Irgendjemand schießt da auf deutschen Autobahnen.
Bisher waren es um die 240 gezählen Einzeltaten.
Die jeweilige Zielscheibe sind stets Autotransporter, die Neuwagen aller Marken geladen haben.
Und wieder einmal schiebt die (hilflose!) Polizei es auf (wahlweise - wählt selbst, welche Version euch am besten gefällt):
a. verrückt gewordene Umweltschützer (!)
b. verrückt gewordene Spieler eines virtuellen Computerspiels
Komisch, dass die Polizei diesmal nicht "Jugendliche" als Wahl c angeben, nicht wahr? So wie bei den über 700 Laserangriffen auf deutsche Flughäfen.
Und merkwürdig auch, dass sie diesmal nicht "Racheakte" als Motiv angegeben hat, wie bei den schon täglichen Brandanschlägen auf x-beliebige PKWs in Berlin und Hamburg.
Okay, diesmal also wohl nicht c ("verrückte Jugendliche") und auch nicht d (Racheakte verrückter Einzeltäter, dies jedoch dutzendweise gleichzeitig und jede Nacht wieder).
Also müssen diesmal "militante Umweltschützer" (eine Unverschämtheit dem Umweltschutz engagierter Bürger gegenüber!) oder "berserke Online-Spieler" herhalten.
Nicht zu vergessen ist eine weitere spekulative Variante der Polizei - nämlich der ominöse, mysteriöse "Serientäter", der gleich 240 Mal und das in (bisher) 11 Bundesländern zuschlägt...
Da wir diese neuesten Schuldzuschiebungen von offensichtlich organisierter Kriminalität genauso abstrus finden wie Jugendliche, die (von sich aus und ohne Fremdfinanzierung und Fremdeinweisung!) mit teuren Lasergeschützen Piloten beim Landen blenden, oder einen Anstieg von rachesüchtigen Privatbürgern um das Tausendfache, die es alle jeweils auf den PKW ihres Racheopfers abgesehen haben (und auch alle so geschickt bzw. geschult vorgehen, dass sie allesamt nicht erwischt werden, genau wie die Lasertäter und nun auch die Autobahnschützen, haben wir noch zwei Kommentare von SZ-Lesern unter den Artikel der Süddeutschen - siehe unten - gesetzt.
Also gut, entweder haben wir es mit einem neuen Schweinevirus zu tun, der Gewissen und gesunden Menschenverstand deutscher Bürger (Jugendliche, Rachsüchtige, virtuelle Spieler, Umweltschützer...) angreift und sie alle zu Serientätern und Psychopathen macht...
... oder aber wir haben es mit organisierter (Wirtschafts-)kriminalität zu tun, die sich alles mögliche ausdenkt - und Tausende von Mitarbeitern hat -, um an Millionen und Abermillionen Euro zu kommen. Und die die Konkurrenz ausschaltet - durch Täter und Taten dieser Art.
Man sollte sich fragen, wem diese Schüsse schaden - eben falls es sich doch nicht nur um rabiate "Serientäter" mit Omnipräsenz und Profiqualifikationen handelt.
Sie schaden erst einmal den Versicherungen der Sattelschlepper.
Die irgendwann die Versicherung aufkündigen.
Und sie schaden den Speditionen, wenn die Fahrer aus Todesangst kündigen und fortan lieber Aldi statt Autos transportieren wollen.
Möglicherweise sollen auf diese Weise Konkurrenz-Speditionen ausgeschaltet werden? Wer weiß. Die Ausführung, Systematik und Häufigkeit der einzelnen Vorfälle deutet jedenfalls - genau wie bei den Autobrandanschlägen und den Laserattacken - auf eines hin.
Und das gibt es längst in Deutschland (siehe www.juergen-roth.com, der Deutschland-Clan).
Ein Riesennetzwerk aus organisierter Kriminalität. Eine deutsche (Wirtschafts-)mafia. Die an immer mehr Stellen ansetzt, an denen es viel Geld zu verdienen gibt.
Opfer von organisiertem Stalking beobachten diese Entwicklung schon seit Jahren. Diese Mafia fing auffallend im Jahr 2001 an, auch westdeutsche Privatbürger auszuspionieren, zu stalken und zu terrorisieren. Überall in Deutschland und überall vernetzt. Und mit sehr, sehr vielen Mitarbeitern in sehr, sehr, vielen Firmen und (Handwerks-)betrieben, die sich so ein schönes Zubrot der anderen Art verdienen. Sowie mit offensichtlichen Mittätern der polnischen und der russischen Mafia (ach so, die gibt es also, aber eine deutsche Mafia kann es nicht geben, ja klar, HIER doch nicht, nicht in unserem - einst - sauberen (West-)deutschland, trotz Mauerfall und hunderttausenden von Stasi-Kriminellen im ganzen Land).
Die größte Waffe dieser Wirtschaftsmafia ist die, dass sie so vorgeht, dass man es ihr jeweils nicht nachweisen kann und die Mittäter kaum je erwischt.
Und wenn, dann müssen die es eben auf die eigene Kappe nehmen - wie wohl auch der 44jährige Laserschütze in Esslingen (siehe unseren letzten Blogeintrag) mit seiner Inszenierung "Hab nur meinem Kind gezeigt, wie man mit dem aus China mitgebrachten Laser Piloten blendet..."
So kennen wir die Täter von organisiertem Stalking.
Und da wir nicht an mehrere parallele Riesennetzwerke organisierter Täter glauben, die alle nebeneinander ungestört in Deutschland bestehen, sondern nur an ein miteinander vernetztes Mafia-Gebilde mit vielen "Spezialisierungen" und vielen tausend Mitarbeitern, die je nach Bedarf eingesetzt werden, was unsere Recherchen immer mehr zeigen, sind wir überzeugt, dass hinter den meisten dieser neuen Merkwürdigkeiten hierzulande dieselben Täter stecken.
Was der deutschen Öffentlichkeit solange wie nur irgend möglich vorenthalten werden soll. Denn dann wird's peinlich, und dann werden auch im Bundestag und sonstwo in hohen Posten Köpfe rollen (einige darunter in der Linkspartei und der SPD). Und die wollen ihren guten Ruf und ihre guten Diäten so lange wie nur irgend möglich behalten, klar doch. Nach ihnen die Sintflut, aber bitte nicht vorher!
Hier der Artikel der Süddeutschen Zeitung:
*********
Nachrichten auf Sueddeutsche.de
BAYERN Würzburg - Schüsse auf der A3 bei Würzburg
12.11.2009, 21:47
Von Olaf Przybilla
Seit Monaten schon feuern Unbekannte auf Sattelschlepper, bisher war wie durch ein Wunder noch niemand verletzt worden. Doch nun wurde offenbar zum ersten Mal eine Autofahrerin getroffen.
Schüsse auf der A3: Die Polizei sperrte die Autobahn, um Spuren zu sichern. (Foto: dpa)
Die Autofahrerin aus Sachsen hatte gerade die Brücke über das Würzburger Tal passiert, als die Seitenscheibe ihres Wagens zu Bruch ging, scheinbar ohne Grund. Kurz vor der Autobahnraststätte Würzburg-Süd prallte ihr Auto in die Leitplanken.
Die Frau verletzte sich schwer an Kopf und Hals. Während einer Operation machten Klinikärzte in der Nacht zum Mittwoch eine Entdeckung, die seither nicht nur die Würzburger Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Im Hals der 40-Jährigen aus der Nähe von Bautzen fanden die Ärzte ein stark deformiertes Projektil, offenbar das Fragment einer Kugel.
Die Attacke auf die Frau könnte im Zusammenhang mit einer Anschlagsserie stehen, die seit Juli 2008 andauert und die längst das Bundeskriminalamt beschäftigt. Bis zum Dienstagabend war wie durch ein Wunder noch niemand verletzt worden.
Die Serie von Anschlägen richtet sich gegen Sattelschlepper, die Neuwagen über Autobahnen transportieren. Bislang zählt das Bundeskriminalamt mehr als 240 solcher Angriffe. Die Angaben schwanken, denn momentan scheinen die Ermittler kaum mehr mit dem Zählen nachzukommen.
Kugel stammte ebenfalls aus Kleinkaliberwaffe
Auch das Landeskriminalamt (LKA) hatte am Mittwochabend eingeräumt, dass der Würzburger Anschlag vom Dienstag bis dato noch gar nicht in die Serie eingeordnet worden war. Bis zum Mittwoch hatte das Münchner Amt allein in Bayern 40 Anschläge auf Autotransporter registriert.
Da auf der A 3 in Höhe des Würzburger Stadtteils Heuchelhof kein Transporter getroffen wurde, sondern die Frau, sei diese Tat "nicht in die Serie eingeordnet" worden, erklärte ein LKA-Sprecher. Am Donnerstag erhärteten sich dann die Hinweise, dass es sich bei dem Projektil um eine Kugel aus einer Kleinkaliberwaffe handelt - mit einer Waffe dieser Gattung waren zuvor sämtliche Anschläge auf deutschen Autobahnen verübt worden.
Dass die Autofahrerin gegen 18.10 Uhr - also nach Einbruch der Dunkelheit - von einem Querschläger getroffen worden sein könnte, sei damit "nicht mehr auszuschließen", erklärt ein Polizeisprecher.
Zumal in der Zwischenzeit immer mehr Meldungen über beschädigte Fahrzeuge eingehen. Der Fahrer eines Autotransporters, der am Dienstag die Unglücksstelle am Würzburger Heuchelhof passiert hatte, stellte ein Loch mit sechs Millimetern Durchmesser in der Verkleidung seines Aufliegers fest. Der Lenker eines Schleppers, der an dem Tag ebenfalls die Autobahn bei Würzburg befahren hatte, meldete sich aus der Oberpfalz. Auch in einem seiner Wagen finde sich ein Einschuss, sagte er. Ein dritter Lkw-Fahrer bemerkte im Kotflügel eines von ihm transportierten Autos ein Loch. Auch er hatte, aus Hessen kommend, die A 3 bei Würzburg passiert.
Dem Bundeskriminalamt haben bislang betroffene Fahrer die Anschläge unterschiedlich geschildert: Manche hörten einen kleinen Knall und dachten, ein Stein sei gegen die Karosserie geflogen. Die meisten aber hörten nichts, merkten gar nicht, dass auf sie gefeuert wurde. Erst später, meistens beim Abladen, fanden sie die Einschusslöcher. Der Schaden an den Autos beläuft sich meist auf 1500 bis 3000 Euro. In elf Bundesländern wurden bislang solche Einschüsse gemeldet. Das am häufigsten betroffene Gebiet liegt an der A 6 und A 61, zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Vielleicht schoss dort ein Täter, vielleicht waren es mehrere. Manchmal traf es die Fahrertür, manchmal die Frontscheibe, stets aber waren Neuwagen das Ziel. Von wo aus geschossen wurde, war bisher nicht festzustellen. Bei den Routen der Laster kommt als Tatort nicht selten ein Bereich von mehreren tausend Kilometern in Frage.
Im Würzburger Fall könnte das nun anders sein. Durch den Unfall der Fahrerin scheint der Tatort diesmal relativ klar lokalisierbar zu sein. Die Autobahn in Richtung Frankfurt wurde am Donnerstag an der Stelle für 45 Minuten gesperrt. Gefundene Spuren werden nun ausgewertet.
Waren es militante Umweltschützer?
Was den Täter oder die Täter antreibt, darüber können die Ermittler nur spekulieren. Die Schüsse könnten von militanten Umweltschützern stammen. Als wahrscheinlicher aber gilt die These, dass da Täter ein virtuelles Ballerspiel in die Realität übertragen wollen. Ob sämtliche Schüsse aus derselben Waffe stammen, ist unklar. Sicher ist nur, dass sie alle aus Kleinkaliberwaffen stammen - die sich jeder Sportschütze besorgen kann.
Lange hatten diese Schüsse nur Sachschaden angerichtet. Die Frau scheint nun das erste Opfer geworden zu sein. Sie konnte mittlerweile vernommen werden. Woher die Kugel gekommen ist, kann sie nicht sagen. Die Frau hatte den Schuss gar nicht wahrgenommen.
(SZ vom 13. November 2009/dmo)
Und dazu 2 Kommentare von Lesern:
... denn die würden sich eher die Sattelschlepper selbst, alte Dreckschleudern etc. "zur Brust" nehmen - wahrscheinlich auf andere Art und Weise, weil Umweltschützer i.d.R. sich dadurch auszeichnen, dass sie Leben und Natur achten und deshalb nicht gefährden wollen.
Welchen Sinn hätte es außerdem, Neuwagen - oft mit Katalysatoren und Partikelfiltern ausgestattet - zu beschädigen und in der Folge zusätzliche Transporte, zusätzliche verbrauchte Ressourcen, zusätzlichen Abfall zu produzieren?
Das wäre kontraproduktiv und sinnfrei. Wenn überhaupt, dann müsste die Polizei präzisieren: "bemerkenswert dumme, militante Umweltschützer" wäre dann wohl die korrekte Bezeichnung.
Die zweite These könnte ich mich auch eher vorstellen. Vielleicht sind es auch Zielübungen bei bewegten Zielen. Jedenfalls wird dahinter eine ziemlich kranke Sache stecken.
13.11.2009 10:09:30
Rhinelander: Virtuelles Ballerspiel in die Realität übertragen?
1. Super These
2. Logische These - denn wenn man es nicht in die Realität übertruge gäbe es keine realen Einschüsse und wenn man es virtuell liesse, dann passiert nix.
3. Wie heisst das virtuelle Ballerspiel? Truck-Killer? Neuwagen-Destroyer? Autobahnsniper? Schussfahrt auf der A3?
4. Warum geht es hier nicht um ein reales Ballerspiel?
Copyright © sueddeutsche.de GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH

