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Archiv der Einträge: Oktober, 2008
  • Antwort von der Kanzlerin am 31.10.2008

    Die Antwort der Kanzlerin - oder: Ohne Worte

    Für alle, die sich für die Antwort im Auftrag unserer Kanzlerin Frau Merkel interessieren, gebe ich sie hier wörtlich wieder.
    Hey, sie verweisen mich aufs Internet und sind auch noch so "hilfsbereit", mir den englischen Begriff mitzuteilen, unter dem ich in den Suchmaschinen suchen kann. Ich sagte doch: Anscheinend kriegen die Deutschen so was nicht zustande. (Übrigens ist der englische Fachbegriff, den der amerikanische Experte verwendet hat, "age progression", nicht "morphing" - und der müsste es doch eigentlich wissen, oder?)
    Mir fehlen die Worte...

    Re: Wo ist Dirk?
    Sehr geehrte Frau Stein,
    vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.
    Sie schildern darin den Fall Ihres vor 29 Jahren unter ungeklärten Umständen verschwundenen Sohnes Dirk. Die von Ihnen bereits eingeschalteten Ermittlungsbehörden haben bisher die Gründe des Verschwindens Ihres Sohnes bedauerlicherweise nicht ermitteln können.
    Sie haben außerdem nach einer Software gefragt, die den natürlichen Alterungsprozess eines menschlichen Gesichts abbilden kann. Wir haben dazu für Sie beim Bundeskriminalamt nachgefragt. Das Bundeskriminalamt verfügt leider über keine solche Software, die in dem von Ihnen geschilderten Fall Erfolg versprechen würde. Die Alterung ist generell ein individueller Vorgang und das mittels Computerunterstützung erstellte Bild eine Hypothese. Alterungs-Effekte sind in verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich ausgeprägt. Die stärksten regulären Veränderungen finden auf dem Weg vom Säuglings-/Kindesalter zum Erwachsenwerden statt.
    Uns ist leider nicht bekannt, ob überhaupt bzw. welche Einrichtungen oder Unternehmen sich mit der Materie der automatisierten Gesichtsalterung beschäftigen oder entsprechende Software entwickelt haben. Der Eindruck einer Alterung kann jedoch in einigen Bildbearbeitungsprogrammen durch bestimmte Änderungsfunktionen erreicht werden; manche davon sind sogar auf diesen Effekt spezialisiert. Der englische Fachbegriff dafür ist Morphing. Programme finden Sie, wenn Sie im Internet Begriffe wie z.B. face, age, morphing in eine Suchmaschine eingeben.
    Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen weiter helfen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr
    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

  • Der beste Experte der Welt 31.10.2008

    Der beste Experte der Welt

    So, nun haben wir echt eine heiße Spur in Sachen Computerbild von Dirk... Die heißeste Spur überhaupt bisher! Meine journalistische Freundin erhielt von mir einen Tipp und griff gestern kurzerhand zum Telefon. Und rief The Missing Children Society of Canada an (www.mcsc.ca). Das Büro in Ontario war besetzt, auch wenn dort gerade Mittagszeit war. Nach kurzem altmodischem Klingeln des Telefons hatte sie dann auch einen Engel an der Strippe. Barbara Snider gab ihr die Telefonnummer des besten Experten der Welt, den es auf diesem Gebiet gibt, wie sie selber sagte...

    Nochmals meinen ganz herzlichen Dank an Barbara Snider und Grüße in das mir noch unbekannte Kanada, das ich eines Tages (vielleicht sogar mit Dirk?) besuchen will!

    Also nahm meine Freundin Kontakt zu diesem Ultraexperten auf. Er bot uns seine Hilfe an. Er sagte zwar, dass noch keine Software existiert, mit der man solche Computerfotos herstellen kann, aber ein (guter) Computerkünstler kann mit der gängigen Fotosoftware ein Computer-Phantombild erstellen. Dazu braucht er vor allem auch Fotos von Dirks biologischem Vater und seinen beiden Schwestern und auch von mir, alle in dem Alter, in dem Dirk heute wäre oder ist. Er meinte, es ist gut, dass das Alter von Dirks Schwestern so nahe an seinem Alter liegt.

    Dieser amerikanische Engel (wir wissen noch nicht, ob wir seinen Namen nennen dürfen) hat einen talentierten Schüler, den er ausgebildet hat... Und mit dem will er uns nun in Kontakt bringen. Mal sehen, wie es weitergeht. Auch fragte er, ob denn die deutschen Computerexperten das nicht auch hinkriegen? Eben nicht, wie wir ja schon herausgefunden haben. Hierzulande ziert man sich zu sehr, der gute Name könnte ja leiden, wenn Dirk doch noch gefunden würde und der eigene Versuch eines Computer-Phantombilds sich dann als doch nicht so gelungen herausstellen könnte..

  • Unter den Linden und unter den Top 31.10.2008

    Der Drehtag mit dem ZDF am Dienstag war so interessant, aber auch so stressig, dass ich auch gestern noch ganz matt war. Die Sendung von Mona Lisa läuft demnächst, und Heinz meinte wieder, dass ich sehr heftig über die Stasi gesprochen habe. Gut, ich wache anscheinend endlich, endlich aus meinem jahrzehntelangen Trauma auf! Jetzt kommen mir die Worte zurück, die mir all die Jahre über gefehlt haben.

    Meine liebe Freundin vom Mauermuseum will das Computerbild von Dirk direkt unter seine hochaufgelösten Babybilder im Museum aufhängen - wenn wir sie dann endlich mal haben... Wie ich erfahren habe, gibt es in den USA einen Mann, der so was kann (die Deutschen scheinen damit ja überfordert zu sein).

    Am Ende des Tages waren wir noch schön essen, ganz lecker und ein guter Abschluss für den schönen, anstrengenden Tag.

    Ach ja, als Schlusslicht noch die "Neuigkeit des Tages": Ich habe vor kurzem die (elektronische) Benachrichtigung von "direktzu/Bundeskanzlerin" erhalten, dass meine Anfrage an Frau Merkel es "unter die Top" geschafft hat und ich demnächst sogar eine Antwort von unserer Bundeskanzlerin aus den neuen Bundesländern erwarten kann. Na, wenn uns das nicht alle vom Hocker reißt, was dann?

  • Nachfrage vor laufender Kamera 28.10.2008

    Unser Blog hat heut schon 57 clicks und insgesamt diesen Monat 1293, schön, dass so viele den Blog interessant finden.

    Heut war hier wieder alles so verrückt, dass ein Telefon wieder mal leer war und Heinz mir unser zweites Telefon bringen musste. Heißer Draht.

    Harry meint auch, es gibt nur einen ganz kleinen Kreis, die von der Entführung Dirks wissen. Denn wenn das jemand von der Stasi gemacht hat, blieb das wie eine Verschwörung nur unter denen. Es gibt jedoch noch eine Spur zu einem Mann, der damals (13 Jahre nach Dirks Verschwinden) angab zu wissen, wo Dirk untergebracht war. Diese Spur wurde von der Staatsanwaltschaft nie verfolgt ... Davon später mehr.

    Am Donnerstag wird dann Kamera 2 aus Hannover den Drehtag ansetzen. Wird eine heiße Woche, aber es düfte ja für so einiges nützlich sein. Der Redakteur will auch bei der Birthler Behörde in Magdeburg drehen - mit der Nachfrage nach Dirks Akte (vor laufender Kamera). Vielleicht finden sie ja dann spontan die Akte? All meine Hoffnung wird, mit viel Anstrengung und Arbeit verbunden, dann vielleicht ein Ergebnis bringen. Denn in Dirks Akte müsste sich eigentlich der Grund für sein spurloses Verschwinden befinden - sonst wäre sie nie angelegt worden.

    Bin wieder kaputt und Heinz beschwert sich, dass er bei 48 Stunden am Tag auch mehr arbeiten muss...
    Morgen fahre ich nach Berlin zum Mauermuseum. Das wird auch wieder anstrengend, aber ich freue mich schon darauf. Gute Freundin vom Mauermuseum, die ich wiedersehen werde.
    Entstehen die besten Freundschaften vielleicht in der Not

  • Gysi und das verschwundene Geld 27.10.2008

    Gysi und das verschwundene Geld

    Falls dieser Titel nicht möglich, weil zu "brisant" ist, dann stattdessen: Die dunklen Machenschaften um die SED-Milliarden

    Was Gregor Gysi mit den verschwundenen/verschobenen Milliarden der DDR-Diktatur zu tun hatte, schildert der folgende Artikel... Übrigens will derselbe Gysi nun an deutschen Schulen die (bisher versäumte) Aufklärung über die DDR betreiben. Ob er dafür wohl auch diesen Artikel verwenden wird?
    http://www.news-and-links.de/6milliarden.htm

    Das Stasi-Vermögen und wer seine Finger drin hat(te)

    Die dunklere Seite des Gregor Gysi der "Linken", der sich regelmäßig in der Ost-Zeitschrift "Super-Illu" von seiner sonnigen Seite zeigen lässt, lassen sich in diesen SPIEGEL-Artikeln erahnen, in denen es um die verschwundenen bzw. verschobenen Milliarden des SED-Regimes geht (Achtung, vor allem die Anlagen sind ganz wichtig - sie nennen sich nur "Dokument"):
    http://www.ggysi.org/parteikasse.htm

  • Stasi-Dienstfahrzeuge der besonderen Art 27.10.2008

    Stasi-Dienstfahrzeuge der besonderen Art

    Die Stasi führte auch besondere Dienstfahrzeuge für "besondere" Einsätze. So verwendeten Stasi-Mitarbeiter zum Beispiel einen Wagen, der mit 3 bis 4 anderen PKWs in Farbe, Modell und sogar Kennzeichen identisch war. Diese Fahrzeuge wurden nur von der Stasi benutzt. Da sie mehrere "Doppelgänger hatten", war eine Identifizierung nie möglich. Die Fahrzeuge wurden für Observierungen oder Verfolgungen ihrer Opfer verwendet. Die Autonummern waren nur für die Stasi nachvollziehbar und ansonsten nicht registriert

  • 48 Stunden 23.10.2008

    Heut war eines unserer Mitglieder aus Niedersachsen hier. Ich hatte ihm eine Psychologin in Hannover empfohlen, und er war jetzt schon zweimal bei ihr und ist zufrieden. Wie er sagt, ist sie die erste Ärztin seit 1971 (!!), die seine Krankheit ernst nimmt. Das Netz mit den Psychologen muß unbedingt aufgebaut werden. Ich werde mich darum kümmern; dies ist mir ein großes Anliegen, da ich weiß, wie schwer es, ist einen Psychologen zu finden, der mit unserem Trauma umgehen kann.
    Über das Thema „Gangstalking“ muß viel mehr berichtet werden. Unter anderem müssen die Medien diese Thematik mehr aufgreifen.
    Ich werde auch mit meiner Freundin vom Mauermuseum in Berlin, wo über die ganze Sache mit und um Dirk eine Ausstellung seit vorigen Jahr ist, über dieses Thema sprechen und wie wir es dort mit unterbringen können. Ich gebe jetzt mal Gas in der Sache, da ja auch immer eine Verbindung zu Dirks Verschwinden (Stasimethoden) besteht. Eben rief die Dresdner Morgenpost an, das ist die Bild am Sonntag für Sachsen. Der Redakteur will morgen nochmal anrufen, weil er Sonntag schon was drin haben möchte. Ich wünsche mir 48 Stunden am Tag - nur heute mal...
    Aus Berlin rief auch eine Agentur an, werde ihre Infos ins Netzwerk und auf meine Seiten stellen.

    Ich wusste gar nicht, dass Gary Power siehe www.museum@coldwar.org ein amerikanischer Flieger war, den die Russen abgeschossen haben, und dass er im kalten Krieg gegen Geld und Spione ausgetauscht wurde. Toll, was für hochinteressante Menschen und Schicksale man durch diese Arbeit kennen lernt!

    Es ist und bleibt spannend.

  • Mit Nachdruck zur Staatsanwaltschaft 22.10.2008

    Über 1200 Clicks auf meinem deutschen Blog! Danke für euer Interesse und Mitgefühl, meine Freunde.

    Auch wenn es jemanden gibt, der so lange gelb vor Neid ist, bis er dann blau vom (Aldi?)Wein wird.

    Heut rief mich der Journalist aus Hannover an und meinte, dass er die Sache mit dem Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Halle besprochen hat. Er hat wohl einen guten Draht dorthin und kann der Sache Nachdruck verleihen. Er meinte, wir werden da schneller eine Entscheidung haben. Er will sich morgen noch mal dort melden und Druck machen. Gut so.
    Der Pulitzerverdächtige Redakteur von der Braunschweiger Zeitung hat auch angerufen und wird auch wieder schreiben. Ich werde ihn, wenn er hier ist, auf Gangstalking hinweisen, die feine feige neue Umsetzung uralter Stasi-Zersetzungsmethoden. Habe ihm vom Fernsehen erzählt und dass da Gangstalkingopfer mit erwähnt werden.
    Morgen habe ich einen Termin beim Weißen Ring, es geht darum, wie dieser offizielle Opferhilfeverband auch Stasiopfern helfen kann.
    Na, es geht doch vorwärts!

  • Novemberkind ab 20 November 2008 im Kino

    Es kommt mit NOVEMBERKIND am 20. November 2008 ein bemerkenswerter, sehr starker Film ins Kino, der ein nicht sehr breit bekanntes Thema der deutsch-deutschen Geschichte behandelt. NOVEMBERKIND erzählt die Geschichte einer jungen Frau, Inga (ANNA MARIA MÜHE), die in einem kleinen Dorf in Mecklenburg bei ihren Großeltern aufwächst. Sie ist in die Dorfgemeinschaft integriert, hat eine beste Freundin und arbeitet in der kleinen Dorfbibliothek. Sie glaubt, ihre Mutter sei kurz nach Ingas Geburt in der Ostsee ertrunken. Plötzlich taucht der Konstanzer Literaturprofessor Robert (ULRICH MATTHES) auf und behauptet, ihre Mutter im Westen getroffen zu haben. Jetzt beginnt für Inga eine schmerzhafte Suche nach ihrer eigenen Geschichte.

    Inga wird großartig von Anna Maria Mühe verkörpert. Sie gibt der jungen Frau, die leise und doch sehr eindringlich mit allen Abgründen der deutsch-deutschen Geschichte konfrontiert wird, eine große Glaubwürdigkeit.
    Es werden Themen wie Republikflucht, Zwangsadoption und das große Schweigen, das oft unter den im Osten Zurückgebliebenen herrschte, thematisiert.

    Im Internet finden Sie zudem das Presseheft zum Film:
    http://www.novemberkind.net

  • Phantombild von Dirk soll bei der Suche helfen

    Braunschweiger Zeitung 23.10.2008

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  • Wiederaufnahme der Ermittlungen?

    Wiederaufnahme der Ermittlungen?

    Es ist schon unglaublich mit dem Bild von Dirk: Ich muss jetzt mein Anliegen bei der Staatsanwaltschaft Halle vortragen und neue Ermittlungen mit der Erstellung eines Phantombildes fordern. Das wird sich natürlich wieder mal eine Zeit hinziehen, und erst dann geht es zu machen - wenn überhaupt.

    ABER ich habe auch von einem polnischen Fotografen gehört, der solche Bilder machen kann, da bin ich auch dran. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die wenigen Bilder, die wir von Dirk haben, von schlechter Qualität sind. Schließlich sind sie dreißig Jahre alt und wurden mit einem DDR-Fotoapparat aufgenommen. Nix digital mit hoher Auflösung...

    Am Montag habe ich außerdem an eine deutsche Zeitung in den USA geschrieben (Amerikawoche). Und am Montag wurde mein amerikanischer Blog schon wahnsinnig oft angeklickt - ich weiß nicht warum.

    Mona Lisa wird auch dann eine Reportage senden, wenn bis dahin noch kein Computerbild von Dirk vorhanden ist.

    Also schauen wir mal, was wird.

  • Talkrunde

    Am Samstag war das Shooting für die Talkrunde, die am 30.10. regional um 18:30 Uhr ausgestrahlt wird. Danach ist sie dann auch im Internet abrufbar. Es wurde ein rundes ausführliches Interview mit drei verschiedenen Geschichten, die aber alle in den Bereich Hilfe für andere gehen. Übrigens wurde die Sendung von einer Stunde auf 90 Minuten verlängert, weil es ein so brisantes Thema ist! Ich bekam 20 Minuten, die von mir, denke ich, gut genutzt wurden und wo ich über die Arbeit im Netzwerk sprechen konnte. Ich konnte auch das Thema Zersetzung ausführen und die Stasimethoden anschneiden, die heut immer noch oder weiter betrieben werden. Heinz sagte, ich habe diesmal diese Methoden härter angeprangert. Nun gut, ich habe den Mund aufgemacht und für uns alle gesprochen und mich bei dem Chef des Senders bedankt, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, es anzusprechen.

    Danach konnte ich kaum noch denken. Wahnsinn, wie das schlaucht und kaputt macht. Habe in der TV-Redaktion auch einen Schotten getroffen, der total interessiert ist und mir seine Telefonnummer gegeben hat. Er ist Theaterregiseur, aber nicht mit Profis, nur mit Laien, meist Kinder. Wieder ein Kontakt, der mich in Sachen Verbreitung etwas weiterbringen kann.
    Wie die ausgegrabenen SPIEGEL-Artikel über Sicherheitsunternehmen in Deutschland (heute!), die vermutlich mit den verschwundenen Geldern der Stasi aufgekauft und aufgebaut wurden (nach der Wende!!), zeigen, wird es immer offensichtlicher, was da so alles läuft... In einem der Gangstalkingfälle gibt es mittlerweile nämlich konkrete Spuren zu einem Sicherheitsunternehmen und zwei Wachdiensten. Wir bleiben dran.

    Die Redakteurin von Mona Lisa hat angerufen und mir dasselbe von dem Computerbildexperten erzählt, jetzt wird weiter gesucht. Sie will bei einer Gerichtsmedizinerin anrufen, die auch schon Bilder von Leichen rekonstruiert hat, und sehen, was machbar ist. Also ist das ja wirklich eine Schatzsuche...

  • Die meißten sind schnell untergekommen

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,557609,00.html

    Das Handwerk haben sie bei der Stasi gelernt, nach dem Mauerfall wurden sie arbeitslos. Zehntausende Ex-DDR-Spione fanden in der neuen Republik Arbeit: als Privatdetektive, Polizisten oder Spitzel. Im Dienst der Telekom und der Großkonzerne Allianz und Rewe, wie DER SPIEGEL berichtet.

    Dass ihr Know-how auch einmal im wirklich demokratischen Deutschland gefragt sein würde, ahnten Klaus-Dieter Baier und Frank Hendrik John 1989 wohl noch nicht. 19 Jahre nach dem Mauerfall sind die beiden gut im Geschäft - als Privatermittler. Baier und John haben sich auf Wirtschafts- und Betriebskriminalität spezialisiert. Ihre Auftraggeber: Großkonzerne. Ihre Mission: Die "Observierung" von Kunden, Managern und Journalisten. Man könnte auch Bespitzelung sagen.
    Getty Images
    Ex-Stasi-Zentrale in Berlin: "Ein Großteil von ihnen ist schnell wieder untergekommen"
    Die von den zwei Ex-Stasi-Mitarbeitern gegründete Detektei Desa Investigation & Risk Protection spielte nicht nur in der von der Deutschen Telekom beauftragen Bespitzelung eines Wirtschaftsjournalisten eine zentrale Rolle. Auch andere deutsche Großkonzerne betrauten die Berliner Schnüffler mit heiklen Missionen: Für den Versicherungskonzern Allianz ermittelt die Desa derzeit in Berlin in einem Fall von Versicherungsbetrug. Für den Einzelhandelsriesen Rewe wurde ein insolventer Kunde des Großhandels observiert und gegen eine Bande, die Warenlager ausgeräumt hatte, ermittelt. Das berichtet DER SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

    "Die geschäftsführenden Gesellschafter Klaus-Dieter Baier und Frank Hendrik John absolvierten eine Ausbildung in Polizei und Sicherheitsbehörden", heißt es auf der Homepage der Berliner Wirtschaftsdetektei Desa Investigation & Risk Protection. Die beiden brachten offenbar mehr Schnüffelkompetenz mit in den Job, als die nüchtern-seriösen Worte vermuten lassen. Die Stasi-Akten der Desa-Männer lesen sich jedenfalls wie ein Empfehlungsschreiben: Dort wird der eine von ihnen schon 1986 für seine "kompromisslose Aufgabenerfüllung", der andere im Jahr 1988 als "treu ergebener Genosse" gelobt.

    Baier und John hatten ihre auf Wirtschafts- und Betriebskriminalität spezialisierte Unternehmensberatung kurz nach dem Mauerfall gegründet - vor der Wende sollen sie hauptamtlich für die Spionageabwehr der Staatssicherheit gearbeitet haben; angestellt in der Hauptabteilung II (HA II), Jahresgehalt jeweils gut 19.000 Ostmark. Hinweise darauf finden sich auch im Archiv des Berliner Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk. Baier hat in der vergangenen Woche laut "Financial Times Deutschland" (FTD) seine Stasi-Vergangenheit bereits eingeräumt. John war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

    Die kleine Agentur aus Berlin-Friedrichshain ist in einen der größten Spitzelskandale Deutschlands verstrickt. Desa-Mitarbeiter sollen im Jahr 2000 für die Telekom den damaligen "FTD"-Chefreporter Tasso Enzweiler ausspioniert haben, um dessen Informanten zu enttarnen. Der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge spähten die Detektive den Journalisten wochenlang aus - anschließend soll das 16-seitige Dossier druckfrisch an den Konzern gegangen sein.
    Die Detektei selbst weist zurück, jemals von der Telekom angeheuert worden zu sein. Vielmehr habe eigentlich die Berliner Firma Control Risks den Auftrag angenommen und einen Teil an Desa-Mitarbeiter delegiert. Während des Auftrags soll nie die Privatsphäre Enzweilers verletzt worden sein, zitiert die "SZ" Geschäftsführer John.

    "Die meisten sind schnell untergekommen"

    Ganz gleich welche Rolle die Agentur in der Telekom-Affäre spielt: Das Beispiel der Berliner Privatdetektei zeigt, dass in bestimmten Branchen die Expertise von DDR-Spähern offenbar auch nach 1989 gefragt war - und anscheinend noch immer gefragt ist.
    Schätzungsweise 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt des Mauerfalls für die Stasi tätig, nicht eingerechnet die etwa 189.000 Inoffiziellen Mitarbeiter. "Stasi-Leute waren nach dem Zusammenbruch der DDR die ersten, die ihren Job verloren haben", sagt Historiker Kowalczuk, "ein Großteil von ihnen ist schnell wieder untergekommen." Heute gebe es noch etwa 60.000 ehemalige Hauptamtliche unter 65 Jahren, schätzt der Forscher. Unter dem ironischen Motto "Stasi in die Produktion" sollten mit dem Zusammenbruch der DDR das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) aufgelöst und seine Offiziere von sensiblen Bereichen der Gesellschaft - etwa Schulen, Unis, Gerichte oder Staatsgrenzen - ferngehalten werden. "Aber sie finden ehemalige Stasi-Mitarbeiter heute noch überall", sagt Klaus Schroeder, Leiter des Forschungsverbands SED-Staat an der Freien Universität Berlin. Allen Überprüfungsaktionen zum Trotz: "Die Netzwerke existieren weiter."
    Nach Ansicht von Johannes Beleites, Redakteur des Magazins "Horch und Guck", das sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur widmet, gibt es Branchen, in denen Stasi-Mitarbeiter besonders einfach Zuflucht fanden. Versicherungen gehören dazu, auch Maklerbüros für Immobilien, Wach- und Sicherheitsfirmen - und Detekteien. Nach der Wende war der Bedarf von Investoren aus dem Westen nach anpassungsfähigen, gut vernetzten Arbeitskräften groß, sagt Beleites. Gefragt waren "Leute mit Stabserfahrung" und logistischem Know-how. "Teilweise suchten Firmen gezielt nach den Stützen des DDR-Systems, nach Stasi-Leuten, Polizisten oder Soldaten" - und rekrutierten diese reichlich.
    Im Dienste des einstigen Klassenfeinds
    Die DDR-Ideologie wich plötzlich einem schlichten Pragmatismus. Schnell hätten die Zehntausenden, die über Nacht aus dem gigantischen Spionage-Staatsapparat entlassen wurden, "begriffen, dass es nicht mehr um die Macht des Geheimdienstes, sondern um Wirtschaftsmacht geht", sagt Beleites. Mit einem Job als Versicherungsvertreter oder Immobilienverkäufer konnte man unkompliziert Geld verdienen und sich lautlos in die neue, mauerfreie Republik einfügen. Wenn auch im Dienste des einstigen Klassenfeinds. U. a.. Fünf Jahre nach dem Mauerfall beschäftigte der Bund in seiner Verwaltung, in seinen Ministerien und Behörden noch über 2500 ehemalige Stasi-Mitarbeiter.
    b.. 2006 arbeiteten nach Information der Birthler-Behörde in den Polizeibehörden

    Eine übergreifende Aufschlüsselung über den heutigen Einsatz früherer MfS-Leute ist aber anscheinend selbst auf höchster Ebene schwierig: Die Bundesregierung reagierte 2007 auf eine kleine Anfrage aus dem Bundestag recht hilflos. Eine "detaillierte Auswertung" zu ehemaligen Stasi-Mitarbeiter in den Bundesbehörden sei nicht machbar - mangels statistischer Erfassung sei "nicht davon auszugehen, dass alle gewünschten Angaben von 1990 bis heute vollständig ermittelbar sind".

    Vor allem die Tätigkeit von MfS-Leuten in privaten Unternehmen "ist eine Grauzone", sagt Klaus Schroeder. Klar ist nur: Nicht wenige gründeten direkt nach dem Mauerfall mit dem Handwerk, das sie bei der Stasi erlernt hatten, ein eigenes Gewerbe - so wie Detektei-Chef Baier.

    Statistisch erfasst sind die zweiten Karrieren der früheren Stasi-Mitarbeiter nicht. Zu undurchsichtig ist die Kaderaktenlage, die Jobwechsel in den Aufbaujahren sind schwer zu rekonstruieren. Gefragt nach der Ausstattung von ostdeutschen Ermittlerbüros, Wach- oder Immobilienfirmen mit ehemaligem Stasi-Personal schätzt Redakteur Beleites: "Flächendeckend."

  • Focusbericht über heutige Machenschaften der ehemaligen Stasi

    http://www.focus.de/finanzen/news/sicherheits-unternehmen-geschaeft-mit-angst_aid_143380.html

    Einen besonderen Schub erlebte die Branche durch die deutsch-deutsche Vereinigung. Sie hat nicht allein den Markt vergrößert, sondern besonders in Ostdeutschland zur Neugründung einer Vielzahl von Klein- und Kleinst-anbietern geführt, die sich durch einen Konditionskrieg gegenseitig aus dem Geschäft zu drücken versuchen. Inzwischen drängen etliche auch auf den westdeutschen Markt.Daß im ost- wie auch im westdeutschen Wachgewerbe auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter untergekommen sind, ist in der Branche ein offenes Geheimnis. Allem Anschein nach gab es auch Unternehmensgründungen mit Stasi-Geldern.

    Ende April durchsuchten Zivilfahnder das Büro und mehrere Filialen der 1990 gegründeten Ostberliner Wachgesellschaft Alwas, die kurz zuvor noch die (West-) Berliner Wachschutz Werner Lösch GmbH übernommen hatte, vergangenes Jahr mit einem Umsatz von 150 Millionen Mark immerhin fünftgrößtes Sicherheitsunternehmen Deutschlands.
    Spektakulärer Auslöser der Suchaktion war der Verdacht, daß die von ehemaligen Mitarbeitern der Staats- sicherheit geleitete Alwas auch mit Geldern von geheimen Stasi-Konten gegründet wurde.

  • Auf der Jagd nach einem kostbaren Schatz

    Dirkkindergarten

    Die Redaktion aus Hannover hat angerufen, der Computerbild-Experte kann leider kein Computerbild von Dirk erstellen, weil die Vorlagen es für ihn nicht hergeben. Aber ich gebe natürlich nicht auf, es gibt da noch andere Möglichkeiten... Zum Beispiel zwei Bildagenturen, die mir von Medien genannt wurden. Ich muss noch ihre Adressen herausfinden. Eine von ihnen hat ja zu Michael Jacksons Geburtstag ein Computerbild erstellt, wie er aussehen würde, wenn... Also im Ernst: Wenn die so ein Computerbild erstellen können, dann doch sicher auch eines von Dirk im jetzigen Alter, oder?!

    Die Suche nach einem Computerbild, das Dirk so darstellt, wie er heute aussehen muss, ist ja wie die Jagd nach einem kostbaren Schatz - warum bin ich da nicht schon früher draufgekommen?

    Auch habe ich mit dem Redakteur einer Dresdner Sonntagszeitung telefoniert - ähnlich der Bild am Sonntag - und habe ihm nach dem Gespräch den öffentlichen Aufruf und das Papstschreiben durchgefaxt. Genauso habe ich es mit dem Stacheldraht gemacht und um Veröffentlichung gebeten. Mir fehlen wieder 48 Stunden am Tag, aber einiges habe ich dann doch noch geschafft. Auch mußte ein Schreiben an den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages raus.

    Nun wird die Zeitschrift Frau von Heute den Artikel wohl am 2.11.2008 veröffentlichen. Schaun wir mal, hatte noch viel hin und her wegen den Bildern gestern. Auch Redaktionen machen Fehler, nicht nur ich.

  • Patenonkel und Spitzel

    Nun habe ich heut mit der Fotografin von einer Zeitschrift telefoniert, sie hat dem Spezialisten alle meine hochaufgelösten Bilder geschickt. Morgen will sie leise anfragen, wie lange es dauern wird. Also haben wir jetzt zwei Eisen im Feuer. Gut so. Morgen werde ich auch aus Hannover Bescheid bekommen, wie es weitergeht, habe den Redakteur mal mit der Nase auf Gangstalking hingewiesen, speziell auf unsere Seiten.

    An fünf Politiker der CDU habe ich unseren öffentlichen Aufruf gemailt; morgen gehts mit Zeitungen und Parteien weiter...

    Meine Tochter wurde 1980 in der DDR getauft. Im Osten wurde das Namensweihe genannt. Sie hatte zwei Paten; darunter war auch ein früherer Arbeitskollege ihres Vaters.
    Als ich sofort nach Grenzöffnung die Stasiakte einsehen durfte, konnte ich darin erkennen (wenn auch geschwärzt), dass der Patenonkel meiner Tochter uns verraten hat.
    Nachdem ich die Akte in der Unterlagenbehörde Magdeburg gelesen hatte, war mir nur noch nach Rache zumute. Mir war schlecht, und ich wollte sofort nach Görlitz fahren, um den Mann zur Rede zu stellen. Aber ich tat es nicht.
    Zu Haus angekommen, habe ich meine Mutter angerufen und ihr das mitgeteilt. Sie sagte "Nein, das kann nicht sein, der Mann war doch immer so nett und hilfsbereit!" Auch sie war fassungslos.
    Auch ein anderer Kollege vom Vater meiner Kinder hat uns ausspioniert. Es ist schon sagenhaft, wie perfide die vorgegangen sind. Auch dieser Mensch hat sich in unsere Familie eingeschlichen, hat meine Mutter mit in die Tschechei gefahren, damit wir uns aus dem Westen mit meiner Familie treffen konnten. Er hat sogar meine Mutter immer in die jeweiligen Zuchthäuser gefahren, wenn sie mich besuchte.
    So hatte er immer alles brühwarm der Stasi vermitteln können. An der Tschechengrenze wurde mein Bruder gefilzt - bis auf seine Brote. Es war die vollkommene Schikane.
    Dieser Spitzel wurde dann nach der Grenzöffnung tot aufgefunden, ohne erkennbaren Grund, "angeblich" hatte er zuviel Alkohol getrunken. Diese beiden Spitzel wussten, da sie Vertraute meines Mannes waren, immer über unsere Aktivitäten bestens Bescheid.
    Alle unsere Kontakte, sei es telefonisch oder schriftlich, und auch die Treffen mit anderen Opfern und Verwandten wurden von ihnen korrekt dokumentiert. Wir durften sogar von der Wohnung des verstorbenen Spitzels aus mit dem Westen telefonieren, das heißt, es wurde mit meinen Westverwandten vereinbart, wann die bei ihm anrufen konnten. Telefon hatten nur die Genossen und ähnliche Kandidaten. Wir waren damals so naiv. Ich dachte immer, es geht doch um meinen Sohn, da ist doch nichts Politisches dahinter! Und ich hatte die Hoffnung, wenn schon die DDR nicht hilft, kann vielleicht das Rote Kreuz oder Amnesty International helfen. Solche Helfer der Stasi gab es zu zig Tausenden, und die haben Leute wie uns gnadenlos ausgeliefert.

    Schlimm, so etwas. Ich habe bis heute noch nicht einmal eine Entschuldigung dafür gehört. Nicht einmal das.

  • Idylle und Wehmut

    ScannedImage-4Vor ein paar Tagen rief ein Filmemacher an, der sich mit dem BKA in Verbindung gesetzt hat. Er fragte mich, welche Behörde zuletzt ermittelt hat, dass man daran anknüpfen könnte. Ich werde ihm alle Ermittlungsunterlagen zukommen lassen, die ich habe.
    Viel Arbeit, aber es dient der Sache.

    Mein Redakteur schrieb mir, dass er im Herbsturlaub ist und erst in zehn Tagen zurück sein wird, also werde ich die Mantelredakteure zwecks Veröffentlichung unseres offenen Briefs an die Politiker einbeziehen. Wie ich ihm immer wieder sage, wird er eines Tages den deutschen Journalistenpreis verliehen bekommen. Für seine Reportage über den Fall Dirk hat er schon den ... Preis (welchen?) erhalten und wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet (? - korrigieren! Ich weiß nicht mehr genau, wie sich das nennt).

    Es gibt etwas, wovor ich richtig Angst habe und was mich gleichzeitig sehr wehmütig macht.
    Das ist das Datum, das immer näher rückt. Der 10. März 2009.
    An diesem Tag sind es genau 30 Jahre, seit mein kleiner Sohn spurlos aus meinem Leben verschwunden ist.
    Mein Leben hat sich seitdem natürlich sehr verändert. Es ging weiter, wie man so schön sagt. Dirks Vater und ich gingen später getrennte Wege. Wir ließen uns scheiden. Er sagte zu mir: "Melde dich, wenn Dirk wieder auftaucht." Das war alles.

    Heute lebe ich mit meinem geliebten neuen Lebenspartner Heinz in einem Haus auf dem Land in Niedersachsen, in der Nähe eines Sees, in einer echten ländlichen Idylle. Wir haben einen kleinen Hund und einen großen Garten. Nach außen hin ist alles ruhig und friedlich. Doch in meinem Inneren zerrt täglich diese Wehmut an meiner Seele, die auch nach dreißig Jahren noch fassungslos ist. Und ich muss seit Jahren jeden Abend eine Beruhigungspille nehmen, um damit die viel zu vielen unruhigen Gedanken aus meinem Kopf zu verscheuchen, damit ich nachts schlafen kann.

  • Kleine Schritte

    ScannedImage-12
    Kleine Schritte
    Wir denken an einen Aufruf an die Politiker der SPD, FDP, CDU, CSU und der Grünen (die beiden anderen Parteien schließen wir aus, so wie auch die Partei der Biertrinker...). Nach 19 Jahren Nichtstun kann sich ja vielleicht doch mal der eine oder andere deutsche Politiker das Thema "Sicherung des sozialen Friedens in Deutschland" oder "Freiheit für Deutschland auch in Zukunft" auf sein Wahlfähnchen schreiben? Das bietet sich vor der bevorstehenden Bundestagswahl und den seltsamen Neustrukturierungen der einen oder anderen Partei doch geradezu an...

    Nun ja, dazu später mehr. Heute Vormittag musste ich noch zum Orthopäden wegen meinem steifen Hals und der Schultern. Mir sitzen die Stasi und das Schicksal buchstäblich im Nacken.

    Für die Zeitschrift habe ich die Babyfotos von Dirk hochaufgelöst auf CD gebrannt und schicke sie an die Redaktion. Die Fotoredakteurin will sich bemühen, mit einem Professor der Polizeihochschule Kontakt aufzunehmen, um die Bilder zu gestalten. Ich habe ihr entsprechend die Telefonnummer und Daten durchgegeben.
    Weil ich daran mitwirke, werde ich ja auch Rechte an dem Computerfoto haben, diese räume ich mir dann ein, wenn es fertig ist.
    Kleine Schritte. Sozusagen Babyschritte...

  • Antwort vom Papst

    Heute erhielt ich Post aus dem Vatikan, toll.
    Man schreibt, dass mein Hilfeersuchen in Sachen Dirk an den Apostolischen Nuntius in Deutschland weitergeleitet worden ist. Vielleicht kann der ja was bewirken? Außerdem lädt man mich zu einer Generalaudienz des Heiligen Vaters und zum Papstgottesdienst ein. Da will ich hin.
    Die Idee, den Papst um Hilfe zu bitten, kam mir in dem Moment, als mir klar wurde, dass ich so nicht sterben kann. So ohne jede Klärung, was aus meinem Kind geworden ist, ob er noch lebt und wenn ja, wo und wie. Da dachte ich an den Papst. Als DDR-Bürgerin wuchs ich zwar ohne Gott auf, aber getauft wurde ich trotzdem. Und auch wenn ich nicht so richtig an Gott glaube, glaube ich, dass mir der Segen des Papsts helfen könnte.
    Auch habe ich am 6. und 7. Oktober den zweiteiligen Film "Wir sind das Volk" gesehen. Er ist mit Abstand der erste Film, der die Knastrealität richtig dargestellt hat. So haben fast alle das erleben müssen. Sogar die Häftlingskleidung war authentisch. Mir wurde heiß und kalt bei dem Film, die Erinnerungen und Emotionen von damals sind alle wieder hochgekommen.
    Auch wie die Frau keine Antworten über ihren Sohn und Angehörige erhält. Auch dass man ihren Bruder an der Grenze abgeschossen hat und ihn bei der Beerdigung als Auto-Unfalltoten darstellte... Das ganze Verlogene und Abartige der Stasi-Leute. Hier kann ich den Filmemachern nur "Danke" sagen! Ihr habt es auf den Punkt getroffen.
    Vor ein paar Tagen kam das Fernsehen TV 38, um für den Vorspann der Talkrunde einige Filmaufnahmen zu machen.
    Und das Beste am Schluss: Gestern bekam ich von einer Redaktion einen Anruf mit der Bitte um Bilder von Dirk, wegen eines Computerbilds, wie er heute aussehen muss. Eine Bldredakteurin wird mich noch kontaktieren. Natürlich möchte die Redaktion dann auch die Reportage machen.
    Wäre toll, wenn das klappt. Na, es wird langsam, Schritt für Schritt.

  • Kopf runter, Gesicht zur Wand, Häftling !

    Von Heike Hupertz

    06. Oktober 2008 Katja Schell (Anja Kling) weiß nicht, wohin sie verschleppt wurde. Nicht, wie spät oder welcher Tag es ist. Wann sie dem Haftrichter vorgeführt wird oder was mit ihrem Sohn Sven (Lino Sliskovic) passiert ist. In dieser Umgebung hat sie keinen Namen, keine Intimsphäre, nicht einmal die Freiheit, ihre Liegeposition auf der Pritsche zu wählen. Ihre Ansprache sind gebellte Befehle: „Kopf runter, Gesicht zur Wand, Häftling!“ Ihr Vernehmungsleiter ist der Erste und wird im berüchtigten Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen der Einzige sein, der sie in ganzen Sätzen anredet. ..........................

    http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC900D82546E549BF85D7417F611099C6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  • "Wir sind das Volk"

    Als Stasi-Offizier in „Wir sind das Volk“ Lauterbach lässt die Stasi-Hölle wieder aufleben

    Heute Abend sehen Sie den zweiten Teil des TV-Zweiteilers

    So hat man Heiner Lauterbach (55) noch nicht gesehen: Als fieser Stasi-Offizier Bert Schäfer verhört und quält er die Erzieherin Katja Schell (Anja Kling) im TV-Zweiteiler „Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen“ (6./7. Oktober, 20.15 Uhr, Sat.1) – und lässt so die Stasi-Hölle, den Mauerfall und das Ende der DDR wieder aufleben. .....................

    http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2008/10/06/heiner-lauterbach-als-stasi-offizier-bert-schaefer/in-wir-sind-das-volk.html

  • Das Opfersyndrom

    Was wir aktiven Mitarbeiter der Stasiopfer-Selbsthilfe auch immer wieder erleben, ist eine unbegreifliche Paradoxhaltung der Opfer. Die warten 19 Jahre ab, dann melden sie sich jetzt (!) bei unserem Verband - und erwarten sofort (möglichst gestern) Hilfe! Hilfe beim Ausfüllen der Rentenanträge und anderer Unterlagen. Hilfe bei ihrem - meistens unerkannten - Trauma. Hilfe bei Repressalien, die auch nach dem Mauerfall nicht aufgehört haben - auch zum großen Erstaunen der Opfer.

    Jahrzehnte warten sie - und dann soll jetzt sofort was passieren...

    Wir können das aber nur Schritt für Schritt machen. Und wir verstehen uns als ein Netzwerk. Das heißt ja auch, andere müssen helfen, nicht nur eine Handvoll Opfer, die der Masse an Opfern hilft, die passiv dasitzen und noch ungeduldig werden. Oft hört man dann "Ihr macht ja auch wieder nichts". Auch die Gespräche gehören dazu, was sehr zeitintensiv ist. Eine Art Telefonseelsorge der speziellen Art. Aber sie müssen dann auch mal untereinander sein, um sich auszutauschen, denn das hilft ja auch schon, die Gespräche.

    Ich glaube, das ist ein Opfersyndrom, erst das jahrelange hilflose Warten, und dann soll alles sofort wieder gut gemacht werden. Aber auch wir Helfer sind nur Opfer und schleppen unser schweres Trauma mit uns herum. Es bedeutet, dass man oft gereizt ist, dass einem die Worte fehlen, dass man wie in einem dicken Nebel herumläuft, eben auch, dass man ungeduldig wird, wenn sich wieder nichts tut, nichts ändert, wenn die nächste Ungerechtigkeit bekannt wird.

    Trauma: Das ist eine hilflose Wut im Bauch und ein Brett vor dem Kopf. Das ist, wenn man so verunsichert wird, dass es einem buchstäblich die Sprache verschlägt. Wenn man anfängt zu stottern, weil man verzweifelt nach Worten ringt.

    Eben das Gegenteil von dem siegesreichen, hämischen Grinsen der Täter unter uns. Bei den Stasi-Treffen der letzten Jahre haben die Täter immer dafür gesorgt, dass auch ein paar Opfer anwesend waren und zu Wort kamen. Die fingen dann an, verzweifelt nach Worten zu ringen, das Grinsen der Täter hat sie verunsichert, bis sie nur noch stottern konnten. Dann haben die Täter auf sie gezeigt und gesagt: "Na seht doch bloß, was das für Leute sind! Die mussten wir doch von der Straße holen und in die Psychiatrie schicken! Die sind doch nicht ganz dicht!"

    Ich wünsche mir, dass den Tätern eines Tages die Worte fehlen.

  • Hier tagt das Zentral-Komitee der letzten Stasi-Krieger

    Willkommen Genossen
    Hier tagt das Zentral-Komitee der letzten Stasi-Krieger
    Auf Einladung der Linken durften Ex-Offiziere ihren Geheimdienst verteidigen
    R. GORNY
    Berlin - Graue Anzüge, stramme Genossen-Sprache, Unterdrückung kritischer Stimmen: Willkommen bei der Tagung des Zentral-Komitees der letzten Stasi-Krieger. Auf Einladung der Lichtenberger Linken trafen sich gestern zwei frühere Stasi-Offiziere mit Gleichgesinnten und sprachen über die Geheimdienste in beiden deutschen Staaten.
    Rund 100 Besucher drängten sich in der Geschäftsstelle der Linken in der Alfred-Kowalke-Straße. Mitten im Publikum: Universitätsprofessor Heinrich Fink ("IM Heiner"), gesenkten Kopfes. Er wollte am liebsten unerkannt bleiben. Vorn im Podium saßen als Vertretung für den erkrankten Mielke-Stellvertreter Werner Großmann die ehemaligen Stasi-Offiziere Klaus Eichner und Gotthold Schramm. Beide referierten über die "Gründungsväter der deutschen Geheimdienste nach dem 2. Weltkrieg". Mit bebender Stimme brachte Ex-Oberst Klaus Eichner seine Haupt-These auf den Punkt: "Die Geheimdienste der BRD und das Bundeskriminalamt hatten von Anfang an faschistisch-braune Wurzeln." Als Quellen gaben die ehemaligen Stasi-Offiziere u.a. "mehrere Hundert CIA-Dokumente" an. Den Gründungsvätern der Stasi attestierten beide hingegen eine weiße Weste: "Nicht ein einziger war Mitglied der NSDAP, 50 saßen im KZ."
    Da platzte einem Besucher der Kragen: "Ihr Verbrecher. Redet doch mal über die Schließer von Hohenschönhausen!" Heinz-Uwe Reschke, heute 61, schilderte sein Schicksal: Wegen versuchter Republikflucht saß er 340 Tage in Einzelhaft. Seine Frau nahm sich aus Verzweiflung das Leben, Kinder wurden zwangsadoptiert. Besucher brüllten ihn nieder: "Stören Sie nicht!", "Gehen Sie nach Hause!" Eine Frau gab ihm an der Tür den Tipp: "Ihren Kummer sollten Sie woanders loswerden."
    Dem SPD-Abgeordneten Andreas Köhler war die Schwarz-Weiß-Malerei der Ex-Offiziere zuwider: "Die Rechtsbrüche des MfS blenden Sie aus. Im BND wurde nie gefoltert, Verdächtige können sich einen Anwalt nehmen." Stasi-Oberst Schramm zeigte sich dann doch noch versöhnlich: "Wenn Gesetze der DDR verletzt wurden, muss man das untersuchen." Über eigene Fehler und Sünden wollten die ehemaligen Stasi-Offiziere jedoch nicht reden.
    Berliner Kurier, 06.10.2008

    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/236674.html

  • Wie gehabt: Presse-Zensur und Geschichtsfälschung

    Wie gehabt: Presse-Zensur und Geschichtsfälschung
    Stasi-Obristen diffamieren Gründungsväter der Bundesrepublik

    cw - Werner Großmann, einst Mielke-Stellvertreter und heute führender Protagonist einer Verklärung des berüchtigten DDR-Geheimdienstes hatte abgesagt. Aus gesundheitlichen Gründen. Möglich aber auch, dass dem alten Herrn der Wirbel um die Veranstaltung im Berliner Bezirk Lichtenberg zu viel wurde. Immerhin hatten erstmals auch führende Vertreter der LINKEN, wie der Landesvorsitzende Klaus Lederer heftige Kritik an dem neuerlich geplanten Auftritt ehemaliger Stasi-Obristen geübt.
    Die Veranstalterin und Lichtenberger Bezirksvorsitzende Gesine Lötzsch, immerhin Mitglied des Deutschen Bundestages, focht diese Kritik nicht an. Schließlich standen weitere erprobte Genossen, wie der für die Sabotage im MfS zuständige Oberst Gotthold Schramm und sein Kollege Oberst Klaus Eichner, zur Verfügung, um über „Die Gründungsväter der deutschen Geheimdienste nach dem 2. Weltkrieg“ zu referieren.
    Ach, wären sie doch nur bei diesem Thema geblieben. Die Inhalte waren für Eingeweihte seit Jahrzehnten durch entsprechende Propaganda-Schriften der DDR bekannt, wie ein Kritiker in der Diskussion anmerkte, waren also eher Agit-Prop als News. Interessant war vielmehr die im Kader-Deutsch vorgetragene trotzige Wiederholung von Geschichtsfälschungen und Beleidigungen der Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland.
    So wurden diese mehrfach als „faschistisch“ bezeichnet, General Heusinger (um nur einen Namen anzuführen) als Schöpfer der Lüge von der Bereitschaft der Sowjetunion zum Angriff auf die Bundesrepublik und die Nato.
    Selbst als sich ein Diskutant dagegen verwahrte, Konrad Adenauer, Carlo Schmidt oder Theodor Heuss als Faschisten zu bezeichnen, erfolgte kein Berichtigung. Man hatte ja wohlweislich nur pauschal diffamiert („Gründungsväter“), ohne Namen zu nennen.
    Ein junger Mann, den linken Thesen von einer faschistisch durchsetzten Bundesrepublik durchaus zugetan, hinterfragte kritisch die Rolle des MfS und dessen Stolz auf die Bezeichnung als „Tschekisten“. Diese hätten ja wohl nachweislich fürchterliche Verbrechen begangen. Nachdem auch hier zunächst einer Beantwortung ausgewichen worden war, bequemte sich Oberst Eichner schließlich auf Nachfrage zu einer Antwort: Er habe auf seinem Schreibtisch noch heute eine Büste des Tscheka-Gründers Feliks Dserschinskij stehen, weil sich dieser beispielhaft für verwahrloste und obdachlose Kinder eingesetzt habe. Natürlich kein Wort zur Gründung der Tscheka und der GPU als Instrument des „Roten Terrors“ (Brockhaus).
    Versammlungsleiter Prof. Dr. Harry Nick hatte zuvor Kritiker aufgefordert, „nach Hause zu gehen“ und dem Fernsehteam des RBB (Abendschau) nach alter Gewohnheit untersagt, die Veranstaltung aufzuzeichnen.
    Im Vorfeld hatte Gesine Lötzsch ein DDR-Opfer angekündigt, das in Haft gewesen und erst kürzlich der Partei DIE LINKE beigetreten sei. Nur dumm, dass sich dieses Opfer als ihr eigener Ehemann vorstellte und stolz erklärte, er fühle sich nicht als „Opfer“, auch wenn er sogar in Bautzen gesessen habe. Man habe ihn zwar nach seiner Verhaftung aus der Partei „rausgeschmissen“, er sei aber 1970 wieder aufgenommen worden.
    Ein besseres Beispiel für die eigenwillige Präsentation und Deutung von Wahrheit und Geschichte konnte wohl niemand an diesem Vormittag im Partei-Lokal liefern, denn um ein „neues Partei-Mitglied“, wie vollmundig angekündigt, konnte es sich bei dem Lötzsch-Ehegatten offensichtlich nicht handeln.

    5.10.2008

    V.i.S.d.P.: Carl-Wolfgang Holzapfel, Vereinigung 17.Juni 1953, Tel.: 030-30207785
    Holzapfellyrag@aol.-com - www.17juni1953.de

  • Was wurde aus den letzten DDR-Ministern?

    Sie war bloß fünfeinhalb Monate im Amt – die Halbjahresregierung von Lothar de Maizière. 650 Euro „Ehrenpension” sollen die Ex-Minister von damals in Zukunft erhalten. Das wurde Ende August 2008 beschlossen.
    BILD.de hat recherchiert, was aus den Ministern der einzig frei gewählten DDR-Regierung (12. April bis 2. Oktober 1990) geworden ist. Stellvertretende Regierungssprecherin des letzten DDR-Kabinetts war übrigens Angela Merkel... ..............
    http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/10/03/ddr-minister/was-wurde-aus-den-politikern.html

  • Der Traum vom Freikauf

    Harry gibt mir immer wieder Arbeit, aber das ist gut so. Im Gästebuch erscheint mindestens 4-5 täglich solcher Müll wie die Spam, den ich dann immer wieder lösche. Harry sagt, das war schon mal so schlimm. Irgend jemand oder mehrere mögen unseren Verband nicht...

    Ich werde mich mal hoch auf mein Sofa verfrachten. Habe wahnsinnige Schulter-, Nacken- und Rückenschmerzen. Diese Nacht hatte ich auch einen schrecklichen Traum: Mein Lebenspartner Heinz hat mich aus der Haft freigekauft. Dafür hat er sein letztes Geld gezahlt, und wir hatten dann nichts mehr zu essen. Schweißgebadet wachte ich auf, mußte mir eine andere Bettdecke holen und mir neue Nachtwäsche anziehen.

    Furchtbar, ein solcher Traum, aber solche Sachen gab es ja auch in Wirklichkeit, dass Privatmenschen Stasi-Häftlinge freigekauft haben. Mit mir zusammen war eine junge Frau in Haft, die dann von ihrem Freund freigekauft wurde; dies war aber auch kein Einzelfall. Mir ist aber nur dieser eine Fall persönlich bekannt. Die junge Frau hat mich dann später nach dem Freikauf mal mit ihren zwei kleinen Kindern besucht. Aber leider ist dieser Kontakt abgebrochen.

  • Rückblick Tag der Deutschen Einheit

    Zwei nette Emails flatterten vorgestern am "Tag der Deutschen Einheit" herein - aus Amerika. Cold War History und das Cold War Museum lassen mich ihre Webseiten als Links auf meine setzen. Eines Tages will ich mal das Land der unbegrenzten Möglichkeiten besuchen. Aber im Augenblick muss das WWW der unbegrenzten Möglichkeiten mir reichen...

    Das wird ja auch von den "früheren" (!) Tätern heute eifrig genutzt. Zum Beispiel in Form eines Eintrags in das Gästebuch der www.Stasiopfer-Selbsthilfe.de. Es war ein langer "englischer" Text aus unzusammenhängenden, computergenerierten Wörtern mit lauter Medikamentennamen, eine abkopierte Spam-Email, die irgend jemand am 3.10.also am "Tag der Deutschen Einheit" da reingesetzt hat und später andere Eintragungen - mit Sicherheit war das kein (echtes) Opfer und auch kein echter Besucher!

    Wer also dann?

  • 1.Vorsitzender des Netzwerkes "Stasiopfer-Selbsthilfe e.V."

    Foto-Harry

    Gründer und 1. Vorsitzender unseres Vereins ist Harry Hinz

    Harry Hinz ist selbst Stasiopfer der DDR Diktatur. Stasizuchthaus und Folter haben Herrn Hinz zu einen sehr kranken Menschen gemacht. Um anderen Stasiopfern zu helfen hat Harry Hinz das Netzwerk Stasiopfer- Selbsthilfe ins Leben gerufen. Das Netzwerk ist unter folgender Netzwerkadresse zu erreichen:

    Web.: www.stasiopfer-selbsthilfe.de

    Heidi
    Selbst bin ich auch Mitglied im Verein "Stasiopfer-Selbsthilfe"und möchte Stasiopfern helfen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.
    Zu erreichen bin ich unter:kaiheidi1@gmx.de
    Meine Webseite kann man unter www.kaiheidi1.de.tl aufrufen

  • Zersetzung (Staatssicherheitsdienst)

    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
    Wechseln zu: Navigation, Suche

    Zersetzung[1][2] bezeichnet eine Methode des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR zur Bekämpfung vermeintlicher und tatsächlicher Gegner vor, während, nach oder an Stelle einer Inhaftierung.
    Die Zersetzung war ein rein psychologisches Unterdrückungsinstrument, welches das „... Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl eines Menschen untergraben, Angst, Panik, Verwirrung erzeugen, einen Verlust an Liebe und Geborgenheit hervorrufen sowie Enttäuschung schüren ...“ sollte. Der Schriftsteller Jürgen Fuchs sprach deshalb auch von „psychosozialen Verbrechen“ und einem „Angriff auf die Seele des Menschen“.[3]
    Dazu gehörten offene oder verdeckte Bespitzelung, Brief- oder Telefonkontrolle als Voraussetzung oder Drohung, vor allem aber die „Organisierung beruflicher Misserfolge“, Rufmordaktionen, Säen von Misstrauen, Eindringen in und Manipulation von Liebes-, Ehe- und Familienbeziehungen, Zerstörung von Gruppen durch Veranlassung der Beschäftigung mit sich selbst[4] bis zum gezielten Treiben in den Suizid.[3] Zersetzung setzte die Allmacht des Staates über Gesellschaft und Individuum voraus; alle Zweige des Staatsapparates waren prinzipiell zur Zusammenarbeit mit dem MfS verpflichtet.
    Die Herkunft und Verwendung des Wortes stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch: Unter Zersetzung versteht man eine strategische Maßnahme, mit psychologischen Mitteln die Kampfmoral von Soldaten zu senken. In der Wehrmacht gab es zu Zeiten des Nationalsozialismus explizit den Begriff der „Wehrkraftzersetzung“. In der Bundesrepublik Deutschland findet sich der Begriff dagegen nicht, einzelne Handlungen können Straftaten gegen die Landesverteidigung gemäß der §§ 109-109 k des Strafgesetzbuches sein.

    Einzelnachweise [Bearbeiten]
    ↑ Fricke, Karl-Wilhelm: die DDR-Staatssicherheit. Entwicklung, Strukturen, Aktionsfelder. Köln 1995.
    ↑ Suckut, Siegfried (Hg.) Das Wörterbuch der Staatssicherheit: Definitionen zur „politisch-operativen Arbeit“ (Analysen und Dokumente : Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen; Bd. 5).
    ↑ ab Sandra Pingel-Schliemann: Zersetzen - Strategie einer Diktatur. Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Berlin 2002, ISBN 3-9804920-7-9, S. [a] 188, [b] 277ff.
    ↑ Hubertus Knabe

  • Tag der deutschen Einheit ""Gedenktag""

    Heut war hier der Bär am Telefon los. Dazu musste ich noch meiner Freundin und ihrer Tochter beim Papierkram helfen. Der Mann meiner Freundin ist vor zwei Jahren gestorben. Er war 83, sie ist 60 und Polin, seit über 30 Jahren im Westen. Er hat immer alles erledigt, die Bankgeschäfte, die Unterlagen, die Aktenordnung - eben ein Deutscher mit Zucht und Ordnung. Ich mußte ihm kurz vor seinem Ableben versprechen, dass ich mich um seine Frau in Sachen Zucht und Ordnung kümmern würde. Nun, das wollte ich so einem ganz lieben Freund nicht abschlagen. Er überlies mir auch seine ganze Bibliothek. also ca. 1500-2000 Bücher, wovon einige noch in Folie waren, also ungelesen. Das war ein gut informierter und politisch interessierter Mann, ich habe mich mit meinem Freund auch viel unterhalten und Schach gespielt. Wir waren auf einer Wellenlänge. Er fehlt meinem Partner und mir sehr und wir sprechen oft über ihn.

    Erfreulicher ist, dass die Zeitschrift Bella, die neulich mit mir im Ostharz war und dort den Parkplatz und das Feld aufgesucht hat, wo Dirk damals verschwunden ist, in dieser Woche die Reportage mit Fotos bringt. Nach der Reise brauchte ich wieder einige Tage, um mich seelisch von den Erinnerungen wieder zu erholen. Daran merke ich immer, dass mein Trauma auch heute noch nicht überwunden ist.

    Dafür feiert ganz Deutschland heut den Tag der Deutschen Einheit...
    Ich weiß, die Täter haben wirklich was zu feiern (nämlich zum Beispiel, dass sie völlig ungeschoren davongekommen sind, heute anständige Renten für ihre unanständige Arbeit kassieren oder eben ein gutes Gehalt in einem guten Job. Und ihr Netzwerk, wie es deutlich danach aussieht, gar nicht so zerschlagen haben, wie die deutsche Öffentlichkeit glauben will.)
    Aber ich frage mich, wie vielen Opfern außer mir dieser "Feier"-tag genauso wie eine zynische Ohrfeige vorkommt?
    Und warum die Medien nur rosarot verzerrte Berichte über die *DDR* bringen?
    Ein Stasiopfer hat vor ein paar Jahren ein Bundestagsmitglied gefragt, warum der Skandal um die Stasi und ihre Opfer nicht öffentlich gemacht wird. Wisst ihr, was das MdB ihm geantwortet hat?
    "Um den *sozialen Frieden* nicht zu gefährden..."
    Auf deutsch: Deckel drauf, damit die deutsche Öffentlichkeit ja nicht merkt, was tatsächlich los ist. Denn dann wäre der "soziale Friede" gefährdet, aha.

  • Zur Sendung Alltag einer Behörde(Stasibehörde)

    Vorgestern brachte der TV-Sender Arte den so ziemlich einzigen Film über Stasi-Bespitzelungen "Das Leben der Anderen" und danach die Doku "Alltag einer Behörde" über die Stasi. Obwohl der Spielfilm so erfolgreich in den deutschen Kinos gelaufen ist, kann ich ihn nicht empfehlen, weil er ganz einfach nicht realistisch zeigt, wie die Stasi wirklich operiert hat. Ihre "operativen Vorgänge" waren grausam und unmenschlich, und die Spitzel, die sich in die Leben der Opfer als Freunde, Bekannte, Kollegen und Lover hineingewurmt haben, wurden auch nicht menschlich wie im Film, sondern blieben fast alle eiskalte Verräter, Lügner und Betrüger, die sogar nach dem Mauerfall immer noch nicht zugeben konnten, was sie da verbrochen hatten. Die Typen, die auf die Opfer eines operativen Vorgangs angesetzt wurden, waren auch nicht an Trenchcoats zu erkennen, wie der Film das verkauft. Denn dann wär der Verfolgte ja vorgewarnt gewesen und hätte sich irgendwie schützen können. SO doof waren die Opfer dieser Observierungsvorgänge nun auch nicht... Nein, die Spitzel sahen aus wie Otto Normalverbraucher und waren gut ausgebildet darin, wie harmlose Lokalgäste, Spaziergänger, Nachbarn, Passanten zu wirken...

    Von der Arte-Doku wurde mir so schlecht, dass ich sie nach der Hälfte abstellen musste.

    Deswegen habe ich eine Email an Arte geschrieben. Hier ist sie - aus der Sicht eines der Tausenden von Opfern der Stasi:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich muss mich über Ihre Berichterstattung aufregen.
    Gestern abend nach dem Film "Das Leben der Anderen" kam die Dokumentation "Alltag einer Behörde",
    und ich bin entsetzt, dass Sie als so angesehener Sender so etwas senden. Selbst ein Stasiopfer, kann ich nicht nachvollziehen, dass mir solche Stasileute über die Praktiken von damals erzählen, und diese Leute sagen das mit einem Lachen, das ich nur als höhnisch empfinden konnte, und diese Leute leben heut wieder in Saus und Braus. Haben Sie mal an die Opfer gedacht - wie DIE das sehen könnten?

    Täglich erhalte ich Hilfeanrufe von Stasiopfern, die sich an uns wenden. Wir sind ein Netzwerk der Stasiopfer-Selbsthilfe e.V. (www.stasiopferhilfe.de).
    Es sind Opfer des Stasisystem, die heute noch ein Trauma durchleben und von solchen Sendungen wie der Ihrigen, in denen immer nur Täter zu Wort kommen und auch noch anerkannt werden, dieses Trauma nie beenden können. Es wühlt auf - und dazu auch noch die Ungerechtigkeit mit den Renten und Entschädigungen!
    Wann wird diese letzte deutsche Diktatur endlich einer Gerechtigkeit Rede und Antwort stehen müssen????

    Auch ich bin Opfer der letzten deutschen Diktatur. Mein Sohn wurde 1979 mit 3 1/2 Jahren im Ost-Harz - vermutlich von der "Staatssicherheit" - entführt, und ich kam für die Suche nach ihm ins Zuchthaus Bautzen II. Meine Geschichte können Sie auf meiner Webseite nachlesen. www.kaiheidi1.de.tl

    Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Kritik an einer solchen Aufbereitung der Thematik ernst nehmen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Heidi Stein

  • Die Linke hat die Stasi zu Gast

    Sonntag 5.Oktober 2008 | 10:00 Uhr Die Linke hat die Stasi zu Gast
    Alfred-Kowalke-Str. 14
    "Lichtenberger Sonntagsgespräch"
    Thema: "Über die Gründerväter der deutschen Geheimdienste nach dem 2. Weltkrieg", mit Klaus Eichner, Gotthold Schramm, Prof. Harry Nick u.a.

    Statt Werner Großmann sollen nun zwei andere Obristen sprechen. Es wäre schön, wenn sie nicht unter sich blieben. Also komme wer kann.

  • vorläufige Antwort von direktzu/Bundeskanzlerin

    Ich habe doch vor ein paar Tagen wieder einmal an unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel geschrieben, da sie ja auf mein erstes Schreiben vom Mai 2008 (das ihr auf dem kleinen Dienstweg über einen Bundestagsabgeordneten persönlich zugestellt wurde) keine Zeit, Lust oder Interesse hatte zu antworten. Mein Anliegen ist natürlich ihre Hilfe bei der Suche nach meinem Sohn. Ich meine - wenn unsere Bundeskanzlerin keine Wiederaufnahme der Ermittlungen bewirken kann, wer dann??

    Nun bekam ich die Antwort von ihrem Team "Direktzurkanzlerin". Klingt doch richtig fit und nach "Machern", oder? So nach direktem Draht und so... Ich möchte daher diese Antwort mit euch teilen:

    Sehr geehrte Frau Stein,
    vielen Dank für die Übermittlung Ihres Anliegens. Leider können wir Ihren Beitrag in dieser Form nicht veröffentlichen.
    Bitte formulieren Sie eine konkrete Frage zur Regierungspolitik, welche Frau Merkel in ihrer Funktion als Bundeskanzlerin auch beantworten kann. Nur wenn eine große Zahl von Nutzern Ihre Frage versteht und für Ihren Beitrag stimmt, hat dieser eine Chance, in die engere Auswahl zu kommen und dann von der Bundeskanzlerin beantwortet zu werden.
    Wir haben Verständnis für Ihre persönliche Situation und dafür, dass Sie hierfür nach Unterstützung und Rat suchen. Dies können wir auf www.direktzurkanzlerin.de aber nicht leisten.
    Gern möchten wir Ihnen einen Vorschlag machen, wie Ihr Anliegen den Nutzungsbedingungen entsprechend umformuliert werden könnte. Hierfür wäre es ratsam, eine allgemeine Frage zu Beginn zu stellen und diese dann anhand Ihres Falles zu begründen. Dies sähe dann folgendermaßen aus:
    "Wo ist Dirk?
    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
    ich bin eine Mutter aus Ostdeutschland, deren Sohn Dirk vor 29 Jahren unter ziemlich mysteriösen Umständen in der DDR verschwunden ist - lange bevor die Mauer fiel. Mein Sohn konnte bis heute nicht gefunden werden.
    Da es mehrere solcher Fälle gibt - bis heute ungelöst - ist nun meine Frage, warum es von Seiten der Regierung hier nicht politische Einflussmöglichkeiten gibt. Wurde die Birthlerbehörde (früher: Gauckbehörde) nicht eingerichtet, um Stasiopfern bei der Aufklärung zu helfen? Warum wird die gleiche Argumentation nicht auch im Falle von - mutmaßlich durch die Stasi - entführten Kindern bemüht?
    Zur Verdeutlichung meines Anliegens möchte ich Ihnen gerne meine persönliche Situation schildern:....."
    Wäre dies eine für Sie akzeptable Lösung? Falls ja, dann senden Sie uns Ihr Anliegen bitte einfach erneut mit hinzugefügter Fragestellung zu. Oder schicken Sie uns eine kurze Antwortmail. Bitte denken Sie daran, dass wir Ihre Homepage-Adresse in Ihrem Anliegen nicht veröffentlichen können. Wir müssen diese dann in jedem Fall entfernen. Es gibt aber sehr gute Chancen, Sie auch so über das www über einschlägige Suchbegriffe zu finden. Außerdem können Sie Ihre Homepage auf Ihrem "Profil" bei direktzu angeben!
    Wie bedauern sehr, Ihnen nicht anders helfen zu können. Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Glück auf der Suche nach Ihrem Sohn!
    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihr Team von "direktzurkanzlerin"

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