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Archiv der Einträge: Juni, 2009
  • Die Schulfreundin, die Stasi und die Zufälle //29.06.2009

    Vor ein paar Tagen war ich wieder mal in Görlitz, da meine betagte Mutter ihren Geburtstag gefeiert hat.

    Ich habe sie bei dieser Gelegenheit auf meine alte Schulfreundin angesprochen. Die, die damals unbedingt Dirk "adoptieren" wollte, bevor er verschwand ...

    Meine Mutter kann sich an die besagte Schulfreundin noch gut erinnern. Vor allem an ein Detail, das ihr damals merkwürdig aufgefallen ist, als ich in Dresden in Untersuchungshaft saß - also einige Jahre nach Dirks Entführung.
    Das war, weil ich wegen der Sache zu viele unbequeme Fragen gestellt, Briefe geschrieben und Kontakt zu westlichen Hilfsorganisationen aufgenommen hatte.

    Meine Mutter wollte mich in der U-Haft besuchen, aber sie lebte ja in Görlitz und hatte kein Auto. Meine frühere Schulfreundin dagegen besaß ein Auto und erbot sich, mit meiner Mutter nach Dresden zu fahren. Als sie vor dem Gefängnis angekommen waren, wollte die Schulfreundin partout nicht vor dem Gebäude auf der Bautzener Straße parken. Ihre Erklärung war, dass man sie und meine Mutter dann vom Gefängnis aus sehen könnte. Meine Mutter wunderte sich darüber, weil sie zu den monatlichen Besuchen angemeldet war und jeder sie sehen durfte. Sie hatte doch nichts zu verbergen ...

    Für jemanden, der das Untersuchungsgefängnis angeblich noch nie besucht hatte, kannte meine Schulfreundin sich überraschend gut dort aus. Sie fuhr hinter das Gebäude und parkte an einer versteckten Stelle, so als hätte sie gewusst, dass es dort eine diskrete Parkmöglichkeit gab.

    Aber meiner Schulfreundin schien der Besuch in der U-Haft peinlich zu sein. Auf alle Fälle wollte sie nicht, dass jemand sie dort parken sah. Und sie kannte sich offensichtlich dort aus, auch wenn sie angeblich noch nie dort gewesen war.

    Und sie hatte nur wenige Monate vor Dirks Verschwinden plötzlich einen neuen Wartburg.

    Wie sie zu dem Geld (und den Beziehungen) für so ein Auto kam, hat sie nie gesagt. Jedenfalls nicht durch offizielle berufliche Einkünfte. Und auch nicht von ihrem Mann, von dem sie sich getrennt hatte und der ihr noch nie großzügige (Geld-)geschenke gemacht hatte.

    Seltsame Zufälle.

    Oder doch keine Zufälle? Doch eine weitere Person in meinem engsten Umfeld, die von der Stasi auf mich angesetzt worden war? So wie die Stasi es mit ihren Zersetzungsopfern und allen anderen Personen, die sie im Visier hatte, so regelmäßig und systematisch machte? Der Patenonkel meiner Tochter entpuppte sich ja auch als Stasi-Spitzel, der meine Westkontakte verraten hatte und mich so ins Gefängnis brachte.

    In der DDR konnte keiner keinem trauen. Wie schon bei den Nazis konnte jeder ein Verräter sein. Und wie bei den Nazis wurden die Verräter nie belangt. Und leben heute überall in Deutschland.

    Glaubt ihr, nur weil die Mauer gefallen ist und die SED/Stasi-Diktatur offiziell zu Ende ist, hätten die vielen hunderttausend Verräter heute keine Verrätermentalität mehr?

  • Suche Infos über noch offene Fontanellen27.06.2009

    Wer hat Infos über offene Fontanellen auch nach dem Babyalter.
    Wer hat Infos das in Sachen offene Fontanellen geforscht wurde.
    Wer hat Infos wo in Sachen offene Fontanellen geforscht wurde, insbesondere ehemalige DDR.
    Wer hat Infos über Forschungen an Kinder in der ehemaligen DDR.

    Mein seit über 30 Jahren vermisster Sohn Dirk Schiller, wie auch die Schwestern von Dirk und auch ich haben zwei nicht geschlossene Fontanellen,1 Eurostück groß. Diese Stellen sind nicht verknöchert und leicht am Anfang Hinterkopf zu ertasten.

    Wer weiß was darüber und kann mir o.g. Fragen beantworten.

    Danke

  • Sendestunde Sozial Spezial organisiertes Stalking // 27.06.2009

    Radio Okerwelle auch übers Internet zu empfangen.

    Sendetermin Di. 07.07.09 , 19.00 Uhr, Wiederholung am Mi. 08.07.09, 09.00 Uhr.

  • Zersetzung: Wenn plötzlich alles schief läuft //26.06.2009

    Im Folgenden haben wir einige Zersetzungsmaßnahmen zusammengetragen, die in der Untersuchung “Zersetzung“ von Frau Dr. Pingel-Schliemann (Havemann Stiftung) erwähnt werden. Es handelt sich nur um ein paar Beispiele, nicht um den umfangreichen Gesamtkatalog an Zersetzungsmethoden, der zu DDR-Zeiten entwickelt und verfeinert wurde und ganz offensichtlich seit der Wende nun in der gesamten Bundesrepublik bei Opfern von organisiertem Stalking angewendet wird. Bei den meisten Zersetzungsopfern von damals und den meisten Opfern von organisiertem Stalking heute wurden bzw. werden mehrere dieser Terrormaßnahmen gleichzeitig und sehr häufig bzw. regelmäßig vorgenommen, bei manchen damaligen und heutigen Opfern wurde bzw. wird über Jahre hinweg die gesamte Palette an Psychoterrormethoden (die weitaus mehr umfasst als die einzelnen unten genannten Ansätze) angewendet, manche Dinge gleichzeitig, andere im Wechsel, einmal, mehrmals oder auch vielmals (wie z.B. 12 mutwillige Sachbeschädigungen am Auto eines Opfers PLUS 6 „zufällige Auffahrunfälle“ am ordnungsgemäß geparkten Auto desselben Opfers in regelmäßigen Abständen in einem Zeitraum von 5 Jahren trotz Umzugs und PKW-Wechsel):

    Inszenierung beruflicher Misserfolge
    Schikanen am Arbeitsplatz, wobei die Urheber im Dunkeln bleiben, zur Schwächung des Selbstwertgefühls, Desorganisation des Handelns, Auslösen von Existenzängsten (S. 215) – Wie eine Mobbingberatungsstelle feststellte, nahmen die Mobbingfälle an westdeutschen Firmen nach der Wende schlagartig zu, vorher war Mobbing in Westdeutschland so gut wie unbekannt und es gab noch nicht einmal ein Wort dafür …

    Verbreitung von Gerüchten und Desinformation
    Eine fatale Vermengung von wahren, überprüfbaren Angaben mit diskreditierenden, nicht belegbaren, aber auch nicht widerlegbaren negativen Falschinformationen über das Opfer (S.227)

    Zerstören von Liebesbeziehungen
    Ein weiblicher IM… sollte sich in das Blickfeld des Ehemannes bringen und sexuellen Kontakt aufnehmen, um kompromittierendes Material zu schaffen und so die Ehe zu zerrütten. (S. 253)

    Entfremden der Kinder von den Eltern
    Heimlicher Einbruch in die Wohnung eines Opferpaars (natürlich ohne Einbruchspuren), um „aus einer Kassette Geld zu stehlen, um die Kinder in Verdacht zu bringen, Streit, Misstrauen und völliges Unverständnis“ zu säen. (S. 254)
    Drohung, die Kinder des Opfers in einem Heim unterzubringen, wegen „politisch und persönlich unakzeptablem Verhalten der Mutter“, Verleumdung als Hure, Alkoholikerin (S.255)

    Einschränkung der Bewegungsfreiheit
    Entzug des Führerscheins, indem zu Geschwindigkeitsüberschreitungen provoziert wurde (S. 260)

    Kriminalisierung
    Unterstellung und Verurteilung wegen Verführung Minderjähriger sowie
    Versuche, dem Zersetzungsopfer eine Vergewaltigung anzuhängen und darüber Gerüchte zu verbreiten (S. 261f)
    Eine fingierte Unterschlagung öffentlicher Gelder
    Einen Ladendiebstahl inszenieren, indem dem Opfer unbemerkt Waren untergeschoben werden (S. 262)
    Verleitung zu Diebstählen in kirchlichen/öffentlichen Einrichtungen

    Demonstratives Beobachten, Telefonterror und Annoncenkampagnen
    Verfolgung auf Schritt und Tritt, um Panik und Verunsicherung zu erzeugen
    Nächtelanges unübersehbares Postieren von Fremden vor dem Haus des Opfers
    Wahrnehmbares Fotografieren des Opfers und aller Gäste
    Anonyme Telefonanrufe rund um die Uhr mit obszönen oder drohenden Inhalten oder Stille

    Beschädigung von Privateigentum
    Beschädigungen am Auto des Opfers wie Reifen zerstechen, Zucker in den Tank schütten, Übergießen mit Salzsäure, Türschlösser mit Klebstoff verschmieren, Autokabel zerschneiden, Zerstörung und Demontage von Rädern (S. 266)

    Beabsichtigte ärztliche Falschdiagnosen
    Verhinderung von Invalidisierung nach Arbeitsunfall (S. 267)
    Drängen zur unnötigen Operation, Ablehnung von Kuranträgen, Stellung falscher fataler Diagnosen (S. 267f) – Vielen DDR-Bürgern wurde von Ärzten gesagt, sie hätten „Krebs“ und nicht mehr lange zu leben. Bei Zersetzungsopfern war es besonders beliebt, ihnen „Verfolgungswahn“ oder „Schizophrenie“ anzuhängen, wenn sie jahrelang beschattet und ausspioniert wurden und sich in ihrer Not und Angst an andere wandten.

  • Zersetzung: Der Totalangriff auf Leben und Beruf //24.06.2009

    Dr. Pingel-Schliemann fasst in ihrem Buch „Zersetzung. Strategie einer Diktatur“ auf der Seite 358 folgende Zersetzungsstrategien zusammen:

    • Inszenierung beruflicher Misserfolge durch Bildungs- und Berufsverweigerung, Verhinderung von Fortbildungs- und Aufstiegschancen… Ausbleiben (von) Anerkennung, Konfrontation mit permanenter fachlicher Kritik durch die Vorgesetzten… Behinderung der Arbeit durch Einleitung von Überprüfungsmaßnahmen vor allem bei selbständig Tätigen, wie Steuer-, Hygiene- oder Brandschutzüberprüfungen;

    • Verunsicherung und Disziplinierung durch ständige Aussprachen bei den beruflich Vorgesetzten, der Polizei…

    • Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch… Stilllegung des PKW, Entzug des Führerscheins, Verhinderung von Wohnortwechsel, Organisierung von Wohnungszuweisungen;

    • Diskreditierung des Ansehens durch die Verbreitung von Gerüchten und falschen Informationen, konzentriert auf Ehebruch, pornografische Interessen, Alkoholmissbrauch, Verführung Minderjähriger, Kooperation mit dem MfS, Geldgier, Vernachlässigung elterlicher Pflichten, Verrat von politischen Mitstreitern, Freunden und Verwandten …Kontakt zu rechtsextremen Kreisen…;

    • Zerstörung des Privatlebens durch demonstrative Tag- und Nachtbeobachtungen, ständige telefonische Anrufe, Annoncenkampagnen, heimliche Hauseinbrüche und das Verstellen von Gegenständen, Beschädigung privaten Eigentums, Vortäuschung außerehelicher Kontakte, verdeckte organisierte Entfremdung der Kinder von den Eltern;

    • Kriminalisierung…durch Einleitung von Ermittlungsverfahren wegen Zoll- und Devisenvergehens, Drogenbesitzes, Verführung Minderjähriger, Vergewaltigung, Diebstahls, Steuerhinterziehung, asozialen Verhaltens.“

    Die Ansammlung solcher Aktionen über Jahre hinweg nannte sich zu DDR-Zeiten Stasi-intern „ein operatives Verfahren“ gegen ein ausgesuchtes Opfer.

    Dieselbe Ansammlung solcher Aktionen erleben Opfer von organisiertem Stalking in den alten und neuen Bundesländern seit Mauerfall (als die Verursacher und Handlanger dieser Zersetzungsmaßnahmen sich in der gesamten Bundesrepublik niederließen) und auffällig vermehrt Westdeutsche seit ca. 2001.

    Der einzige Unterschied ist, dass nun auch die neuesten Technologien wie Computertechnologie, Software und Internet zur Abhörung, Überwachung, Bespitzelung und Cyberstalking auf die Opfer angewandt werden, sobald sie zur Verfügung stehen – und dass die Motive nicht mehr politische Verfolgung, sondern Wirtschaftskriminalität mit schon bekannten Motiven (günstig an Immobilien herankommen, Konkurrenten ausschalten, Erfindungen und Betriebsgeheimnisse entwenden, Opfer in Schneeballsysteme hineindrängen) und noch unbekannten Zielen (kostenpflichtige Webseiten für zahlungswillige Voyeure weltweit im Stil von Kinderpornografie, Snuff-Videos, Videos von authentischen Vergewaltigungen und „Versteckte Kamera/Big Brother“-Sendungen) sind.

  • Zersetzung: Das Spiel mit den Wahrnehmungen // 22.06.2009

    Ein weiteres Detail, das Stasi-Mitarbeiter in der Wohnung eines Zersetzungsopfers veränderten, um es an seinem eigenen Verstand zweifeln zu lassen, war die Vorhangstange im Badezimmer.

    Als das Zersetzungsopfer seine Wohnung verließ, hing die Vorhangstange im Bad wie immer über dem Fenster. Als das Zersetzungsopfer in seine Wohnung zurückkehrte, fand es an der Haustür – wie immer bei solchen Zersetzungsaktivitäten – keine Einbruchsspuren vor. Alles in der Wohnung sah so aus, wie das Opfer es beim Weggehen hinterlassen hatte.
    Bis das Opfer sein Badezimmer betrat.
    Dort war die Vorhangstange an einer Seite abgehängt worden. Die Halterung war unbeschädigt, die Stange war nicht abgerissen, sondern jemand hatte sie aus der Halterung genommen und an einer Seite abgehängt.
    Die einzige Erklärung, die das Opfer dafür finden konnte, war, dass ein Fremder oder Fremde in seiner Abwesenheit seine Wohnung mit einem Zweitschlüssel oder einer anderen Methode, mit der sich Sicherheitsschlösser ohne Einbruchsspuren öffnen lassen, betreten hatte und im Bad die Vorhangstange absichtlich abgehängt hatte.
    Eben damit das Zersetzungsopfer dies bei seiner Rückkehr bemerken sollte.
    Und entweder an seiner Wahrnehmung, seiner Erinnerung, seinem logischen Verstand zweifeln sollte –
    – oder aber wissen sollte, dass Fremde ungehindert in seiner Wohnung aus und ein gehen, darin Dinge manipulieren, verändern, beschädigen, verschwinden lassen oder hinzufügen können, Lebensmittel im Kühlschrank vergiften können, private Unterlagen kopieren, markieren, beschädigen oder beseitigen können, Wanzen und/oder Kameras installieren können und alle anderen denkbaren und kaum vorstellbaren Dinge in dieser letzten Rückzugszone eines Menschen (seinen privaten Räumen) anstellen können. Die Suggestion der Täter war, dass das Opfer ihrer Kontrolle hilflos ausgeliefert ist.
    Dieses Detail berichtete ein Stasiopfer einer Psychologin viele Jahre nach Mauerfall. Das Opfer hatte diese „operative Maßnahme“ während des DDR-Regimes im Osten Deutschlands erlebt.

    Unabhängig davon berichtete ein Opfer von organisiertem Stalking im Jahr 2003, dass einer oder mehrere Fremde öfters in sein Haus eindringen mussten, ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen. Einmal war ein Buch von einem Zimmer in ein anderes getragen worden und an einer Stelle abgelegt worden, an der das Opfer keine Bücher ablegt. Ein anderes Mal (an seinem Geburtstag) hatten Fremde eine Rose in die Tischdecke auf dem Esstisch geritzt und Rosenblätter auf dem Boden im Wohnzimmer verstreut. Ein anderes Mal bemerkte das Opfer einen fremden Schuhabdruck im Blumenbeet seines Gartens, der von einer hohen Hecke umgeben ist. Ein viertes Mal hatten Unbekannte gleich drei Zigarettenkippen direkt auf der Türschwelle des Opfers abgelegt, so, als wären drei Fremde vom Gehweg die Stufen des Privatgrundstücks zur Haustür des Opfers hinaufgegangen und hätten dort jeder eine Zigarette geraucht, die Kippe auf der Türschwelle ausgetreten und liegen gelassen. Ein fünftes Mal hatte ein unbekannter – und unerwünschter – Gast auf die Innenseite des Schlafzimmerfensters eine fettige Substanz wie Butter oder Ähnliches geschmiert. Ein sechstes Mal schlug der Hund des Opfers gegen drei Uhr nachts an, als würde draußen jemand ums Haus schleichen. Am nächsten Tag entdeckte das Opfer Kritzeleien auf der Innenseite des Rückfensters in seinem PKW, der verschlossen vor der Haustür parkte (natürlich ohne jegliche Einbruchsspuren am Auto). Ein siebtes Mal (oder vielmehr mehrmals innerhalb eines Zeitraums von ca. einem Jahr) wurde allein die Uhr in seinem kleinen Betrieb über Nacht um eine halbe Stunde zurückgestellt, obwohl die Batterie einwandfrei funktionierte und die Uhr nicht langsamer wurde. Bei einem ihrer nächtlichen Besuche hinterließen die Täter am Schloss der alten Kellertür jedoch ein paar Kratzer. Und ein achtes Mal kam das Opfer mittags nach Hause, betrat das Bad – und musste feststellen, dass unbekannte Eindringlinge in seiner Abwesenheit die Vorhangstange im Badezimmer an einer Seite abgehängt hatten. Die Halterung war einwandfrei, an der Haustür waren keinerlei Einbruchsspuren zu erkennen…

    Dieses Opfer von organisiertem Stalking lebt allein und hat keine Kinder, die Butter an die Innenseite der Fenster schmieren könnten (auch war die beschmierte Stelle außer Reichweite seines Hunds). Es hat auch keine Freunde, die einen Ersatzschlüssel haben oder die sich solche „Streiche“ ausdenken würden. Als diese Dinge ca. 2002-2003 in seinem Umfeld passierten, lebte es im Stuttgarter Raum, war bei klarem und nüchternem Verstand, hatte noch nie etwas von Zersetzungsmethoden der Stasi gehört und interessierte sich auch nicht für die DDR. Auch hat es weder mit dem oben genannten Zersetzungsopfer noch mit deren Psychologin je gesprochen noch von der Geschichte mit der Vorhangstange erfahren. Es hat sie nur – vollkommen unabhängig von dem Zersetzungsopfer, mit dem genau dasselbe zu DDR-Zeiten gemacht wurde – selber erlebt, ohne zu ahnen, wer oder was dahinter und hinter all den anderen merkwürdigen Inszenierungen, anonymen Anrufen, mysteriösen Kunden und sonstigen ungewöhnlichen Dingen, die es seit dem Jahr 2000 regelmäßig erlebt, stecken könnte.

  • Zersetzung: Das unheimliche Versteckspiel in der Wohnung //20.06.2009

    Dr. Pingel-Schliemann fasst in ihrem Buch „Zersetzung. Strategie einer Diktatur“ auf Seite 358 folgende Zersetzungsstrategien zusammen:

    Bei Zersetzung geht es um „leise Zerstörung von Menschen“ (S. 105)… Die Zersetzungsmethoden waren subtil und durften öffentlich nicht als Verfolgungsmaßnahmen des MfS erkennbar sein. Auch für die Betroffenen selbst war die Zersetzung eine undurchschaubare Unterdrückungsmethode,… konnten sie kaum beweisen und sich erst recht nicht dagegen zur Wehr setzen… In der Regel machten sie andere für die persönlichen Lebenskrisen verantwortlich… Dies führte zu Spannungen im Alltagsleben (und) produzierte …Verständnislosigkeit, Kontakt- und Kommunikationsstörungen.

    Betroffene mussten sich gar von anderen vorwerfen lassen, dass sie halluzinieren. In der Folge begannen sich einige selbst für verrückt oder krank zu erklären… MfS-Mitarbeiter drangen zum Beispiel mit Nachschlüsseln in die Wohnung eines ihrer Opfer ein, um dort Gegenstände neu zu sortieren. Einmal verhängten sie Bilder von Frau R. Beim nächsten heimlichen Einbruch verstellten sie nur Gewürzdosen in der Küche. Ein anderes Mal tauschten sie den Lieblingstee der Frau durch eine andere Sorte aus. Die Mitarbeiter kamen wieder und wieder. Sie ließen sich jeweils etwas Neues einfallen. So hängten sie auch die Handtücher im Badezimmer von Frau R. ab und ordneten die Blumentöpfe auf ihren Fensterbänken neu… Nachts, während das Opfer schlief, brachen MfS-Mitarbeiter in dessen Wohnung ein und schalteten im Bad den Rasierapparat ein.“ (S. 195f)

  • Heimliche Zersetzung statt offenem Terror //18.06.2009

    In den 70er Jahren versuchte die SED-Regierung, eine internationale Anerkennung der DDR als Staat, der die Menschenrechte einhält, durchzudrücken.

    Mit allen Mitteln.

    Da die Menschenrechtsverletzungen des Regimes, die ins Ausland durchgesickert waren, international angeprangert wurden, ließ sich die Stasi eine besondere Methode einfallen, um die eigene Bevölkerung weiterhin in Schach zu halten und der internationalen Öffentlichkeit einen Rechtsstaat vorzuspielen.

    Dafür „vollzog sich eine Verschiebung vom offiziellen juristischen Terror hin zu unauffälligen, verdeckten Verfolgungs- und Unterdrückungsmethoden“ (Dr. Pingel-Schliemann, „Zersetzung. Strategie einer Diktatur“, Seite 86, von der Havemann-Stiftung 2004 herausgegeben). Das Ministerium für Staatssicherheit (= die Stasi) gab den Befehl heraus, diese Verschiebung ins Heimliche schleunigst umzusetzen.

    Man brauchte nun gut ausgebildete Zersetzer, sprich: professionelle Stalker/Mobber/Spitzel, die diese neue Methode ausführten, um unliebsame Bürger zu unterdrücken und deren Leben systematisch zu zerstören. Den Namen für diese neue-alte Methode entlieh die Stasi dem Dritten Reich, in dem auch schon von „Zersetzung“ gesprochen wurde. Auch in anderer Hinsicht ähnelte die Methode, mit der sich Menschen kaputt machen lassen, stark der sadistischen Denkweise der Nazis. Nur eines war neu: Die perfide Systematik, das ausgeklügelte System, wie man die menschliche Psyche rundum angreifen und über die Jahre zerstören kann, die Zielperson in den Wahn oder gar Selbstmord treiben kann.

    Hierfür etablierte die „Staatssicherheit“ eigens für die Ausbildung ihrer Stasi-Mitarbeiter einen Lehrstuhl für „operative Psychologie“ an der Hochschule der Staatssicherheit in Potsdam. Es war ein eigenes Studienfach, an dem mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Psychiatrie das eigentliche Ziel der Psychologie, nämlich kranke Seelen zu heilen, einfach umgedreht wurde. Die Entwickler der Methode „operative Psychologie“ sagten sich, dass sich mit denselben Erkenntnissen auch gesunde Seelen krank machen lassen, wenn man die Sache nur systematisch und geduldig genug betreibt – und so subtil, dass das Umfeld des Opfers nichts davon mitbekommt (oder selbst bei dem bösen Spiel mitmacht). So lässt sich jeder Mensch mit der Zeit dermaßen verunsichern, isolieren und in die Verzweiflung treiben, dass er irgendwann einfach nicht mehr kann, keine Kraft, Lebensenergie oder Hoffnung mehr hat. Sein Alltag wird jahrelang von anderen inszeniert und manipuliert – und er merkt es, ohne zu wissen, warum, von wem, wie und was.

    Der Hintergedanke der regelmäßigen unzähligen versteckten kleinen Zerstörungen wurde der chinesischen Wasserfolter entnommen, bei der ein Wassertropfen stetig und tagelang oder wochenlang auf dieselbe Körperstelle des Gefolterten tropft oder er das tropfende Geräusch aushalten muss. Anfangs harmlos, doch dann wartet er schon darauf, der Wassertropfen wird immer unerträglicher und das ohne Aussicht auf ein Ende.

    So funktioniert die Zersetzungsmethode der Stasi. Und sie funktioniert extrem wirksam.

  • In Deutschland wie in China //18.06.2009

    Letzte Woche kam im Radiosender SWR etwas Witziges.

    Dort wurde dem schrägen SPD-Chef Münte sozusagen auf die markanten Mundwinkel gesehen – na ja, nicht persönlich, sondern gut imitiert – der da meinte, wenn die bundesdeutschen SPD-Wähler nicht freiwillig zu den Urnen gehen, dann muss man sie halt dazu zwingen. Denn was tut man nicht alles, um die Macht zu erhalten? Und überhaupt liebäugelt die SPD jetzt mit China, da wo die Wähler brav die wählen, die sie wählen sollen – wenn die Linkspartei der SPD mit China nicht zuvorkommt …

    Noch dürfen solch „kritische Stimmen“ frei gesendet werden. Noch darf darüber hörbar gelacht werden.

    Auch er hat noch gut lachen. Schließlich konnte der SPD-Chef am Wochenende mit seiner neuen Freundin in der Öffentlichkeit glänzen. Was Macht nicht alles möglich macht – denn was sonst könnte eine gut zwanzig Jahre jüngere, attraktive Frau an Münteferings markanten Zügen finden?

    Also kommt, SPD-Wähler, tut ihm den Gefallen und geht freiwillig wählen, um seine Macht zu erhalten, egal wohin sie euch treiben wird.

    Der Mann hat ja sonst nichts.

  • Mielkes Rache //16.06.2009

    Am Samstag, 13.6.09 (21:00-21:45) wurde auf Phoenix auch die Dokumentation „Mielkes Rache“ (MDR 2008) gezeigt.

    Es ging um das Leben des unglückseligen Wissenschaftlers Werner Teske. Dieser hatte das große Pech, in seinem Studienfach so gut zu sein, dass die Stasi seine Begabungen für sich beanspruchen wollte. Denn die Stasi spitzelte überall, auch an den DDR-Universitäten. Und die Elite-Studenten hatten gefälligst für die „Staatssicherheit“ zu arbeiten.

    So auch Teske. Der weigerte sich zunächst und sagte, er sei an der Uni zufrieden und würde gern dort bleiben. Doch die Stasi drohte und lockte. Die Drohung lautete suggestiv, wenn Teske nicht die Stelle annahm, die die Stasi ihm im MfS anbot, würde er nirgendwo Fuß fassen. Die Verlockung war, dass er auch an der Stasi eigenen Universität seinen angestrebten Abschluss machen könnte.

    Eingeschüchtert stimmte Teske zu und merkte Jahre später, als es längst zu spät war, dass er weder die Stasi-Karriere erreichen könnte, die er sich als Wissenschaftler vorstellte, noch je aus dem DDR-Geheimdienst wieder aussteigen könnte. Statt sich als Wissenschaftler profilieren zu können, wurde er für die Wirtschaftsspionage im Westen eingesetzt, durch die die marode DDR-Industrie wieder saniert werden sollte..

    Offiziell hieß das selbstredend „zum Schutz der DDR“, na logisch.

    Inoffiziell klauten die Wirtschaftsspione der Stasi die lukrativen Firmengeheimnisse westdeutscher Unternehmen, auch wenn das ihrer zugrunde gerichteten, da auf Zwang aufgebauten eigenen Industrie auch nix mehr nützte. Dies taten sie mithilfe von Westspionen, die geheime Unterlagen in Schließfächern nahe der Grenze deponierten, die dann „Führungsoffiziere“ der Stasi dort abholten.

    Ein solcher Westspion, der natürlich nicht erkannt werden will, sagte mit dem Rücken zur Kamera (heute, nicht damals!) aus, die „Ehrlichkeit“ der Stasi hätte ihn damals überzeugt. Davon ist er heute noch überzeugt. Was er mit „Ehrlichkeit“ meint, blieb unklar, Und was der heute so treibt, wurde in der Doku auch nicht näher benannt … Wegen seiner Wirtschaftsspionage gegen Firmen seines eigenen Landes ist er mit Sicherheit auch nie belangt worden. Wen kümmert’s auch in unserem Rechtsstaat?

    Teske (dessen Eheschließung als Stasi-Mitarbeiter vom MfS genehmigt werden musste), wurde seines Lebens nicht mehr froh. Er dachte halbherzig an Flucht in den Westen. Ein Kollege von ihm, Werner Stiller, setzte den Gedanken in die Tat um und konnte in den Westen fliehen. Doch Teske schmuggelte nur Akten aus seinem Stasi-Büro hinaus und versteckte sie in der Waschküche, als mögliches Ticket in den Westen.

    Aber daraus wurde nichts mehr. Die Stasi bekam Wind (von wem auch immer) von Teskes Plänen und verhaftete ihn wegen besonders schwerwiegenden „Verrats“. Er wurde verurteilt, die Gerichtsverhandlung war natürlich eine Farce wie alle Gerichtsverhandlungen und Justizmaßnahmen in der DDR, das Urteil, das die Staatsanwaltschaft forderte, lautete auf Todesstrafe. Teske zeigte sich reumütig, der Richter nicht.

    Teskes Todesstrafe wurde in Leipzig vollstreckt. Er wurde durch einen Genickschuss hingerichtet. Das muss Mielke erfreut haben, denn der oberste Stasi-Chef hatte schon offen zugegeben, er würde Verräter erschießen, wenn es ihm möglich wäre.

    Das alles mag wie Russland oder China klingen, aber es geschah in der ehemaligen DDR in den 80er Jahren. Und der Rest zeugt von der typischen Feigheit der Stasi-SED …

    Denn nach außen hin konnte man nicht zugeben, dass man den Stasi-Mitarbeiter, der keine Lust mehr hatte, das dreckige Schnüffel-Betrugs-Spiel mitzuspielen, hingerichtet hatte. Schließlich schielte die DDR ja ständig danach, vom Westen als „demokratisches“ Land anerkannt zu werden, ohne es auch nur im Geringsten zu sein. Die Hinrichtung wurde so systematisch verschleiert, dass sie sogar in Stasi-Kreisen nicht bekannt wurde. Man kann sich denken warum …

    Teskes Frau und Tochter wurde daher mitgeteilt, er hätte sich in seiner Zelle erhängt. Sie wurden gezwungen, ihren Nachnamen zu ändern und den Namen Teske nie mehr zu erwähnen. Sie mussten ihre Ausweise und persönlichen Unterlagen abgeben und erhielten sämtliche Dokumente neu ausgefertigt auf einen anderen Nachnamen. Sie wurden in einen anderen Teil der DDR verbracht, die Stasi besorgte ihnen eine Wohnung und bot sogar an, Werner Teskes Frau „einen neuen Mann“ zu besorgen. Alles, alles, um nur ja zu vertuschen, was man mit Teske gemacht hatte, der nun offiziell nie existiert hatte.

    Und was sollten Frau und Tochter sagen, falls sie jemals gefragt werden würden, was aus ihrem Vater geworden war?

    Sie sollten sagen „Vater ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.“

    Rein zufällig natürlich, wie alle „Unfälle“, die mit der Stasi zu tun haben und in denen bis heute nicht ermittelt wurde.

  • Früher Stasispion, heute Staatsgast //15.06.2009

    Hans-Martin Tillack | 14. Juni 2009 17:20 Uhr
    Sage noch einer, die Ex-Tätigkeit für die Stasi sei im vereinigten Deutschland ein Karrierehindernis. Für einen früheren DDR-Spion lässt das von Frank-Walter Steinmeier (SPD) geführte Auswärtige Amt morgen in Washington sogar einen feierlichen Empfang ausrichten.

    Für morgen abend um 19.30 Uhr lädt der deutsche Botschafter in Washington, Günther Scharioth, zum Abendessen zu Ehren von Matthias Warnig.
    Warnig ist Chef der mehrheitlich vom russischen Energieriesen Gazprom kontrollierten Schweizer Gesellschaft Nord Stream AG. Ja genau, es handelt sich um die in Zug residierende Firma, die eine umstrittene Gaspipeline durch die Ostsee bauen möchte, unter Beteiligung der deutschen Energiekonzerne Eon und BASF. Und Nord Stream ist natürlich das Unternehmen, dessen Aktionärsausschuss vom früheren Kanzler Gerhard Schröder geführt wird.
    Warnig war zu DDR-Zeiten Major bei der Hauptverwaltung Aufklärung der Stasi und macht kein Hehl daraus, dass er damals zu Lasten westdeutscher Firmen „Industriespionage“ betrieb. Seit Jahren gilt er als enger Vertrauter des russischen Premiers Wladimir Putin, der ja ebenfalls ein alter Geheimdienstmann ist.
    Das von Schröders langjährigem Kanzleramtschef und heutigem SPD-Kanzlerkandidaten Steinmeier dirigierte Außenministerium findet den Empfang für den Ex-Agenten übrigens ganz normal. Es sei „nicht ungewöhnlich“, dass deutsche Botschaften zu Ehren von Firmenchefs einladen, sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Das Pipelineprojekt werde ja „von der ganzen Bundesregierung unterstützt“. Und natürlich werde Warnig nur wegen seiner jetzigen Tätigkeit geehrt – nicht für das, was er früher so getrieben hat.
    Na dann.
    http://www.stern.de/blog/index.php?op=ViewArticle&articleId=2502&blogId=6

  • Die Systematik des Unrechts //15.06.2009

    Am Samstag (13.6.09) sendete der Fernsehsender Phoenix hintereinander mehrere Dokumentationen über den Unrechtsstaat DDR. Darunter (ca. 22:00 Uhr) befand sich auch die Wiederholung einer Doku über die so genannten Tunnelgräber.

    Das waren die Bürger der DDR, die es in der „demokratischen Republik“ nicht mehr aushielten und Fluchtgedanken hegten, sich jedoch nicht den Todesschüssen der Mauerschützen aussetzen wollten.

    Also gruben sie einen Tunnel von der unfreien Seite der Mauer aus bis hin zur freien Seite hinter der Mauer – nach Westdeutschland.

    Nach der zweiten erfolgreichen Tunnelflucht (die natürlich sehr schnell von den Ostbehörden entdeckt wurde) verschärfte die Stasi umgehend ihr Ausspionieren der Bewohner an der Grenze. Und das, obwohl doch die Mauer nach offiziellen DDR-Angaben angeblich als „Schutz“ der ostdeutschen Republik gebaut worden war und um unerwünschte Fremde fernzuhalten, die ja schließlich an den Grenzübergängen nach Ostdeutschland Schlange standen, um in die marode, diktatorische DDR einreisen zu dürfen, nicht wahr?

    Ein ostdeutscher Tunnelgräber, der es in diesem unangenehmen Teil Deutschlands nicht mehr aushielt, wurde von einem Stasi-IM (Deckname „Panko“) verraten, wie er viel später nach 6Mauerfall aus seiner Stasi-Akte erfahren musste. Für den Verrat erhielt „Panko“ 3.000 Mark Belohnung und eine Medaille vom obersten Chef der Stasi, Mielke, persönlich angeordnet.

    Ein anderer ostdeutscher Tunnelgräber, der es auch nicht länger in der DDR aushielt, wurde von einem Mauerschützen abgefangen, der ihn und seine Familie erschießen wollte. Der Tunnelgräber kam ihm zuvor und erschoss den Grenzsoldaten. Hätte er nicht zuerst geschossen, wären er und seine Familie heute nicht mehr am Leben. Es war also das, was man in einem Rechtsstaat als Notwehr bezeichnet, wenn der Flüchtling sein Grundrecht auf Freiheit und Leben wahrnimmt (oder es zumindest versucht).

    Der Tunnelgräber, der den Mauerschützen erschoss, bevor dieser ihn und seine Familie erschießen konnte, wurde wegen „Totschlags“ verurteilt. Er legte Berufung ein, um wegen Notwehr freigesprochen zu werden – doch die höhere Instanz wandelte das Urteil in „Mord“ um.

    Der Stasi-Maulwurf namens „Panko“ wurde wegen seines Verrats nie angeklagt.

    Na ja, so war es nun mal in der DDR, stimmt’s?

    Nein, diese Unrechtssprechung wegen „Mord“ an einem Mauerschützen, der das Leben der Flüchtenden bedrohte, ist in unserer Bundesrepublik Deutschland erfolgt. Und auch die Deckung und Nichtbestrafung des Stasi-Verräters erfolgt seit 20 Jahren in diesem unserem vereinten Deutschland.

    Die heutige Systematik der Nichtverfolgung von Stasi-Straftaten und der Unterdrückung von verfolgten Opfern des SED-Stasi-Regimes hat schon Methode.

    Nochmals zur Erinnerung, weil’s so wichtig ist:

    Schauen Sie unter Wikipedia mal nach, wo der SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier und die SPD-Justizministerin Zypries am Anfang ihrer Karrieren gemeinsam gearbeitet haben, und wer diese linke Zeitschrift in Berlin früher gefördert hat …

    Wundern Sie sich da noch über die „Rechtsprechung“ der bundesdeutschen Justiz, die seit nunmehr 20 Jahren zu fast 100 Prozent Stasi-Täter freispricht, Stasi-Verbrechen systematisch und flächendeckend nicht aufdeckt und Opfer mundtot macht – oder gar bestraft, wie im Fall des Tunnelgräbers?

  • Verschwiegene Ermittlungen und verschwundene Akten im Fall Dirk Schiller // 10.06.2009

    Vor wenigen Tagen erhielt ich Post von meiner Anwältin - und bin vor Staunen fast vom Stuhl gefallen ...

    Sie konnte zusammen mit einem Kriminalisten aus den Akten, die der Rechtsanwältin über den Fall Dirk zur Verfügung gestellt worden sind, erkennen, dass diese Akten UNVOLLSTÄNDIG sind ...

    ... und dass im Fall auch als möglicher Mordfall ermittelt wurde ...

    ... und auch gegen das Ehepaar, das den blauen Moskwitsch gefahren hatte und kurz auf dem Parkplatz aufgetaucht war, ermittelt wurde ...

    ... und die Aufforderung, ich solle Dirk für tot erklären lassen, in unmittelbarem Zusammenhang mit den Erkenntnissen über just dieses Paar im Moskwitsch stehen muss ...

    ... und schon in der DDR alle möglichen Behörden Ermittlungen durchgeführt haben ...

    ... und die Spuren dazu alle dann schnell wieder haben verschwinden lassen!

    Auch kann eine Entführung mit Ansatz von Mordermittlungen nicht "verjähren", wie mir die Staatsanwaltschaft Magdeburg so bequem mitgeteilt hat. Hier wurde ich ganz offensichtlich von Behördenseite aus belogen und um Ermittlungen betrogen. Nun hat meine Anwältin die Staatsanwaltschaft darauf hingewiesen, dass die Akten unvollständig sind und die Sache von wegen "verjährt" ist.

    Warum die ostdeutschen Behörden mich angelogen haben, liegt auf der Hand.

    Aber warum lügen mich die westdeutschen Behörden weiterhin an? Warum wollen sie diesen Fall unbedingt seit Mauerfall zu den Akten legen? Warum verhält sich die westdeutsche Staatsanwaltschaft im Fall Dirk wie auch in allen anderen mysteriösen Fällen - ob RAF-Morde mit Stasi-Verbindungen oder andere tödliche "Unfälle" mit vermuteter Stasi-Verursachung - nun seit 20 Jahren unrechtmäßig? Warum gehen diese Leute ihren Jobs nicht nach, wie es von ihnen erwartet wird? Schließlich werden sie dafür von den Steuerzahlern bezahlt, ihre Arbeit so zu tun, wie jeder Leiharbeiter oder Hartz-IV-Empfänger seinen 1-Euro-Job auch tun muss?

    Wer ordnet diese Massenunterdrückung von unbequemen Wahrheiten an?
    Und weshalb?
    Um den "sozialen Frieden" nicht zu gefährden, der nur noch aufrecht erhalten werden kann, solange die Bevölkerung nichts wittert?
    Oder weil es verdammt peinlich für Deutschland werden wird, wenn ans Tageslicht kommt, was hier an Korruption und Vertuschung der Tatsachen so alles läuft und sich aufgebaut hat in diesen letzten zwanzig Jahren?

    Leute, die aufgrund ihrer internen Ermittlungen mehr wissen als die Masse, haben es schon in den Medien angedeutet:

    Das alles ist erst die Spitze des Eisbergs.

  • Erinnerungen an eine seltsame Schulfreundin //08.06.2009

    Dirk im Url.
    Ich bin wieder einmal krank (und sauer darüber). Letzte Woche war kein Schlafen möglich, weil meine linke Schulter so schmerzte, dass nichts mehr ging. Vom Arzt habe ich eine Cortisonspritze bekommen, aber ich kann den Arm nicht bewegen.

    Es macht mir Angst - immer wieder was anderes, was mich schmerzt. Doch durch die Schlaflosigkeit fiel mir nun endlich ein lange verschüttetes Puzzleteil wieder ein, an das ich bisher gar nicht gedacht hatte. Es könnte beim Verschwinden von Dirk eine wichtige Rolle gespielt haben.

    Am letzten Freitag konnte ich wieder erst gegen 3 Uhr einschlafen. Vorher ging mir alles mögliche durch den Kopf ... Ich erinnerte mich plötzlich wieder an eine frühere Schulfreundin, die vor Dirks Verschwinden bei uns aus und ein ging ...

    Diese Schulfreundin hatte damals eine Wohnung mit Kohleheizung und wir sollten eine Werkswohnung mit Fernwärme bekommen. Wir haben lange darüber gesprochen, weil sie hüftkrank war, sie wollte die Wohnung mit uns tauschen. Ihr Mann war bei der Stasi, wie sie uns sagte, und deshalb war es möglich.

    Sie hatte eine Tochter in Silvias Alter und wünschte sich noch ein Kind, was aber durch ihr Hüftleiden nicht möglich war. Als Dirk zur Welt kam, war sie ganz vernarrt in ihn. Sie hat ihn viel zu sich geholt und bei uns besucht. Und immer wieder fragte sie, ob sie ihn adoptieren könne, "es würde ganz schnell gehen" - wegen ihrem Stasi-Mann. Wir lehnten dies natürlich immer wieder ab. Es kam für uns auch gar nicht in Frage. Dirk war unser Sonnenschein. Aber diese Mentalität war für die DDR typisch (siehe die zahllosen Zwangsadoptionen und "verstorbenen" Zwillingsbabys, die man den Müttern weggenommen hat).

    Auch wusste die Schulfreundin über uns immer Bescheid. Sie durfte seltsamerweise auch nach dem Westen reisen, was kein normaler DDR-Bürger durfte. Also alles sehr suspekt - aus heutiger Sicht betrachtet ...

    Doch damals war mir das alles nicht wirklich klar, weil ich politisch unwissend war - und wir ja auch unwissend gehalten wurden.

    Wir zogen dann mit Silvia und Dirk in unser Haus in einem anderen Stadtteil von Görlitz. Wegen des schönen Gartens bekamen wir nun viel Besuch - unter anderem auch von meiner Freundin mit ihrer Tochter, auch (und vor allem) wenn wir zufällig gerade Westbesuch hatten.

    Der Verdacht, der Freitagnacht bei mir zum ersten Mal auftauchte, wird dadurch erhärtet, dass diese Schulfreundin von damals auch für die Stasi gearbeitet haben könnte. Da wir ja befreundet waren, wussten sie und ihr Mann bestens über uns Bescheid. Nach einiger Zeit als wir weggezogen waren,trennten sich dann die beiden.

    Sie zog nach Dresden und er nach Leipzig. Nun liegt der Verdacht nahe, dass ihr Mann den Auftrag hatte, Dirk zu entführen. Dirk kannte ihn ja und könnte in ein fremdes Auto eingestiegen sein, wenn der Mann meiner Schulfreundin da drin gesessen hat und ihm womöglich gesagt hat, wir würden ihn schicken und er würde Dirk zu uns bringen.

    Denkbar ist genauso gut, dass die Stasi den Mann beauftragt hat, seine Frau auf uns anzusetzen, um herauszufinden, ob wir bereit wären, unser Kind zur Adoption freizugeben. Da sie natürlich nur melden konnte, dass wir das nicht waren - hat man Dirk dann womöglich einfach entführt.

    Warum bin ich da noch nicht draufgekommen? Warum habe ich diesen Aspekt die ganzen Jahre über verdrängt? Vielleicht, weil es so unglaublich ist, dass Menschen zu so etwas fähig sein können. Aber durch meine Schmerzen in der Schulter bin ich nun endlich "aufgeweckt" worden - und das verschüttete Erinnerung konnte dadurch wieder hochkommen.

    Diese Erinnerung lässt mich nun nicht mehr los und ich werde der Sache nachgehen.

  • Ex-Bautzen-Häftling kämpft gegen Verharmlosung des DDR-Regimes //08.06.2009

    Ehemalige Genossen sollen Vergangenheit nicht deuten dürfen

    Bautzen (ddp-lsc). Abgeklärt wirkt Hartmut Richter, wenn er über seine Haftzeit im Stasi-Knast "Bautzen II" spricht. Drei Jahre lang war er dort als "Feind der DDR", wie er in einer sogenannten Kurzeinschätzung im April 1978 beschrieben wird, inhaftiert. "Haft in 'Bautzen II' - das bedeutete unter anderem tage- und wochenlange Isolationshaft aus nichtigsten Anlässen und über die gesamte Zeit meiner Inhaftierung nur eingeschränkter Kontakt zu den Eltern", erzählt er. "Außerdem versuchte man, meine Mitgefangenen gegen mich aufzuhetzen, indem man sie glauben machte, ich sei selbst ein Stasi-Spitzel."

    Die vielen Tage der Isolationshaft in den "Tigerkäfige" genannten Zellen seien "besonders schlimm" gewesen. Durch ein Gitter konnte die Toilette vom Rest des Raumes abgetrennt werden, so dass der Gefängnisinsasse von der Willkür der Wärter abhängig war, wenn er seine Notdurft verrichten wollte. "Und wurde innerhalb des Käfigs ein Kübel hingestellt, roch der so unangenehm, als hätten ihn schon Generationen vorher genutzt", erzählt der 61-Jährige.

    Ursprünglich war Richter 1975 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden - er hatte seit 1972 über die Transitwege zwischen den westdeutschen Bundesländern und West-Berlin insgesamt 33 Menschen zur Flucht verholfen. Nach 18 Monaten in Berlin-Rummelsburg und den drei Jahren in "Bautzen II" wurde er 1980 von der Bundesrepublik freigekauft.

    Heute berät er ehemals Verfolgte als Mitglied der Vereinigung der Opfer des Stalinismus. Zudem führt er Schulklassen durch den wohl bekanntesten Stasi-Knast in Berlin-Hohenschönhausen. "Es geht mir nicht nur darum, Seiten der DDR zu zeigen, die vor allem von ehemaligen DDR-Bürgern nicht so gern gesehen werden", erklärt er. Auch will er "den alten SED-Genossen, den ehemals Privilegierten, nicht auch noch die Aufklärung überlassen" - und meint damit unter anderem einige Politiker der aus der Sozialistischen Einheits-Partei (SED) hervorgegangenen Linken.

    Auch andere in der DDR einflussreichen Kreise seien heute noch gut genug organisiert, "um durch eine ostalgische Verklärung des Regimes ihre eigene Verstrickung in das Unrecht, das der Staat verübte, zu verbergen oder zu relativieren", sagt Richter. So gebe es beispielsweise "viele DDR-Juristen, die heute wieder Recht sprechen dürfen". Dass er nach seinen Führungen hin und wieder in seine Autoreifen eingeschlagene Nägel finde, zeige ihm, dass er mit seinen Äußerungen durchaus einen empfindlichen Nerv treffe, sagt er.

    Dass Aufklärung offenbar weiterhin nötig ist, bestätigt auch Susanne Hattig von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Die Historikerin arbeitet in der Gedenkstätte, die in dem ehemaligen Stasi-Knast eingerichtet und 1994 eröffnet wurde. Mehr als 88 000 Besucher kommen jedes Jahr dorthin. Die meisten von ihnen aus Sachsen.

    Wenn Hattig die Besucher durch die langen vergitterten Gänge und über mehrere Etagen an den ehemaligen Gefängniszellen vorbeiführt und dabei die Methoden schildert, mit denen die Stasi die Gefangenen einschüchtern wollte, "sind viele von ihnen überrascht ob des Schreckens, der sich in der DDR abgespielt hat - und der hier zum Teil sichtbar wird", erzählt sie.

    Die Einwohner der Stadt selbst hätten den Stasi-Knast gar mit einer gewissen Naivität betrachtet. "Die meisten hielten es für ein normales Gefängnis", sagt Hattig. Auch von Ex-Häftling Richter ist zu hören, dass, nachdem im Wendeherbst immer mehr Informationen auch über die Behandlung von DDR-Regimegegnern an die Öffentlichkeit drangen, das "allgemeine Erschrecken" nicht nur in Bautzen groß gewesen sei. "Dass es so etwas wie einen Stasi-Knast für sogenannte Staatsfeinde überhaupt und dann auch noch in direkter Nachbarschaft zum eigenen Wohnhaus gegeben haben soll, konnten viele anscheinend nicht glauben", sagt er.

    Tatsächlich liegt "Bautzen II" nur etwa 15 Gehminuten vom mittlerweile beinahe runderneuerten Zentrum der 41 000-Einwohner-Stadt entfernt. Während in einigen Randbezirken durchaus noch Sanierungsbedarf besteht, präsentiert sich die Altstadt infolge eines aufwendigen Renovierungsprogramms aufgeräumt und herausgeputzt. Die offenkundig gestiegene Attraktivität schlägt sich aber vorerst nur in den Touristenzahlen nieder.

    Denn trotz einer vergleichsweise geringen Arbeitslosenquote hat Bautzen wie viele Städte in den neuen Bundesländern nach wie vor mit einem kontinuierlichen Einwohnerschwund zu kämpfen. Nach 1990 ist rund ein Fünftel der Bautzener weggezogen - seit der Jahrtausendwende hat die Abwanderungsdynamik allerdings deutlich nachgelassen. Das betrifft auch und vor allem junge Menschen und Familien, deren Zahl sich nach einem deutlichen Rückgang nach der Wende jetzt langsam zu konsolidieren scheint.

    Tatsächlich sei das Image der Stadt über die Jahre besser geworden, schildert Susanne Hattig ihre Wahrnehmung - gleichwohl sie, im Kontakt mit den Besuchern der Gedenkstätte auch immer wieder auf Menschen treffe, "für die Bautzen gleich Stasi-Knast ist". Um dem entgegenzuwirken, sei weiterhin eine Aufarbeitung der Vergangenheit nötig. Hattig zufolge haben Stadt und Freistaat dazu schon viel beigetragen. "Dabei war die Stimmung unter den Bautzenern am Anfang eher gegen einen offensiven Umgang mit dem Thema", sagt sie. Aus Sicht der Bürger sei die Aufarbeitung der Vergangenheit nach der Wiedervereinigung erst einmal nicht die vordringlichste Aufgabe gewesen.

    (ddp) http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/1521212.html

  • Von der Stasi zur Polizei //07.06.2009

    Die Reportage von RBB, wenn auch in zahmen Tönen verabreicht, wirft noch ein kleines Lichtlein auf den Skandal rund um die Wiedervereinigung der beiden geteilten Deutschländer - und der vollzogenen Vereinigung Deutschlands mit der Stasi.

    Es überrascht uns jedoch nicht weiter, denn die Opfer von organisiertem Stalking in Gesamtdeutschland haben die seltsamsten Erfahrungen bei ihren verzweifelten Versuchen gemacht, ihre unbekannten Täter bei der Polizei und dem Weißen Ring (in dem viele Ehrenamtliche auch gleichzeitig Polizisten und Kripobeamten aus Ost und West sind) anzuzeigen und Hilfe - auch bei Morddrohungen und angefeilten Bremskabeln, Lenkstangen, Reifen durch unbekannte Täter - zu erhalten.

    Nicht nur wurden sie allesamt und auffallend systematisch (oft mit denselben Sätzen) abgewimmelt und - vor allem die Opfer, die frühere DDR-Bürger waren - gern auch mal höhnisch angegrinst. Nein, noch merkwürdiger mutet vor dem Hintergrund des Wissens an, dass viele dieser Polizisten aus dem Osten Deutschlands (die früher schon bei der Polizei, Kripo oder Stasi waren und Mielkes Zersetzungsmethoden kennen müssen) unter systematischem Gedächtnisverlust zu leiden scheinen.

    Nicht einer, nicht ein einziger der uns bekannten aufgesuchten Polizisten hat je eins der Opfer auf die Tatsache hingewiesen, die so deutlich auf der Hand liegt und nachweisbar ist. Nämlich, dass das, was die Opfer da an Details schilderten, exakt den Zersetzungsmaßnahmen der Stasi entsprechen.

    Zum Teil sind es sogar dieselben ungewöhnlichen Gesten, die schon die Stasi ausgearbeitet und eingesetzt hat - die bei zahlreichen heutigen Opfern von ihren unbekannten Tätern eingesetzt wurden/werden, ohne dass die Opfer von diesen Gesten je gehört hatte.

    Auch die Beamten in grüner Uniform und ostdeutschem Dialekt sagten alle, so etwas würde es nicht geben. Sie sagten nicht etwa, dass es so was mal bei der Stasi gegeben hat und heute nicht mehr geben kann (warum eigentlich nicht, wo die Methode doch so wirksam Menschen zerstört und dabei viel weniger auffällig ist als ein Messer oder eine Pistole?). Nein, sie sagten "Das gibt es nicht."

    Aber dass frühere Stasi-Spitzel heute zuhauf bei der deutschen Polizei untergekommen sind und durch Steuergelder finanziert werden - das gibt es also doch. Das ist auch nicht harmloser als Polizeibeamten in einem demokratischen "Rechtsstaat", die früher beim KGB gewesen sind.

    Oder können Sie sich das auch vorstellen?

  • Dr. Saskia Funck fordert: Alle 1.480 Stasi-Leute prüfen//05.06.2009

    Dr. Saskia Funck, CDU-Fraktionsvorsitzende im Brandenburger Landtag, erklärt im Zusammenhang mit dem gestern im rbb-Magazin "Klartext" gesendeten Bericht zu ehemaligen Stasi-Leuten bei der Brandenburger Polizei: "Den Opfern der letzten deutschen Diktatur muss es wie Hohn vorkommen, wenn ihre Peiniger von damals auch heute wieder Wortführer und Meinungsmacher sind."

    Dr. Funck: "Zum Zeitpunkt der Überprüfung der Polizeibediensteten, die übernommen werden sollten, hat scheinbar keine Bewertung der in der DDR geleisteten Arbeit der hauptamtlichen und inoffiziellen Stasi-Mitarbeiter stattgefunden. Dass auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter in dieser ´Unabhängigen Kommission´ mitgearbeitet haben sollen, führt diese Überprüfungen ad absurdum. Deshalb muss heute mit dem gebotenen sachlichen und differenzierten Maß eine neue Bewertung der vorhandenen aktuellen Aktenlage der ursprünglich 242 ehemaligen hauptamtlich Beschäftigten und 1.238 ehemaligen informellen Mitarbeiter des MfS vorgenommen werden. Nur durch eine sachgerechte Aufarbeitung der Vergangenheit ist es möglich, in Zukunft Fehlentwicklungen, die zu diktatorischen Verhältnissen führen, zu begegnen. Und dazu gehört, den Mantel des Schweigens endlich zu lüften. Eine erneute Überprüfung derjenigen, die durch die Kommission in den 90er Jahren überprüft wurden, in Verbindung mit einer klaren Bewertung, die bis dato nicht stattfand, halte ich für dringend erforderlich. Der Gefahr des Generalverdachtes kann nur begegnet werden, wenn die damals betroffenen Polizeibeamten einer erneuten Prüfung und Bewertung unterzogen werden.

    Zu einer differenzierten Bewertung gehört auch, dass Menschen, die durch ihre Tätigkeit für das MfS wissentlich und vorsätzlich andere Menschen ins Unglück gestürzt oder deren Leben vernichtet haben, nicht in Leitungsfunktionen unseres Landes gehören. Wer nach der aktuellen Faktenlage immer noch behauptet, eine erneute Überprüfung sei nicht nötig, wird unserem Verständnis eines demokratischen Rechtsstaates nicht gerecht. Alle politischen Verantwortlichen in Brandenburg, auch der SPD, sollte sich wohl überlegen, wem sie nur aus macht-taktischen Überlegungen heraus einen Freibrief erteilt. Den Opfern der letzten deutschen Diktatur muss es wie Hohn vorkommen, wenn ihre Peiniger von damals auch heute wieder Wortführer und Meinungsmacher sind."

    http://www.meetingpoint-brandenburg.de/brbnews/article.php?article_file=1244125666.txt

  • Null Komma Null Eins //05.05.2009

    Wie das Heute Journal letzte Woche in einem Beitrag zeigte, findet eine Strafverfolgung der Stasi-Täter in Deutschland ganz systematisch nicht statt.

    Die Systematik in Zahlen:

    Obwohl fast 50,000 Stasiopfer eine Anzeige gegen ihre Stasi-Täter bei der Staatsanwaltschaft eingereicht haben ...

    ... sahen in den letzten zwanzig Jahren seit dem Mauerfall weniger als 60 dieser Stasi-Täter ein deutsches Gefängnis von innen ...

    ... Das ist die überwältigende Summe von 0,01 Prozent aller Fälle ...

    Wie war das noch mal mit dem deutschen Rechtsstaat? Hallo?

    Ach so, stimmt ja: er gibt den Tätern Recht, und das ganz offensichtlich staatlich verordnet.

    Nun werden jedoch endlich nach zwanzig Jahren sogar in Deutschland die Stimmen ein bisschen lauter, die da nach Aufarbeitung, Aufdeckung und Gerechtigkeit nicht mehr nur flüstern, sondern anfangen, diesen unendlich unglaublichen gesamtdeutschen Skandal anzuprangern. Wacht die mit seichten Geschichtchen über Nischen, Ostdisco und Rotkäppchen-Sekt eingeschläferte Öffentlichkeit nun endlich langsam auf, solange es noch Zeit dafür ist?

    Nun, die Super-Illu scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben, jene ostdeutsche Illustrierte, die alle zwei Wochen ihren Kolumnisten Gregor Gysi (Vorsitzender der Linkspartei und von der Birthler-Behörde nachgewiesener früherer Stasi-IM mit von Spiegel und FOCUS schon vor Jahren aufgedeckten Verbindungen zu den geldgewaschenen SED-Milliarden) zu Wort kommen ließ und Nischen für alle möglichen dunklen Vergangenheiten bot.

    Bis vor wenigen Monaten. Seitdem hat sich dieses Blatt ein wenig gewendet, sozusagen eine verspätete Wende ...

    Kein Interview mit Gysi mehr, och Mensch.

    Der Ton gegen die Stasi ist/klingt/scheint/soll klingen ein wenig schärfer (siehe vorletzten Blog-Text) - urteilen Sie selbst, wie da über die Stasi "aufgedeckt" wird - und der offensichtliche Auftragsmord an Benno Ohnesorg vom Tisch gewischt wird.

    Und ein Drittel der Illu-Mitarbeiter ist gestrichen, gefeuert - oder hat das sinkende Schiff verlassen.

  • Flugverbindungen // 04.06.2009

    Ich habe heut die Fluggesellschaft der damaligen DDR angeschrieben, mit dem Wunsch um Akteneinsicht in die Flugunterlagen ab dem 10.03.1979 bis ca. ein Jahr danach.

    Bei meiner Internetrecherche habe ich eine Kombination mit der Leipziger Frühjahrsmesse - die auch um den 09.03.1979 herum stattfand - hergestellt.
    In der Zeit flogen die Maschienen ziemlich oft von Leipzig ab ...

    Das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) saß voll in der Fluggesellschaft mit drin.

    Es flogen die Aeroflot und die Interflug von Leipzig und anderen ostdeutschen Flughäfen aus in Richtung sozialistisches Ausland. Meine weitere Recherche war dann wie folgt:

    Interflug und MfS
    Die Fluglinie und die Flughäfen selbst wurden durch die Hauptabteilung XIX (Verkehrswesen) des MfS überwacht. Die Mitarbeiter der Passkontrolle (Hauptabteilung VI) des MfS in den Abfertigungshallen traten, wie auch anderswo üblich, in Uniform der Grenztruppen der DDR auf und bildeten die gesonderte Passkontrolleinheit (PKE). Sie hatten mit der unmittelbaren Betriebsführung der INTERFLUG nichts zu tun. Seit Anfang der 1970er Jahre wurden auch fast alle IF-Flüge durch bewaffnete Offiziere der Abteilung "Arbeitsgruppe des Ministers (AGM) S" Bereich: militärisch-operative Spezialaufgaben) des MfS in Zivil begleitet. Dies betraf auch die Flüge in Länder, mit denen Visafreiheit bestand (Polen,CSSR).
    Der letzte Interflug-Chef zu DDR-Zeiten war Generalleutnant Dr. Klaus Henkes (* 29. Juli 1929;+7. März 2003), zugleich einer der Stellvertreter des Ministers für Verkehrswesen.

    Stasi-Mitarbeiter hätten also meinen entführten Sohn ohne Probleme außer Landes bringen können - schließlich wurden fast alle Flüge durch bewaffnete Stasi-Offiziere in Zivil "begleitet" ...

    Von der Aeroflot erhielt ich heute auf meine Anfrage die Antwort, dass Flugunterlagen nur zwei Jahre lang aufbewahrt werden und sie mir leider nicht helfen können, da die Sache schon 30 Jahre zurückliegt. Dafür hat das deutsche Verkehrsministerium mir seine Hilfe angeboten, als ich dort heut angerufen habe. Ich sollte ihnen ein paar Hintergrundinformationen zusenden, und sie würden diese als Rundmail an alle Abteilungen des Verkehrsministeriums weiterleiten. Immerhin. Vielleicht hat irgend jemand dort noch eine gute Idee oder einen Hinweis. Eigentlich wäre all das ja Sache des LKAs, und das würde auch effektiver an mögliche Flugdaten herankommen. Aber für die ist die Entführung von Dirk ja "verjährt" - und vorher haben sie auch nicht ermittelt, sondern eben gewartet, bis sie "verjährt" ist.

    Bei den mysteriösen Todesfällen, die auf die Stasi hindeuten, und den RAF-Morden - die ebenfalls auf die Stasi hindeuten - wird ja auch nicht ermittelt. Nur verjährt Mord leider nicht.

    Und welche Ausrede haben die Ermittlungsbehörden und das Justizministerium für die Tatsache, dass in diesen Fällen auch alle so systematisch nicht ermittelt wird?

  • Terror von Links: Warum die DDR-Staatssicherheit bei der RAF mitmischte //03.06.2009

    Terror von Links: Warum die DDR-Staatssicherheit bei der RAF mitmischte

    Der Fall Ohnesorg/Kurras: Eine Stasi-Akte lässt ein wichtiges Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte plötzlich in einem anderen Licht erscheinen. Ähnlich wie 1990, als kurz vor der Wiedervereinigung herauskam, dass die DDR linksradikale RAF-Terroristen im Land versteckt hatte. SUPERillu sprach mit einem Experten über die RAF-Stasi-Verbindung. Von Gerald Praschl

    Der 2. Juni 1967 hatte eine enorm mobilisierende Wirkung auf die radikalen Kräfte in der westdeutschen Studentenbewegung. Eine der linken Terrorgruppen, die sich später gründeten, nannte sich sogar „Bewegung 2. Juni“, nach dem Tag, an dem Benno Ohnesorg starb. Laut Akte ist es zwar klar, das Kurras als wichtiger Stasi-Agent in der West-Berliner Polizei saß. Doch es gibt keinerlei Indizien dafür, dass er bei dem Schuss auf Ohnesorg im Auftrag der Stasi gehandelt hätte. Laut den Stasi-Akten gilt es aber heute als sicher, dass die DDR-Staatsicherheit kräftig beim Terror der RAF und anderen Links-Terroristen im Westen in den 70er und 80er Jahren mitmischte. SUPERillu fragte dazu Dr. Tobias Wunschik, Experte bei der Birthler-Behörde.

    Die Stasi hatte damals viele Verbindungen zu den RAF-Terroristen, die im Westen bombten und mordeten. Warum eigentlich?
    Der Stasi ging es bei diesen Kontakten tatsächlich auch darum, die DDR vor möglichen Terroranschlägen zu schützen. Auch wenn die Linksterroristen von der RAF oder der „Bewegung 2. Juni“ die DDR eigentlich gar nicht im Visier hatten. Für sie war der SED-Staat Niemandsland oder sogar ein potentieller Verbündeter. Aber auf keinen Fall ein Gegner. So sammelte die Stasi möglichst viele Informationen über die westdeutschen Linksterroristen, warb in der Szene auch Spitzel an. Und ließ die RAF auf der anderen Seite gewähren. Selbst auf gezielte Fahndungsersuchen der West-Berliner an die DDR kam als Antwort aus Ost-Berlin, man kenne die RAF-Täter nicht und wisse nichts über ihren Aufenthaltsort. Das war glatt gelogen.

    Wie sah denn die Hilfe der Stasi für die RAF aus?
    Generell kann man sagen, dass die Stasi den Terroristen logistisch ganz enorm geholfen hat. RAF-Terroristen, die im Westen steckbrieflich gesucht wurden, konnten unbehelligt über den DDR-Flughafen Schönefeld in den Nahen Osten reisen. Die Stasi finanzierte dabei auch schon mal Flugtickets. Mehrfach reisten aktive Terroristen in die DDR ein. Zum Beispiel Inge Viett von der »Bewegung 2. Juni«. Die Stasi empfing sie, man diskutierte mit ihnen. Die Stasi-Offziere klopften den Terroristen dabei schon mal auf die Schulter und zollten ihnen Respekt. Auch wenn sie sich internen Vermerken über deren verworrene Weltanschauung mokierten. In den Augen der beteiligten Stasi-Offiziere war der linke Terror zwar nicht richtig, aber eben eine „Kinderkrankheit der Revolution“, die man hinnehmen könne. In mindestens einem Fall durften Terroristen auf einem DDR-Truppenübungsplatz mit einer Panzerfaust üben. Dabei schossen sie eine Panzerfaust auf einen Mercedes ab. Um die Wirkung zu testen, setzten sie einen lebenden Schäferhund in das Auto. Das schwer verletzte Tier bekam dann den Gnadenschuss. Ab 1980 nahm die DDR außerdem mehrere im Westen gesuchte RAF-Terroristen im Land auf, die Stasi besorgte ihnen neue Identitäten und versteckte sie seitdem vor dem Zugriff der West-Justiz. Von 1980 bis 1990 lebte zum Beispiel die wegen des Mordes an dem Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto gesuchte RAF-Terroristin Susanne Albrecht unter falschem Namen in der DDR, arbeitete dort als Chemielaborantin in Köthen und Ost-Berlin.

    ... wovon die Bundesregierung in Bonn vielleicht stillschweigend wusste...
    Nein. Das gibt in den Akten jedenfalls keine Hinweise auf ein solches Agreement. Vielmehr reagiert die Stasi jedes Mal besorgt, wenn im Westen ein RAF-Terrorist festgenommen wurde. Dann wird genau analysiert, wie viel der Betroffene über die RAF-Stasi-Verbindung weiß und ob er etwas über die RAF-Aussteiger in der DDR verraten könnte. Hätte es eine heimliche Absprache zwischen der DDR und dem Westen gegeben, die terrormüden Terroristen in der DDR zu „parken“, hätte sich die Stasi nicht so eine Mühe machen müssen. Wenn die RAF-Stasi-Verbindung damals aufgeflogen wäre, hätte das einen großen Schaden für die DDR bedeutet. Im Westen hat man den Lippenbekenntnissen aus Ost-Berlin immer Glauben geschenkt, dass sie mit den Terroristen nichts zu tun hat. In den DDR-Zeitungen distanzierte sich das Regime ja auch ganz klar vom Terror. Wer konnte ahnen, dass das blanke Heuchelei war? Obwohl es in den 80er Jahren im Westen konkrete Hinweise gab, dass RAF-Terroristen in der DDR Unterschlupf gefunden haben.

    Hätte die RAF ohne die Hilfe der Stasi weniger Terror verbreiten können?
    Auch ohne Unterstützung aus Ost-Berlin hätte es die RAF geschafft, viele Anschläge zu begehen. Sie hatte ja auch noch mehr Helfer, insbesondere bei palästinensischen Gruppen im Nahen Osten. Aber wahrscheinlich hätten sie es ohne die Unterstützung der Stasi nicht geschafft, so lange unentdeckt zu bleiben. Zum Beispiel, als die Stasi 1980 diese zehn RAF-Aussteiger aufnahm und versteckte. Das war nicht nur eine passive Resozialisierung der Täter. Sondern schützte auch die weiter aktiven RAF-Terroristen im Westen. Jeder von diesen Aussteigern hätte, wenn er im Westen verhaftet worden wäre und dort ausgepackt hätte, die ganze RAF auffliegen lassen können. Die Stasi hätte aber schon viel früher, Anfang der 70er Jahre, zumindest einige der Terroristen bei ihren Reisen über Ostberlin selbst verhaften können. Insofern war sie duchaus mitverantwortlich dafür, dass die RAF-Terroristen so lange ihr Unwesen treiben konnten.

    Haben sich die Stasi-Offiziere mit ihrer Hilfe für die RAF nicht strafbar gemacht?
    Die Unterstützung der Terroristen war Aufgabe der Abteilung XXII der Staatssicherheit, offiziell „Abteilung Terrorabwehr“ genannt. Ein Oberst dieser Truppe, Helmut Voigt, wurde in den 90er Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er den Linksterroristen Johannes Weinrich bei seinem Sprengstoffanschlag auf das französische Kulturzentrum Maison de France in West-Berlin unterstützt hatte. Weinrich war damals mit einem Paket Sprengstoff in Schönefeld gelandet und die DDR-Sicherheitskräfte hatten ihm den Sprengstoff erst einmal weggenommen. Voigt hat ihm den Sprengstoff dann wieder ausgehändigt und sich auf seine Zusicherung verlassen, den Sprengstoff nicht selbst zu verwenden. Obwohl bekannt war, dass ein Anschlag auf das Maison de France drohte. Es gibt ansonsten aber keine Stasi-Offiziere, die wegen ihrer Hilfe für die Terroristen Haftstrafen erhielten, etwa wegen Aufnahme der RAF-Aussteiger. Die Richter begründeten dass damit, dass den Stasi-Offizieren vor 1989 nicht zwingend klar sein musste, dass sie mit ihrer Unterstützung der RAF gegen bundesdeutsches Recht verstießen.

    Mord ist aber überall strafbar. Und die RAF-Leute haben immerhin 34 Menschen ermordet...
    Ja, aber es ging auch um die juristische Frage, ob das, was die Stasi für die RAF-Terroristen tat, schon als „Beihilfe zum Mord“ zu werten wäre. Eine unklare Beweislage wird zugunsten der Angeklagten ausgelegt. So etwa, als die Stasi unter anderem den RAF-Terroristen Christian Klar an der sowjetischen Panzerfaust ausbildete. 1981 schoss Klar in Heidelberg mit einer baugleichen Panzerfaust auf das Auto des US-Generals Frederick Kroesen und verletzte ihn. Es blieben aber letzte Zweifel, ob das Training in der DDR vor oder nach dieser Tat stattgefunden hatte. Nur im ersten Fall wäre eine Verurteilung möglich gewesen.

    Vielleicht finden Sie in den Akten ja noch Neues, das auch vor Gericht als Beweis für eine Beihilfe zum Mord gelten könnte...
    Das kann man natürlich nie ganz ausschließen. Es werden ja auch Akten wieder aus Schnipseln zusammengefügt, die die Stasi im Winter 1989/90 noch zerrissen hat. In den Schnipseln wurden zum Beispiel bereits Akten über die RAF-Terroristin Susanne Albrecht entdeckt, durch die wir nach der Rekonstruktion mehr Details über ihr DDR-Asyl erfahren haben.

    http://www.super-illu.de/aktuell/RAF_1230527.html

  • RAF-Terroristen: Schutz und Hilfe von der Stasi // 02.06.2009

    Dass die Stasi auf dem Weg in die politische Gewalt Handlangerdienste leistete, ist nicht neu. Schon unmittelbar nach der gewaltsamen Befreiung Andreas Baaders aus der Haft im Mai 1970 ließ die DDR die Truppe um ihn unbehelligt zum Ostberliner Flughafen Schönefeld reisen, um von dort aus in den Nahen Osten zu fliegen.
    Bei der Rückkehr aus einem Palästinenserlager, wo die Kerntruppe der RAF ein militärisches Training absolviert hatte, wurden Gruppenmitglieder von MfS-Mitarbeitern in Ostberlin abgefangen und verhört. Nachdem sie brav zu Protokoll gegeben hatten, wie ihre richtigen Namen lauteten, wer zur Gruppe gehörte und was die künftigen Pläne waren, gab man ihnen ihre Pistolen wieder und ließ sie nach Westberlin ausreisen. Die Unterlagen sind heute bei der Gauck-Behörde einzusehen. Daraus geht zum Beispiel hervor, dass die Gruppe die Alliierten Stadtkommandanten entführen wollte und Anschläge auf das Berliner Springer-Haus plante. Die Stasi ließ sie gewähren. ...........

    http://www.bild.de/BILD/politik/2009/05/31/karl-heinz-kurras/der-stasi-meinhof-komplex-teil-2.html

  • Die Stasi und die Terroristen //01.06.2009

    Die Stasi und die Terroristen

    Bautzen II war bekannt als "Mielke-Knast".
    Da kamen nur besondere Fälle hin.

    Zum Beispiel, wenn eine Verkäuferin des Intershops, die die Frau eines Majors der Stasi war, in dem Intershop Ware oder Geld unterschlagen hat.

    Zur Erinnerung: Intershops - das waren die DDR-Läden, in denen die Westware aus den geplünderten Westpaketen der Angehörigen von DDR-Bürgern verschachert wurde. Diese Intershop-Läden waren nur für SED- und Stasi-Mitglieder sowie für Westbürger mit der begehrten D-Mark geöffnet, die ausgeplünderten Ost-Normalverbraucher durften dort nicht einkaufen. Eine Westbürgerin hat in einem Päckchen Kaffee, das sie schnell in einem dieser Intershops vor Grenzübergang zurück in den Westen gekauft hat, um bei der Heimkehr Kaffee im Haus zu haben, sogar einen ins Kaffeepäckchen eingeschmuggelten handgeschriebenen Zettel "Liebe Grüße an Oma" vorgefunden. Traurig, aber wahr.

    So eine Verkäuferin-und-Ehefrau-eines-Stasioffiziers konnte ja nicht in einen normalen Knast gesteckt werden, wo alles rauskommen würde, nicht wahr?

    Da doch die Genossen und deren Ehefrauen alle geradlinig und ehrenhaft waren, nicht wahr?

    Nun, und Mitglieder der RAF verschwanden auch in Bautzen.
    In Bautzen II gab es eine Wessiabteilung und eine Ossiabteilung. In der Ossiabteilung, in der auch ich wegen der Brisanz um Dirk saß, waren nur die sehr kritischen Fälle, die eine höhere Haftstrafe als die normalen Sträflinge erhalten hatten. Zum Beispiel saßen da auch RAF-Mitglieder. Unter anderem eine RAF-Terroristin, die in die Schleieraffäre verwickelt war. Sie wurde den bundesdeutschen Ermittlungsbehörden kurzerhand unterschlagen und ist dort von der Stasi umgeschult worden. Ein anderer weiblicher Häftling war Prostituierte. Sie hatte in Interhotels für die Stasi Westdeutsche ausspioniert und hat wohl für den Geschmack der Stasi zu viele Fehler gemacht.

    Diese beiden saßen nun in der DDR-Abteilung. Dazu gesellte sich zum Beispiel auch noch eine DDR-Bürgerin in Bautzen, die Stasimitarbeiterin war und ihr Kind getötet hatte.

    In der Wessiabteilung saßen hingegen viele Schleuser von DDR-Flüchtlingen, die bei ihrer Fluchthilfe erwischt worden sind.

    Bei meinem Transport von Dresden (U-Haft) nach Bautzen II wurde ich zusammen mit einem westlichen Häftling, der der Baader-Meinhof-Bande (RAF) angehörte, an Handschellen durch den Dresdner Bahnhof geführt. Dadurch bestätigte sich für mich persönlich, dass die Stasi die RAF-Leute unter ihre ganz speziellen Fittiche nahm. Wie ich es in Erinnerung habe, musste dieser Baader-Meinhof-Angehörige 8 Jahre in Bautzen II absitzen.

    Mitglieder der zweiten Generation der westdeutschen Terroristen erfuhren in dieser Zeit organisatorische und finanzielle Hilfe aus der DDR. Zehn so genannte RAF-Aussteiger tauchten mit Hilfe der Stasi ("Staatssicherheit" - klingt doch so schön harmlos und sicher, oder?) in der DDR unter. Noch vor der Wiedervereinigung wurden sie im Juni 1990 enttarnt, festgenommen und an die Bundesrepublik ausgeliefert.

    Warum die Stasi dermaßen an den RAF-Terroristen aus Westdeutschland interessiert war, muss unbedingt aufgedeckt werden. Denn die Stasi hat NICHTS ohne guten Grund getan.

    Übrigens schmecken den Tätern von organisiertem Stalking nach Stasi-Zersetzungs-und-Inszenierungsmethoden offensichtlich unsere letzten Aktionen, Reaktionen auf "Ratgeber" oder Blogeinträge nicht. Denn seit ein paar Tagen häufen sich ihre Aktionen gegen manche unserer Opfer von organisiertem Stalking wieder. So vorgestern Nachmittag ein Anruf - natürlich war die Nummer unterdrückt. Zu hören war erst nur das Rauschen eines Tonbands, und dann das höhnische Lachen einer Fremden (die um die 30-40 war). Gleich darauf wurde aufgelegt.

    Kein harmloser "Streich von Jugendlichen", sondern eben organisiertes Stalking in Deutschland. Deutlich feige wie immer.
    So feige wie die Stasi von damals.

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