, dass es sich um Taten ohne Zeugen handelt. Deshalb lautet eine weitere Regel: Suchen Sie sich einen verlässlichen Zeugen. Finden sich die beleidigenden oder sonst angreifenden Inhalte regelmässig im Internet, informieren Sie zwei oder drei neutrale Personen über die neuen Seiten, sobald Sie sie selbst gefunden haben, und bitten Sie diese, die Seiten für Sie zusammen mit Datum und Uhrzeit zu sichern. Oder bitten Sie diese Personen, selbständig z.B. nach Ihrem Namen zu googlen.

    Stalker treten nahezu immer in Kontakt mit ihrem Opfer. Meistens informieren sie ihr Opfer über ihre neuesten Schandtaten, regelmässig per E-Mail. Sie sollten die auf dem E-Mail-Account, den der Stalker benutzt, eingehenden E-Mails möglichst schon auf Provider-Ebene einem weiteren, unabhängigen Zeugen zugehen. Meistens können Sie bei der E-Mail-Verwaltung bestimmen, eingehende E-Mails in Kopie zu einem weiteren Account zu senden. Diese Funktion ist bei Stalking-Fällen sehr hilfreich.

    Wenn Sie sich einen neuen E-Mail-Account oder eine neue Telefonnummer zugelegt haben, denken Sie daran, diese Daten wirklich nur sehr wenigen und äusserst vertrauenswürdigen Personen bekannt zu geben. Eine "Geheimnummer", die Sie 20 Personen bekanntgeben, dürfte nicht mehr lange "Geheim" bleiben.

    Eingehende E-Mails sollten in einem gesonderten Ordner gespeichert, Webseiten gesichert, Briefe und Flugblätter archiviert, Postboten um ihren Namen gebeten werden usw. Mit einer entsprechenden Sammlung können Sie sowohl die Strafverfolgungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützen als auch mit anwaltlicher Hilfe zivilrechtlich selbst in den Gegenangriff gehen.

  • Russische Polizei nimmt 140 Oppositionelle fest//02.08.2010

    Ups, wie in alten Zeiten. Es hat sich nicht viel geändert zu den Jahren vor 1989.

    Moskau (dpa) - Russische Sicherheitskräfte haben in Moskau eine Oppositionskundgebung gewaltsam aufgelöst und auch den früheren Vizeregierungschef Boris Nemzow vorläufig festgenommen. Die Bürgerrechtler und Oppositionellen forderten bei ihrer Aktion das Recht auf Versammlungsfreiheit ein.
    Dies ist in der Verfassung garantiert. Auch in St. Petersburg gingen die Bürger auf die Straße. Die Polizei nahm in beiden Städten rund 140 Menschen vorübergehend fest, ihnen drohen Anklagen wegen Teilnahme an einer verbotenen Demonstration.
    Die Polizei zerrte Dutzende Demonstranten in Busse, wie der Radiosender Echo Moskwy am Samstag berichtete. Die Protestierer skandierten "Weg mit dem Polizeistaat!", "Schande, Polizei!" und "Freiheit!". Viele forderten den Rücktritt von Regierungschef Wladimir Putin. Die Aktionen werden in Russland traditionell am 31. eines Monats organisiert - als Symbol für Artikel 31 der russischen Verfassung, der das Recht auf Versammlungsfreiheit festschreibt.
    Das russische Innenministerium hatte bereits zuvor angedroht, die Demonstration zu verhindern. Die 83 Jahre alte Leiterin der Moskauer Helsinki Gruppe, Ljudmila Alexejewa, verurteilte an Ort und Stelle die Polizeigewalt. Die demokratischen Kräfte dürften sich dem Behördendruck nicht beugen und müssten ihren Prinzipien treu bleiben, sagte sie. In Moskau gab es rund 80 Festnahmen, in St. Petersburg etwa 60. Die Polizei entließ die meisten Demonstranten vor Mitternacht wieder aus dem Gewahrsam.
    Auf dem Triumphplatz in Moskau hatten sich nach Angaben des Internetportals kasparov.ru etwa 500 Menschen versammelt, um die Grundfreiheiten einer Demokratie einzufordern. Die Polizei hatte erneut ganze Hundertschaften eingesetzt. Kremlchef Dmitri Medwedew hat immer wieder eine Demokratisierung des Landes angekündigt. Allerdings vermissen seine Kritiker Taten.
    Bei der Kundgebung in Moskau wurden zudem mehrere Mitglieder einer Bürgerinitiative festgenommen, die sich für den Schutz des Waldes in Chimki vor den Toren der Hauptstadt einsetzen. Sie kritisierten, dass Moskaus "grüne Lunge" einer Autobahn nach St. Petersburg geopfert werde. Der Kampf um den Wald ist seit Wochen Anlass für beispiellosen Bürger-Aufruhr in Russland. Die Waldschützer fordern eine Umgehung des Waldes für das milliardenschwere Bauprojekt.

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